Zeit zu gehen

KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12
31.01.2014
31.01.2014
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So...also, ich denke mal, es gibt nicht viel zu sagen! Außer: Diese FF ist nur ein ziemlich kurzer Gedankengang. Viel Spaß.

***

Stumm wanderte die Feder über das weiße Papier, hinterließ eine Reihe Wörter bevor der Punkt gesetzt wurde. Die Zeit stand still, jedenfalls für Mizuki. Seine sonst so lebhaften Augen starrten leer auf die Sätze, die er mit seiner Hand erschuf. Sätze, die nichts anderes sagten, als das er gehen würde. Worte, die einfach nur sagten: Lebt wohl.

Er wusste, es wurde Zeit für ihn. Er musste es endlich hinter sich bringen. Die Schmerzen in seiner Brust würde er nicht mehr lange ertragen. Es tat weh, es tat so schrecklich weh. Mizuki schaffte es nicht einmal mehr, Tomoe anzusehen, ohne dass sich dabei ein Kloß in seinem Hals bildete. Es war besser so… Es war besser, wenn er einfach geht. Der Junge wusste, dass ihm irgendwann ein Wort herausrutschen würde. Ein Wort, das all seine Gefühle verraten würde. Überrascht zuckte Mizuki zusammen, als er etwas Nasses auf seinen Wangen spürte. Kein Ton drang aus seinem Mund, als er sich die Tränen mit dem Ärmel wegwischte. Was brachte es, zu weinen? Was nicht ist, das ist nicht. Doch wie oft hatte er sich gewünscht, Tomoe würde ihn in seine Arme ziehen? Wie oft hatte er sich gewünscht, dass Tomoe liebevoll durch sein Haar streicht und dabei fest seine Hände hielt? Und wie oft hatte er sich gewünscht, Liebe und Zuneigung von ihm zu erfahren? Er wusste es nicht. Leere. Sein Kopf war leer. Sein Leben war leer. Einzig das Lachen des Fuchsgeistes brachte Farbe in die Welt. Doch es galt nicht ihm. Mizuki ballte unbewusst seine Hände zu Fäusten. Es galt jemand anderem. Tomoe würde niemals für ihn lachen.

„Niemals…“

Er legte die Feder beiseite, stand auf und packte seinen Regenschirm. Mehr würde er nicht mitnehmen. Geld hatte er selber, auch, wenn es nicht lange reichen würde. Irgendwie würde er es schon schaffen. Vielleicht fand er ja bei Kurama ein paar Tage Unterschlupf.

Schwerfällig setzte Mizuki einen Fuß vor den anderen. Immer wieder drehte er sich um. Der Schrein wurde kleiner und kleiner. Wollte er wirklich alles zurücklassen? Ja, das war der letzte Ausweg. So konnte er die Gefühle der anderen und seine eigenen schützen. So konnte er sich selbst vor noch mehr Schmerz beschützen. Mizukis Blick wanderte gen Himmel. Schon jetzt war die Sehnsucht groß.

„Irgendwann wird es aufhören. Irgendwann werde ich ihn vergessen…“

Seine Worte waren nur ein Hauchen, das vom Wind in die Ferne getragen wurde.
Und sie waren nicht mehr, als eine Lüge.

   
***
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