Nebellichter

von NoRila
GeschichteMystery, Angst / P16 Slash
27.01.2014
27.01.2014
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Die Dunkelheit beängstigte ihn - immer noch. Er wollte stark sein und keine Angst zeigen, aber es war jede Nacht dasselbe. Er fürchtete sich, wenn er spät abends nach Hause musste und ihn sein ihn Weg, durch die kleinen, stockfinsteren Straßen führte. Ryou nahm sich für den Notfall immer eine Taschenlampe mit, falls das flackernde Licht, der Straßenlappen doch irgendwann einmal ganz erlöschen sollte. Der Weißhaarige versuchte sich mit Musik abzulenken, die er über die Kopfhörer seines Handys hörte, und sich dadurch ganz und gar abzuschotten, dass ihm nicht bei jedem Geräusch die Angst in die Glieder fuhr. Es gelang ihm jedoch wie jedes Mal nicht. Die Fantasie und Furcht des achtzehn jährigen spielte ihm jedes Mal Streiche…

Er fühlte wie Hände aus Schatten nach ihm griffen, dabei war es lediglich der Wind der an den Ästen der Bäumen rüttelte. Er drehte die Musik lauter, um die Schritte, die ihm langsame immer näher kamen und das unheimliches Lachen das in der Ferne schallte, welches er sich sicher auch nur einbildete nicht zu hören. Geisterhafter Nebel schlich sich um seine Beine, er schluckte. Kleine, blaue und lilafarbene Irrlichter tanzten um ihn, Ryou lief schneller. Es wurde immer Dunkler, sicher auch nur Sinnestäuschung. Ryou zog sich den Kragen enger, er fröstelte, wollte sich nicht wieder in seiner kindischen Angst verrennen. Gänsehaut lief ihm kalt den Rücken hinunter. Seine schokobrauen Augen waren weit aufgerissen, als er heißen Atem an seinem Hals spürte.

Dieses Mal war es nicht seine Fantasie.
Es war Real!!!  

Aber das konnte doch nicht sein, schoss es ihm durch dem Kopf.
Er war weg.
Es war nur wieder Einbildung.
Er wollte los rennen...

„Wie viel Jahre ist es jetzt her, dass du mich verdrängt hast? ... Ich glaube vor drei Jahren war es, als wir unsere Seelen getrennt haben ... mein armer kleiner Hikari!?“
Die raue Männer Stimme dicht an seinem Ohr hielt ihn zurück davon, zu fliehen. Lähmte seine Glieder.
„Es war sehr amüsant dich dennoch jeden Abend so voller Angst in der kalten, erbarmungslose Nacht zu beobachten... Muahahaha…“
Stocksteif war Ryou auf dem Flecken erstarrt, das grauenhafte Kichern hinter seinem Rücken schnürte ihm den Hals zu.
„Wie kann mein ehemaliger Wirt nur solch ein Angsthase sein? ... Ryou du hast weiß Gott schlimmeres mit mir zusammen erlebt“, stellte der Yami amüsiert fest.

Das machte Ryou wütend, er nahm allen Mut zusammen, den er aufbringen konnte und drehte sich mit zu Fäusten geballten Händen zu Bakura um, der grinsen mit verkreuzten Armen da stand. Wie vor drei Jahren hatte er immer noch den schwarzen Ledermandel an. Er hatte sich kein bisschen verändert.

„Wah- Warum bist du immer noch hier?“, stotterte der verängstigte Junge, dabei sah er direkt in die starren, rubinroten Seelenspiegeln seiner dunkeln Seite. Sie waren immer noch voller Hass auf die Vergangenheit, aber es schien so, als wäre noch etwas anderes in innen zu sehen… etwas Sanftes? Beschützendes?

„Warum?! Das müsste doch mein Hikari am besten wissen? Oder hast du deinen eigenen Wünsch vergessen?“, rezitierte der Yami weiter und beugte sich zum Kleineren herunter. Als Bakura aber keine Antwort bekam, raunte er Ryous Wunsch in sein Ohr, „Ach, wäre ich froh, wenn ich immer mit meinen Freunden zusammen seinen könnte.“  

Der Weißhaarige schlug die Augen wieder auf und sah eine normale, dunkle Straße. Keine Irrlichter, kein unheimlicher Nebel und kein Yami no Bakura!
Sein Herz schlug immer noch schneller, hatte er wirklich nur geträumt?

Es war dem kleinen Hikari egal. Den restlichen weg rannte der Braunäugige nach Hause, so wie er es die ganze Zeit schon hatte tun wollen, dabei merkte er nicht dass ihm jemand folgte…
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