Unser phantastisches New York

von - Leela -
GeschichteAllgemein / P16
Eddie Jake Jessica Mysteria Prime Evil Tracy
02.02.2014
24.06.2018
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Diese Geschichte gehört zu dem Wettbewerb »Mach was draus!« von Panayota und ist mein Beitrag zu Runde 1.

Es geht dabei darum, bekannten Abkürzungen neue Bedeutungen zu verpassen und darüber zu schreiben.

Viel Spaß dabei! ^^

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Vorgaben:
● Abkürzung: ROFL (meine Wahl ^.~)
● Zusätzliches Schlagwort: Farbe



Episode 1:
Das »Red Ornament Fable Label«

Die Kameraeinstellungen am Drehort wurden noch einmal überprüft, und die letzten Anweisungen ausgetauscht. Am Rande des Platzes stand die hübsche, rothaarige Reporterin Jessica Wray und sprach noch mit der Crew. Schließlich bekam sie einen Wink, der ihr bedeutete, daß alles bereit war, nahm das Mikrophon zur Hand und trat, souverän wie immer, vor die Kamera.
      Als sie das Zeichen erhielt, daß sie auf Sendung war, wandte sie sich an die Zuschauer vor den Fernsehern und begann: „Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bin Jessica Wray und begrüße Sie zu unserer ersten Folge von »Unser phantastisches New York« – kurz auch UPN, aber nicht zu verwechseln mit der Universal Personal Number oder den UniPartners Netherlands.“ Ihren kleinen Witz begleitete sie lediglich mit einem professionellen leichten Lächeln, bevor sie fortfuhr: „In unserer neuen Kulturreihe werde ich Ihnen die schönsten Plätze, Sehenswürdigkeiten und andere Attraktionen aus der Umgebung vorstellen, und sicher werden Sie einiges interessantes über New York – die Stadt, die niemals schläft, erfahren.
      In unserer heutigen Folge stelle ich Ihnen das »Red Ornament Fable Label« vor. Kurz auch ROFL genannt, ist es das größte und erfolgreichste Label der Firma »White Dwarf Media«. Es ist mittlerweile so beliebt geworden, daß es eine Zweigstelle der Firma gibt, in der nur für dieses Label produziert wird. Und diese befindet sich hier in New York!“
      Die Reporterin machte eine Geste hinter sich und trat etwas aus dem Bild, damit man das Gebäude mit dem Werbeschild gut sehen konnte. Es handelte sich um ein kleines Haus, das zwischen verschiedenen anderen Läden stand. Die Fassade war in einem recht hellen grau gehalten, von dem sich das weiße Schild mit der roten Aufschrift und einer markanten aufwendigen Ornamentmalerei deutlich abhob.
      Jessica sprach derweil wieder in die Kamera: „Vielleicht haben Sie auch schon einmal ein Buch oder eine CD in der Hand gehalten, auf der das markante rote Ornament eingedruckt ist, möglicherweise ohne es zu registrieren oder zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Nun, wir sehen heute ein wenig hinter die Kulissen. Begleiten Sie mich nun in das Herz des Labels und erfahren Sie mehr darüber!“
      Mit diesen Worten wandte sie sich um und führte die Zuschauer zu der Eingangstür der Firma.
      Der weiße Rahmen schlug gegen eine Glocke, als sie die Tür öffnete und ins Innere trat, wo sie und ihr Kamerateam bereits von einer Frau mit recht kurzen dunklen Haaren in Empfang genommen wurden, die an der Rezeption auf sie gewartet zu haben schien. Die beiden Frauen begrüßten sich kurz, dann erklärte Jessica für die Zuschauer: „Dies ist Milly Charleston, die Leiterin der Zweigstelle, und sie hat sich bereit erklärt, uns ein wenig herumzuführen und uns etwas über das Label zu erzählen.“ Sie wandte sich nun wieder ihrer Gesprächspartnerin zu und fragte: „Miss Charleston, was genau wird unter dem »Red Ornament Fable Label« produziert?“
      „Nun, wie der Name schon sagt, geht es hauptsächlich um Fabeln, Sagen und Mythen.“ erklärte Milly. „In den Anfängen gab es ein paar Buchreihen, die von White Dwarf Media produziert wurden, in denen es um sagenhafte Geschichten und Welten ging. Diese wurden bereits nach kurzer Zeit so beliebt, daß sich ein Teil der Firma darauf spezialisierte, und schließlich ein eigenes Label dafür ins Leben rief.“
      „Und das war das Label mit dem roten Ornament!“ schloß Jessica daraus.
      „Genau. Zuerst hieß es noch schlicht »Fable Label«, und das Ornament war grau. Spätestens aber vor ein paar Jahren, als sich die Firma dazu entschloß, das Label zu separieren und in eine Zweigstelle auszulagern, wurde das Konzept noch einmal überarbeitet. Das Ornament wurde rot, und so entstand daraus das »Red Ornament Fable Label«. Die ersten Buchreihen sind unter dem neuen Label alle noch einmal nachproduziert worden.“
      „Das bedeutet also, es gibt auch noch Bücher, die ein graues Ornament tragen, und es ist kein Farbfehler!“ kommentierte Jessica.
      Milly lachte. „So ist es! Wer ein ganz altes Exemplar hat, hat vielleicht sogar eines, das noch vor der Gründung des Labels herausgegeben wurde. Diese sind noch unter dem allgemeinen »White Dwarf Media«-Label produziert worden. Mittlerweile sind das seltene Exemplare geworden, die einiges an Sammlerwert aufweisen.“
      „Hm, das ist sehr interessant!“ Jessica wandte sich an die Zuschauer vor dem Fernseher. „Sehen Sie doch einmal in Ihrem Bücherschrank nach, vielleicht haben Sie ungeahnte Schätze, von denen Sie gar nichts wissen!“ Kurz darauf widmete sie ihre Aufmerksamkeit wieder Milly. „Wie ist man auf das Design gekommen?“
      Milly nahm eines der Prospekte vom Tresen, so daß die Zuschauer das Logo des Labels bewundern konnten und erklärte: „Das Ornament ist ein spezieller Entwurf aus der Graphik-Abteilung von White Dwarf Media und hat sich nie geändert. Allenfalls die Größe wird den Medien angepaßt. Es sollte für sich das Genre so repräsentieren, daß es eine Beschreibung oder Schlagwort dazu überflüssig macht.“
      „Nun, ich denke, das ist gelungen!“ Jessica hatte sich ebenfalls einen Werbeflyer vom Tresen genommen, auf dem das Ornament gut zu sehen war und hielt ihn direkt in die Kamera, damit die Zuschauer es sich noch einmal in Ruhe ansehen konnten. Es war aus verschiedenen Schnörkeln so konzipiert, daß es genau in die Ecke eines Buches paßte, und mittlerweile war es so bekannt, daß fast jeder etwas damit anfangen konnte, wenn er es nur sah. „Wer würde diese Schnörkelei nicht mit Mythen und Fabeln in Verbindung bringen können?“ implizierte die Reporterin, bevor sie den Flyer wieder zur Seite legte.
      Milly zeigte ein kleines stolzes Lächeln. „Das war der tiefere Sinn dahinter. Es rot einzufärben hatte den Hintergrund, es noch plastischer und auffälliger zu machen. Wir haben verschiedene Verfahren, in denen es als Gravur in die Bücher eingedruckt wird. Dabei bekommt die Farbe einen leicht metallischen Glanz. Auf diese Weise erstellen wir so manche »edlere« Buchreihe.“
      „Unter dem Label werden aber nicht nur Bücher produziert, richtig?“ erkundigte sich Jessica.
      „Richtig, neben Hörbüchern in CD-Form werden hier auch Musik-CDs produziert, die in das Genre passen. Zum Teil handelt es sich hier um Musik zu den Büchern, aber auch ganz allgemeine Musik aus dem Fantasy-Bereich produzieren wir und dem ROFL. Filmmusik ist oftmals dabei, und wir haben auch bereits zwei Bands gefunden, die sich selbst in dem Bereich spezialisiert haben. Es gibt schon ein paar CD-Boxen und kleine Miniserien, die unter dem Label laufen.“
      „Wir sehen also,“ sprach Jessica in die Kamera. „… das Label ist sehr vielseitig. Sehen wir uns doch jetzt einmal an, wo die ganze Produktion stattfindet!“
      „Gerne!“ Milly gab ihr einen Wink, und so folgten die Reporterin und das Kamerateam der Filialleiterin durch eine Tür am Ende des Flures.
      Sie gelangten in eine große Halle, in der eine riesige Druckerei am Werk war. Die Geräuschkulisse der Maschinen mischte sich als Hintergrundgeräusch in ihre Unterhaltung, so daß sie etwas lauter sprechen mußten.
      „Hier sehen Sie die Produktionsstraße für unsere Bücher!“ Milly führte das Team vorbei an der großen Druckerpresse, und Jessica überließ es ihrem Kameramann nun, diese für die Zuschauer im Bild einzufangen. Andrew ging gemächlich mit der Kamera an den einzelnen Stationen entlang. Milly nahm ein Buch von einem Stapel seitlich der Maschinen, und als Andrew sich mit der Kamera wieder den beiden Frauen zuwandte, hielt sie es ins Bild. „Das hier ist gerade eine Sonderedition von »Fabeln aus aller Welt«, einer der beliebtesten Kinderbuchreihen. Das rote Ornament ist hier nicht nur auf dem Einband abgedruckt, sondern auch auf den einzelnen Seiten, hier allerdings wieder in einem dezenten grau.“
      „Es hat also etwas nostalgisches!“ bemerkte Jessica.
      „Wenn man so will…“ schmunzelte Milly. „Die Covers für die CDs werden hier natürlich auch gedruckt. Und damit sind wir gleich beim nächsten interessanten Thema. Kommen Sie!“ Sie führte Jessica und das Team über einen kurzen Flur weiter in den nächsten Raum, und hier sah man gleich, daß es um die CD-Herstellung ging. Neben ausgefeilter Technik konnte man hier einige Regale mit den unterschiedlichen Tonträgern bewundern. „Hier werden die Audio-Medien verarbeitet. Dort drüben haben wir eine riesige Datenbank mit allen Dateien, die unter dem Label produziert werden.“
      Jessica bestaunte gerade einige Probeexemplare und hielt eine der Leerhüllen, die sie auf einem Tisch gefunden hatte in die Kamera, so daß man deutlich das eingedruckte Ornament sehen konnte.
      „Auf der anderen Seite haben wir noch ein Aufnahmestudio.“ fuhr Milly fort.
      Andrew nahm sich einen Moment Zeit, um den Zuschauern einen kleinen Einblick in die Produktion der CDs zu gewähren und folgte den anderen wieder hinaus. Bevor sie den großen Raum verlassen konnten, deutete Jessica still auf ein Plakat neben der Tür, auf dem eine neue CD-Box unter dem Red Ornament Fable Label präsentiert wurde und bedeutete ihm so, es für die Reportage ins Bild einzufangen. Anschließend ging es auf die andere Seite des Flures, wo sie das kleine Tonstudio begutachten konnten.
      Milly drehte sich zu ihnen um. „Wir machen die meisten von den Aufnahmen selbst. Von der ersten Aufnahme bis zur fertigen CD passiert alles hier!“ erklärte sie mit einer umfassenden Geste, die das Firmengebäude einschloß.
      Jessica mußte leicht schmunzeln. Selbst auf der Trennscheibe im Tonstudio, durch die man über dem Mischpult in den Aufnahmeraum sehen konnte, war das rote Ornament eingraviert. Andrew kam mit der Kamera ein wenig näher heran, und Jessica bemerkte, zum einen für die Zuschauer, zum anderen für sich selbst durchaus beeindruckt: „Wie wir sehen ist das Logo hier in der Firma allgegenwärtig!“
      „Es ist mehr als nur ein Logo.“ erklärte Milly verschwörerisch. „Es ist eine Philosophie!“
      Auch hier im Studio hielten sie sich eine kurze Weile auf, um den Zuschauern einen kleinen Eindruck von der Technik zu vermitteln, bevor es weiterging.
      Zurück auf dem vergleichsweise hellen Flur gab Milly ihnen einen Wink und führte sie zu einer Treppe. „So, zum Abschluß zeige ich Ihnen noch die Planungsbüros.“ Es ging nun in die erste Etage, wo sich ein Büro an das andere reihte, jedes mit einem Türschildchen versehen, auf dem die Funktion des Raumes, die Namen der Mitarbeiter und die Zimmernummer standen, und natürlich wurden auch diese von dem allgegenwärtigen Logo der Firma verziert.
      „So aufregend wie es hier tatsächlich ist, wirkt es sicher nicht,“ erklärte Milly mit einem leichten Schmunzeln. „… aber hier entstehen die Konzepte, werden die Kundenanfragen abgearbeitet und die ganze Konversation mit Autoren und Bands abgewickelt. Wir haben hier auch ein eigenes Lektorat, und hier wird auch entschieden, ob ein Werk unter dem Label veröffentlicht wird.“
      „Das bedeutet, nicht jeder kann einfach so ein Konzept einsenden, und es wird auch veröffentlicht!“ schloß Jessica.
      „Das stimmt. Zum einen muß es vom Genre her passen. Wenn wir wirklich gute Konzepte direkt bekommen, die aber thematisch nicht in das Label passen, dann schicken wir diese nach Absprache mit dem Autoren weiter an die Hauptstelle von »White Dwarf Media«, damit von dort entschieden werden kann, ob es unter einem anderen Label veröffentlicht werden kann. Ebenso ist es mit Demos, die wir von Bands erhalten.“
      „Das heißt, hier findet bereits eine thematische Zuordnung statt!“ faßte Jessica zusammen.
      „Korrekt!“ bestätigte Milly.
      Auf ihrem Weg durch den Flur erhaschte das Kamerateam einen kurzen Einblick in das eine oder andere Büro, in dem geschäftiges Treiben herrschte, telefoniert und am PC gearbeitet wurde.
      „Viele Konzepte bekommen wir aber auch genauso über WDM, wenn sie dort direkt eingehen.“ erklärte Milly weiter. „Bei den Konzepten, die in unseren Bereich fallen, obliegt es dann uns, diese zu sichten und zu beurteilen, und gegebenenfalls in Absprache mit den Autoren zu überarbeiten. Wir lehnen hin und wieder aber auch ein Konzept ab, wenn es einfach qualitativ gar nicht geht. Das ist auch schon vorgekommen, aber wir repräsentieren immerhin ein sehr bekanntes und beliebtes Label, und müssen da nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich eine gewisse Qualität wahren.“
      „Das ist nur verständlich!“ bekräftigte Jessica. „Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.“
      Der Rundgang endete bei einem großen Büro am Ende des Flures. Andrew fing das Türschild mit der Kamera ein, auf dem der Name »Milly Charleston« stand, mit der Funktionsbezeichnung »Filialleiterin«.
      Jessica sah sich in dem großen hellen Büro um. „Und hier sind wir im Herzen vom Red Ornament Fable Label angelangt, wenn ich es richtig sehe.“
      Millys Lächeln war bestechend. „Das haben Sie gut erkannt. Ich lebe für dieses Label. Es ist wirklich die großartigste Arbeit, die ich mir vorstellen kann. Und ich lasse es mir auch nicht nehmen, in allen Bereichen selbst hin und wieder die Fäden zu ziehen!“
      „Das nenne ich »Beruf aus Leidenschaft«! Da haben wir etwas gemeinsam!“ lachte die Reporterin. Jessica schaute fast ein wenig demonstrativ zu der riesigen Regalwand in dem Büro, die fast vollständig mit Büchern und CDs gefüllt war. „Sind das alle Produktionen, die unter dem Label erschienen sind?“
      „Nahezu!“ erklärte Milly stolz, während Andrew mit der Kamera die pure Lebensenergie des Labels im Bild einfing.
      „Sehen Sie sich das an, meine Damen und Herren.“ proklamierte Jessica im Hintergrund für die Zuschauer. „Dies sind alles Produktionen aus dem ROFL!“
      Andrew nahm sich einen Moment Zeit, um auch einige Titel zu erhaschen, bevor er sich mit der Kamera wieder Jessica und Milly zuwandte, die in der Mitte des Raumes zusammen standen.
      „Das war wirklich eine beeindruckende Führung, Miss Charleston!“ stellte Jessica fest. „Vielen Dank, daß wir uns hier einmal umsehen durften!“
      „Sehr gerne! Ich freue mich über jede Gelegenheit, mein Baby präsentieren zu dürfen!“ lächelte Milly.
      Jessica lächelte ebenfalls. Sie verständigte sich mit einem Blick mit Milly und wandte sich wieder an die Zuschauerschaft vor dem Fernseher. „Das waren einige sehr interessante Informationen über ein sehr bekanntes und beliebtes Label, und ein kleiner Einblick in dessen Hintergründe und Entstehungsgeschichte.
      Und damit möchte ich die erste Folge unserer neuen Kulturreihe beenden und bedanke mich für das Gespräch mit Milly Charleston, Leiterin der Zweigstelle der White Dwarf Media für das »Red Ornament Fable Label«. Und wenn Sie jetzt neugierig auf die Produktionen des Labels geworden sind, dann fragen Sie doch mal in einem Buchhandel direkt danach, oder schauen Sie bei sich zu Hause ins Bücherregal. Vielleicht findet sich ja dort der eine oder andere Schatz an, von dem Sie selbst nichts mehr wußten!“ Sie zwinkerte den Zuschauern mit einem Lächeln zu und schloß: „Das war Jessica Wray mit der ersten Episode für »Unser phantastisches New York«. Schalten Sie doch nächste Woche wieder ein, und begleiten Sie mich auf ein neues kleines Abenteuer, hier in der Stadt, die niemals schläft.“


Epilog

Wenige Minuten nachdem der Bericht im Fernsehen geendet hatte, drang geschäftiges Rumoren durch die alte Villa in New York, in der die kleine Ghostbusting-Firma ihren Sitz hatte.
      „Eddy, um Himmels Willen, was machst du da?“ rief Jake aufgeschreckt, als er ins Büro kam und mit ansah, wie sein Partner die große Bücherwand durchsuchte und wild Bücher um sich herum stapelte.
      „Na, Jessica hat doch über das »Red Ornament Fable Label« berichtet. Ich bin mir sicher, daß ich einige alte Bücher aus den Reihen habe.“
      Jake schaltete langsam. „Und jetzt willst du gucken, ob du eines von diesen seltenen mit Sammlerwert hast…“
      „Ja!“ Verbissen und konsequent durchsuchte Eddy einen weiteren Stapel Bücher.
      Jake sah sich das Chaos an, das sein Kumpel gerade systematisch in dem Raum aufbaute und machte eine hilflose Geste. „Und dann? Willst du sie dann für teures Geld verkaufen?“
      „Nein!“ kam es so strikt wie ein Ultimatum. „Im Gegenteil! Ich will mich nur darüber freuen, daß ich sie besitze!“
      Jake seufzte tief, während er den Blick über das Meer aus Büchern schweifen ließ, das mittlerweile sanft durch das Büro wogte und dabei förmlich immer höhere Wellen zu schlagen schien, mit jedem Stapel, der sich dazugesellte. Warum wurde er gerade das Gefühl nicht los, daß am Ende des Tages das gesamte Bücherregal leer sein würde…? Aber zumindest konnten sie im Anschluß die Bücher nach Autoren sortiert wieder einräumen, etwas, was er schon lange mal hatte tun wollen.
      Er wandte sich gerade zum gehen, als ein triumphales „Ha!“ ihn innehalten ließ. Als er sich umsah, hielt Eddy gerade ein Buch in den Händen und studierte es genau.
      Eddy sah seinen Partner an und erklärte bestimmt: „Ich wußte es doch!“
      Jakes Blick kam einem Seufzen gleich. Er wandte sich mit einem leichten, hilflosen Lächeln ab und beschloß, sich in der Küche einen Tee zu machen, ohne über das Bücherchaos im Büro nachzudenken. „Jessica ist schuld!“ murmelte er noch, wie um für sich selber eine passable Rechtfertigung zu finden, bevor er den Raum wieder verließ.



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Runde: 1
Plazierung: 1 von 21 Teilnehmern und 15 eingereichten Beiträgen. ^^
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