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Die außerplanmäßigen Leichenfunde des frühmittelalterlichen Gräberfelds Drontenhausen I. Eine Archäokrimiromanze.

von Celaeno
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
17.02.2014
08.09.2015
17
27.338
41
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
17.02.2014 1.036
 
Hallo zusammen,

hier mal wieder etwas Neues von mir, das mich einfach so erwischt hat und bisher so gut vorangeht, dass ich es euch nicht vorenthalten will. Etwas leichtere Kost, als meine anderen aktuellen Projekte, bei denen es ja im Moment ein bisschen schleppend vorangeht, aber es hilft mir beim Schreiben zu bleiben und ist (finde ich ;) ) auch ganz nett geworden. Mein erster Ausflug in Richtung Krimi noch dazu... also dann hier der Prolog … lasst einfach mal hören, was ihr davon haltet =)

Viele Grüße
Celaeno


PROLOG


Er deutete mit dem Daumen vage hinter sich: „Da ist das Klo. Daneben ist ein Gartenschlauch, aber denk' daran, dass das kein Trinkwasser ist. Im Wagen stehen ein paar Kästen Wasser, da kannst du dich bedienen. Deinen Rucksack kannst du auch da lassen, wenn du willst, Lisa.“

„Okay.“ Das Mädchen warf seinen Rucksack in den Wagen und wandte sich dann wieder um.

„So. Wenn du keine Fragen mehr hast, zeigt Jonas dir jetzt das Gelände und die Stelle, an der du erstmal arbeiten wirst. Jonas?“, Matthias winkte den Studenten heran, „Machst du hier weiter? Ich bin dann bei der 14.“

„Alles klar, Boss.“, meinte der Angesprochene verschmitzt.

Kopfschüttelnd ließ Matthias die beiden allein. 'Boss'. Er würde es wohl nie lassen. Weiberheld. Geübt stieg er mit unter den Arm geklemmtem Werkzeug die Leiter herab, die die knapp zwei Meter bis zu ihrem Befund überbrückte, während er Jonas hinter sich der Praktikantin ihren neuen Arbeitsplatz erklären hörte.

Hoffentlich taugte sie etwas. Nichts war nervtötender und zeitraubender, als neben seiner eigentlichen Arbeit auch noch aufpassen zu müssen, dass irgendein unfähiger Möchtegernarchäologe nicht seine Grabung zerlegte. Obwohl Lisa ja auf den ersten Blick einen ganz brauchbaren Eindruck gemacht hatte...

'Schlimmer als der Letzte wird sie wohl nicht sein...', dachte er und wich beim Überqueren der Fläche routiniert Schnüren, Nägeln und Befunden aus, 'Der kam ja mit seinem Gewicht kaum heil die Leiter runter...'

Endlich war Matthias an seinem Ziel angelangt und begann, nachdem er sein Werkzeug abgelegt hatte, die Steine, die die Plane beschwerten, wegzuräumen, um diese dann vorsichtig von seinem Befund zu ziehen.

Zufrieden stellte er fest, dass das Netz aus orangefarbenen Schnüren noch intakt war und auch das Planum unberührt wirkte. Immerhin etwas. Scheinbar hatte man sie dieses Wochenende verschont.

'Also auf zu neuen wissenschaftlichen Sensationen...' beschwingt griff Matthias nach dem Zollstock und seinem Zeichenbrett.

Er hatte kaum den ersten gemessenen Punkt eingetragen, als schweres Stapfen ankündigte, das Jonas offenbar mit seiner Einweisung fertig war.

„Hab ihr alles gezeigt und sie jetzt Werkzeug zusammensuchen und Gundi abdecken geschickt.“ Der Student trat neben ihn und betrachtete das Planum. „Keine neuen Gemeinheiten?“, fragte er und Matthias schüttelte den Kopf.

„Mir ist bisher nichts aufgefallen.“ Matthias ging in die Knie um den nächsten Punkt zu messen und einzutragen. Eine Weile war es still.

Plötzlich schnaubte Jonas und Matthias setzte den Stift ab. Nichts war schlimmer, als verwackelte Linien. „Was denn?“, fragte er und erhob sich.

„Also die Pfostenlöcher verstehe ich, aber das hier...“, der Student deutete auf eine größere, unregelmäßig geformte Verfärbung im Boden ganz am Rand des abgesteckten Befundes.

„Moderne Störung, haben wir doch im Profil schon sehen können. Geht noch ein gutes Stück tiefer. Machst du drüben mit der Wasserleitung weiter? Von da aus hast du auch Lisa im Auge, falls was ist. Wo stecken eigentlich Katrin und die-“

Ein spitzer Schrei aus Lisas Richtung ließ sie aufschrecken und herumfahren.

„Oh je...“, seufzte Matthias und verdrehte die Augen, „Sicher ne Spinne...“

Jonas grinste. „Oder sie verträgt Gundulas bezauberndes Antlitz nicht. Soll ich?“

Matthias nickte dankbar. Kopfschüttelnd ging er wieder in die Hocke und wandte er sich dem Zeichenbrett zu, während der Student ihrer Praktikantin zur Rettung eilte. Er hatte gerade den Bleistift angesetzt um endlich, endlich die beiden gemessenen Punkte zu verbinden, als plötzlich auch Jonas' Stimme die morgendliche Stille der Grabung durchbrach:

„Matthias? Matthias!“

Der Archäologe runzelte die Stirn und erhob sich ächzend. Das musste schon wenigstens eine verflucht große Spinne sein! Wenn das so weiter ging, würde er Stelle 14 nie fertig zeichnen.

„Was denn?“, rief er.

„Hier... hier ist ein Toter!“ Lisas Stimme klang schrill und panisch.

'Ach nein, Herzchen. Du stehst ja auch mitten in einem frühmittelalterlichen Gräberfeld.' Matthias schmunzelte.

„Ja, und?“

Langsam machte er sich auf den Weg zu den beiden. Was war denn nur in sie gefahren? Wobei... ein Toter? Die Drei war doch ein Frauengrab! Er beschleunigte seinen Schritt. Wenn diese Vandalen es jetzt ernsthaft so weit getrieben hatten, seine Befunde durcheinander zu bringen, dann würde er sie endgültig...!

Er war bei Jonas und Lisa angelangt, die stumm auf das noch mit der Plane bedeckte Grab zeigten, als er sie fragend anblickte.

Matthias griff nach einer Ecke der Plane und zog sie mit einem Ruck etwas zurück.

„Oh.“, entkam es ihm, als er sah, was sich darunter verbarg, „Also das ist-“

Ein kräftiger, behaarter Arm mit ungesunder Hautfarbe lag über den skelettierten Schienbeinen ihres Befundes. Etwas höher war der Rand einer dunklen Lache aus geronnenem Blut zu erkennen. Ziemlich viel davon. Genug davon um 'Gundula' endgültig zu ruinieren.

Vorsichtig zog Matthias die Plane noch ein Stück weiter zurück und enthüllte den Oberkörper eines Mannes im karierten Hemd. Eines ziemlich toten Mannes im karierten Hemd, der mit dem Kopf in dieser beachtlichen roten Pfütze lag. Eines Mannes, der ihm, wenn er genau hinsah, vage bekannt vorkam.

„Oh je...“ Matthias nahm seinen Hut ab und fuhr sich durchs Haar, während sich seine Gedanken überschlugen. „Oh je...“

Sie starrten wortlos den Befund an, bis Matthias endlich seine Fassung wiederfand. Eine Männerleiche! Auf seiner Grabung! Das würde ihm sicher ewig nachhängen. Ganz zu schweigen davon, wie das hier nun die zukünftigen Arbeiten verkomplizieren würde. Hoffentlich war der Befund von Grab 3 überhaupt noch zu retten...

„Wir sollten...“, begann er und schluckte – er würde die Folgen davon wohl verabscheuen... -, „Wir sollten die Polizei anrufen.“ Fahrig tastete Matthias nach seinem Handy und sein Blick fiel auf Lisa, die immer noch bleich den toten Mann anstarrte.

„Jonas.“ Matthias bedeutete dem Studenten mit einer Kopfbewegung sich um das Mädchen zu kümmern, während er wählte. Der verstand sofort.

„Komm, Lisa, wir warten am besten oben im Bauwagen, hm?“
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