Fünf Tage

KurzgeschichteAngst, Suspense / P12
25.01.2014
26.01.2014
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25.01.2014 361
 
So, hier ist Nummer eins, ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen :)


Fünf Tage fuhren wir durch das ewige Dunkel, fünf Tage in denen wir vergaßen, wie die Sonne warm auf unsere Haut schien und wie farbenfroh und bunt die Welt sein konnte.
Fünf Tage zusammengedrängt wie Tiere in einem dunklen Wagen.
Fünf Tage in denen selbst der Mutigste von uns das Fürchten lernte.
Die kleinen Kinder weinten ununterbrochen und auch ein paar der Frauen schluchzten, doch all dies half nichts. Wir wurden trotzdem nicht aus dem Wagen geholt und erfuhren trotzdem nicht, wohin wir fuhren.
Die Nahrung, die man uns gegeben hatte, reichte nicht auch nur annähernd für so viele Personen, nicht einmal die Kinder wurden davon satt.
Keiner von uns kannte einen Anderen und in der Dunkelheit war es schwer Kontakte zu knüpfen – vielleicht war das genau die Absicht der Männer, die uns in den Wagen gebracht hatten, vielleicht.
Wir wussten nicht, wann Tag war und wann Nacht, wussten nicht wann die Sonne schien und wann der Mond. Die Fahrt kam uns allen viel länger vor, als sie in Wirklichkeit war.
Diese fünf Tage schienen uns wie fünf Jahre.
Dann – ganz plötzlich ging ein heftiger Ruck durch den Wagen und daraufhin stand er mit einem Mal still. Kein Geräusch war zu hören, selbst die Kinder schwiegen.
Auf einmal öffnete sich die Tür, die Tür, die fünf Tage lang unsere Gefängnistür gewesen war.
Blendend helles Sonnenlicht flutete hinein. Wir, nicht mehr an das Licht gewöhnt, kniffen die Augen zusammen und verbargen unsere Gesichter in den Händen. Manche schrien vor Schmerz laut auf.
Immer noch blind spürten wir, wie die Männer uns packten und aus dem Wagen führten. Keiner von uns machte auch nur den Versuch sich zu wehren; wir alle wussten, dass es aussichtslos wäre.
So ließen wir uns führen, unwissend, wo wir uns überhaupt befanden.
Vielleicht trennten sie uns oder brachten uns zu einer Sammelstelle mit noch viel mehr Leuten, wir wussten es nicht, da niemand auch nur einen Mucks von sich gab.
Es war totenstill, das einzige Geräusch war der eigene Atem.
Allen gingen dieselben Fragen durch den Kopf:
Wo sind wir?
Wo bringen die uns hin?
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