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F-U-T-U-R-E  [Projekt]

von cortez11
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 / Gen
Curtis Newton / Captain Future Grag Joan Landor Otto Prof. Simon Wright
05.02.2014
15.02.2014
7
3.532
 
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6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.02.2014 1.008
 
"E" wie "endlich"
- oder "Somewhere I Belong"

Joan lächelte unwillkürlich, als sie zufällig das kleine Dosimeter berührte, das sie von nun ab trug.
Curtis hatte es ihr vor dem Scan gegeben. "Du brauchst keinerlei Bedenken zu haben wegen der Strahlung," hatte er dazu bemerkt, und seine Augen hatten dabei merkwürdig geglitzert - merkwürdig und dunkel - "...wir alle tragen eines, und wir alle waren schon so oft in diesem Scanner, dass wir aufgehört haben, die Male zu zählen..."
Ja. Das würde jetzt auch für sie zur Routine werden. Die Sicherheitsbestimmungen der Mondbasis waren noch um etliches schärfer als die, die sie aus ihrem Dienst kannte – aber das machte nichts.
Jetzt war sie hier.
Und genoß es – vom ersten Moment an...

Sie schloss die Augen, als sie den Signalton hörte, atmete tief durch, als sie das leise Summen des Scannerstrahls vernahm.

Noch einmal musste sie an seine Augen denken.
Dieser Blick...
...So hatte er sie heute morgen angesehen.
Als sie miteinander...

Ein weiterer Signalton bedeutete ihr, dass der Scan beendet war, und riß sie abrupt aus ihren Gedanken.
Die Tür des Geräts glitt auf.
Joan trat in die Kabine, in der sie ihre Kleidung deponiert hatte, doch ihre Gedanken konnte sie nicht einfach so abschalten – sie hatten offensichtlich beschlossen, ein Eigenleben zu führen.
Jetzt wanderten sie zu dem "Meeting", das sie vorhin gehabt hatten...

Otho blickte in die Runde. "Ich habe Joans Status schon mal von 'Gast' auf 'Bewohner' geändert," erwiderte er. "Retina-Scan und Fingerabdrücke haben wir ja schon - " er schaute Joan direkt an - "und den Rest... hm... das macht, glaube ich, besser Curtis mit Dir." Der Androide konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen.
Joan war das natürlich nicht entgangen. "Welchen Rest?" Ihre Augen richteten sich prüfend auf Future, der zwar schmunzelte, aber offenbar keine Absicht hegte, irgendwie darauf zu reagieren.
"Den Ganzkörper-Scan für die restlichen biometrischen Daten," platzte Otho heraus.
"Wie...?!" Jetzt löste sich Joan aus Futures Armen und funkelte ihn an.
"...Alle unsere biometrischen Daten sind hier in der Anlage erfasst," antwortete dieser und schmunzelte dabei immer noch. "...Von uns allen. Das System der Mondbasis, das auch die Mondoberfläche überwacht, identifiziert uns kontinuierlich anhand unserer biometrischen Daten. Es überwacht uns insofern nicht, als dass diese fortlaufend erfassten Daten nirgendwo gespeichert werden, es versetzt die diversen Sicherheitssysteme aber dadurch in die Lage, einen Eindringling als solchen zu identifizieren, weil er dem System nicht bekannt ist."
"Ich selbst habe den Zugang zum Basis-Kontrollsystem mehrfach verschlüsselt," kam ihm Simon zur Hilfe. "Nur Curtis und ich haben Zugriff darauf."

In diesem Moment hatte sich Grag eingeschaltet, bevor Joan weiter nachhaken konnte: "...Und Dein Gleiter ist inzwischen auch im System registriert, so dass er erkannt wird und Du problemlos durch alle Sicherheitskontrollen kommst. Ich habe den Bordcomputer Deines Gleiters entsprechend modifiziert und die Modifizierung so gesichert, so dass sie für Außenstehende praktisch unsichtbar ist, mal abgesehen davon, dass sowieso niemand außer uns auf die Details zugreifen kann. Trotzdem solltest Du mit dem Teil ab jetzt nicht mehr in eine normale Werkstatt - die notwendigen Wartungen werden wir stattdessen hier vornehmen."

"Du solltest auch ein eigenes Arbeitszimmer haben," hatte Simon daraufhin das Wort übernommen und seine Linsenaugen auf sie gerichtet. "Ich habe mir die Pläne unserer Basis mal angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass Deines am besten irgendwo in der Nähe von Curtis' Arbeitszimmer liegen sollte. Und wir haben auch noch einen Raum, der diese Anforderungen erfüllt. Bislang war er nur wenig genutzt, eher eine Art Lagerraum. Grag und Otho haben ihn schon einmal leergeräumt, d. h. wir könnten ihn jetzt so einrichten, wie Du es wünschst. Wäre das o.k. für Dich?"

Es war eine richtige kleine Demokratie, die Mondbasis, dachte sie.
Alle Entscheidungen wurden von allen gemeinsam getroffen, hatte sie dabei gelernt - eine WG, eine verschworene Gemeinschaft, die sich kannte, sich gegenseitig absolut vertraute und dabei trotzdem jedem einzelnen genügend Freiraum für sich selbst ließ. Und obwohl Curtis so etwas wie das Oberhaupt dieser Gemeinschaft war, hatten alle doch die gleichen Rechte.

Jetzt war sie also ein Teil davon.
Ihr wurde ganz warm ums Herz, als sie sich die Worte ins Gedächtnis rief, mit denen sie sozusagen offiziell in diese Gemeinschaft aufgenommen worden war.

Joan atmete tief durch und zog sich ihr Shirt über den Kopf, bevor sie nach ihrer Uniformjacke angelte.
In diesem Moment piepste der Türsummer. "...Alles OK bei Dir?" konnte sie Futures Stimme von draußen hören.
"Ja," gab sie zurück. "Komm ruhig 'rein."
Die Tür glitt mit einem leisen Zischen auf.

"Tut mir leid, der ganze Aufstand," sagte er. "Das ist der Nachteil, wenn man in einer Hochsicherheitsanlage lebt..."
Sie ließ die Uniformjacke Uniformjacke sein und trat ganz nah an ihn heran, um ihm in die Augen zu schauen. "...Ich wollte es ja nicht anders..."
"...Ich auch nicht." Er zog sie an sich und küßte sie.
"Ich liebe Dich," flüsterte sie.
Der Rest ihrer Worte war dann nicht mehr verständlich...

- - -

anmerkungen:
1. vielleicht wundert ihr euch, dass das letzte drabble nicht direkt aus futures sicht geschrieben ist. ursprünglich hatte ich auch zwei (nein eigentlich drei) ganz andere ideen im visier... aber dann kam mir dieses hier in den sinn – weil future so sehr verwoben ist in die strukturen seiner freunde, teil dieser gemeinschaft ist, und weil sich das nicht einfach ausblenden lässt. dieser text ist eine art ausblick (der canon gibt das ja schließlich nicht her) - darauf, wie es irgendwann sein könnte. also ist auch das letztlich eine charakterisierung.
2. wer denkt, das glitzern läge daran, dass der scan "unbekleidet" stattfindet, liegt falsch.
3. die handlung dieses textes findet übrigens im unmittelbaren anschluss nach "boundaries" statt, entstand jedoch noch vor den buchstaben "U" und "R".
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