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Was den Menschen ausmacht

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
30.01.2014
12.03.2015
7
8.266
 
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30.01.2014 1.113
 
Yuki zitterte. Offensichtlich war ihm kalt, obwohl es Spätsommer war und die Temperaturen noch im zweistelligen Bereich waren.

Luca beobachtete seinen Geliebten vom Garten aus, wie er da auf der Terrasse stand und verträumt in den Himmel guckte. Er wollte zu ihm gehen, aber aus irgendwelchen Gründen konnte er nicht. Seine Beine versagten ihm den Dienst.

Der Schwarzhaarige schaute weg, er konnte es nicht ertragen, seine Liebe so verletzlich zu sehen.
Sodom erschien neben seinem Meister und starrte ihn an: „Meister, Meister! Warum guckst du so griesgrämig?“ Als der Schwarzhaarige nicht antwortete, atmete er schwer aus. Sein Blick fiel auf den Balkon und er sah Yuki. „Meister, Yuki… Darf ich zu Yuki gehen?“
„Mach doch was du willst.“, grummelt Luca, etwas an genervt, das es seinem Untertanen leichter fiel, als ihm, mit der Situation umzugehen. Klar, Luca konnte jetzt zu Yuki gehen und ihm sagen, dass er es ist, der immer für ihn da sein wird. Aber das wäre nicht, was Yuki hören wollte. Sein bester Freund, der für ihn fast ein Bruder war, hatte ihn verraten; hatte ihm gestanden, dass er Reiga war, der Erzfeind vom Giou-Clan. Luca strauchelte, er konnte es nicht rückgängig machen. Reiga hatte ihn verletzt. Und so sehr er es Reiga auch heimzahlen wollte, Yuki würde es ihm nie erlauben, zu groß wären die Wunden, die dabei entstehen würden.

So in Gedanken versunken merkte er gar nicht, dass es schon wieder zu Dämmern begonnen hatte.
„Es wird wohl bald essen geben“, murmelte der Schwarzhaarige, obwohl ihn niemand hören konnte, und er ging langsam wieder in die Villa. Er hätte ohnehin nichts ausrichten können.
Dort angekommen betrat er den Speisesaal und war fast nicht verwundert, dass Yuki noch nicht da war, immerhin hatte er ihn bis eben noch auf der Terrasse beobachtet.
Sofort kehrte er um, um ihn zu holen. Das Gotteslicht hatte schon seit einigen Tagen kaum was gegessen und so konnte das nicht weiter gehen. Die Blicke der anderen Wächter waren Luca nicht aufgefallen, als er die Tür schloss. Wahrscheinlich waren sie genauso besorgt, wie der Schwarzhaarige, doch auch sie wussten sicherlich nicht, mit der Situation umzugehen.
Er ging die Stufen hinauf zu Yuki’s Zimmer und klopfte. Nichts. Er klopfte nochmal, aber es kam wieder keine Antwort. Luca seufzte leise, öffnete die Tür und trat hinein.

Die Türen zum Balkon waren offen und er konnte sehen, wie der Wind mit den schweren Vorhängen spielte.
Luca trat schnellen Schrittes zu Yuki hinaus, der ihn immer noch nicht bemerkt hatte.

„Yuki, es gibt essen“, sprach Luca leise, um den Angesprochenen nicht zu erschrecken.
Die guten Vorsätze des Duras hatten allerdings nichts gebracht und Yuki schrak so sehr zusammen, das er Sodom fallen ließ, den er auf seinem Arm gehalten hatte. Dieser lief weinend zwei Mal im Kreis und verschwand dann kreischend Richtung Esszimmer.

Luca schaute Yuki mit einem durchdringenden Blick an. Zu gern würde er verstehen, ja wissen wollen, wie es in Yuki gerade aussah. Er selbst kannte dieses Gefühl nicht, betrogen zu werden. Auch wenn er schon so lange unter den Menschen weilte, er konnte bisher keines der Gefühle wirklich verstehen. Luca selbst kannte nur die Liebe zu Yuki, den Hass zu Reiga und den anderen Duras und eine gesunde Abwehrhaltung gegenüber den Wächtern. Doch selbst die hatte sich im Laufe der Zeit etwas abgeschwächt.
Yuki indes schien sich wieder gefangen zu haben und schaute Luca traurig an. Der Braunschopf konnte sehen, wie sich in Lucas Augen ein Kampf abspielte, aber er wollte lieber nicht wissen, warum. Es hätte ihn wahrscheinlich nur verletzt und davor hatte er Angst.

Luca verdrängte seine Gedanken und sah Yuki an. „Yuki… Ich weiß, dass du dich schlecht fühlst und dir niemand den Schmerz nehmen soll… Das möchte ich auch nicht. Aber du sollst wissen, dass ich immer an deiner Seite bin, ich werde immer deine Schmerzen mit dir teilen.“ Luca, der selbst erstaunt über seine vielen Worte war, ließ seinen Blick etwas sanfter werden, damit sein Gegenüber keinen Verdacht schöpfen konnte.

Yuki stand da, schon wieder den Tränen nahe und nickte einfach nur.
Der Duras bemerkte dies und zog Yuki an sich. Der Kleinere fing sofort mit Schluchzen an. Der Schwarzhaarige fing instinktiv an, ihm über die Haare zu streicheln. Yuki wehrte sich nicht und Luca schloss die Augen um das Gefühl zu genießen, was er so lange vermisst hatte. Auch wenn er nicht weiter gehen konnte und durfte, so war es zur Abwechslung mal angenehm, seinem Verlangen nachzugehen, ohne sich weitere Sorgen zu machen.

Seine Gedanken überschlugen sich, was er sich von außen natürlich nicht anmerken ließ. Aber er hatte solche Sorgen um seinen Geliebten gemacht und doch hatte er das Gefühl, einfach nicht helfen zu können. Diesmal nicht.
Luca schob Yuki sachte von sich und Yuki schaute erwartungsvoll auf. Luca stricht ihm eine Strähne aus dem Gesicht und blieb mit seiner Hand an der Wange liegen.

Yuki schloss die Augen. Er sah so Engelsgleich aus. Lucas Augen füllten sich mit Liebe und er legte die linke Hand an die andere Wage und zog langsam den Kopf vom Kleineren zu sich.

Er wehrte sich nicht.

Das Herz des Duras, welches er seit sehr langer Zeit nicht mehr bewusst wahrgenommen hatte, schien vor Freude und Schmerz zerspringen zu wollen.
Kurz bevor ihre Lippen sich berührten, hielt Luca inne. Er realisierte, was er grade tat. Ja, was tat er eigentlich? Er wollte nur endlich das wieder haben, was er damals gehabt hatte. Aber wenn Yuki das nicht wollte? Was war, wenn Yuki sich nur nicht wehrte, weil er selbst so verwirrt ist?

„Luca…?“, flüsterte eine leise Stimme. Verzehrt und unwirklich. Es war Yuki’s. Yuki’s weibliche Stimme.

Erschrocken lies Luca Yuki sein Gesicht los und seine Augen weiteten sich.

Er sah hinunter und sah das jetzige, das männliche Gotteslicht vor sich stehen. Er hatte verstanden. ‚Es muss schwierig in der Menschenwelt sein, wenn ein Mann einen Mann küsst.‘ Ganz zu schweigen davon, dass Luca das emotionale Gefühlschaos seines Geliebten nicht für sich ausnutzen wollte.

Luca drehte sich um, murmelte nur noch kurz: „Ich sollte gehen…“, und verschwand.

Yuki stand geschockt da und wusste nicht Recht, was mit dem Duras los war. Er sank traurig auf die Knie und fing an zu weinen. Verdammt, was war nur los mit ihm?


~.~.~.~.~

Irgendwie hab ich es zum Ende geschafft, ich wusste nicht so recht, wo ich jetzt Kapitelschluss machen soll~ Ich hab Respekt vor euch, die ihr das alle so gut könnt :D ^-^
Ich bin zwar momentan am weiterschreiben, aber wie genau, dass weiß ich auch noch nicht :D

Wer weiß, vielleicht hats euch einigermaßen gefallen? Auf jeden Fall würde ich mich über Rückmeldungen freuen :)
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