Mephistos Monolog

GeschichteAllgemein / P12
Mephistopheles
24.01.2014
24.01.2014
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Mephistopheles:

Tausend Teufel! Das war knapp.
Fast hätt' sie ihn so weit gebracht.
Wäre er noch länger geblieben.
Musste dieser liebeskranke Narr in diese Göre sich verlieben?
Hätt's eine andere nicht auch getan?
Aber nein, unser edler Mann
musste gerade sie erwählen.
Mann möchte weinen, möchte stöhnen.

Dort hockt er nun in seiner Höhle.
Weint seinen Kummer sich von der Seele.
Und weiß sich keinen besseren Rat,
unser großer Mann der Tat,
als mit seinem Herzeleid mich zu plagen.
Ein Bild des Jammers, möcht ich sagen.
Welch selbstverliebter kleiner Tor.
Und ist so klug als wie zuvor.
Ha!
Eitel ist er, selbstgerecht.
Und glaubt auch noch, ich wär sein Knecht.

Es sind doch alle Menschen gleich.
Die glauben nun, sie wären reich.
Die glauben nun, sie wären klug.
Und erkennen Täuschung und Betrug
erst wenn's zu spät ist und rufen „Ach!“
Wie die drei Narren aus Auerbach.
Sie zu täuschen war allzu leicht.
Nur beim Herrn Doktor hat's nicht ganz gereicht.

Doch, Elender, sei auf der Hut!
Was lange währt, wird endlich gut.
Nun aber muss ich mich bequemen
des alten Tores mich anzunehmen.
Dieses jammervolle Klagen
mag ich länger nicht ertragen.

Zu Gretchen wird der Doktor gehen,
den Herrn Gelehrten schwer verführen,
soll dies, ach, so tief betrübte Kind.
Dass er nicht mehr weiß, wo ihm die Sinne stehen.
Und ich ihn formen kann, wie feuchten Lehm.
Oh, Liebe macht doch wahrlich blind!
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