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Clannnad After Story ~One Year: First Tears

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
26.01.2014
26.01.2014
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1.810
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26.01.2014 1.810
 
Hallo, ihr alle da draußen ^^
Genau heute vor einem Jahr haben wir uns bei Fanfiktion angemeldet. Ein Jahr ist um!!!
Wir danken allen, die uns unterstützt haben und zur Belohnung gibt es in unserem 1-Jahres-Jubiläum 10 kleine OS, dies ist Nummer 6 :D
Viel Spaß


››W-wie geht es ihr?‹‹

Er erschrak, weil seine Stimme so brüchig klang. Der Arzt schob sich die Brille hoch und senkte den Kopf ein wenig, so, als wollte er dem Blick des anderen ausweichen.

››Ich kann noch nichts genaues sagen.‹‹

Schlagartig packte Tomoya den Kragen des Mannes und zog ihn näher an sich heran.

››Wie meinen Sie das, Sie können noch nichts genaues sagen?! Sie müssen doch irgendetwas wissen!‹‹

Er senkte den Kopf und seine Stimme brach ab. Der Arzt packte seine Hand und löste den festen Griff.

››Es tut mir leid, aber ich kann im Moment einfach noch nichts sagen. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden...‹‹

Ohne weitere Worte ging der Arzt an Tomoya vorbei. Frustriert brach der Blauhaarige auf der Bank zusammen und vergrub das Gesicht in den Händen.

Warum war ich nicht vorsichtiger? Warum musste das nur passieren? Warum konnte ich es nicht verhindern?

Diese Gedanken schwirrten ihm durch den Kopf. Jeder einzelne versetzte Tomoya einen Stich in das Herz.
Doch was war passiert?

Ushio und Tomoya hatten einen Ausflug ans Meer geplant. Nagisa konnte nicht mitkommen, da sie sich eine leichte Erkältung eingefangen hatte. Zuerst wollte der junge Vater gar nicht fahren, doch Nagisa bestand darauf, dass ihre zwei Liebsten einen schönen Tag miteinander verbrachten. Doch auf dem Weg war etwas passiert.
Eine kräftige Windböe erfasste Ushios Hut und flog auf die Straße. Er hatte nur eine Sekunde nicht aufgepasst. Bevor Tomoya auch nur reagieren konnte, war es passiert.
Ihm kam es wie in Zeitlupe vor, als das Auto Ushio...

Tomoya zuckte zusammen. Erschrocken starrte er auf die roten Kratzer auf seinem Handrücken.

››Warum ich?‹‹

Tomoya erschrak für einen Moment, denn er hatte überhaupt nicht bemerkt, dass sich ein fremder Mann neben ihn gesetzt hat.

››Warum habe ich immer so viel Pech im Leben? Warum verliere ich unbedingt das, was mir im Leben wichtig ist? Warum immer ich...‹‹

Die Stimme des Mannes brach ab und er fing schwer an zu schluchzen und weinen.
Entgeistert blickte er das Häuflein Elend an. Beinahe wollte er schon Worte des Mitleids aussprechen, als...

››Sie können jetzt zu ihr.‹‹

Tomoya hatte das Gefühl sein Herz blieb stehen. Das Zittern versuchend zu unterdrücken richtete er sich auf und stolperte der Krankenschwester hinterher. Kurz vor einer bestimmten Tür hielt sie an und wies ihm mit der Hand den Weg.
Der Dunkelblauhaarige schlich an ihr vorbei. Er wollte es nicht sehen. Er wollte sie nicht sehen. Aber seine Füße trugen ihn weiter.
Doch schon im Türrahmen blieb er wieder stehen.

Seine Hand schnellte instinktiv zu seinem Mund, um die aufsteigende Übelkeit zu unterdrücken. Rasend schnell schlug der klägliche Rest seines angebrochenen Herzens. Er wagte keinen weiteren Schritt in den grell weißen Raum.

Seine kleine Ushio. Zerbrechlich. Schwach. Jegliche Lebendigkeit war aus ihrem Körper gewichen. Sie war blass und lag regungslos in dem viel zu großen Krankenbett. Einzig und allein das stetige Piepsen des Kardiographen zeugte davon, dass das braunhaarige Mädchen noch am Leben war.

Ein Knall zerriss die Stille beinahe schon schmerzhaft. Erschrocken wandte Tomoya den Kopf und erkannte mit immer größer werdenden Augen seine Frau, die den langen Flur entlang lief. Sie keuchte leise. Es kam ihm wie in Zeitlupe vor, als sie auf perfekter Höhe zueinander waren und er rechnete mit einem Zusammenprall. Umso geschockter war er, als sie an ihm vorbei in das Zimmer stürmte.

››USHIO!!!‹‹

Nagisa hatte Tomoya weder bemerkt noch machte sie sich in dem Moment die Mühe, ihn zu beachten.

»Meine kleine Ushio...«
Nagisa war den Tränen nahe.

»Ushio wird das schon überleben. Schließlich ist sie ein starkes Mädchen.«

Tomoya hatte endlich den Mut gefasst, etwas zu sagen. Seine Mundwinkel bogen sich zu einem gezwungen zuversichtlichen Lächeln.

»Tomoya, sieht sie im Moment stark aus?«

Seine Frau blickte ihn fest an, sein Lächeln verblasste. Der Blauhaarige schien die Frage nicht zu verstehen.

»Tomoya, ich weiß, dass das nicht deine Schuld war, aber hättest du nicht besser aufpassen können?«

Alles um ihn herum verblasste langsam.

»Ich habe nur eine Sekunde nicht aufgepasst...«

Tomoya flüsterte schon fast. Wie konnte sie so etwas sagen? Doch schon wurde er lauter und Wut durchtränkten seine nächsten Worte.

»Denkst du, ich hätte das voraussehen können?! Ich wollte das nicht, Nagisa, genauso wenig wie du, aber es ist nun mal passiert! Ändern können wir es jetzt auch nicht mehr!«

Er schrie sie an. Nagisa fing an zu weinen und schluchzte:
»Ich weiß, dass du es nicht voraussehen konntest, aber um Gottes Willen, Ushio hätte sterben können!«

Auch Nagisa wurde lauter. Atemlos hielten sie inne. Einzig und allein Nagisas leises Schluchzen und das Piepen des Kardiographen war zu hören.

»Mama?«

Schlagartig veränderte sich die Stimmung Nagisas.

»Ushio, mein Schatz, geht es dir gut?«

Nagisa klang voller Hoffnungen. Sie strich über den Kopf der Kleinen und fasste nach den strubbeligen braunen Strähnen ihrer Haare.

»Mama, warum weinst du? Weinst du wegen mir?«

Nagisa verneinte.

»Heißt das, du weinst wegen Papa?«

Nagisa antwortete nicht. Doch diese Stille sagte fast noch mehr aus, als Worte es hätten tun können. Ushio klammerte sich an sie.

Tomoyas Herz fing an wehzutun. Jede einzelne Geste, jedes einzelne Wort tat ihm weh. Und um diesem Schmerz zu entgehen, rannte er weg. Er rannte immer weg, wenn es anfing wehzutun.

»Tomoya!«

Er rannte und rannte. Er wusste nicht mal, wohin er rannte. Er war planlos. Ziellos. Verloren.
Irgendwo ließ er sich einfach fallen. Er fiel auf die Knie und verdammte alles.

Warum passierte das nur immer ihm? Hätte das Wetter nicht anders sein können? Konnte diese Straße nicht leer gewesen sein?

Und je mehr er sich über solche Dinge aufregte, so kamen auch andere Gedanken in seinen Sinn.

Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? War es vielleicht doch meine Schuld? Hätte sie meinetwegen sterben können?

Seine Unwissenheit machte ihm Angst. Die Frust fraß ihn innerlich auf. Tränen rannen sein Gesicht herunter, tropften lautlos auf sein Shirt und hinterließen dunkle Flecken. Sie sah aus wie das Loch in seinem Herz.

Musste Ushio so sehr leiden?

Für alles, was passieren konnte, gab es einen Grund. Für alles, was es geben konnte, gab es einen Grund.

Was war der Grund gewesen, dass Ushio fast umgekommen wäre?
Wollte ihm das Schicksal wieder eins auswischen?

Er wusste es nicht. Er wusste gar nichts.

Tomoya stand auf, wischte sich die letzten Tränen aus dem Gesicht und setzte sich auf eine anständige Bank.
»Du musst dich beruhigen«, sprach er zu sich selbst.
Der Blauhaarige atmete mehrere Male aus und zückte sein Telefon. Er wählte eine bestimmte Nummer.

»Hey«, sprach er, »Wie geht's?«

Er versuchte erst gar nicht seiner Stimme etwas Unbeschwertes zu geben, da er sowieso versagt hätte.

»Wenn das nicht Okazaki ist! Mir geht's gut! Und dir?«

Sunohara Youhei, der beste Freund Tomoyas, war wie immer laut und sehr gesprächig.

»Ja, darüber wollte ich gerade mit dir reden...«

Tomoya erzählte Sunohara die ganze Geschichte, von seine Sorgen, seinen Vorwürfen, seinen Ängsten. Eigentlich wusste er, dass Sunohara ihm nicht helfen konnte, aber er brauchte jetzt einfach einen Kumpel, der ihm beistand. Vielleicht hatte er Sunohara auch nur angerufen, weil der ja immer irgendetwas zu lachen mitbrachte. Und er hätte sein ganzes Leben darauf verwetten können, dass Sunohara irgendeinen dummen Spruch abgab, so ähnlich wie:

»Immer diese Frauen... Verstehen uns Männer nicht!«

Oder was anderes, er wusste schließlich nicht, wie ein Sunohara dachte.
Doch Gott sei Dank hatte er es nicht getan.

»Ach, Okazaki... Weißt du, alles passiert aus einem Grund. Ich sage nicht, du trägst irgendeine Schuld, aber ich sage auch nicht, dass Nagisa Unrecht hat. Du hättest besser aufpassen können, aber aufhalten hättest du es nicht gekonnt. Man macht Fehler. Wir beide habe eine Menge Fehler in unserem Leben gemacht. Und trotz dessen liebt dich Nagisa. Man kann nicht immer nur die guten Seiten betrachten, aber man kann die schlechten Seiten akzeptieren.
Ach weißt du, worauf ich eigentlich hinauswill, ist, hör auf wegzulaufen! Egal wie viele Fehler du machen wirst, egal wie oft du wegrennen wirst, du hast einen Ort, an dem du immer willkommen geheißen wirst. Dein Zuhause, wo deine Familie im Moment auf dich wartet. In der Ehe fliegt man auf die Fresse. Im Leben fliegt man auf die Fresse. Aber man verzeiht, vergisst und lebt weiter. Und du hast einer der gütigsten Frauen der Welt abbekommen. Du hast dein zu Hause schon gefunden, Tomoya. Du hast es schon gefunden...«

Sunoharas Stimme brach ab. Tomoya war überrascht von Sunoharas Ansprache. Irgendwie, er wusste nicht, wieso, aber Sunohara klang traurig. Irgendetwas musste passiert sein.

»Sunohara...«

Doch Tomoya wurde von demjenigen unterbrochen.

»Jetzt geh, Tomoya, finde deinen Weg zurück nach Hause. Du bist nicht mehr verloren«, sagte Sunohara zuversichtlich.

»Danke, Youhei.«

Weiter kam Tomoya nicht, denn Sunohara hatte schon aufgelegt.

Tomoya machte sich ernsthafte Sorgen um seinen besten Freund. Das war nicht der, den er kannte. Doch bevor er zurückrufen konnte, bekam er eine SMS von dem Blonden.

„Guck mal, das ist meine neue Kundin <3“

Der Blonde hatte auch ein Bild von irgendeiner Frau mit einer großen Oberweite geschickt.

Tomoya lachte. Alles war wieder beim Alten. Naja, doch nicht alles.

Der Blauhaarige rannte zu seiner Wohnung; der Weg war länger als er dachte. Er keuchte und atmete schwer, schließlich war er gerade am Stück gerannt.
Als er ankam, riss er die Tür auf und wollte etwas schreien, doch es kam nichts heraus.

»Tomoya!«

Nagisa stand im Flur und rannte auf ihn zu. Sie umarmte ihn heftig und er fiel deswegen fast hin.

»Ich habe mir solche Sorgen gemacht. Es tut mir leid, dass ich dir diese ganzen Vorwürfe gemacht, es tut mir so leid«, rief Nagisa schluchzend.
Tomoya lächelte.

»Ist schon okay, Nagisa.«

Die Braunhaarige ließ ihn los und beide gingen in die Wohnung, wo auch schon Ushio auf sie wartete. Sie war wieder so aktiv wie vorher.

»Papa!«

Ushio stürmte genauso wie ihre Mutter auf den Blauhaarigen zu. Dieser umarmte seine Tochter fest. Fast hätte er sie verloren. Ihm kamen beinahe die Tränen.

»Komm Papa, lass uns Karten spielen!«

Mit feuchten Augen nickte er. Während Tomoya, Nagisa und Ushio Karten spielten, konnte der Blauhaarige nicht aufhören zu lächeln.

Vielleicht hatte er viele Fehler in seinem Leben gemacht und trotzdem liebte ihn jemand. Und diese Liebe erfüllte ihn voller Glück und Freude. Er war einfach so abhängig von seiner Familie geworden. Doch das war halt so.

Jeder kannte sich.
Jeder brauchte sich.
Jeder liebte sich.

Schließlich war das hier sein Zuhause.

~~~~~~

Kleines Nachwort

OMG war das traurig und süß zugleich XD
Unser erster OS zu Clannad *~* <3 Sooo schön ist der Anime :D
Über Reviews würden wir uns echt freuen *~*
GLG
CrazyAnimeGirlHoch2
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