Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Sterntalermädchen

von Romilly
KurzgeschichteAllgemein / P12
12.02.2014
12.02.2014
1
2.539
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
12.02.2014 2.539
 
Das hier ist, nur 12 Tage zu spät, mein Beitrag zu den Puzzlegeschichten Runde 14.
Diesmal haben wir alle die uns zugelosten Stichworte mit eingebracht, meine waren die folgenden: dunkel, eisig, Zacken, gelb, Augen, scharf

Jetzt aber auf zur Geschichte - viel Spaß ;)


*



„Wir haben es so gut, hier drinnen vorm Kamin, nicht wahr? Wir haben es hübsch warm, während es da draußen eisig kalt ist. Da tobt ein Sturm, aber uns schert es nicht, wir lauschen nur dem tosenden Wind.“ Frau Erichsen saß zufrieden in ihrem Lehnstuhl, die Wolldecke über ihren schmerzenden Knien, und nahm einen Schluck aus ihrer Teetasse.

„Ich habe in der Schule einmal ein Gedicht auswendig lernen müssen, da ging es um tosenden Sturm, wilde Böen und das brausende Meer“, fuhr Frau Erichsen fort. „Aber ich weiß nicht mehr wie es ging. Es ist schon so lange her. Kennst du es, Beeke?“

Beeke war überhaupt nie in der Schule gewesen. Sie kannte keine Gedichte. Sie schüttelte den Kopf und trank etwas Tee. Sie hörte die Wellen, die nur fünfhundert Meter entfernt gegen die Felsen tosten.

„Ich habe meine alten Schulbücher noch immer, ich habe sie nicht weggeschmissen, man schmeißt keine Bücher weg. In einem der Bücher steht dieses Gedicht drin, ich würde es so gerne lesen. Es beschreibt die Sturmstimmung so wunderbar.“ Frau Erichsen sah sehnsuchtsvoll in die Ferne. „Wo habe ich meine Schulbücher nur aufbewahrt? Meine Nesthäkchen-Bücher habe ich an meine Anke verschenkt, als sie die kleine Eva bekam, dann kann sie ihr daraus vorlesen. Aber meine Schulbücher? Die habe ich in einem Karton, da steht ‚Schulsachen‘ drauf, den habe ich noch. Er steht auf dem Dachboden, da bin ich mir ganz sicher.“

Beeke schwieg, ließ Frau Erichsen reden und goss ihr und sich Tee nach. Sie mochte Tee.

„Ich weiß noch, es war das Lesebuch, das ich mit elf Jahren hatte, es war gelb und hatte eine Möwe vorne auf dem Einband. Unsere Lehrerin trug uns daraus Texte und Gedichte vor, und sie konnte so herrlich vorlesen. Wegen ihr habe ich mich überhaupt in die Poesie verliebt.“

Frau Erichsen seufzte, nahm einen weiteren Schluck Tee und sah aus dem Fenster hinaus.
Das warme Licht der Glühbirnen und des Kaminfeuers spiegelten sich darin, aber man konnte immer noch erkennen, wie die Regentropfen gegen das Glas trommelten. In der Stille, die sich während Frau Erichsens Schweigen einstellte, war ihr Klang beinahe unheimlich laut.
„ ‚Klar und scharf müssen Gedichte vorgetragen werden, und dennoch voller Emotionen‘, das hat meine Lehrerin immer gesagt. Und sie konnte es so gut, so gut. Ich würde gerne noch einmal von ihr vorgelesen bekommen.“

Frau Erichsen hing ihren Gedanken nach. Beeke nutzte die Gelegenheit, unbemerkt einen Zuckerwürfel vom Tablett zu stehlen und ihn sich in den Mund zu schieben. Die Zuckerwürfel waren für den Tee gedacht und Frau Erichsen erzählte Beeke immer, der Zucker sei schlecht für ihre Zähne, aber das glaubte Beeke nicht; das war eine von Frau Erichsens seltsamen Vorstellungen.

Der Zucker zerging ihr auf der Zunge, Beeke lehnte sich zurück, schloss die Augen und genoss den Geschmack. Sie fühlte einzelne Zuckerkörner auf ihrer Zunge, die Wärme des Feuers auf ihrer Haut. Sie hörte Frau Erichsens leisen Atem, das Knacken des Kaminfeuers, den prasselnden Regen … und dahinter, leise und doch unüberhörbar, die Wellen des Meeres, so nah und doch so fern …

„Ich habe meiner Anke und meiner Kerstin immer den Zauberlehrling von Goethe vorgelesen, als sie noch klein waren“, sagte Frau Erichsen. Von Goethes Zauberlehrling und ihren Töchtern hatte sie schon oft erzählt, aber Beeke schwieg. „Und hinterher auch andere Balladen, und Geschichten und Märchen. Anke mochte die Gedichte und Geschichten nicht so gerne, sie war schon immer ganz pragmatisch, nur aufs Wesentliche bedacht, ganz wie ihr Vater. Aber Kerstin … Kerstin liebte es, vorgelesen zu bekommen. Und ich habe ihr vorgelesen. Am liebsten hatte sie die Märchen, das Mädchen mit den Sterntalern gefiel ihr am meisten. Ich habe es ihr Abend für Abend vorgelesen, selbst als sie schon selber lesen konnte. Irgendwann konnten wir es beide auswendig. Ich hatte immer vor, ihr zur Geburt ihres ersten Kindes all meine alten Märchenbücher und Gedichtbände zu schenken. Vor allem meine handgedruckte Ausgabe des Sterntalers. Aber dazu ist es nie gekommen.“

Frau Erichsen schwieg wieder, sah verloren in ihre Teetasse hinab.

„Kennst du das Märchen vom Sterntaler?“, fragte Frau Erichsen.

Frau Erichsen hatte es Beeke schon hundertmal erzählt.

„Das Mädchen gibt alles weg, was ihr lieb ist.“, sagte Beeke.

„ ‚was ihm lieb ist‘“, korrigierte Frau Erichsen. „Es heißt ‚das Mädchen‘.“

Beeke nickte. Sie schwieg. Sie zermahlte die letzten Zuckerkörner zwischen ihren Zähnen und sah an Frau Erichsen vorbei auf das blinde Fenster, dahin, wo fünfhundert Meter weiter das Meer begann.

„Kerstin hat mir immer so sehr geholfen. Sie war so ein liebes Kind. So eine liebe junge Frau. Sie hätte sicherlich gewusst, von wem das Sturmgedicht ist, und wie es heißt. Sie konnte solche Dinge immer so gut behalten.“ Frau Erichsen lächelte. „Aber jetzt habe ich ja dich, meine Beeke, und jetzt hilfst du mir.“

Beeke nickte, weil sie keine Kraft für eine Antwort hatte. Frau Erichsen sah sie mit einer mütterlichen Liebe und Zuneigung an, die sie nicht verstand.

„Mein liebes Mädchen, wärst du so nett und gehst auf den Dachboden, um nach meinem Lesebuch zu suchen?“ Frau Erichsen stellte ihre Tasse Tee auf dem Tablett neben der Schale mit den Zuckerwürfeln ab. „Es ist, da bin ich mir ganz sicher, in dem Karton, auf dem ‚Schulsachen‘ steht. Ein gelbes Büchlein, mit einer Möwe drauf. Kannst du das Wort ‚Schulsachen‘ lesen?“

Beeke überlegte kurz. Frau Erichsen hatte darauf bestanden, ihr das Lesen beizubringen, und es mit dem Märchen vom Sterntaler versucht. Beeke konnte die Wörter, die im Sterntaler vorkamen, wiedererkennen, wenn sie Glück hatte. Aber ‚Schulsachen‘ kamen in diesem Märchen nicht vor.

„Kann ich nicht.“, sagte Beeke schließlich.

„Das habe ich mir gedacht.“, meinte Frau Erichsen und kramte ein Notizblatt und einen Bleistift aus ihrer Strickjacke hervor. „Das macht nichts, das macht nichts, meine Liebe, das wird schon noch werden. Hier, ich schreibe es dir auf, und du kannst dann auf dem Dachboden die Buchstaben vergleichen. Du kennst doch noch die Buchstaben, oder?“

„Ja.“ Beeke nickte und sah zu, wie Frau Erichsen die Buchstaben sorgfältig aufmalte. Sie nahm das Blatt Papier entgegen, stand aus dem Sessel auf und ließ Frau Erichsen im Wohnzimmer alleine zurück.

Beeke ging durch den dunklen Flur und das dunkle Treppenhaus hinauf auf den Dachboden. Sie machte kein Licht an, sie mochte kein elektrisches Licht, es erschien ihr fremd. Sie drückte die Dachbodentür auf, sie knarrte laut. Für einen Moment übertönte das Knarren den Regen, aber das Knarren konnte nicht das Brausen des Meeres übertönen.
Beeke suchte nach dem Lichtschalter, jetzt brauchte sie Licht, um nach dem Karton zu suchen und die Buchstaben zu vergleichen.

Der Dachboden war mit alten Möbeln, Gerümpel und Pappkartons vollgestellt. Beeke kannte sich hier oben nicht aus, sie war nur einmal hier gewesen, und das unerlaubt, ganz am Anfang. Aber Frau Erichsen hatte sie damals erwischt, und seitdem war sie nicht mehr hier oben gewesen. Den richtigen Karton zu finden würde eine Weile dauern.
Beeke fing am Eingang an, verglich alle Buchstaben auf den Kartons mit denen auf dem Notizzettel. Sie zählte die Buchstaben – ‚Schulsachen‘ hatte elf Buchstaben, und den schlangenförmigen Buchstaben am Anfang, so konnte sie sehr schnell viele der Kartons ausschließen.

Beeke fand Bilder, in einem der Kartons, Bilder, die von Kindern gemalt worden waren. Unten in der Ecke stand ‚Kerstin‘, Beeke erkannte das Wort sofort wieder: Frau Erichsen hatte ihr dieses Wort als erstes beigebracht. ‚Beeke‘ konnte Beeke nicht schreiben.
Beeke betrachtete die Bilder, die vor Jahren von Frau Erichsens toter Tochter gemalt worden waren. Wie seltsam, dass das hier noch von ihr übrig sein konnte, wenn sie selbst fort war und Frau Erichsen einen Ersatz brauchte.

Manchmal vergaß Frau Erichsen, dass Beeke das Sterntalermärchen nicht auswendig konnte, und dass sie all die Gedichte, die sie Kerstin vorgelesen hatte, noch nie gehört hatte.
Eins von Kerstins Bildern zeigte ein Mädchen, das in ihrem Kleid Sterne fing. Um das Mädchen herum war es dunkel, und es regnete und stürmte.

Beeke legte das Bild in den Karton zurück und suchte weiter. Sie verglich Buchstaben und schaute in Kartons, und obwohl sie viele Bücher fand, war keines davon gelb und hatte eine Möwe vorne drauf.

Einmal rief Frau Erichsen nach Beeke und Beeke rief zurück, dass sie noch suche. Danach wurde es wieder still, und sie lauschte dem Geräusch des Regens, des Meeres und ihrer eigenen Gedanken.
Beeke forschte sich weiter durch die Kisten und Kartons. Sie war am Ende des Dachbodens angekommen, hier stapelten sich die Kisten neben einer hölzernen Kommode und leeren Blumentöpfen.

Beeke kniete sich vor die Kartons und fing an, die Buchstaben zu vergleichen. Dabei fiel ihr ein Glänzen ins Auge, das unter der Kommode hervorkam – unsichtbar, außer man kniete direkt daneben.

Beeke sah genauer hin und entdeckte einen Schlüssel, der hinter einem Kommodenbein versteckt lag. Sie griff danach und besah ihn sich, wozu gehörte der Schlüssel? Zu der Kommode? Die Zacken des Schlüssels und seine Farbe schienen zu den Schlössern der Kommode auf jeden Fall zu passen.

Hoffnung regte sich in ihr.

Beeke probierte mit klopfendem Herzen jedes Schloss an der Kommode auf, öffnete jede Schublade. In allen fand sie alte Anziehsachen, sie wühlte durch alle durch, suchte verzweifelt – der Buchstabenzettel lag vergessen neben ihr.

In der untersten Schublade fand sie es, endlich, nachdem sie Monate danach gesucht und fast schon aufgegeben hatte. Es lag unter alten Blusen und Hemden versteckt, und beinah hätte sie es übersehen, weil es so dunkel war und im Schatten schwer zu erkennen.

Beeke zog es hervor, strich darüber. Tränen standen in ihren Augen, sie hob es hoch, vergrub ihr Gesicht darin.

Es roch nach Klamotten und Mottenkugeln, aber darunter, nur noch ganz leicht … da roch es nach ihr und nach Meer.

Beekes Tränen liefen über, fielen auf das Fell, das sie eng umschlungen hielt. Sie war so glücklich, so glücklich, das hier war besser als Tee und Zucker. Sie war das Sterntalermädchen, das nichts mehr hatte und jetzt bekam sie die Sterne geschenkt. Aber ihr Fell war besser als Sterne, es gehörte ihr, es war Freiheit, sie konnte endlich gehen.

Sie saß lange nur da, das graubraune Fell in ihren Händen und weinte vor Glück. Aber irgendwann rief Frau Erichsen nach ihr, und sie klang ein bisschen besorgt, sie fragte sich wo Beeke blieb und sie wollte ihr Gedicht.

Beeke sah auf, nahm mit einer freien Hand wieder den Notizzettel mit den Buchstaben darauf. Sie sah auf die Kartons, und da, das Wort erkannte sie wieder, da stand ‚Schulsachen‘.

„Ich habe es gefunden!“, rief Beeke, um Frau Erichsen zu beruhigen.

Beeke hielt ihr Fell in der einen Hand, mit der anderen durchsuchte sie die Kiste, bis sie das gelbe Buch mit der Möwe gefunden hatte.
Sie nahm das Buch heraus, setzte sich wieder hin.

In der einen Hand hielt sie ihr Fell, in der anderen das Buch.
Sie musste das Buch nicht zu Frau Erichsen bringen, sie könnte einfach gehen. Nach draußen in den Sturm, in den Regen, ins Meer, einfach fort. Frau Erichsen hatte das Fell hier oben versteckt, in der Kommode eingeschlossen, weil sie Beeke hierbehalten wollte.

Aber eigentlich wollte Frau Erichsen Beeke nicht hierbehalten, genauso wenig wie sie das Lesebuch wollte oder vorgelesen bekommen wollte. Sie wollte Kerstin, sie wollte ihre Tochter, aber die war fort.

Beeke stand auf, nahm Fell und Buch und ging zu der Kiste mit den Bildern. Sie nahm das Bild mit dem Sterntalermädchen heraus und ging zur Treppe.
Gewissenhaft machte sie das Licht aus und zog die knarrende Tür zu, dann stieg sie durch das dunkle Haus nach unten ins hell erleuchtete Wohnzimmer. Frau Erichsen saß noch immer in ihrem Sessel vor dem Kamin, die Decke auf den Knien und den Tee in ihrer Hand. Sie sah aus dem Fenster, beobachtete, wie die Regentropfen an der Scheibe herunterliefen.

„Da bist du ja wieder, Liebes“, lächelte Frau Erichsen. „Hast du es gefunden, ja? Ich bin schon gespannt, von wem es ist, ich habe mir einen Spaß daraus gemacht, alle Dichter zu raten, deren Gedichte in meinem Lesebuch stehen … meine Deutschlehrerin hat sie alle so wunderbar vorgetragen, so wunderbar … sie hat mir erst die Liebe zur Poesie beigebracht, wusstest du das?“

Beeke setzte sich auf ihren Sessel, der Frau Erichsen gegenüberstand. Sie legte das gelbe Buch neben die Zuckerwürfelschale, und darauf legte sie das Bild mit dem Sterntalermädchen.

Frau Erichsen sah auf das Bild hinunter, dann sah sie zu Beeke.

Erst jetzt bemerkte sie, was Beeke in ihren Armen hielt. Sie sah schockiert aus, traurig, und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Frau Erichsens Blick wanderte von Beekes Fell zu Beekes Gesicht, Frau Erichsen sah flehend drein.

„Bitte geh nicht“, flüsterte sie heiser. „Bitte, bitte geh nicht. Ich brauche dich, ich brauche dich, liebe kleine Beeke, ich brauche dich. Bitte, Beeke, bleib bei mir.“

Beeke sah Frau Erichsen an und wusste nicht, ob sie ihr erklären konnte, dass dies hier nicht ihr Platz war, egal wie viel Zucker und Tee es gab, dass sie nicht Kerstin war, und dass sie gehen musste und wollte.
Beeke war nicht gut mit Worten, auch wenn Frau Erichsen ihr die Buchstaben beigebracht und so viele Gedichte vorgelesen hatte.
Deshalb zeigte sie auf das Bild vom Sterntalermädchen.

„Das bin ich“, sagte sie und umklammerte ihr Fell. „Ich habe alles weggegeben, was mir lieb ist. Jetzt habe ich meine Sterne bekommen.“

Beeke sah, dass Frau Erichsen weinte, ihre Tränen fielen in ihren Tee, den sie verschüttete ohne es zu merken.

„Das bist du“, fügte Beeke hinzu und zeigte noch einmal auf das Sterntalermädchen. „Du musst jetzt weggeben, was dir lieb ist. Dann kannst du deine Sterne bekommen. Ja?“

Frau Erichsen nickte unter Tränen.

„Ich wünschte, du würdest bleiben“, flüsterte sie so leise, dass Beeke sie kaum verstand.

„Tschüss, Frau Erichsen“, sagte Beeke so sanft wie möglich.

Sie stand auf und wandte sich zum Gehen.
Sie sah noch einmal auf das Tischlein mit dem Buch, dem Bild und der Zuckerwürfelschale hinab. Sie nahm sich einen letzten Zuckerwürfel und ging aus dem Wohnzimmer.
Im Flur blieb Beeke kurz stehen und sah zurück zu Frau Erichsen. Die alte Frau saß in ihrem Sessel, die Decke auf den Knien. Sie weinte noch immer, aber jetzt hielt sie Kerstins Sterntalerbild in den Händen.

Beeke drehte sich um und verließ mit dem Fell in ihren Händen das Haus.
Sie ging durch den tosenden Sturm zum Meer. Die Wellen schlugen an die Küstenfelsen und verschlangen nahezu den Strand.
Mit den Füßen im Wasser und ohne ihr Fell auch nur einmal loszulassen, zog Beeke ihre Kleidung aus und legte sie ordentlich unter einem Felsen ab.

Dann trat sie tiefer ins Wasser, ins wogende, schwarze Meer. Sie wurde beinahe von den Füßen gerissen, so stark brandeten die Wellen an Land.
Als sie endlich, endlich das Fell über ihren Körper streifte, machte sie sich keine Gedanken mehr darum.

Sie war wieder in ihrem Element, sie konnte wieder nach Hause.

Die Robbe tauchte durch den aufgepeitschten Ozean, fühlte das Wasser an ihrem Körper, Schnauze und Flossen vorbeigleiten.
Beeke dachte an ihre Familie, ihre Heimat, das Schwimmen, das Wasser und das Meer und an Frau Erichsens Sturmgedicht. Wie mochte es sich wohl anhören?
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast