It won´t rain all the time

SongficAllgemein / P12
Sarah
28.01.2014
28.01.2014
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Meine erste SongFic  ^-^
Das dazupassende Lied ist natürlich "It won´t rain all the time" von Jane Siberry, das auch zum Soudtrack des Films gehört:
www.youtube.com/watch?v=QfZzkhfz89c

Natürlich freue ich mich immer riesig über alle Arten von Reviews.
Also viel Spaß beim Lesen!
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  Sie steht auf dem Dach und schaut hinunter, unter sich das Lichtermeer der Großstadt. Leuchtende Werbetafeln, Autoscheinwerfer, die sich im immergleichen Trott auf den Straßen jagen, Menschen, auf dem Weg nach Hause oder in die Bars der Stadt. Die erleuchtete Fenster werfen ihren blassen Schein in die Nacht und die Regentropfen schillern silbern in ihrem Licht.

  Die Spuren der Verwüstung sieht man schon nicht mehr.
Das Mädchen blickt auf die Straße direkt unter sich. In einem Hauseingang hockt eine Frau mit einem Baby im Arm. Sie weint. Das Mädchen schüttelt traurig den Kopf. Da ist sie wieder, die Einsamkeit, und mit ihr, wie immer, auch die Erinnerung an die Nacht des Teufels vor einigen Wochen. Damals hat sich vieles verändert, doch das Leid ist geblieben,wie ein Schatten über der ganzen Stadt. Die Menschen versuchen ihn zu verscheuchen, mit Lichtern fern zu halten, doch er ist noch da, hier oben kann sie ihn deutlich spüren.
Wieder schüttelt das Mädchen den Kopf und geht weiter. Erst am Ende des Daches hält sie an und sieht nach unten, dann zum nächsten Haus. Sie nimmt einige Schritte Anlauf und springt über den Abgrund. Kein ungefährlicher Sprung, doch sie kennt ihre Weg.

  Mit gesenktem Kopf setzt sie ihren Weg durch den Regen fort. Es hat in den letzten Wochen kaum aufgehört, die ganze Stadt scheint im Regen zu ertrinken. Als solle sie nun endgültig untergehen, deise Stadt des Teufels, denkt das Mädchen mutlos.
Eine weiße Katze mit langem, nassen Fell kommt über das Dach auf sie zugelaufen und bleibt mit steil aufgerichtetem Schwanz vor ihr stehen. Sie hat das Mädchen erwartet und miaut zur Begrüßung, als sie gestreichelt wird. Gemeinsam gehen beide weiter, Seite an Seite. Sie sehen die Menschen im allmählich schwächer werdenden Regen, sehen Kranke, Obdachlose, Bettler, Menschen die nichts haben, Menschen die sich Streiten.

  Eine ältere Frau steht vor einem Lebensmittelgeschäft. Sie sieht sich verstohlen um, dann hebt sie ihren Gehstock und schlägt damit die Scheibe ein. Eine Sirene ertönt, doch statt der Polizei kommen von überall Menschen herbei, die durch die Scheibe klettern und beginnen den Laden zu plündern. Auch die Frau gibt sich Mühe durch das Fenter zu klettern, doch sie ist alt und bis sie drinnen ist gibt es nicht mehr viel, das sie noch hätte mitnehmen können. Das Mädchen ist kurz stehengeblieben, um sie zu beobachten, jetzt geht sie weiter. Der weißen Katze hinterher, den die ist alles was sie noch hat.

  Wieder ist ein Dach zu Ende und sie springt auf das Nächste. Die Katze folgt ihr. Irgendwo schreit heiser eine Krähe aus der Dunkelheit. Das Mädchen sieht sich um, doch der Vogel ist nicht zu sehen. Langsam geht sie weiter, die Katze immer dicht hinter ihr. Der Regen wird immer sanfter, die Tropfen kleiner. Immer noch gehen Katze und Mädchen über den Dächern der Stadt spazieren, aber am Ende dieses Daches gibt es kein weiteres Haus mehr. So setzen sie sich an die Kante und das Mädchen lässt die Beine über dem Abgrund baumeln.

  Es gibt wohl kaum eine Mutter, die ihrer Tochter so etwas erlaubt hätte, noch dazu bei Regen und mitten in der Nacht. Ihre Mutter interessiert es nicht, was sie tut. Das weiß das Mädchen und es ist ihr egal. Ihre Mutter hat sich nie richtig um sie gekümmert, da war immer nur Shelly, seit sie sich erinnern konnte. Doch Shelly und Eric sind jetzt tot, also muss sie für sich selbst sorgen. So sitzt sie hier oben, allein mit der Katze die genauso einsam ist wie sie selbst, und beobachtet die Menschen 20 Stockwerke unter sich. Wie sie betteln, weinen, klagen, auch wie sie feiern und sich freuen, doch das ist selten geworden. Alle denken an die Nacht des Teufels zurück. Alle haben Bekannte, Freunde oder Familienmitglieder verloren. Alle trauern. Genau wie sie.

  Ein eisiger Windstoß treibt die Wolken auseinander und gibt dem Vollmond eine Chance. Er bringt auch einen neuen Schlag Regen. Eine Krähe fliegt vorbei ihr nasses Gefieder schimmert silbern im Licht des Mondes. Die Katze miaut kläglich, ihr Pelz klebt ihr nass am Körper und sie zittert vor Kälte.

  „Bald wird es bestimmt besser, Gabriel“, flüstert das Mädchen der Katze zu während sie beginnt sie zu kraulen, „es kann ja nicht immer regnen.“
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