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I still remember ♥ (OS)

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Ashton Irwin
26.01.2014
26.01.2014
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2.104
 
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I still remember


Ich saß da. Alleine.  
Draußen herrschte ein starker Wind und Regen peitschte gegen mein Fenster.
Dieses Wetter war ziemlich normal für diese Umgebung und für meine Gedanken.
Das flimmernde Licht einer Kerze, die neben mir am Fußende meines Bettes stand, erhellte die Bilder und die Briefe vor meinem Schoß.
Sie alle erinnerten mich an ihn.

An sein Lachen, wie es mich jedes mal zum lächeln brachte. Selbst, wenn ich mich mit meinen Eltern gestritten habe.
An seinen Geruch, von dem ich nie genug bekommen habe. Wie er mich immer umhüllt hat, als er seine muskulösen Arme um mich geschlungen hatte.
An seinem Atem, den ich immer gelauscht habe, als meine Eltern übers Wochenende auf Fortbildungen waren und er unerlaubterweise bei mir übernachtet hat.
An seine Augen, die sich immer erhellten, als sie mich sahen. Glänzend braun.

Doch nun saß ich da. In meiner grauen Jogginghose und seinem Shirt. Ja, seinem. Es war grau mit einem Pferdchen vorne abgebildet. Er hatte es mir gegeben, als er mich beim Scherzen geschubst hatte und ich geradewegs in einen kleinen See in der nähe seines Elternhauses fiel.

>> ,,Aww, du wirst rot!“, quietschte er und zog mich zu sich heran. Sofort stieg sein vertrauter Geruch in meine Nase und ich lächelte mutig zu ihm empor. ,,Werde ich gar nicht!“, und ich stieß ihm aus Spaß gegen die Schulter. ,,Du musst nicht immer so stur sein, Honey!“, und er strich eine meiner blonden Strähnen, die aus dem Zopf entwichen war, den er für mich gemacht hatte, hinter mein Ohr. Allerdings kicherte ich nur. Langsam wanderte die selbe Hand zu meiner Taille. Sanft beugte er sich zu mir hinunter. Langsam und vorsichtig legte er seine Lippen auf meine. Ein unbeschreibliches Kribbeln stieg in meinem Körper auf. Doch von jetzt auf gleich begann er mich zu kitzeln. Mir war einmal aus Versehen herausgerutscht, wo ich am meisten kitzelig war und das nutzte er schamlos aus. Erschrocken quietschte ich auf und schlug ihn erneut gegen die Schulter. Aus Spaß schubste er mich nach hinten. Gekonnt stolperte ich rückwärts über einen Baumstamm. Schnell eilte er zu mir um mich zu „retten“, doch jede Hilfe kam zu spät. Ich wedelte hilflos mit meinem Armen in der Luft herum und fiel nach hinten. Ich spürte, wie das Wasser über mich schwappte und durch das Wasser konnte ich sein Lachen hören. ,,Du Blödmann!“, zischte ich ihn auf Deutsch an, als ich wieder an der Wasseroberfläche war, doch bei seinem Lachen konnte ich nicht ernst bleiben und musste ebenfalls kichern. Er streckte seinen Arm aus, um mir hinaus zu helfen. Erst wollte ich ihn mit hinein ziehen, doch er war zu stark. ,,Hier zieh dir besser mein Shirt über!“, meinte er und bevor ich etwas sagen konnte, stand er schon mit nacktem Oberkörper da und reichte mir sein Shirt. ,,Danke“, murmelte ich und merkte wie ich augenblicklich rot wurde<<

Langsam griff ich nach dem Bild, welches danach entstanden ist. Ich mit nassen, blonden Haaren, einer kurzen ebenfalls nassen Jeans und seinem Pony-Oberteil gelehnt an seiner nackten Brust. Während ich bis über beide Ohren in die Kamera grinste, starrte er mich verträumt an.
Wir hatten ein älteres Ehepaar gebeten es zu schießen. Zweimal. Eins für ihn und eins für mich.

Flüchtig strich ich eine einsame Träne aus meinem Gesicht. Manchmal fragte ich mich, ob er es noch besaß oder ob er es sich überhaupt noch manchmal ansah.

Mein Blick glitt zu einem weißen Blatt. Einer unserer vielen Briefe. Vorsichtig nahm ich ihn in die Hand und musste leicht lächeln bei dem, was da drauf stand. ,,I‘m soooooo happy! My mum wants to know you! I can‘t wait 4 U!!! I love U!!!!!!!!!!“
Sofort, wie auf Knopfdruck, konnte ich mich an den neunten Juli erinnern .


>>,,Honey!“, schrie er und so schnell ich konnte öffnete ich die Tür des Taxis und sah ihn im Regen auf mich zu laufen. So schnell wie ich konnte lief ich zu ihm. Ich schlang meine Arme um seinen Hals und er seine um meine Taille. Ich vergrub meinen Kopf in seinen Oberkörper und bei seinem Geruch fühlte ich mich geborgen wie schon lange nicht mehr. Seit er Deutschland verlassen musste, da er weiter touren musste, hatte ich seinen Geruch, seinen Atem und seine Arme nicht mehr gespürt. Es war, als würde das Loch in meinem Herzen endlich gefüllt werden. Er war das fehlende Puzzelteil in meinem Leben und ich würde es so schnell nicht loslassen!<<

Doch leider hatte ich dies getan. Ich hatte ihn losgelassen. Unfreiwillig. Unbewusst. Unbedacht.

Das schlimme und mittlerweile gewohnte Gefühl des Loslassens stieg in mir wieder auf.

Ich legte seinen Brief zu den anderen zurück und ergriff ein Bild.

Ich hatte es in der ersten Nacht in Australien aufgenommen.

Seine Mutter war unbeschreiblich lieb gewesen. Als ob ich ihre eigene Tochter wäre, dennoch hatte sie uns verboten zusammen in einem Bett zu schlafen. Doch er widersetzte sich ihren Regeln, indem er nachts heimlich vom Sofa aufstand, in sein Zimmer geschlichen kam und sich zu mir in sein Bett legte.

>>,,Was machst du da?“, fragte ich im Halbschlaf. ,,Ich kann und will ohne dich nicht schlafen, Honey!“ Er legte einen Arm um mich und ich kuschelte mich an seinen warmen Körper.
Doch seit er neben mir lag konnte und wollte ich nicht schlafen. Viel lieber lauschte ich seinem Herzschlag und seinem Atem. Irgendwann setzte ich mich auf und sah ich nur lächelnd an. Ich griff nach meinem Handy und machte ein Foto von ihm.<<

Er hatte jede Nacht die einzige Regel seiner Mutter gebrochen und jede Nacht hatte ich ihm beim schlafen zugeschaut.

Doch jetzt konnte ich es nicht mehr. Er war fort.

>>Wir saßen am Frühstückstisch. Ich zwischen ihm und seiner kleinen Schwester. ,,Kannst du mir bitte die Marmelade reichen, Honey?“, bat er höflich. Grinsend, da ich wusste, dass mich gerade alle aus seiner Familie mich anstarrten, reichte ich sie ihm. ,,Danke!“, sagte er leise. ,,Bitte!“. Ich spürte seinen Blick an mir hängen. Leidenschaftlich gab er mir einen Kuss auf die Wange und flüsterte so, dass nur ich es hören konnte, als sei es ein Geheimnis:,, Ich liebe dich und ich werde dich immer lieben!“<<

,,Du sagtest du liebst mich!“, schluchzte ich, während Tränen meine Wange hinunter liefen. ,,Also warum bist du gegangen?!“, schrie ich das Bild schon fast an.

Mir war es egal, ob meine Eltern schliefen und, dass ich morgen zur Uni müsste.

Ich hatte erneut das Gefühl, ich würde von innen aufgefressen werden. Er war das Puzzelteil gewesen ohne das ich nicht leben konnte. Er war die Füllung meines Herzens gewesen ohne das mein Herz nicht leben wollte.

Doch schon seit er sich das letzte mal vor genau fünf Wochen und vier Tagen gemeldet hatte, hatte ich das Gefühl er würde mich vergessen wie ich ihn nicht vergessen kann.

Ich hatte mir nie vorgestellt, wir würde so enden, denn ich hatte mir geschworen, sein Name würde immer der Name auf meinen Lippen sein!

Denn ich liebe immer noch wie er vor seinen Freunden angegeben hat, ich meine Augen verdrehte und er mich zu sich zog.

Ich habe es gehasst zu tanzen, doch für ihn habe ich es getan!

Ich habe es geliebt wie er meinem Vater die Hand geschüttelt hat, mit dem Gewissen, dass mein Vater ihn nicht leiden konnte, weil ich nun seine Prinzessin war.

Und es gibt nicht einen Tag an dem ich seine unhöflichen Unterbrechungen, während ich erzählte, nicht vermisse.

Doch ich musste nun loslassen. Er hat seinen Platz und ich meinen Platz.

Er gehört auf die Bühne mit seinen Freunden. Ich gehörte in die Uni und dann in die Firma meiner Eltern.

So schnell ich konnte wischte ich mir erneut die Tränen aus meinem Gesicht. Ich musste jetzt mit ihm abschließen. Ich nahm den Karton von meinem Bett und schmiss alle unsere Bilder, alle unsere Briefe und hoffentlich auch alle meine Gefühle und Gedanken über ihn hinein.

Als ich fertig war, schlüpfte ich in meine grünen Hausschuhe zog meine schwarze Kapuzenjacke über. Meine rote Bommelmützte gehörte auf meinen blonden Schopf. Ich pustete die Kerze aus und griff nach dem Karton.

Leise und vorsichtig schlich ich aus meinem Zimmer. Den langen Gang entlang, die Treppen hinab und blieb schließlich vor der Garagentür in der Küche stehen, als mir einfiel, dass ich ja noch sein Shirt trug. Und schon wieder konnte ich meine Tränen nicht unterdrücken, doch entschlossen öffnete ich die Tür und ging geradewegs auf die Papiertonne zu. Unter Tränen und voller Wut riss ich sie auf und warf den Karton hinein. ,,Ich hoffe es geht dir gut, da wo du bist und die Sonne scheint und, dass es ein schöner Tag ist und, dass du dich vielleicht an mich erinnerst und du dir wünschtest du wärst geblieben!“, schrie ich den Karton nach. Ich setzte mich mit den Rücken an die Mülltonne gelehnt auf den Boden und fing bitterlich an zu weinen.

Er hatte mein Herz zum bluten gebracht, dabei hatte er mir versprochen zurück zu kommen!

Warum kann er einfach so weiter leben, während ich hier friere?!
Warum hat er mir gesagt, dass er mich liebt, wenn er doch einfach weiter geht?!

Ich wollte ihn jetzt schlagen. So lange und so feste wie ich konnte! Ich wollte meine ganze Sehnsucht an ihm herauslassen. Ich wollte ihm zeigen wie sehr er mir bedeutete und wie sehr er mich mit seiner Abwesenheit verletzte. Dann, wenn ich meine Wut und meinen Schmerz und meine Trauer losgeworden bin, würde ich seine Wunden küssen!  

Gefühlte Stunden saß ich da und weinte bitterlich. Ich stand auf und schlenderte in die Küche. Dort sah ich das es nur eine Stunde gewesen war.
Ich schenkte mir ein Glas Wasser ein und ging wieder zurück in meinem Zimmer.

Ich stand mitten auf der Treppe als es an der Tür klopfte.

Wer war das mitten in der Nacht? Meine Schwester konnte es nicht sein, denn sie war auf Klassenfahrt und er würde es auch nicht sein! Er  würde mich doch  bestimmt vergessen haben!

Ich stellte mein Glas vorsichtig auf die Treppe und lief sie wieder hinab.
Vor der Tür konnte ich nur eine große Gestalt erkennen.
Ich griff nach einem Regenschirm für den Fall, dass es ein Dieb oder ein Entführer sein könnte.

Er hatte meine Paranoia immer gemocht! ,,Dann habe ich ja einen Grund dich zu beschützten!“, hatte er immer gesagt. Nein! Denk jetzt nicht an ihn! Er ist Geschichte!

Den Regenschirm fest umklammert öffnete ich die Tür langsam. ,,Hey!“, flüsterte jemand und ich spürte wie mein Herz erneut zerbrach und gleichzeitig führte es einen Freudentanz auf.

Er stand da. In einer schwarzen Jeans, einer schwarzen Jacke und einer grauen Mütze auf dem Kopf. Seine dunkelblonden Haare waren unter der Mütze versteckt und die einzelnen Strähnchen, die hervorlugten waren nass vom ganzen Regen. Über seine Schultern trug er einen schwarzen Rucksack.

Überwältigt von meinem Hass, meiner Sehnsucht, meinem Schmerz und meiner Liebe riss ich die Tür auf und holte mit dem Regenschirm aus.

,,Ich hasse dich!“, schrie ich aus Leibeskräften, während ich mit dem Regenschirm auf ihn einschlug, ,,Ich liebe dich! Ich hasse dich! Hast du verstanden?! Ich hasse dich! Ich liebe dich!“ Ich wollte mit voller weiter auf ihm einschlagen, doch er hielt ihn fest und nahm in mir aus der Hand.

,,Hör mir zu!“, sagte er und sah mir dabei tief in meine tränen unterlaufenen Augen, ,,Ich liebe dich! Ich hasse mich dafür, dass ich dich alleine gelassen habe! Ich kann nicht ohne dich leben! Ich werde dich niemals vergessen! Du, alleine du, bist die Luft die ich zum Atmen brauche! Du bist die Sonne in meinem Leben, die mich vor dem erfrieren schützt! Du bist das Wasser, das mich vor dem Verbrennen rettet! Du bist die einzige bei der ich alle meine Sorgen vergessen kann! Ich liebe dich! Ich muss dich nachts neben mir haben! Ich muss deinen Herzschlag spüren! Ich muss deinen Atem hören und deinen Geruch riechen! Du bist mein Leben! Ich liebe dich, Alina!“

Einen Moment ließ ich seine Worte auf mich wirken.

So schnell ich konnte warf ich meine Arme um seinen Hals und vergrub mein Gesicht in seine Jacke. Sofort umhüllte mich wieder sein Geruch. Ich vernahm seinen Herzschlag. Und leise auch sein Kichern:,, Ich verstehe, dass du mich erschlagen wolltest!“ Ich spürte seine Arme auf meinem Rücken und ich löste mich langsam wieder von ihm.

Nun standen wir hier. Mitten in der Nacht bei Mondschein und Regen. Nur wir beide. Langsam kam er meinem Gesicht näher. ,,Ich liebe dich auch, Ashton Irwin!“, sagte ich und lächelte in unseren Kuss hinein!
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