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Shadow Falls. Die Geschichte von Rose

GeschichteFantasy / P12 / Gen
14.02.2014
09.08.2019
36
49.749
2
Alle Kapitel
88 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.02.2014 1.185
 
Hi :)


zu allererst möchte ich euch frohe weihnachten
wünschen (:
also: frohe weihnachten! ♥

dann möchte ich mich bei Yoruna, lunitaflavour,
Zuckerwatteneinhorn, Nothingx, Nyxvampir und
Tara für die herzallerliebsten, großartigen reviews bedanken!
so viele :o
Dankeschööööön :*

also viel spaß mit dem neuen kapi, ich würde mich sehr über
weitere rückmeldungen freuen :)

eure -sunshinex- :*


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Immer noch mit Tränen in den Augen saß ich zusammengerollt auf meinem Bett und wählte Leah's Nummer.
Es gab Dinge, da konnte einem nur die beste Freundin helfen, obwohl diese die eigentlich Wahrheit nicht mal kannte.
Das war egal. Ich brauchte sie jetzt einfach. Wollte ihre Stimme hören, mich an alte Zeiten erinnern, in Sicherheit wiegen.
"Wem muss ich in den Arsch treten?", ertönte eine Stimme aus meinem Handy, die die Tränen meine Wangen hinuntertrieb.
"Hey, ganz ruhig,es ist alles gut, Rosie. Ich bin da und lass dich nicht allein", murmelte meine beste Freundin beruhigend.
Sie sprach mit völliger Überzeugung, als würde sie mich vor allem beschützen.
Der Staudamm, der niemals zu brechen droht, ganz einfach, weil er aus Liebe, Mut und Hoffnung besteht und man sich immer auf ihn verlassen kann.
So kam es, dass ich eine Zeit lang lediglich weinte und Leah ein Lied summte, welches wir vor Jahren gemeinsam erfunden hatten. Sie stellte keine Fragen und sagte auch nichts.
Das einzige Geräusch war die stete Melodie unseres Liedes.
"Ich hab dich lieb, Rose. Egal, was passiert, okay?", meinte Leah plötzlich, was mich kurz lächeln ließ.
Keine Ahnung, wie ich mir in dem Moment so sicher sein konnte, aber ich wusste, dass sie eine Vorahnung hat, wieso ich hier in Shadow Falls bin. Dass das kein normales Camp für Schwererziehbare ist.
Doch Leah drängte mich nicht dazu, ihr das Geheimnis anzuvertrauen. Sie würde so lange warten, bis ich bereit war, das letzte Stück menschlichen Lebens aufzugeben.
"Danke, dass du meine Freundin bist", flüstete ich und musste schlucken.
"Immer wieder gern. Obwohl es anstrengend ist, Zuhause zu sitzen und zu spüren, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist und es dir scheiße geht, du dich aber nicht meldest", antwortete sie und klang so, als müsse sie sich zusammenreißen, um nicht schwach zu werden.
Durch den Hörer konnte ich ihr Grinsen merken, und trotzdem zitterte sie auf einmal.
Meine Alarmglocken meldeten sich in meinem Hinterkopf, doch ich ignorierte sie dreist. Oder?
"Wie geht's dir denn?", hakte ich vorsichtig nach.
Sie schluckte, zögernd. "Alles ... super, mach dir keine Sorgen."
Erleichtert atmete ich aus.
"Noch nicht. Aber ich muss jetzt weg, du schaffst das!", fügte sie abrupt hinzu und hatte schon aufgelegt.
Leah hatte sich zum Schluss echt merkwürdig benommen. So gehetzt. Ängstlich.
Bevor ich mir allerdings zu große Gedanken machen konnte, klopfte es an meiner Zimmertür und Hazel streckte ihren Kopf hinein. "Du hast Besuch."
Und wider Erwarten tauchte Davis grinsendes Gesicht eine Sekunde später neben meiner Mitbewohnerin auf und er drängte sich zu mir ins Zimmer.
Mein Freund musterte mich kurz, ehe er eiskalt anfangen musste zu lachen.
Beleidigt drehte ich mich von ihm weg.
"Verschwinde. Ich bin immer noch sauer auf dich", murrte ich und vergrub mein Gesicht im weichen Kissen.
"Guck mich an und sag das nochmal", forderte er amüsiert.
Nö, den Gefallen tu ich ihm auf gar keine Fall, soweit kommt's noch.
"Ich hasse dich."
"Weißt du, 'hassen' ist so ein schlimmes Wort. Wie wär's mit: 'Ich pflege dir gegenüber eine hoch kultivierte Antipathie'?", schlug Davis belustigt vor, sodass bei mir der Geduldsfaden riss.
Ohne groß zu überlegen, schnappte ich mir meinen Wecker und warf diesen an den Kopf des wohl unsensibelsten Typen dieser Welt.
"Au! Nicht so brutal", beschwerte er sich lachend und rieb sich die Stelle.
Blöderweise waren seine Finger danach ein kleeeeeeines bisschen rot.
Shit. Platzwunde.
Dass ich auch unbedingt seine Stirn treffen musste!
Ich hörte eine Tür knallen und kurze Zeit später kam eine verheulte Grace angeschlurft. "Hazel ist geflüchtet. Sie hat nur was von Blut erzählt und war sofort weg."
Ich nickte dankbar, wodurch sie uns wieder verließ.
"Mit dir hat man auch nur Probleme. Komm, ich verbind dir das eben", seufzte ich und zog ihn hinter mir her in die Küche. In einem der Schränke hatte ich nämlich ein Erste-Hilfe-Set positioniert. Wieso?
Camp für Kleinkriminelle, erinnert ihr euch? Lang, lang ist's her.
Doch gerade, als ich dabei war, die Wundauflage auf der Verletzung mit einer Mullbinde zu befestigen, wurde unsere Hüttentür erneut aufgestoßen.
Und es trat kein geringerer ein, als mein Bruder Jasper, der mich traurig anblickte.
Okay?
"Rose, ich bin gekommen, weil ich mich entschul-" Weiter kam er nicht, da Davis aufgesprungen war und Jasper nun mit einer Hand am Hals an die gegenüberliegende Wand presste.
Jasper knurrte wütend und versuchte sich zu befreien, allerdings kam selbst er nicht gegen jemanden an, der göttliches Blut in sich trägt. Und dann auch noch von Herkules!
"Wenn du es wagst, MEINE Rose auch nur noch einmal anzufassen, dann vertrau mir, wirst du dir wünschen, mich niemals kennengelernt zu haben", sagte Davis bedrohlich und seine goldenen Augen erstrahlten in einem gefährlichen Glanz.
Ich hätte nie gedacht, dass Davis zu so etwas fähig ist. Wobei es Jasper recht geschieht.
Ich hab ihm klar gemacht, er solle sich aus meinem Leben verpissen.
"Raus!", schrie ich meinen Zwilling kalt an und zeigte dabei Richtung Ausgang.
Davis ließ ihn unsanft auf den Boden fallen, damit ich blitzschnell Jasper's Arm schnappen konnte und ihn zusammen mit mir nach draußen schmiss. Die Tür knallte von allein zu.
"Ist es so schwer zu verstehen, dass ich dich nicht in meinem Leben haben will?! Wieso musst du immer wieder aufkreuzen und alles kompliziert machen?! Dass du dich überhaupt traust, unsere Hütte zu betreten!", donnerte ich augenblicklich los, nachdem wir außer Hörweite Davis' waren.
"Ist es so schwer zu verstehen, dass ich das alles nicht wollte?!", entgegnete er, indem er mich nachmachte.
Pff, dass ich nicht lache.
"Ja klar, dass kauf ich dir jetzt auch voll ab! Du hattest so viele Chancen, Jasper! Jede. Einzelne. Hast. Du. Verspielt. Nenn mir einen guten Grund, weswegen ich dich nicht abgrundtief hassen ... weswegen ich dir gegenüber keine hoch kultivierte, abgrundtiefe Antipathie pflegen sollte", verlangte ich.
Davis' Umschreibung wirkt echt besser.
"Das kann ich nicht. Ich kann das, was ich getan habe, nicht mit einer Sache wieder gutmachen. Aber an deiner Stelle würde ich mal lieber zurück in deine Hütte gehen und dich mit der Situation dort auseinandersetzen", riet er mir und verschwand.
Was ist bloß los mit ihm?!
Kopfschüttelnd machte ich mich auf den Weg die Veranda hoch und drückte verwirrt die Türklinke runter, nur, um im selben Moment erschrocken nach Luft zu schnappen.
Ich stoppte, das Blut gefror in meinen Adern und die letzte verbliebene Träne bahnte sich ihren Weg in die Freiheit bei dem Anblick, der sich mir bot.
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