Dream

KurzgeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
HoroHoro Ren Tao
05.02.2014
05.02.2014
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Schon wieder war ein Tag vergangen. Ein Tag wie jeder andere. Ein überflüssiger, verlorener Tag,  der nichts weiter brachte als Kummer und Trauer.  Erschöpft  legte ich mich ins Bett. Es war groß und einsam und ich ging völlig darin verloren. „Wollen sie sich heute äußern, Herr Usui?“, hatte der Psychologe gesagt. „Nein“, war die Antwort. Ich brauchte diesen Psychologe nicht, ich braucht nur eine Person. Doch diese eine Person, die ich mehr als alles brauchte, war nicht da. Sie war Tod, für immer Tod. Ren war aus freiem Willen gegangen. Mit aufgeschnittener Pulsader hatte ich ihn gefunden, verblutet im Badezimmer. Seine Goldenen Augen waren geschlossen, als würde er schlafen. Er war Tod obwohl ich alles getan hatte, doch letzten Endes konnte nicht einmal meine Liebe ihn halten. Es wurde zu viel für ihn und so kam es, dass ich nun allein da lag. Allein, mit dem Abschiedsbrief an die Brust gedrückt. Es stand nicht viel drin, nur, dass er mich liebt. An diese Worte klammerte ich mich fest, wie jeden Abend. An dieses Stück Papier, durchtränkt mit Blut und Tränen. Weinen konnte ich schon längst nicht mehr. Ich konnte nicht lachen, nicht wütend werden. Ich sah an die Wand, starrte sie an. Ob sich Ren auch so Gefühlt hatte? So leer? Während ich nachdachte, vielen meine Augen langsam zu, die graue, kalte Wand verschwamm. Und ich viel in den Schlaf, so wie jeden Tag…

Ich fand mich in einem dunklen Raum wieder. Die Wände so hässlich, wie die Wand gegen die ich gestarrt habe. Der Boden ebenfalls in einem kalten Grau. Es war eine Küche, alt und heruntergekommen, anscheinend seit Wochen nicht gesäubert. Es gab kein Licht. Das einzige was mir Sicht bot, war der Mondschein, der durch ein schäbiges Fenster viel. Ich war allein. Nach einiger Zeit erkundete ich den Raum. Ich durchwühlte die Schubladen, doch sie waren alle leer, bis auf eine. Darin lag ein scharfes Messer, an dem bereits Blut klebte. Ich erkannte es. Langsam nahm ich es heraus und betrachtete es, wie etwas Wertvolles. Und das war es durchaus, denn es war das einzige, das wusste ich, was mir Erlösung beschaffen würde. Ich setzte mich damit in eine Ecke und drehte es in den Händen.  „Wie hast du es gemacht Ren?“, fragte ich leise, obwohl ich wusste, dass ich auf meine Frage keine Antwort erhalten würde. Vorsichtig legte ich mir die Klinge an Seitlich an das Handgelenk. „So?“, fragte ich „Oder muss ich es gerade halten?“. „Wird es weh tun Ren?“ Eigentlich war es mir egal, ob es weh tat oder nicht. Ich wollte nur noch zu ihm. Ich schnitt. Es war der erste Schnitt in meine Haut, sie färbte sich rot mit Blut. Es brannte angenehm. Doch ansonsten spürte ich nichts. Der Tod schien noch nicht zu kommen, dafür war der Schnitt nicht tief genug. „Verdammt!“, zischte ich. Ich wollte sterben. Ich setzte das Messer erneut an, das alte Blut Rens vermischte sich mit meinem frischen. Den nächsten Schnitt würde ich tiefer setzten!

„Lass das du Dummkopf!“, sagte eine weiche, zärtlich Stimme, die mich erstarren lies. Etwas schloss sich um mein rechtes Handgelenk, zog es mit Leichtigkeit nach oben und entnahm mir das Messer. Es berührte nun auch mein linkes, strich über die Wunde. Ich sah zu, wie sich auf wundersame Weise das Blut zurück zog, und sich die Wunde schloss. „Mach keine Dummheiten!“, sagte die Stimme. Ich drehte nun endlich meinen Kopf in ihre Richtung. Zwei goldene Augenpaare sahen mich gutmütig, aber auch traurig an. Ren Gestalt erhellte den Raum, er sah aus wie ein Engel. Ein Engel der meine Hände hielt, neben mir kniend und mich betrachtete. Tränen stiegen mir in die Augen. Tränen die doch zuvor ausgetrocknet schienen. „Ren…“, hauchte ich, erschrocken über meine eigene Stimme. Er war da, er war wirklich da! Und nun schien es, als würde ein Feuer in mir hochkochen, eine Frage, die ich nie stellen konnte. „Warum?“, fragte ich lauter „Warum bist du von mir gegangen warum hast du…“, zärtlich legte sich ein Finger auf meine Lippen und brachte mich zum Schweigen. „Schhh…das erzähl ich dir alles. Aber lass uns erst mal woanders hingehen, an so einem Ort wollen wir doch nicht bleiben oder?“, mit einem warmen Lächeln half mir Ren hoch auf die Beine.  Verwundert sah ich ihn an. Ich sah keine Tür, aus der wir hätten den Raum verlassen können. Vielleicht wollte er ja durchs Fenster…

Doch auch damit lag ich falsch. Die Wände, die hart und undurchdringlich schienen, lösten sich auf. Der Boden veränderte sich. Er würde grün und weich, ich stand auf einer Wiese. Unter meinen nackten Füßen konnte ich es fühlen. Ich sah nach oben. Es war ein wunderschöner, sternenklarer Himmel. Der Mond schien auf uns herab. Wir standen auf einer großen Wiese, die umgeben war von einem Wald, dessen Bäume in einem sanften Wind zu flüstern schienen. Ich sog klare Luft ein, während Ren meine Hand hielt. „Hast du Lust auf einen kleinen Spaziergang?“, fragte er. Ich nickte und so schlenderten wir langsam durch das Gras, Hand in Hand. „Ich wollte dich nicht alleine lassen Horo…“, sagte Ren nach einer langen Zeit des Schweigens. Sein Blick ging in die Ferne, er war Traurig und besorgt. „Aber warum bist du dann gegangen?“, fragte ich verzweifelt. „Wieso? Ich hab dich doch geliebt! Ich hab versucht alles für dich zu tun, alles!“ der Kleine blieb stehen, nahm auch meine andere Hand und sah mir tief in die Augen. „Weißt du Horo…deine Liebe hat mir immer viel bedeutet. Es war das schönste was ich hatte. Es war nicht dein Fehler, du hast alles richtig gemacht.“, Ren ließ ein leises Seufzen hören. „Ich bin mit mir selber nicht klar gekommen. Ich mochte mich nicht, ich fühlte mich verantwortlich für sehr viel Leid. Ich hatte so eine Abneigung gegen mich selber. Die Situation in meiner Familie, die Verlustängste, alles wurde mir zu viel. Du warst mir so wichtig, doch ich konnte so einfach nicht weiter leben.“, er ließ meine Hände  los und lief weiter, auf den Wald zu.

Ich folgte ihm. „Ich hätte dir geholfen! Wir hätten es geschafft! Zusammen…“ „Ach Horo! Du warst schon immer zu lieb für diese Welt.“, sagte der Chinese und lächelte mich an. Es war ein Lächeln das keiner außer mir je gesehen hatte, das wusste ich. „Mir ging es zu lange schlecht. Es gibt Dinge, die lassen sich nicht ändern.“  Damit war für ihn wohl das Thema erledigt. „Komm schon Horo!“, sagte er und winkte mich mit einer Hand zu sich, während er weiter lief. Ich ging ihm nach bis wir zu einer Lichtung kamen. An der Lichtung war ein Wasserfall, der in einen kleinen See plätscherte, auf dem sich der Mond Spiegelte. Es war ein wunderschöner Anblick. So etwas kannte ich bisher nur aus Märchen. Ich blieb stehen und betrachtete den Ort mit offenem Mund, bis das Gesicht von meinem Engel wieder auftauchte. Es war mir nah, sehr nah. Ich sah wie die goldenen Augen sich schlossen und meine taten es ihnen gleich. Ich spürte wie sich weiche Lippen zärtlich auf die meinen drückten, doch bevor ich erwidern konnte, hatten sie sich schon wieder gelöst. „Nun komm!“
Ren nahm mich mit runter an den See. Dort ließ er sich nieder und zog mich mit ihm. „ich liebe dich Horo, für immer und  ewig!“, sagte er. „Vergiss mich bitte nie, okay?“, bei diesen Worten wurde mir ganz schwer ums Herz. „Ich werde dich nie vergessen können oder wollen!“, versprach ich und zog ihn sanft in meine Arme. „Ich werde zu dir kommen!“. Ren legte sanft seinen Kopf auf meine Schulter. „Das wirst du. Aber noch nicht heute, auch nicht in ein paar Tagen. Du wirst zu mir kommen, wenn es soweit ist.“, sagte er leise und küsste mich hinter das Ohr. „Aber…!“, erneut ein Finger auf meinen Lippen. „Schh…sag nichts mehr!“ Der Finger wurde durch die wundervollen Lippen meines Geliebten ersetzt. Sie gaben mir dieses Mal Zeit, den Kuss zu erwidern. Dabei drückte ich den kleinen Körper leicht an meinen.

Ich spürte wie Hände meinen Rücken herunter glitten, als ich langsam meine Zunge in die Mundhöle meines Gegenübers schob. Unsere Zungen umkreisten sich, stupsten sich an und spielten miteinander. Der Kuss wurde erst nach Stunden gelöst, so kam es mir vor. Wir holten beide tief Luft und sahen uns an.  Diese schöne Gestalt vor mir lehnte sich nach hinten und zog mich mit ihr nach unten, so dass ich über ihr lag. Lächeln schob sie mein Shirt hoch und zog es mir über den Kopf. Die kleinen Finger führen über meine Haut, was mich schauern lies. Sie umkreisten meine Brustwarzen, meine Muskeln. Es kribbelte in mir. Nun entfernte auch ich Rens Oberteil und beugte mich runter, um seinen Oberkörper zu küssen. Mir wurde warm, als er mich an den Hüften und am Hintern streichelte. Diese Nähe…ich hatte es so vermisst. Ich wollte ihm für immer so nah sein. Wir streichelten uns weiter, zärtlich und liebevoll. Seine Hände glitten hinten in meine Hose, während ich meine Zunge in seinen Bauchnabel gleiten ließ und ihm ein leises Keuchen entlockte. Es war Musik in meinen Ohren und ich wollte unbedingt mehr hören. Langsam öffnete ich seine Hose uns strich sie ihm herunter. Ich berührte seinen Schritt was ihn nun ein Stöhnen entlockte. Doch auch ich konnte mich nicht ganz zurück halten. Er sah mich an, erregt und voller Liebe, dass mein Herz dahin zu schmelzen drohte. Ich zog ihm seine Shorts aus und er tat es mir gleich. Es geschah langsam, ohne Eile, bis wir beide nackt aufeinander langen und uns erneut küssten. Wir konnten beide deutlich die Erregung des anderen spüren, nachdem wir uns gegenseitig über unsere Längen strichen und sie massierten. Lustgeräusche waren zu hören, die nur unterbrochen wurden von unseren Küssen. Ich drang in ihn ein und wir verbanden uns. Ich war eins mit ihm und er mit mir. Die Zeit schien still zu stehen, es zählte nur der Moment. Wir bewegten uns, gaben uns hin und liebten uns intensiver denn je.

„Du wirst mich wieder verlassen oder?“  Wir lagen da, Arm in Arm, die Blicke dem Himmel zugewandt. „Ich bin immer bei dir Horo, ich werde dich nie verlassen!“, sagte Ren und legte eine Hand auf meine Brust. „Ich warte im Himmel auf dich, ich werde solange auf dich aufpassen.“, versprach er und ich spürte Glück und Trauer zu gleich. „Aber ich will dich sehen!“, sagte Ich hilflos. „ich besuch dich in deinen Träumen!“, hauchte Ren mir zu und küsst noch ein letztes Mal meine Wangen. „Doch jetzt ist es Zeit für dich aufzuwachen!“
Die Gegend um mich herum löste sich auf, alles verschwand, auch Ren. Ich konnte ihn nicht halten, ihn nicht zu mir ziehen. Mit einem  Lächeln verschwand er, er ließ meine Hände los. Eine Wand erschien wieder vor meinen Augen, sie wurde vom Licht der Sonne angestrahlt. Es war alles nur ein Traum. Ren war nie da gewesen, er hatte nicht mit mir gesprochen und wir hatten auch nicht miteinander geschlafen. Doch dann vielen mir seine Worte ein. „Ich werde immer bei dir sein!“, hatte er gesagt und ich blickte neben mich. Sein Brief lag aufgeschlagen auf seinem leeren Platz. „Ich liebe dich Horo…“
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