Aufstieg eines Imperiums

von Schafi95
KurzgeschichteAllgemein / P12
01.02.2014
01.02.2014
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Einige Monate nach der Intervention Tim Watters' im Spiegeluniversum.

„Sie marschieren wieder, die Soldaten des Imperiums.“ Luther Sloan ließ seinen Blick vom Balkon des Gebäudes, auf dem er und sein Vorgesetzter standen, hinab auf die uniformierten Fackelträger fallen, die schweigend, da den Opfern des erneuten Aufstieg des Terranischen Imperiums gedenkend, am Gebäude vorbei in die Dunkelheit zogen.
„Wohl war. Sie marschieren wieder, so wie sie es das letzte Mal vor Jahrzehnten getan haben.“ Der Halbvulkanier, der sich neben dem Menschen aufgebaut hatte, ließ seinen Blick weg von den Soldaten, in die dunkle Ferne schweifen.
„Und was halten Sie vom neuen Imperator?“, fragte Sloan, immer noch dem gleichförmigen Stampfen der Stiefel auf der Straße lauschend.
„Ich habe seit beinahe hundert Jahren keinen Imperator gehabt, zu de ich eine Meinung hätte haben können. Und nur, weil nun jemand nach der absoluten Macht über das Imperium gegriffen hat, werde ich daran nichts ändern. Ich war mein ganzes Leben lang Soldat, habe Dekaden für ein Imperium gekämpft, das gar nicht mehr existierte. Zu glauben, jetzt jemanden beurteilen zu müssen, der nicht unwesentlich zum Erreichen meines Ziels beigetragen hat, erscheint mir vermessen.“
Sloan nickte. „Aber viele Militärs des alten Imperiums sind nach einer langen und erfolgreichen Militärkarriere in die Politik gewechselt.“
Der Mensch erntete einen kalten Blick des Halbvulkaniers. „Ich hoffe für Sie, dass Sie damit nichts andeuten wollen.“
„Ich … wollte gar nichts andeuten. Sir“, stammelte Sloan.
Einige Sekunden noch wurde er von Syvaks durchdringendem Blick fixiert, dann wandte sich der Vulkanier wieder der nur durch die Fackeln der vorbei marschierenden Soldaten erhellten Schwärze zu. „Sie mögen vielleicht Recht haben, wenn Sie glauben, dass das Imperium jetzt mehr denn je fähige Politiker braucht. Aber ich war immer Soldat und ich werde es auch für immer sein. Wer oder was sich gerade als Imperator ausgibt, ist mir dabei relativ egal. Ich diene dem Imperium und keiner einzelnen Person.“
Sloan sog geräuschvoll die kalte Nachtluft ein. „Wir sollten dabei aber nicht vergessen, wem wir das alles zu verdanken haben.“
„Einem Captain, der in einem anderen Universum ein noch größerer Schürzenjäger zu sein scheint als in unserem, einem Haufen idealistischer Narren und dem Abgesandten der Wurmlochwesen.“ Syvak schnaubte abfällig. „Aber letzten Endes haben wir gesiegt. Und das ist das einzig wichtige. Das Terranische Imperium wird dank uns erneut herrschen.“
„Wohl wahr. Und diesmal wird es nicht, geschwächt durch Reformen eines verklemmten Idealisten, unter dem Ansturm von … Barbaren zusammenbrechen.“
„Ich hoffe es. Aber falls das Imperium erneut untergehen sollte, soll es das bitte auf einen Zeitpunkt nach meinem Ableben verschieben. Denn einen weiteren Sturz des Imperiums überlebe ich nicht.“ Syvak, der sich zuvor noch auf dem Geländer des Balkons abgestützt hatte, richtete sich zu voller Größe auf. „Und diese Kälte ertrage ich auch keinen Moment länger.“ Er drehte sich um und verließ den Balkon, ins Innere des Gebäudes, wo schon neue Instruktionen auf ihn warten würden.
Sloan folgte ihm mit respektvollem Abstand und als schlussendlich auch die letzten Soldaten verschwunden waren, wurde der Palais de la Concorde – Residenz des Imperators und in einem anderen Universum vielleicht der Sitz eines rechtmäßigeren Regierungschefs, wurde in Dunkelheit getaucht.
Doch das Terranische Imperium erstrahlte an diesem Abend in neuem Glanz. Eine weitere Epoche der Herrschaft der Terraner war angebrochen – und diese würde, wenn es nach Syvak ging, kein so abruptes Ende finden, wie das erste Terranische Imperium.