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Entscheidung

von Daedun
GeschichteAbenteuer, Mystery / P16
Alucard Enrico Maxwell Integra Wingates Hellsing Paladin Alexander Anderson Seras Victoria Walter C. Dolneaz
04.02.2014
02.09.2020
20
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04.02.2014 1.533
 
„Und sie sind sich ganz sicher, dass sie kommen werden?“ fragte Walter noch einmal nach, als Alucard ohne jegliches Geräusch durch die Wand ins Wohnzimmer glitt. Der Diener des Hellsings machte dem Vampir ein Zeichen still zu sein „ und der Dekan verlangt ausdrücklich seine Anwesenheit?“ Die tiefen Sorgenfalten in Walters Gesicht machten dem rot gemantelten Vampir klar, dass es sich um ein sehr ernsthaftes Telefonat handeln musste. Er spitze gespannt die Ohren. Vielleicht bahnte sich da ja endlich mal wieder ein bisschen Abwechslung für ihn an. Zu lange war es schon her gewesen, dass er und Selas sich auf Kosten unwürdiger Untoter oder solche die sich dafür hielten amüsieren durften. Während er noch vergangenen Schlachten nach trauerte, holte ihn Walters letzter Satz schlagartig zurück in die Gegenwart. „Also dann werde ich Lady Integra unverzüglich davon in Kenntnis setzten, dass die Jahresversammlung des Roundtables dieses Jahr bei uns stattfinden wird. Sehr wohl Sir und auf Wiederhören.“ Alucard lachte dröhnend „Hab ich das gerade richtig verstanden? Die Jahresversammlung des Roundtables hier in unseren Hallen?“ Walter nickte. Er sah deutlich weniger gut gelaunt aus als der Vampir. „ Und nicht nur das, um ein versöhnliches Zeichen zu setzten wurde auch noch Enrico Maxwell nebst Gefolge eingeladen. Ich habe keine Ahnung wie ich das der Lady am schonendsten beibringen soll. Ich kenne ja ihre Vorliebe für solche Veranstaltungen und das ganze muss ja auch unverzüglich organisiert werden.“ Händeringend wandte er sich zur Tür, durch die jetzt Seras geschlüpft kam. Das kehlige Lachen ihres Meisters hatte sie neugierig angelockt. In letzter Zeit war er weniger gut gelaunt gewesen, was einfach daran lag, das ihm die „Arbeit“ fehlte. „Was ist denn hier los?“ Alucard klatschte freudig in die Hände. Er sah aus als wenn Weihnachten, Ostern und sein Geburtstag auf einen Tag gefallen wären, dachte Seras und fragte sich wann sie ihn das letzte mal so erregt gesehen hatte. „Wir feiern eine kleine Party! Rief er verzückt. „Na ich hoffe die liebe 13 Organisation Iscariot vergisst auch niemanden zu Hause, wenn sie kommt.“ In diesem Moment schwante Seras bereits nichts Gutes.

Lady Integra Wingates Hellsing saß an ihrem Schreibtisch als ihr Walter die frohe Botschaft überbrachte und wie erwartet fiel auch die Reaktion aus. „Wie bitteeeee?“ Vor entsetzen stieß sie einen der unzähligen Ordnerstapel vom Tisch. Alucard behandschuhte Hände fingen sie gerade noch auf, bevor sich der Inhalt vollkommen durcheinander auf dem Boden verteilen konnte. „Hoppla, na bist du über diese unerwartete Nachricht genauso erfreut wie ich?“ Sie blieb ihm die Antwort schuldig und wandte sich stattdessen ihrem Butler zu. „ Wieso haben sie das nicht verhindert Walter?“ Er zuckte nur hilflos mit den Achseln „ Wie hätte ich das verhindern sollen Lady Integra? Sir Penwood hat schon alle Einladungen mit unserer Adresse verschickt. Er hat uns quasi die Pistole auf die Brust gesetzt.“ Integra stöhnte, Alucard grinste breit „Welch schönes Wortspiel. Und ich hoffe das mein sehnlichster Wunsch was die Gästeliste angeht berücksichtigt wird.“ Integra sah ihn fragend an „Was meinst du damit?“ Mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung zog der schwarzhaarige Vampir seine 454 Casull hervor um dann liebevoll das Magazin raus und rein gleiten zu lassen. „Na wenn der liebe Maxwell kommt bringt er bestimmt auch Paladin Anderson mit.“
Integra riss die Augen auf „Ooooo nein ganz gewiss nicht.“ Die beiden Männer sagen sie fragend an, aber die Lady fuhr schon fort „Komm nicht mal im Traum auf die Idee dich mit diesem aufblasenden Priester Hannes in meinem Haus zu prügeln!“ Alucard machte ein beleidigtes Gesicht. „Wer spricht hier von Verprügeln? Ich wollte ihn endlich zusammen mit seinen Bannblättern in Stücke schießen!“ Integra verdrehte die Augen zur Decke „Genau und dabei das gesamte Iscariot und Roundtablekomitee gleich mit. Vergiss es! So sehr ich das Anderson und dir den Spass gönne um so weniger kann ich es mir leisten das wir in der Anwesenheit dieser Männer aus der Rolle fallen.“ „Spielverderber“ die Casull verschwand wieder in der Innentasche des roten Mantels. Walter verließ darauf hin das peinliche Schweigen, weil er jetzt endlich mit dem Organisieren des Essens weiter machen musste. Der Anblick des immer noch verstimmten Dieners ließ Integra bei nahe weich werden. Sie stemmte sich vom Schreibtisch hoch und ging auf ihn zu, weil er sich mittlerweile zum Fenster gedreht hatte„ Hör zu Alucard ich weiß du bist alles andere als ausgelastest in letzter Zeit, aber ich kann auch nichts dafür.“ Sie stellte sich neben ihn uns sah wie er in die Ferne. „Es ist eh schon alles kompliziert genug:“ murmelte sie leise vor sich hin. Ihr Diener gab die Rolle des schmollenden Kindes auf und wandte sich ihr zu „ Was meinst du damit?“ Ihre Blicke trafen sich „Du weißt genau was ich meine du kannst schließlich meine Gedanken lesen“ Sein Mundwinkel glitten ein Stück weit nach oben „ Ja das kann ich.“ Damit löste er sich langsam neben ihr in Luft auf.

Tja also mal sehen, ob wir auch alles beieinander haben. Vier Kisten Champagner, vier Kisten Glan Fittich…“ Walter stand in einem der Vorratskeller des Anwesens und hakte die Listen ab, die Seras ihm reicht. Nach dem sie eine Stunde lang nichts anderes getan hatten, machten sie sich zufrieden wieder auf den Weg nach oben. „Perfekt“ Walter wischte im Vorbeigehen noch ein imaginäres Staubkorn vom Treppengeländer, das wie alles im Haus tadellos glänzte. Seras grinste breit. Der Mann war einfach ein Perfektionist genauso wie seine Herrin. „Ich hole mir nur schnell noch einen Beutel aus dem Kühlschrank dann verschwinde ich ja?“ Walter sah sie verständnislos an „Wohin wollen sie denn bitte schön Fräulein Viktoria“ „Ö naja runter halt. Ich mein die Gäste kommen doch gleich und da dachte ich..äh…nun ja…“ „Paperlapap Zack ab ins Badezimmer mit ihnen, das Kleid für sie hängt am Schrank. Die Größe müsste passen und blau steht ihnen bestimmt hervorragend. Ich erwarte sie Punkt 19 Uhr hier an der Treppe“ Damit ließ er die kleine Vampirin stehn, die ihm mit offenem Mund nach sah.

Integra indessen hatte das Duschen bereits hinter sich und war dabei sich das lange blonde Haar über den Kopf zu föhnen. Dabei gingen ihr trotz des lauten Föns die Gedanken nicht aus dem Kopf. Maxwell der alte Verräter würde es sich bestimmt nicht nehmen lassen an diesen Abend noch mal das leidige Thema anzusprechen, mit dem er schon bei der letzten Roundtablesitzung für Unruhe unter den Mitgliedern gesorgt hatte. Da war er einfach so auf der Bildfläche erschienen. Niemand hatte sie vorgewarnt wohl weißlich, dass sie ihren Einspruch sofort gelten gemacht hätte, doch als Maxwell bereits am Tisch saß war es dafür zu spät. Zähneknirschend hatte sie dann mit anhören müssen, wie er den Mitgliedern erklärt hatte, dass es zur Zeit und auch nicht in absehbarer irgendwelche Feinde des Imperiums in diesem Land geben werde und damit nur noch Feinde des christlichen Glaubens übrig sein. Auf deren seelenlose Anwesenheit man dann wohl, im Sinne der heiligen Reinigung, verzichten könnte.
„Ohne übernatürliche Gegner sind euer gotteslästerlichen Diener überflüssig Lady Integra,“ hatte er gesäuselt „damit sind sie im eigentlichen Sinne die von denen Gefahr ausgeht. Ich bitte sie, ein mordlustiger Irrer und seine kleine Missgeburt. Beides gottlose Kreaturen, die es auszulöschen gilt. Damit sie es nicht sind die wir eines Tages fürchten müssen.“ Integra hatte ihn fast angesprungen „ Sie haben dieses Land vor dem Untergang bewahrt, nicht einer von euren hirnlosen Kämpfern war dazu auch nur an nährend in der Lage!!!“ Er hatte nur in übertriebener Geste die Hände gehoben. „Das bestreite ich ja auch gar nicht, aber jetzt ist die Gefahr vorbei und“  „Ich soll Alucard und Seras einschläfern wie Hund die man nicht mehr braucht?“  „Einschläfern langt da wohl nicht“ hatte einer der Herren leise geflüstert sie hatte ihn trotzdem gehört. Maxwell auch. Sein dünnes blasses Gesicht verzog sich zu einem breiten gemeinen Grinsen. „Mir würde da etwas wirkungsvolleres einfallen, Pater Anderson hätte da schon eine perfekte Lösung und …“ doch die Männer des vereinigten Königreichs waren sich einig, dass man seine stärksten Waffen nicht so einfach abgeben sollte. Statt dessen schlugen sie etwas anderes vor „Wir könnten ihn ja tatsächlich so lange sicher ruhig stellen, bis wir seine Hilfe wieder benötigen.“ Integra konnte nicht glauben was man ihr tatsächlich von ihr verlangte. „Ja Lady Hellsing, verbannen sie ihn wieder in das Verließ aus dem er einst gekrochen ist und das Mädchen gleich mit dazu.“

Sie stellte den Föhn ab und ging in ihr Ankleidezimmer hinüber. Ihn wieder verbannen. Sie beide in dieses dunkle Loch stecken. Ausgeblutet, wie verdorrte Mumien, darauf warteten das der nächste versuchen würde die Welt ins Chaos zu stürzen, damit sie sie dann wieder retten konnten. Bis dahin sollten ihre ausgemergelten Körper vor sich hin rotten. Sie schüttelte sich bei dem Gedanken, was es bedeuten musste da unten gefangen zu sein, alles an einem nutzlos bis auf dem Geist, der einsam auf denjenigen wartete der ihn erlöste. Wütend riss sie die Tür zu ihrem Kleiderschrank auf. Das kam überhaupt gar nicht in Frage! Niemals nicht würde sie das zu lassen, das war immer noch ihr Haus und ihre Familie und.. Für eine Sekunde stockte sie als sie merkte was sie da dachte. Ihre Familie, ihre Vampire, eigentlich ihre Diener und doch weit mehr als das. Sie schlug die Tür wieder zu …viel mehr
 
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