OS-Sammlung LotS

von steV
GeschichteAllgemein / P18
02.02.2014
06.12.2016
6
8879
 
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Dieses Kapitel
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Heho zusammen! Super, dass ihr hier her gefunden habt ;)
Dieser Oneshot bezieht sich auf den Charakter Keith in der MMFF "Mordsith" von SchwesterNicci.
 ->> der One-Shot ist derselbe, den ich schonmal veröffentlicht habe.

Dieser und weitere One-Shots in Bezug auf ihre MMFF sind mit ihrem Einverständnis veröffentlicht worden!

PS: Ich lege euch nahe, SchwesterNiccis MMFF zu lesen, es lohnt sich wirklich: http://www.fanfiktion.de/s/5058d711000298e306521b10

Hier geht es um Keith, einen Gefangenen der Mord Sith. Als seine Herrin Zerina eine Ähnlichkeit zwischen ihm und einer ihrer Schwestern erkennt, stellt sich heraus, dass sie Keiths kleine Schwester ist. Daraufhin überlässt Zerina ihn für einen Tag seiner Schwester Zara. Ein Treffen, das er niemals vergessen wird.
Viel Spass!

Vorsicht:
Enthält Gewalt!


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Ein scharfer Schmerz riss mich aus meiner Trance und ich schrie auf. Ich spannte meine Muskeln an und konzentrierte mich wieder auf die Mordsith. Die ganze Nacht lang war ich wach geblieben – nicht, dass ich eine Wahl gehabt hätte. Ich wollte nicht noch mehr Schmerzen erdulden. Es gab einen Unterschied, ob man die Folterstunden wegen Weigerung oder wegen Eigendummheit erhielt. Ich war fest entschlossen bei der Weigerung zu bleiben. Mehr konnte ich nicht ertragen. Zerina hielt ihren Strafer in der Hand und musterte mich gedankenverloren.
„Heute wirst du Unterricht bei Zara kriegen“, erinnerte sie mich mit einem süffisanten Lächeln, „Dann  kann ich mich auf Taras Ausbildung konzentrieren. Ich bin sicher, es wird dir bei deiner Schwester gefallen. Sie gehört zu einer der Besten, zeigt keinerlei Erbarmen.“ Ich kniff die Augen zusammen und sah sie wütend an. Das war alles ihre Schuld. Ihre und Lord Rahls. Sie hatten meinen süssen, kleinen Engel zu einem Monster gemacht. Zerina legte mir eine Hand auf die Wange.
„Ich werde dich vermissen. Deine Schreie sind köstlich“, flüsterte sie mir ins Ohr und ich schauderte. Es war ein Wunder, dass ich noch nicht stumm war, so oft hatte ich geschrien. Ein Klopfen ertönte an der Tür. Zerina ging hin und öffnete sie. Erneut war mir, als hätte mir jemand einen Schlag in die Magengrube verpasst. Die Mordsith hatte dieselbe Haarfarbe wie ich und genauso helle, blaue Augen wie mein Vater. Sie war klein und schlank, eine ältere und weiblichere Version meines Engels. Aber die Augen der Frau waren eiskalt und zeigten nicht, ob sie erkannte, wie wichtig ich ihr einmal gewesen war – oder sie mir.
Zerina lächelte und sah mich neugierig an.
„Keith, deine Schwester ist da.“ Zara begrüsste sie mit einem schwachen Lächeln und die Ähnlichkeit wurde noch stärker. Sofort verschwand es wieder, als sie mich ansah.
„Ich bin hier um ihn abzuholen“, sagte sie frostig. Keinerlei Wärme. Kein Gefühl erkannte ich, weder in ihrer Stimme, noch in ihrem Mienenspiel. Zerina grinste.
„Aber natürlich. Nimm ihn mit, er ist schon ganz nervös vor Freude“, erklärte sie. Die Mordsith legte mir einen Halsring an und übergab die Kette, welche daran befestigt war, an Zara. Ohne viel Federlesens verliessen wir das Zimmer.

Zara führte mich durch mehrere Gänge und stieß dann die Tür zu ihrer Kammer auf. Ohne zu zögern schnallte sie mich über dem Loch an. Kaum, dass die Tür geschlossen war und wir alleine, fing ich an auf sie einzureden.
„Zara, weißt du noch wer ich bin?“ Sie holte mit ihrem Strafer aus und brach mir eine Rippe. Ich wusste es, weil ich das laute Knacken hörte und ein heftiger Schmerz meine Nerven entlang jagte. Ich schrie vor Schmerz und Schock. Das ging viel zu schnell!
„Für dich Herrin Zara!“, zischte sie und hieb mir den Strafer in den Magen. Ich konnte nicht anders und schrie.
„Oh Gott, Zara…“ Ich wurde unterbrochen als sie mir den Strafer unter das Kinn drückte – eine besonders empfindliche Stelle. Ich brüllte und war ihrem Zorn ausgeliefert. War das noch meine Schwester? Was hatten diese Monster nur aus ihr gemacht! Ich spuckte Blut. Zara packte mein Kinn, ich zuckte zusammen und sie fragte mich mit kalter Stimme:
„Na los, ich warte…“ Was sollte ich tun? Ich hatte es vergessen. Verdammt nochmal, ich war doch nicht dumm! Also was… Da fiel mir die Sache mit der Anrede wieder ein. Ich schluckte und verzog das Gesicht.
„Weisst du noch wer ich bin… Herrin Zara“, brachte ich hervor und mir wurde schlecht. Das war ein Albtraum. Ich sah in dieser Frau das nette, süsse, immer fröhliche Mädchen, die Zara, die ich in und auswendig kannte, aber diese Frau war einfach nur… böse.
„Besser“, sagte Zara ausdruckslos. Sie drehte sich wieder um, um ihre Handschuhe anzuziehen. Wie sollte ich das überleben? Es war die pure Hölle.
„Und ja, ich weiss noch wer du bist, Bruder“, sagte sie und kam wieder zu mir.
„Erinnerst du dich noch an früher?“, hauchte ich. Schnell fügte ich hinzu:
„Herrin Zara.“ Bei allem Stolz den ich hatte, diese Schmerzen wollte ich nicht riskieren, wo ich doch ein anderes Ziel verfolgte. Ich musste wissen, ob meine Schwester noch irgendwo hinter diesem Monster existierte. Sie antwortete nicht, sondern bearbeitete mich wieder mit dem Strafer.

Ich drang einfach nicht zu ihr durch. Weder während der Folter, noch in den kurzen Pausen, die sie mir gönnte. Ich versuchte es immer wieder und immer wieder ignorierte sie mich. Stattdessen bestrafte sie mich. Ich wäre vermutlich schon lange zusammengebrochen ohne die Pausen.
„Herrin Zara“, keuchte ich verzweifelt, „Du bist doch meine Schwester, verdammt nochmal! Erinnerst du dich nicht an unser Band? Niemand war uns wichtiger!“ Ich verstand es einfach nicht. Nicht einmal meine Mutter war mir so wichtig gewesen wie Zara und umgekehrt war es genauso. Und jetzt? Zara hielt überraschenderweise inne.
„Du solltest aufhören mich dauernd mit diesem Gejammer zu belästigen“, meinte sie ohne jede Regung, „Denn deine kleine Zara ist tot. Jetzt gibt es nur noch die Mordsith. Es ist zu spät, Keith.“ Kälte kroch an mir hoch und betäubte mich. Mein kleiner Engel. War es wirklich zu spät? Sie kam zu mir hin, so nah, dass ich ihren Atem auf meinem Gesicht spürte, und sah mir fest in die Augen.
„Finde dich damit ab, Bruder.“ Ich hätte es vermutlich getan – aufgegeben – wenn ich nicht etwas in ihren Augen entdeckt hätte. Ein Flackern. Nur kurz. Aber es erinnerte mich an die warmen Blicke, die sie mir früher immer zugeworfen hatte. Mein Herz schlug schneller. Sie lebte noch! Ich hatte es gewusst. Unser Band war stärker als die Folter, denn ich war ihr wichtiger gewesen als Vater oder Mutter. Ich lächelte.
„Na schön“, sagte ich nur. Dummerweise schien sie das Lächeln zu ärgern. Sie rammte mir den Strafer in den Rücken und ich schrie. Dann drückte sie den Lederstab an meine Schläfe und mir stockte der Atem. Das letzte, das ich sah, war der wütende und – verletzte? – Blick von Zara, bevor mich Dunkelheit umgab und ich bewusstlos wurde.
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