Ein kleiner Verlust in Anbetracht des Gewinns

von Arzani92
KurzgeschichteFreundschaft / P12
Ben Beckman der Rote Shanks Monkey D. Ruffy
01.02.2014
01.02.2014
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Titel: „Ein kleiner Verlust in Anbetracht des Gewinns“ – oder „Der Stolz des roten Shanks“
Inhalt: Shanks macht sich Gedanken über den Verlust seines Arms
Haupchara: Shanks
Alterseinstufung: P12
Warnung: Enthält ein zwei  angedeutete Spoiler – aber nicht viele


Er bereute es keine Sekunde, seinen Arm damals geopfert zu haben.
Damals, als er Luffy das Leben gerettet hatte und das Seemonster durch sein Haki vertrieb. Nie würde es einen Zweifel daran geben, ob er in dieser Sekunde das Richtige getan hatte.

Wie gut erinnerte Shanks sich noch an diesen Moment. Luffys Körper an seinen gedrückt, die heißen Tränen auf dessen Wangen, der Schmerz in seiner eigenen Schulter. Doch er hatte diesen Schmerz schnell seinem Geist untertan gemacht und ihn verdrängt. Denn der Stolz, der sich in seiner Brust sammelte, war damals viel stärker gewesen, als der körperliche Schmerz.
Ja, er war unglaublich stolz gewesen auf Luffy, in dem Moment als er das Seemonster vertrieben hatte. So genau wusste der rothaarige Kaiser immer noch nicht warum.

Vielleicht weil Makino ihm erzählt hatte, warum sich Luffy mit den Bergräubern angelegt hatte. Vielleicht auch, weil Luffy so tapfer gewesen war. Vielleicht aber einfach auch nur, weil Shanks wusste das er etwas in dem kleinen Gummijungen verändert hatte mit seiner Tat und wahrscheinlich auch, weil, ohne das er es gewollt hätte, Luffy sowas wie sein ganzer Stolz geworden war. Hätte er es nicht besser gewusst, er hätte diese Gefühle, die er damals empfunden hatte und eigentlich immer noch empfand, als Vatergefühle beschrieben.

Aber egal was genau es war, was Shanks damals angetrieben hatte oder ihn so stolz hatte werden lassen, auf einen kleinen Jungen, der noch nicht mal richtig schwimmen konnte und es nie mehr würde lernen können, da er seine Teufelsfrucht gegessen hatte, so war es doch, ohne Zweifel das einzig Richtige in der Situation gewesen. Er erinnerte sich auch noch genau daran, wie Luffy ihn verzweifelt angeschrien hatte, als er gemerkt hatte, dass der Seekönig ihm seinen Arm abgebissen hatte. Seine kleinen Ärmchen hatten auf seine Brust eingeprasselt, er hatte sich an ihn geklammert und der rothaarige Pirat hatte die Angst, den Schock und die Schuld in den Augen des Kleinen gesehen. Seine Worte, er würde sie heute, wie damals, immer wiederholen. Sie waren für Shanks immer noch die einzige Wahrheit.
„Ach komm schon Junge, weine doch nicht. Es ist nichts. Es ist nur ein Arm, solange du am Leben bist ...“

Ja, solange Luffy leben würde – und er war sich sicher, dass der Gummijunge ihn überleben würde - würde Shanks immer auf ihn Stolz sein. Diese Narbe war bei weitem die, auf die er am Meisten Wert legte. Nicht so wie die drei Kratzer über seinem linken Auge, auch wenn diese ihn weitaus weniger beeinträchtigten. Komisch, das ihn diese drei Kratzer mehr schmerzten obwohl sie logisch betrachtet weniger Schaden hätten anrichten sollen. Aber das war diese Sache mit Narben. Sie trugen Erinnerungen und wenn die Erinnerung schön war, überdeckte diese den Schmerz. War die Erinnerung schmerzvoll, so war es auch die Narbe. Wenn die Narbe aber Hass auslöste, dann konnte keine Erinnerung der Welt, diesen Hass überdecken. Das zumindest war seine Philosophie zu Narben.

Als er damals seinen Arm geopfert hatte, hatte er sich schnell an die neue Situation gewöhnt. Natürlich war es eine Umstellung gewesen. Sonst hatte er immer zwei Arme zur Verfügung gehabt und viele Sachen waren einfach neu mit einem weniger.
Doch er war ein Mensch der praktischen Dinge und sowohl zum kämpfen, wie auch zum Halten einer Flasche Sake reichte ein Arm und eine Hand vollkommen aus. Auch wenn er davor Linkshänder gewesen war und nun gezwungenermaßen Rechtshänder.

Nur manchmal verfluchte er die Tatsache, dass er keine zwei Hände mehr zur Verfügung hatte. Er bereute es nicht, nein, sicher nicht, aber vieles war schwieriger, erforderte mehr Raffinesse, mehr Anstrengung und dazu war er nun mal bekanntlich zu gemütlich.
Es waren einfache Dinge. Ein Schloss aufschließen zum Beispiel. Man hatte keine zweite Hand die daran zerren konnte oder es festhalten konnte, wenn man es mal nicht aufbekam.
Shanks war sich immer noch felsenfest sicher, dass die Vorratskammer mit dem Sake seitdem einige Schlösser weniger hatte, dafür aber welche die reichlich mehr klemmten. Ben war in dieser Beziehung einfach unerbittlich.

Aber er war ihm auch eine große Hilfe gewesen, heute wie damals. Sein Vize hatte ohne dass ein Wort der Erklärung notwendig gewesen wäre viele Kleinigkeiten für ihn verändert, um es ihm leichter zu machen.
So hatte er seit diesem Vorfall kein einziges Mal mehr sein Tintenfass auffüllen müssen, um das Logbuch zu schreiben, was nun Mal nur vom Kapitän übernommen wurde, selten vom Vize. Die Feder war immer gespitzt, das Buch selten wirklich fest verschlossen.
Knoten lösen mit einer Hand, zum Beispiel, war auch eine Qual. Zwar hatte Shanks inzwischen einige Tricks drauf, aber die Taue und Seile lagen, seit sie vor all den Jahren das Windmühlendorf verlassen hatten, immer ordentlich da.

Wenn er so darüber nachdachte, wurden es immer mehr Sachen, die Ben für ihn leichter gemacht hatte. Einiges war ihm gar nicht bewusst aufgefallen, vieles hatte sich schnell eingebürgert.
Denn nicht nur Ben, nein seine ganze Mannschaft, so wusste Shanks, war stolz auf ihn und die Tat von damals. Vor allem, wenn sie Ruffys Steckbriefe in der Hand hielten, die jedes Mal ein höheres Kopfgeld anzeigten. Wie viel war es inzwischen? 400.000.000 Berry müssten es sein.

Luffy hatte Marineford ziemlich aufgemischt. Das Kopfgeld hatte er sich verdient auch wenn es schmerzvoll war, dass er Ace nicht hatte retten können. Auch ihn hatte das Schicksal des Jungen getroffen, hatte er doch schon geahnt, ja fast schon gewusst, dass es nicht gut ausgehen würde, wenn Ace Blackbeard jagte. Umsonst war er nicht zu Whitebeard gegangen. Aber es war Geschichte, zwei Jahre her und nichts mehr was man ändern konnte. Er hatte Ace gemocht, nur allein dafür, dass er gekommen war um sich zu bedanken, für die Rettung Luffys.
Shanks hätte Luffy die Rettung seines Bruders wirklich gegönnt, aber nun war es unveränderlich. Vergangenheit war Vergangenheit, weil man sie nicht ändern konnte. Die Schlacht von Marineford inzwischen ein Denkmal für jeden. Ja, er hätte damals nach Luffy sehen können, aber die Zeit dafür war einfach noch nicht reif.

Er hatte Luffy den Strohhut mit einem Versprechen geschenkt und das würde er nicht brechen, in dem er seinem Schützling vorzeitig wieder gegenüber trat.
Es erstaunte den Rothaarigen immer noch, wenn er daran dachte, wie ähnlich sich Luffy und Roger waren. Sein ehemaliger Piratenkapitän, der Piratenkönig der alten Zeit und sein Schützling, der in seinen Augen definitiv Piratenkönig der neuen Zeit werden würde.

„Du hast nicht das was es braucht um ein Pirat zu werden.“
„Doch habe ich! Eines Tages werde ich meine eigene Crew finden, die genauso stark ist wie deine und dann finde ich den größten Schatz der Welt und werde König der Piraten.
„So, du willst also besser als wir werden? Na gut, dieser Hut ist mein Geschenk an dich. Er ist mein Lieblingshut, weißt du das? Wenn du in der Zukunft ein großer Pirat wirst, dann wirst du ihn mir wieder geben.“

Er hatte damals schon gewusst, dass Luffy ein ganz Großer werden würde, aber heute, nach all dem was der Junge vollbracht hatte, hatte Shanks keinen Zweifel mehr daran. Alabasta, Enis Lobby, Impel Down, Marineford. Die Gerüchte sagten, er wäre grade auf DressRosa. Auch dort würde er seine Ziele erreichen.

Alles was Luffy tat erfüllte Shanks mit Stolz. Was war ein Arm gegen all diese Großtaten? Nichts, rein gar nichts. Schmerz verging, die Narbe schmerzte schon lange nicht mehr und der Stolz, ja der Stolz überdauerte all das. Bis heute, jedes Mal wenn er an den kleinen Gummijungen aus dem Windmühlendorf dachte, quellte Shanks Brust über vor Stolz. Eigentlich war das ein Grund zu feiern.
Mit den Schlössern würde er sich auch irgendwann arrangieren können. Immerhin hatte Ben ihm noch nie eine Feier ausgeschlagen, auch wenn er die Schlösser nun nicht mehr selbst öffnen konnte. Ein kleiner Verlust im Anbetracht des Gewinns.


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Das kommt dabei raus, wenn man versucht mit einer Hand die Türe aufzumachen und es nicht hinbekommt und sich dann nur denkt "Shanks hätte jetzt Probleme gehabt" :D
Hoffe es war unterhaltsam
lg eure Arzani
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