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Nemesis

von Zenit
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Caroline Fry Richard B. Riddick
28.01.2014
25.02.2014
4
5.738
4
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Dieses Kapitel
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28.01.2014 1.284
 

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Ich lag unter ihm im Matsch und spürte sein Messer an meiner Kehle.
Der Regen klatschte mir ins Gesicht.
Was hatte ich mir nur dabei gedacht, als ich ihn von hinten ansprang – das ich ihn überwältigen könnte?
Dumm, Caroline – dumm.

Er sah auf mich hinab: „Würdest du für sie sterben?“

„Ich würde versuchen, sie zu retten ...“, stieß ich hervor und versuchte ihn von mir zu stoßen. Aber das hätte ich mir sparen können. Der Koloss bewegte sich nicht einen Millimeter und hielt mich eisern am Boden fest.

„Das ist keine Antwort“, kam es dunkel von ihm zurück, sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Sein männlicher Geruch, der durch die Nässe viel zu intensiv war, vernebelte mir das Hirn. Nur so konnte ich mir die folgenden Worte erklären, die ich förmlich ausspie.
„Ja, ich würde für sie sterben. … Ich würde für sie sterben!“

Er erstarrte, riss sich die Schutzbrille herunter und sah mich mit seinen dunklen, leuchtenden Augen an.
„Wie interessant ...“, sagte er nachdenklich und rückte von mir ab. Erhob sich wie ein Raubtier in einer einzigen geschmeidigen Bewegung und sah auf mich hinunter.
Auf seinem Gesicht konnte ich keine einzige Emotion erkennen. Nur seine Augen loderten in der Dunkelheit und das Licht aus dem Shuttle, tauchte ihn in eine fast dämonisch anmutende Korona.
Wie passend. Er war das Böse und doch die einzige Hoffnung – makaber.

Ich war wie gelähmt. Hatte ich das wirklich gesagt? Ich horchte in mich hinein. Ja, hatte ich und zu meinem Erstaunen, meinte ich es ernst – tot ernst.

Er schien meine Emotionen, die sicher wie ein offenes Buch für ihn waren, zu studieren. Und er kam wohl zu einem Ergebnis, denn ein Grinsen erschien auf seinen Lippen. Ich konnte mir nicht helfen, es verwandelte sein Gesicht in das Gesicht eines Jungen, der sich diebisch über seinen nächsten Streich freute.

Vorsicht Caroline … das sieht nicht gut aus.

Er streckte mir seine Hand entgegen und beugte sich ein wenig vor, dabei sah er mir unverwandt in die Augen. Ich verstand und reichte ihm die meine und mit einem Ruck zog er mich hinauf.
Er stand vor mir, nah, viel zu nah für meinen Geschmack, aber ich wich nicht zurück. Da er größer war als ich, musste ich meinen Kopf in den Nacken legen, um ihm in die Augen zu sehen, die mich unablässig musterten. Das Lächeln auf seinem Gesicht nervte. Er hatte was vor. Nur was das war, wusste ich nicht.

„Du willst sie also wirklich retten – Caroline“, schnurrte er beinahe sanft mit seiner dunklen rauen Stimme. Sein Atem strich an meinem Hals entlang, als er sich hinunterbeugte und meinen Geruch einatmete.

Ein Prickeln huschte über meinen Körper und etwas zog sich in mir zusammen, was sich nicht zusammenziehen sollte. Ich musste schlucken. Scheiße. Ein wenig Abstand würde das Denken deutlich einfacher machen. Vorsichtig und langsam wollte ich mich zurückziehen, aber da hatte ich die Rechnung ohne den Mann vor mir gemacht. Er vereitelte meinen kläglichen Versuch und zog mich mit einem Ruck an seinen heißen Körper.
Sein Brustkorb war gewaltig und seine Arme stark. Er tat mir nicht weh, aber zeigte deutlich, dass er ein Zurückweichen nicht dulden würde.

„Ich schlage dir vor, mir zu beweisen, wie ernst es dir ist – und wir werden sehen – Caroline!“
Sein Atem strich heiß über meine Wange und ich spürte seine Lippen, wie sie flüchtig  meinen Puls berührten, der wie ein Dampfhammer durch meine Adern jagte.

Meine Stimme klang rau und brüchig: „Das ist jetzt nicht ihr Ernst, Riddick! Wie können Sie in so einer Situation nur an so was denken?“

„An was denke ich denn, Caroline?“, hauchte er an meinem Hals und ich spürte etwas Raues, Heißes an meinem Ohr.

Ich zuckte zusammen, nicht weil es unangenehm gewesen wäre, sondern weil es das genaue Gegenteil war.

„Sie gehen eindeutig zu weit, Riddick. Das ist weder der Ort noch die richtige Zeit für Spielereien ...“

Ich hörte, wie er dunkel lachte, sein Brustkorb vibrierte, aber er ließ mich nicht los.
„Das sehe ich anders. Lass uns spielen!“

Normalerweise hätte ich „Nein“ gesagt und ihm für seine dreiste Unverschämtheit in die Kronjuwelen getreten, aber ich tat es  nicht.
Es war schön in seinen Armen, ich fühlte mich sicher, beschützt – wie bescheuert von mir so zu fühlen und was für eine Ironie – Riddick war ein gefährlicher Mann, der ohne Skrupel einen Menschen tötete und kein Kuscheltier.

Ich versuchte das letzte bisschen Verstand und Ehre zusammenzukratzen und stemmte mich gegen ihn.

„Ich denke, ich sollte besser gehen und die anderen holen. Riddick – bitte warten sie hier, wenn sie schon nicht mitkommen. Geben sie uns eine Chance“, fehlte ich ihn an und suchte seinen Blick, „Geben sie mir eine Stunde, mehr verlange ich nicht – bitte!“

Seine Augen leuchteten diabolisch und er schüttelte langsam seinen Kopf.
„Du gehst jetzt nirgendwohin. Hast du verstanden! Es sei denn, du willst dir deine Chance verbauen, dass ich dich begleite, Caroline. Wenn du jetzt allein gehst, dann bist du nicht so schlau, wie ich gedacht habe, Babe.“ Das Schmunzeln, das seine harten Worte begleitete, jagte mir einen Schauer über den Rücken. Seine Stimme klang mit so einer dunklen Intensität, dass sie mein Innerstes zum Zittern brachte.

Er wollte mich, jetzt. Er schien zu wissen, was ich dachte, denn er nickte nur und näherte sich meinen Lippen. Doch bevor er sie berühren konnte, stoppte er. Er war nur ein paar Millimeter von mir entfernt und wartete.
Ich verstand – wie perfide war der Kerl.
Er wollte, dass ich die Distanz überbrückte und ihm so zeigte, dass ich einverstanden war.
Oh mein Gott, ich könnte danach nicht mal mein Gewissen damit beruhigen, dass er mich mit Gewalt gezwungen hätte. Ich verfluchte ihn dafür, dass er mir die Wahl ließ.

Aber hatte ich denn eine Wahl? Ohne ihn tendierten meinen Chancen gegen null, Jack und Imam von hier wegzuschaffen.

Ich war kein Feigling und entschloss mich schnell. Ich würde für meine Chance, die beiden zu retten, kämpfen.
So überbrückte in die Millimeter, rascher als beabsichtigt und traf hart auf seine weichen Lippen.
Und wie weich sie waren, beinahe samtig. Was für ein Gegensatz zu meinen sonstigen, eher dürftigen Erfahrungen.

Seltsamerweise drückte er mich von sich und schaute mir in die Augen. Ein süffisantes Lächeln umspielte seine Lippen.

„Es gibt nur eine Geschwindigkeit, Caroline. Meine!“

Ich nickte nur, wodurch sich sein Lächeln intensivierte. Wie ein Raubtier betrachtete er mich. Ich war seine Beute und er wollte spielen. Ein gefährliches Spiel.

Unvermittelt schnappte ich nach Luft, denn er warf mich über seine Schulter, wie eine Puppe und trug mich in das Shuttle. Leise hörte ich das Zischen und Quietschen der Laderampe, als sie sich schloss.

„Wir wollen doch keine unliebsamen Unterbrechungen riskieren“, schnurrte er in tiefem Bass und klopfte gönnerhaft auf mein Hinterteil.

Ich zuckte zusammen. Mist, die Viecher … wo er recht hatte …

Weiter kam ich nicht mit meinen Gedanken, denn ebenso rasch, wie er mich über seine Schulter geworfen hatte, stand ich wieder vor ihm. Sein heißer Körper drückte mich gegen die Wand des Shuttles und seine Lippen lagen hart und fordernd auf den meinen.
Er war wie ausgehungert und drang mit seiner Zunge brachial in meinen Mund ein. Anders als erwartet, gefiel mir das. Wann war ich je so von einem Mann geküsst worden? Nie.
Es war berauschend und ich nahm die Herausforderung seiner Zunge an.

Er knurrte und ich spürte seine Hand unter mein Top gleiten. Himmel, roch und schmeckte der Mann gut. Seine Hand auf meiner Brust zu fühlen, wie sie sie hart, aber ohne mir Schmerzen zuzufügen, massierte, war einfach nur irre. Er wusste anscheinend, wie man eine Frau berührte. Die Erkenntnis ließ meine Knie weich werden. Ich würde tollen Sex bekommen.

Fortsetzung folgt ...


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