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Zu viel. Zu lange. Zu spät.

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Athos Milady de Winter
14.02.2014
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Hallöchen!

Hier kommt mein Beitrag zum Valentinstagswichteln.
Zuerst möchte ich ganz herzlich Nika danken, die diesen OS als erste gelesen hat und dank der er heute ist, wie er ist. (Nein, ich kann's nicht lassen…;D)
Und jetzt wünsch ich euch viel Spass oder was auch immer mit dem OS.
Hier sind noch die Vorgaben:

Wichtelkind: Dora Lupin

Gewünschtes Musical und Pairing: 3 Musketiere, Milady de Winter/Athos

Schreibantoß: "mein Licht in der Dunkelheit", "das Beste, was mir je passiert ist"

Gewünschte Szene: Treffen an einem See im Mondlicht. Finstere Nacht, Kuss als gerade das Mondlicht durch die Wolken bricht.

Ich hoffe, es gefällt dir, Alice!




Zu viel. Zu lange. Zu spät.

Es ist eine finstere Nacht. Man könnte den See glatt übersehen, wenn nicht ab und zu ein wenig Mondlicht zwischen den Wolken hervorleuchten würde. Ebenso den Mann, der einsam am Ufer steht. Vielleicht würde sie ihn nicht bemerken, wenn sie einfach so vorübergehen würde. Aber sie weiss, dass er da ist. Sie weiss es, weil sie ihn hergebeten hat. Und wenn sie ehrlich ist, hat sie nicht erwartet, dass er wirklich kommt. Zu viel ist zwischen ihnen geschehen. Trotzdem ist er jetzt hier. Und auch wenn sie weiss, dass es für sie niemals eine Chance geben wird, dass ihre Liebe schon immer zum Untergang verdammt war, ein kleines Stück Hoffnung ist in ihr. Ein kleines Stück Hoffnung, dass er ihr verzeihen kann. Ein kleines Stück Hoffnung, dass es für sie doch noch eine Zukunft geben könnte.

Sie geht langsam auf ihn zu und stellt sich neben ihn. Sie schweigen beide. Es gibt so viel, was zu sagen wäre, fast zu viel, deshalb schweigen sie lieber. Aber man kann nicht auf ewig schweigen.

„Weshalb hast du mich hergebeten?“, bricht er nach einer Weile das Schweigen.
„Weil ich mit dir reden möchte“, antwortet sie schlicht, „Das hätte ich schon viel früher tun sollen.“
„Und worüber willst du reden? Es ist vorbei.“

Sie schweigen wieder. Beide wissen sie, dass er Recht hat. Es ist vorbei. Zu viel ist geschehen. Aber sie wollte ihn nicht sehen, um das zu hören. Und sie wird nicht gehen, ehe sie gesagt hat, was sie sagen will.

„Es tut mir leid.“

Überrascht dreht er sich zu ihr um. Sie hat sich noch nie entschuldigt. Das tut sie nie.
„Was tut dir leid?“, hakt er nach. Es gibt zu viele Dinge, die ihr Leid tun könnten. Sollten.

„Alles. Dass ich dich angelogen habe. Dass es mit uns nicht funktioniert hat. Dass ich dich einfach nicht gehen lassen kann. Dass wir heute hier sind.“

Die Worte brechen aus ihr heraus, zu lange hat sie sie zurückgehalten. Zu lange hat sie sich nicht entschuldigt.
Er schweigt. Was soll er denn sagen? Zu lange hat er gehofft, dass sie sich entschuldigt. Es ist schon fast zu spät.
Sie kann das nicht. Sie kann ihn nicht noch einmal verlieren. Denn sie weiss, dass er kurz davor ist, sie für immer hinter sich zu lassen. Und das will sie nicht. Es tut zu sehr weh.

„Athos, bitte. Ich weiss, es ist so viel geschehen, aber meine Gefühle für dich haben sich nie geändert. Ich hatte einfach Angst. Angst davor, so stark für jemanden zu empfinden. Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Ich habe in meinem Leben viele Fehler gemacht, aber wenn ich eines nicht bereue, dann die Zeit, die ich mit dir verbracht habe. Du warst mein Licht in der Dunkelheit. Du bist mein Licht in der Dunkelheit.“

Sie kämpft. Sie kämpft, weil sie ihr ganzes Leben lang gekämpft hat. Sie ist eine Kämpfernatur, sie kann gar nicht anders. Aber noch nie hat sie so gekämpft. So verzweifelt. Sie kann ihn nicht aufgeben. Dieses eine Mal wäre ein Mal zu viel.

„Ich liebe dich.“

Er blickt sie an, in dieser finsteren Nacht. Ihr Gesicht ist nur ein Schatten, der im Dunkeln liegt. Wenn er in ihre Augen sehen könnte, vielleicht würde er dann wissen, dass sie es ernst meint. Aber er kann ihr nicht in die Augen sehen, dazu ist es zu dunkel und so kann er sich nicht sicher sein, weil man sich bei ihr nie sicher sein kann.
Er würde gerne sagen, ich liebe dich auch. Aber er kann es nicht, denn wenn er sie lieben würde, würde er ihr dann nicht blind glauben? Und das tut er nicht. Sie hat ihn so oft verraten. Zu oft. Dabei hat er sie so sehr geliebt. Zu sehr.

„Manchmal reicht Liebe nicht aus.“

Sie wissen beide, dass er Recht hat. Er hat immer Recht, in dieser Nacht und auch sonst. Er ist so viel weiser als sie. Er hätte sie nie verraten, sie weiss das und er weiss es auch. Vielleicht ist es deshalb so schwierig.

Sie macht einen vorsichtigen Schritt auf ihn zu. Er weicht nicht zurück. Aber er kommt auch nicht auf sie zu. Vielleicht hätte sie es wissen sollen. Das hat sie aber nicht. Denn vor den offensichtlichsten Dingen verschliessen wir viel zu oft die Augen. In diesem Moment wird es ihr klar. Aber jetzt gibt es kein zurück mehr. Sie geht noch weiter auf ihn zu, bis sie direkt vor ihm steht.

Sie küssen sich, als das Mondlicht durch die Wolken bricht. Es ist nur ein schwacher Strahl, aber für diesen Moment reicht es. Es ist ein verzweifelter Kuss und vielleicht ist es auch ein letzter, aber das wissen sie nicht, denn so etwas weiss man nie vorher.
Der Kuss schmeckt nach Tränen. Sie weint. Die unbezwingbare Milady de Winter weint. Und das macht es ihnen umso deutlicher, dass es das Ende ist. Denn auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollen, das ist es. Und nach dem Ende gibt es nur noch Leere. Unendliche Leere. Zu viel Leere.




Irgendwie ist es ganz schön traurig geworden…
Ich hoffe, es gefällt euch, und ganz besonders Alice, trotzdem.
Und jetzt bleibt nur noch eines zu sagen: Fröhlichen Valentinstag!:)

lg, Lou
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