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Das erste und das letzte Mal

GeschichteKrimi / P12 / Gen
Dr. John Watson Inspektor Lestrade Mycroft Holmes OC (Own Character) Sherlock Holmes
26.01.2014
28.11.2019
18
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26.01.2014 2.651
 
Das Ertrinken habe ich mir immer anders vorgestellt.
Ich dachte immer, es wäre etwas furchtbar Schmerzhaftes, voller Panik und Verzweiflung.
Ein Mann erzählte mir einmal von einem Bootsunfall. Er wäre dabei fast ertrunken. Er sagte, er hätte sich in einem Netz verfangen und panisch versucht sich wieder daraus zu befreien. Das war natürlich etwas ganz anderes gewesen, als das, was ich nun durchmache.
Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben im Wasser, ich befinde mich in einem Fluss, ich habe zum ersten Mal...
Ich bin gar nicht angespannt oder panisch. Ich treibe. Das Wasser ist viel klarer als ich dachte, es ist viel ruhiger als ich dachte.Ich verspüre keinen Impuls mich irgendwie wieder an die Oberfläche zu kämpfen.
Wusste ich, dass es so kommen würde?
Ich kann erstaunlich klar sehen. Ein wenig Licht fällt noch ins Wasser. Es schimmert wie kleine Diamanten. Die letzten Lichtstrahlen des Tages schlängeln sich durch das Wasser wie Scheinwerfer im Nebel. In Cornwall sah ich einmal eines dieser neumodischen Autos, das durch die nebligen Straßen fuhr. Es hat so gar nicht dorthin gepasst. Cornwall ist schließlich nicht sonderlich modern. Hierher, nach London, passen diese Autos so viel besser. Cornwall fehlt mir so. Doch sie waren dort.
Und nun habe ich das erste Mal...
Mein türkisfarbenes Kleid leuchtet fast im Wasser. Es scheint wie mit Smaragden besetzt. Wie viel mag es wohl gekostet haben? Ich habe nie gefragt. Schließlich war es ein Geschenk.
Es ist so still. In mir spielt Musik.
Ein Stück für Violine.
Noch heute morgen habe ich es gehört.
Im Büro von Mr. Holmes.


Als ich den Raum betrat, konnte ich erst niemanden entdecken. Ich tat ein paar Schritte hinein und schloss leise die Tür.
Mrs. Hudson hatte mir gesagt, er wäre hier, also sah ich mich im Raum um.
Das Licht war dämmrig. Nur ein Fenster war nicht bedeckt von schweren Vorhängen. Die Luft war stickig, es lag Rauch in der Luft. Dieses Zimmer war schon lange nicht mehr gelüftet worden.
Draußen regnete es. Ich hatte einen Schirm dabei, den ich in einen Halter neben der Türe stellte. Meinen Mantel zog ich aus und hängte ihn an die Garderobe gleich darüber.
Der große Schreibtisch vor dem Fenster ohne Vorhänge war voll mit allerlei Briefen, Mappen und anderen Papieren. Der Stuhl dahinter war leer.
Auf dem Boden lagen mehrere abgenutzte Perserteppiche. Der Boden knarrte, als ich noch ein paar Schritte weiter ging. Ich spürte, dass außer mir noch jemand im Raum war.
Zu meiner Linken stand ein Tisch mit kleinen Flaschen und Gläsern. Darin waren Flüssigkeiten aller Art, Farbe und Konsistenz. Zu meiner Erleichterung bemerkte ich, dass nichts Eingelegtes dabei war. Vor mir standen Notenständern ähnelnde Halterungen, darauf Pläne mit den unterschiedlichsten Gesichtern von Leuten, die ich nicht kannte. Dahinter sah ich mehrere Bücherregale im Dunkeln liegen. Mit dem Kopf stieß ich fast an eine goldene Waage, die an der Decke hing.
Ich stieß mit dem Fuß gegen einen abgewetzten Geigenkoffer. Ich fragte mich, ob die aus den Geschichten so bekannte Violine darin lag.
Ich machte einen ausladenden Schritt hinüber und...
„Guten Tag!“
Auf einmal stand er vor mir und hielt mir seine Hand entgegen. Ich ergriff sie.
„Guten Tag.“
„Ich bin untröstlich, dass ich Sie so lange habe warten lassen. Bitte setzen Sie sich doch.“
Er deutete auf einen der drei Stühle am Schreibtisch.
„Danke“, nuschelte ich.
Ich ging langsam zum Tisch, war nicht sicher, ob er mir folgen würde. Hinter mir hörte ich bloß leises Rascheln und Klappern. Räumte er etwa auf?
Als ich mich umsah, stand er wieder direkt hinter mir.
„Bitte.“
Er zog den Stuhl ein Stück zurück und ich setzte mich.
„Danke.“
Er rauschte um den Tisch herum. Dabei ging er an einem Grammophon vorbei, wischte die Nadel auf die Platte und Musik ertönte. Ein Stück für Violine. Schnell schob er noch ein paar Vorhänge zur Seite, verfrachtete ein paar Bücher in eine Schublade, schob ein paar Papiere vom Tisch. Er rückte den Stuhl zurecht, setzte sich aufrecht hin, faltete die Hände auf dem Tisch.
„Sie sind Coraline Northcote?“
Aufmerksam sah er mich an.
„Ja. Ich habe schon sehr viel von Ihnen gehört. Deshalb bin ich hier.“
„Eben so viel habe ich bereits von Ihnen gehört.“
Vermutlich hatte er aufgeräumt. Wie lange mochte es her sein, dass Dr. Watson ihn über meinen Brief in Kenntnis gesetzt hatte?
„Ich möchte Ihnen gleich mein Beileid aussprechen. Was geschehen ist, ist furchtbar. Doch warum kommen Sie erst jetzt zu mir?“
Stille.
Ich hatte seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Jedoch war ich nicht sicher, ob es bloß seine war. Ich hörte Stimmen im Nachbarzimmer. Ich sah mich fragend um. Es war nicht sonderlich ordentlich. Wenn er also aufgeräumt hatte, wollte ich nicht wissen, wie es hier aussah, wenn er keinen Besuch hatte.
„Keine Sorge. Das ist mein Partner Dr. Watson. Er hat wohl einen Patienten. Er ist zwar bereits ausgezogen, doch er nutzt die hiesigen Räumlichkeiten bei Zeiten noch, um Patienten zu empfangen, die keine Möglichkeiten haben, seine eigentliche Praxis aufzusuchen.
Nun ja. Zumindest unterrichtete er mich erst vor einer halben Stunde von Ihrem Besuch.“
Er machte ein wenig begeistertes Gesicht.
Also hatte er doch aufgeräumt. Diese ganzen Gerüchte über ihn, dass es so unnahbar und kalt anderen gegenüber wäre, waren falsch. Er hatte aufgeräumt, weil ich meinen Besuch angekündigt hatte. Hinter seiner Maske der Logik verbarg sich also doch noch etwas Menschlichkeit.
„Ich wiederhole mich ja nur ungern, doch Sie gaben mir noch keine Antwort auf meine Frage. Sie lebten so lange zurückgezogen. Warum führt es Sie ausgerechnet jetzt zu mir?“
Er war sichtlich sehr interessiert an meinem Schicksal. Vermutlich hatte er schon immer geahnt, dass das Unglück, das meiner Familie zugestoßen war, mehr war als das, was es zu sein schien.
Es war das erste Mal, dass ich jemandem davon erzählte. Ich hoffte innig, ich würde es nicht bereuen.
„Ich war damals erst 14 Jahre alt. Ich war bloß froh, dass ich überlebt hatte. Innerhalb der letzten Jahre erst wuchs in mir das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und der Wunsch nach Sicherheit.“
Ich machte eine Pause.
Wie viel wusste er? Wie viel vermutete er?
„Sie sprechen von der Gerechtigkeit, den wahren Täter bestrafen zu können, und der Sicherheit, dass es der wahre Täter ist.“
Es war wie ein Frage formuliert, doch bei Mr. Holmes klang es nicht wie eine.
„Ja, aber nicht nur.“
Das erste Mal.
Es fiel mir so schwer, ihm diese ganzen Informationen mitzuteilen. Ich hatte noch nie darüber gesprochen. Mit niemandem. Es war das erste Mal seit über zehn Jahren.
Er sah mich fragend an.
„Ich...“
Ich wurde das Gefühl nicht los, dass wir abgehört wurden. Die Stimmen im Nebenzimmer wanderten zum Flur und entfernten sich. Ich hoffte, dass er mir meine Nervosität nicht anmerken würde. Doch die Wahrscheinlichkeit war natürlich so gering, dass ich dazu überging, zu hoffen, dass er mich nicht darauf ansprechen würde. Ich glaubte an den Gentleman in ihm.
„Es geht um Ihren Vater, nicht wahr? Doch es geht nicht um ein politisches Verbrechen. Sie müssen wissen, ich verfolge Ihren Fall schon seit langem. Bitte schauen Sie mich an. Ich bin sicher, ich kann Ihnen helfen.“
Bei meinem nervösen Umherschauen musste mein Blick wohl kurz an der Stelle hängen geblieben sein, an der unter seidenem, türkisfarbenem Stoff ein Medaillon auf meiner Brust ruhte. Auch er sah nun auf die goldene Kette um meinen Hals.
„Ja, da bin ich sicher.“
Ein leises Lächeln huschte über meine Lippen.
Er würde mir helfen können. Vor allem würde er mir helfen wollen. Er würde jedem Bösewicht das Handwerk legen wollen. Besonders, wenn es um so etwas großes ging, wie in meinem Fall. Besonders, wenn es um Professor Moriarty ging.
„Mr. Holmes.“
Ich richtete mich auf. Ich sah ihm - wie ich hoffte - fest in Augen. Auch er nahm Haltung an.
„Es geht darum, dass...“
Doch er unterbrach mich mit einem Handzeichen. Dann beugte er sich vor. Ich tat es ihm nach.
„Miss Northcote, auch ich habe das Gefühl, dass wir abgehört werden.“
Er sprach so leise und undeutlich, dass ich mich weiter vorbeugen musste und mich halb über den Tisch schob, was mit meinem Korsett allerdings kaum möglich war, sodass ich mit halber Atemnot wieder ein Stück zurückrutschte. Dennoch nahm ich einen Geruch von Damenparfum und Tabak wahr, der Mr. Holmes anhaftete. Auch kam ich nicht umhin zu bemerken, dass Mr. Holmes sich nur flüchtig rasiert hatte und dass das Tuch, das er um den Hals trug, nur dürftig die roten Flecken an seinem Hals bedeckte.
Über das Liebesleben des großen Sherlock Holmes gab es viele Gerüchte. Die einen besagten, dass Mr. Holmes ein sehr launenhafter Liebhaber war. Von Zeit zu Zeit hatte er jeden Tag eine andere Geliebte oder – besonders wenn er an einem Fall arbeitete – konnte er auch monatelang keine Frau ansehen.
Doch es gab auch das Gerücht, Sherlock Holmes habe eine Geliebte, mit Haar so schwarz wie Ebenholz, Lippen so rot wie Blut und Haut so weiß wie Schnee. Sie sollte angeblich eine Verbrecherin sein und die einzige Person, bei der Mr. Holmes je auf eine Überführung verzichtet hatte.
Doch was alle Geschichten erzählten war, wie Sherlock Holmes mit seinem Charme jede Frau verführen könnte.
„Es geht um etwas, das mein Vater mir gab, bevor er starb. Ich habe es bis heute bewahrt. Es war nicht immer einfach.“
Als ich den letzten Satz aussprach, zitterte meine Stimme.
Er nickte nachdenklich. Dabei huschte sein Blick wieder flüchtig über meinen Hals.
„Ich verstehe, die Zeit drängt.“
Er sprach nun wieder lauter. Er setzte sich gerade hin, dann öffnete er eine Schublade und suchte nach etwas. Ich nutzte die Gelegenheit und öffnete die Kette, die um meinen Hals lag, zog das Medaillon hervor. So leise es ging, ließ ich die Kette samt Medaillon zu Boden gleiten.
Mr. Holmes hatte derweil Stift und Papier im Schreibtisch gefunden und etwas aufgeschrieben. Er schob den Zettel über den Tisch zu mir herüber. Als ich das Papier an mich nehmen wollte, ergriff er plötzlich meine Hand. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich am ganzen Leib zitterte.
„Coraline, haben Sie keine Angst.“
Ich schluckte schwer. Dann nickte ich kurz und hoffte so viel Dankbarkeit in meinen Blick legen zu können, dass er verstand.
Er ließ meine Hand schließlich los und ich zog den Zettel zu mir herüber. Ich überflog, was Mr. Holmes geschrieben hatte. Er wollte mich an einem anderen Ort treffen. Den Namen der Straße kannte ich nicht, doch ich würde schon hinfinden. Ich sah ihm noch einmal in die Augen, dann stand er auf.
„Bitte, gehen Sie ruhig. Ich will Sie nicht länger aufhalten.“
Schnell erhob ich mich ebenfalls, damit er den Stuhl nicht zurückziehen musste und womöglich das Medaillon auf dem Boden entdeckte, bevor ich das Zimmer verließ. Wenn er es erwähnte und wir wurden wirklich abgehört, war alles verloren.
Schnell wandte ich mich zum Gehen.
„Kann ich Sie noch irgendwo hingeleiten?“
Ich steckte im Gehen den Zettel in meine Tasche.
„Nein, vielen Dank. Meine Kutsche wartet gleich unten vor der Tür.“
Er half mir in meinen Mantel. Ich nahm meinen Schirm wieder in die Hand, spürte seinen Blick auf meinem Hals.
Draußen hörte ich Schritte. Sie näherten sich der Tür, dann blieben sie stehen und es klopfte.
Doch, ganz leise, waren da noch andere Schritte. Schnelle Schritte. Vermutlich unten, am Ende der Treppe.
Mr. Holmes öffnete mir die Tür. Draußen stand Dr. Watson.
„Ah, Watson! Geleiten Sie doch bitte meinen Gast nach unten. Wären Sie so freundlich?“
Dr. Watson hatte gerade seinen Hut ziehen und ich versichern wollen, dass das absolut nicht nötig sei, doch da schob Mr. Holmes mich bereits aus der Türe und schloss diese gleich hinter mir.
Dann herrschte Stille.
Nach einem kurzen Blickwechsel räusperte sich Dr. Watson.
„Bitte entschuldigen Sie sein Verhalten. Wenn er einen neuen Fall aufnimmt, verhält er sich oft so.“
„Natürlich. Ich bin mit Mr. Holmes' Eigenheiten bereits vertraut.“
„Ach ja?“
Erneut entstand eine Pause.
Oh ja, ich hatte mich mehr als ausführlich über Mr. Holmes erkundigt. Schließlich war der Fall, den ich ihm soeben anvertraut hatte, mein gesamter Lebensinhalt. Alles hatte sich um dieses Problem gedreht. Die letzten zehn Jahre lang. Immer war ich auf der Flucht, immer unter Druck. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich wollte, dass das alles aufhörte. Nur wem sollte ich mein Geheimnis anvertrauen, wem konnte ich vertrauen?
Aus Erfahrung wusste ich, dass die Menschen, um die sich die meisten Geschichten rankten, meist die zuverlässigsten waren. So war es auch mit Jaden gewesen. Was würde er tun, wenn das alles vorbei war? Dachte er an eine Hochzeit?
Vorbei. Ich konnte es kaum glauben. Dies war der erste Schritt, um alles zu beenden. Ich war hier. Mr. Holmes wusste, dass ich Hilfe brauchte. Ich würde mich wieder mit ihm treffen und ihm alles erzählen. Was wollte ich mehr?
In diesem Moment hätte ich Dr. Watson all dies am liebsten ausführlich erzählt. Doch ich unterdrückte dieses Bedürfnis mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass da immernoch jemand am Ende der Treppe stand. Die Schritte waren die Treppe hinuntergehastet, doch nicht durch die Tür verschwunden.
„Sie müssen mich wirklich nicht begleiten. Ich sagte auch Mr. Holmes eben: Meine Kutsche wartet gleich unten vor der Türe.“
„Bitte, Madam, ich bestehe darauf.“
Dr. Watson deutete auf die Treppe. Ich zog die Augenbrauen hoch, doch dann nickte ich und stieg die Treppe hinunter. Und mit jedem Schritt, den ich tat, fühlte ich, wie ich mich weiter und weiter von dem warmen, schützenden Arbeitszimmer von Mr. Holmes entfernte und der kalten Welt, in der ich so ungeschützt war, immer näher kam.
Zudem wurde ich das Gefühl nicht los, dass sie ihre Augen und Ohren in diesem Haus hatten. Sie waren soeben die Treppe hinunter, aber nicht durch die Tür gehastet. Nun war ich doch froh, dass Dr. Watson direkt hinter mir war.
Und tatsächlich: Als dieser mir unten die Tür öffnete, sah ich zufällig in einem Zimmer mit offen stehender Türe, vermutlich bloß eine Abstellkammer, einen Mann. Er kam mir bekannt vor. Als ich dann zur Tür hinausging und mich noch einmal umdrehte, um mich von Dr. Watson zu verabschieden, sah ich diesen Mann erneut. Und für einen ganz kurzen Moment, etwa in der Länge eines Wimpernschlages, sah er mir in die Augen. Mir war, als wäre ich erneut in Cornwall, als sähe ich ihn erneut am Ende der Straße stehen, wie er mich anstarrte. Ja, er war dort gewesen. Eben dieser Mann, der nun dort in diesem kleinen Raum neben der Eingangstür stand und mich ansah.
Ich hatte vor ihm fliehen müssen.
Er war einer von Moriarty's Männern.


Vorbei.
Und nun bin ich hier. Ich  treibe immer noch. Wie lange mag ich schon hier sein?
Sollte ich nicht doch versuchen, zu überleben?
Was ist aus der Hoffnung geworden, die ich noch heute Morgen beim Betreten von Mr. Holmes Büro verspürt hatte?
Er hat das Medaillon. Damit kann er den Fall im Handumdrehen lösen. Mit Sicherheit. Er wird alles herausfinden und es wird vorbei sein.
Nur werde ich dann nicht mehr da sein, um meine neu gewonnene Freiheit zu genießen. Mit Jaden...
Ich muss wieder an das Medaillon denken. Ich erinnere mich noch genau an des Gesichtsausdruck, mit dem mein Vater mir das Kleinod vor seinem Tod überreichte und mich zur Hüterin seines Rätsels und seines Erbes machte.
Die goldene Kette habe ich daran befestigt. Doch die feinen Verzierungen, die verschlungenen Linien und Symbole, die kleinen Einkerbungen am Rand und vor allem der aufwändig vergoldete Ring an der Seite, das alles stammt von meinem Vater, Sir Stafford Northcote.
Gerade will ich mich an die Oberfläche zurückkämpfen, da sehe ich etwas auf dem Grund des Flusses schimmern. Zwischen einem alten Rad und einer Hutschachtel entdecke ich eine Kette.
Eine goldene Kette.
Es ist meine goldene Kette.
Und es war sicher nicht Sherlock Holmes, der sie hier in den Fluss geworfen hat.
Sie ist eine Botschaft. Eine Botschaft von dem Mann aus Cornwall. Eine Botschaft von Moriarty.
Es ist zu spät.
Es ist vorbei.
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