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Die Schokohexe - bitter sugar

von Yumiya
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
Chocola Aikawa Kakao OC (Own Character)
05.02.2014
02.05.2014
2
3.234
1
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.02.2014 1.778
 
Hallu! :3
Hier bin ich heute mal wieder und liefere euch somit  Kapitel 2. von „Die Schokohexe – bitter sugar“, ich hoffe es gefällt euch :>
     


Bitter and sugar


Chocola war am frühen Morgen wach geworden, Kakao lag neben ihr auf dem Bett und schlief in seiner seelenruhigen Katerform. Die eisblauen Augen der Chocolatierin streiften umher, wieso lag sie den in ihrem Bett? Hatte Kakao sie hierher getragen?
Chocola hielt sich den Kopf, er schmerzte und immer wieder wurde ihr für einen kurzen Moment schwarz vor Augen. Sie versuchte sich zu erinnern was passiert war, es war als hätte sie einen Filmriss. Schließlich stupste sie Kakao leicht an und weckte ihn so.
„Kakao … Hast du mich in mein Bett getragen?“, fragte sie etwas unruhig den Schokoladen Dämon, welcher ihre Annahme bestätigte. Chocola zögerte einen Moment ehe sie ihn fragte was passiert war.
„Du wolltest eigentlich Schokolade für mich machen, doch da kam dieses Mädchen, Ran … Hitsushi oder so … Die war wohl eine Bekannte von dir, jedenfalls bist du dann ohnmächtig geworden, ich hab mich echt erschrocken!“, mautze er noch, bis er sich in seine eigentliche Dämonenform zurückverwandelte.
Chocola wurde wieder bleich, langsam schien ihre Erinnerung wieder zurück zu kommen. Das Mädchen war also tatsächlich ihre Ran-chan gewesen …
Chocola ertappte sich dabei wie sie versucht hatte Ran aus ihrem Gedächtnis zu löschen, als hätte es sie nie gegeben. Eine Weile war es gut gegangen, doch nun strömten alle Erinnerungen auf Chocola ein, wie hätte sie den Ran, ihre beste Freundin, je wirklich vergessen können? Sie hatte sich innerlich, ganz still und heimlich, geschworen Ran und den Abschied von ihr zu vergessen, es tat ihr nur im Herzen weh wenn sie daran zurückdachte …

Es war an dem Tag als Chocola sich entschloss alles hinter sich zu lassen und die Chocolatierin Chokola Noir zu werden … Der Tag an dem ihr Vater, der zu diesem Zeitpunkt scheinbar vollständig seinen Verstand verloren hatte, Kakao heraufbeschwörte  um die ultimative Schokolade zu erschaffen. An diesem Tag, an dem ihr geliebter Vater starb und Chocola sich entschloss sein Werk fortzuführen, hatte sie sich mit Ran gestritten. Es war wirklich nichts Wichtiges gewesen, doch hatten sich beide so in Rage geredet, dass sie wütend und im Streit auseinander gingen. Damals hatte Chocola Ran einfach zurückgelassen, sie wusste ja nicht das sie sich das so sehr zu Herzen nahm wie Chocola selbst, die mit der Zeit immer mehr versuchte diesen Vorfall zu verdrängen, Chocola dachte Ran würde dies schon verkraften. Das dem nicht so war, hätte sie sich nicht einmal zu träumen gewagt und das sie bis zu ihr fand, noch weniger.
Chocola seufzte auf, wie sollte sie sich Ran gegenüber verhalten? Sie war eine Kundin und sie hatte ihr versprochen ihr die Schokolade zu geben die sie wollte, das war ihre Arbeit. Doch wenn sie Ran die Schokolade gab, dann würde Ran Chocola erkennen, war das gut? Nachdem sie sie Jahre lang im Stich gelassen hatte, quälten Chocola nun erneut Vorwürfe, sie traute sich irgendwo auch nicht sich Ran zu offenbaren.
Kakao hingegen musterte Chocola skeptisch, dass sie ihn kaum beachtete störte ihn.
„Ich finde du solltest ihr Schokolade machen, schließlich ist sie Kundin. Wie sie reagieren wird kannst du nicht wissen, vielleicht nimmt sie es dir ja gar nicht krumm? Zumal, wie du sagtest, sie ist Kundin und als solche hast du ihr ihren Wunsch zu erfüllen, egal welcher es ist.“
Chocola war etwas erstaunt das Kakao einschätzen konnte was sie dachte, doch schnell hatte sie sich wieder gefangen und meinte so gefasst wie immer, als sei nichts gewesen: „Das weiß ich doch. Zumal sie nicht Hitsuchi sondern Hitsuji heißt. So wie du es sagst müsste das ja heißen das ihr Name übersetzt Feuer und Erde heißt, er bedeutet aber Schaf“, klärte Chocola Kakao gleich noch einmal auf, welcher nur mürrisch zurück gab: „Ob Schaf oder nicht ist egal, wobei das auf jeden Fall ihre Schäfchenhaarspange erklärt …“
Chocola fing darauf an zu kichern.
„Sie mochte schon immer Schäfchen, und passend zu ihrem Vornamen Orchideen.“
Kakao murmelte etwas vor sich hin, das man vielleicht als „Soso, ihr Name Ran wird also mit dem Zeichen für Orchidee geschrieben … Passt gut zu ihrer Haarfarbe …“, verstehen konnte.
Chocola erhob sich und sah auf ihre Uhr, es war fast sechs. Dank Kakao hatte sie sich wieder etwas erholt, sie sollte jetzt wirklich die Schokolade für Ran machen.
Es war nicht einmal schwer diese Schokolade zu machen, es war einfach nur Nougat, doch trotzdem wollte es Chocola einfach nicht gelingen die Schokolade fertig zu bekommen. Immer wieder machte sie Fehler oder Kleinigkeiten passierten, so dass die Schokolade immer wieder erneut misslang. Es war als wolle ihr jemand sagen: Hör auf damit, mach bloß nicht diese Schokolade. Wenn man es ganz genau betrachtete, war es wirklich nicht gewöhnlich. Ob tatsächlich jemand seine Finger noch im Spiel hatte? Aber wer sollte das schon sein.

Pünktlich wie bestellt, stand Ran zur vereinbarten Zeit auf der Matte. Gerade als die Uhr zum zehnten Mal schlug, war Ran Punkt zehn vor dem Chocolat Noir. So gleich betrat sie auch den hübschen Schokoladen und fing an wie wild Kakao zu knuddeln, als sie ihn erblickte. Dieser war alles andere davon begeistert das Ran ihn hier zerquetschte und als die weißhaarige nur für einen kurzen Moment nicht aufpasste, befreite er sich schnell aus ihrem festen Griff und sprang auf Chocola zu. Als er sich vor Ran auf Chocolas Arm gerettet hatte, mautze er ihr so gequält und leise wie möglich ins Ohr: „Das Mädel ist doch verrückt, die hätte mich fast zerquetscht! Du hast einen komischen Geschmack!“
„Pst, hör auf zu sprechen, sonst merkt sie noch etwas. Zumal ich ihre Art süß finde, du bist nicht so niedlich wie sie.“, raunte Chocola Kakao zu, welcher nun etwas beleidigt war, das sie Ran so unterstütze und ihn deswegen etwas fertig machte.
Doch die beiden machten sich umsonst Sorgen, Ran Hitsuji, das wohl begriffsstutzigste und verspielteste Mädchen auf der Welt, hätte nicht einmal annähernd etwas von Kakaos und Chocolas Gespräch mitbekommen, viel zu sehr war sie damit beschäftigt gewesen beim Anblick der leckeren Schokoladen zu sabbern – etwas das sie gestern total versäumt hatte und nun unbedingt nachholen musste.
Kakao war angewidert von Ran, er mochte sie nicht wirklich. Sie war kindlich und naiv, zumal er das Gefühl hatte, seit sie da war, nahm Chocola ihn weniger wahr, sie beachtete ihn kaum noch.  Chocola hingegen musste lächeln als sie Rans Reaktion sah, die Kleinere hatte sich in all der Zeit kaum verändert, das beruhigte die violett-haarige. Sanft beobachteten ihre tiefblauen Augen wie Ran sich jede Schokolade einzeln besah, wie man sehen konnte was Ran dachte, sie träumte scheinbar davon all die Schokolade hier zu probieren und aufzuessen, so hungrig sahen ihre Augen aus. Am liebsten hätte Chocola Ran jede ihrer Schokoladen probieren lassen, ihr vergnügtes Lachen dabei gehört und sich ebenfalls gefreut wenn Ran sich freute, aber das war so wohl nicht möglich, zumal Ran sicher nicht Chocolas Schokolade einfach so durchprobieren konnte.
Nachdem zehn Minuten vergangen waren, in denen Kakao immer wieder eifersüchtig zwischen Ran und Chocola hin und her gesehen hatte, Ran sorgsam ihren Schokoladen-Träumen hinterher hinkte und in einer Tour sabberte und Chocola in Erinnerungen schwelgte und Ran warmherzig beobachtete, wand sich Ran an Chocola. Fröhlich kam sie auf sie zu und fragte lächelnd: „Haben sie meine Schokolade eigentlich fertig bekommen?“
„Ja, die habe ich. Sie dürfte ihren Zweck erfüllen, da bin ich mir sicher …“
Chocola zögerte etwas, sie wollte Ran diese Schokolade nicht geben. Einerseits hatte sie Angst davor wie Ran wohl reagierte wenn sie Chocola erkannte, vielleicht würde sie sie ja hassen. Und außerdem wollte Chocola von Ran nichts haben, doch konnte sie denn einfach auf ihren Lohn verzichten? Kakao würde sicher darauf bestehen, er hatte auch Recht wenn er sagen würde Chocola müsste einen Lohn von Ran entgegen nehmen, doch sich etwas von Ran zu nehmen, das fühlte sich eher so an als würde man einem kleinen, schwachen Kind sein letztes Brot nehmen, obwohl Ran alles andere als ein schwaches Kind war, doch Chocola empfand es so.
Trotzdem überreichte sie Ran die Nougat-Schokolade, ob  sie es nun für richtig empfand oder nicht spielte da keine Rolle. Ran besah sich nun die Schokolade ganz genau, scheinbar war sie sich unschlüssig ob sie die nun wirklich essen sollte. Unsicher sah sie immer wieder zu Chocola, als würde sie auf etwas warten. Eine Weile verging in der absolute Stille herrschte, nicht einmal Kakao wagte es sich etwas zu sagen, beziehungsweise zu miauen. Chocola wurde immer unwohler je länger Ran wartete, die Chocolatierin hatte ein schlechtes Gefühl, sie versuchte sich selbst zu beruhigen, in dem sie sich innerlich einredete das Ran sie gar nicht vorwurfsvoll ansah, doch es gelang ihr nicht. Chocola konnte sich nicht helfen, Ran sah sie bestimmt nicht vorwurfsvoll an, das hatte sie auch noch nie getan, sie blickte eher bittend und fragend, doch Chocola konnte sich nicht von diesem Gefühl befreien.
„Willst du die Schokolade essen, oder brauchst du sie nicht?“, fragte Chocola nach weiteren zehn Minuten dann doch, zwar war sie innerlich ziemlich unsicher, was sie selbst überraschte, doch nach außen war da wieder ihre auf alles gefasste, ruhige Schale, mit der sie sich selbst präsentierte.
Als Ran Chocolas Worte hörte, wurde ihr Blick traurig und schwer. Ihr Kinn begann zu zittern und ihre Mundwinkel zogen sich nach unten. Chocola konnte dieses Verhalten nicht nachvollziehen, Kakao noch weniger. Er sah fragend zu Chocola auf, welche seinen Blick nur unsicher erwiderte.
Gerade als Chocola Ran fragen wollte was los war, löste sie das Rätsel um ihr Verhalten auf.
„Du bist gemein …“, flüsterte sie anfangs so leise, dass man Mühe hatte sie zu verstehen, doch ihre nachfolgenden Sätze waren so laut und voller Wut gefüllt, dass Kakao zusammenzuckte und Chocola unweigerlich anfing zu zittern.
„Ich hasse dich! Ich habe so lange nach dir gesucht und nun, als ich dich endlich finde, hast du nicht einmal den Mut mir zu zeigen dass du es bist! Die ganze Zeit habe ich auf den Tag gewartet, an dem ich dich wiedersehe, doch du hast dir scheinbar nicht einmal die Mühe gemacht an mich zu denken, sicher hattest du mich schon wieder vergessen! Du fiese Kuh, du bist die schlechteste Freundin aller Zeiten! Shokora!“
Mit diesen Worten drehte sich Ran einfach um und rannte aus dem Laden. Sie ließ alles hinter sich, rannte so schnell sie konnte in den Wald und drehte sich nicht mehr um. Sie sah nicht wie blass Chocola war, wie verzweifelt und die schmerzlich und voller Trauer ihr Blick. Ran sah nur die dunklen Bäume des Waldes und selbst die verschleierten durch ihre Tränen, die anfingen ihr langsam über die Wangen zu rollen …
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