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Eine neue Erbin

GeschichteHumor, Horror / P18 / Gen
Alucard OC (Own Character)
22.01.2014
02.05.2020
13
40.814
9
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
19.02.2017 4.143
 
Huihui! ^^
Der Tag mit den Herren von Iscariot ist noch nicht zu Ende.
Es gibt spannende Ereignisse, die sich nur so anhäufen, und eine unerwartete Entwickling, welche die gute Nadja Marian Glasser/Hellsing ganz schön aus dem Konzept bringt. Mehr verrat ich nicht!
Muhahahahahahaa!

Viel Spaß!

_____


Vlad folgte mir auf meinem sinnfreien Weg durch die Gänge des Anwesens auf der Suche nach Ablenkung oder einem ruhigen Ort, wo ich über das eben Erlebte nachdenken konnte. Immerhin traf man nicht jeden Tag auf einen Schwerter schwingenden Priester.

Ich fand einen ruhigen Ort in Form der Bibliothek, ließ Vlad hereintapsen und schloss die Tür ab, anstatt sie einfach zu schließen.
Kaum war das getan lehnte ich mich schwer gegen das Holz, starrte eine Weile blicklos aus den großen Fenstern und ließ die Geschehnisse vom Eintreten der Tür bis zum Verschwinden des Vampirs revue passieren, bis eine feuchte Hundenase gegen meine Hand stubste.
Tief durchatmend schloss ich meine Lider und lächelte für eine halbe Sekunde zu ihm herunter bis mir die zusätzlichen Iren wieder einfielen, die im Speisesaal über seiner Schnauze erschienen waren, und es auf meinen Lippen gefror.
Ich entfernte mich etwas von ihm und ließ meinen Blick prüfend über seine Gestalt gleiten. Er saß aufmerksam auf seinen Hinterbeinen, seine Schlappohren zuckten in irgendeinem Takt, den lediglich er hörte, sein schwarzes Fell glänzte im Licht der einfallenden Strahlen der Vormittagsonne, die ihn nicht ganz erreichten.
Es war nichts Außergewöhnliches zu erkennen.
"Ich hab mir das nicht eingebildet...", murmelte ich zu mir selbst und ging in die Knie, sodass wir in etwa auf gleicher Höhe waren, dann forderte ich, "Zeig sie mir."
Misstrauisch kniff ich die Augen zusammen, als er fragend den Kopf schieflegte.
"Vlad", sagte ich warnend, "Du weißt ganz genau was ich meine!"
Daraufhin sah es so aus als ob er frustriert schnauben würde und einen Moment später öffneten sich die beiden Augenpaare über dem, dass ich die ganze Zeit fixiert hatte. Überrumpelt blinzelte ich einpaar Mal bis ich nervös auflachte und mit einer Hand über mein Gesicht wischte und mit der anderen durch meine Haare fuhr.
"Kein normaler Hund also...", hauchte ich und sah an die Zimmerdecke.
Wieso hab ich das nicht früher bemerkt?
Jetzt ergab die Wunde, die ich zu sehen geglaubt hatte, als der Vampir ihn von sich gegen den Baum geschleudert hatte, Sinn.
Die roten- BLUTroten Augen!
Und dann auch gleich sechs Stück davon!
Sein kühles, schwarzes Fell und die Tatsache, dass ich ihn weder hecheln, noch etwas essen oder trinken gesehen hatte, seit ich ihm genau hier über den Weg gelaufen war. Außerdem wusste ich jetzt, dass er wirklich jedes Wort verstand, was ich sagte.

Ein Winseln erklang und ich bemerkte, dass er näher gekommen war.
Ich rutschte sofort ein Stück zurück und hielt ihm auffordernd die blanke Hand hin, "STOP! Bleib SOFORT wo du bist!"
Wieder leise winselnd tat er wie befohlen. Ich sah wie seine Ohren sofort absanken und er einen Blick aufsetzte, als ob ich ihn getreten hätte. Es war unheimlich, dass er dieses Kunststück mit allen Augen durchzog und es tatsächlich Wirkung zu zeigen schien.
Ich wollte ihn sofort hinter den Ohren kraulen, hielt mich allerdings zurück und rutschte noch ein Stück weg. Ich merkte, dass er sofort nachrücken wollte und unterband das mit einem strengen Blick.
"Muss ich sonst noch etwas wissen?", fragte ich vorsichtig, nicht sicher ob ich die Antwort wirklich haben wollte - ich wusste nur, dass ich aus der Haut fahren würde, wenn er mir in klaren Worten antworten sollte. Doch das geschah zum Glück nicht...

Stattdessen bewegte sich etwas von seiner Pfote auf mich zu und bei genauerem Hinsehen, erkannte ich eine kleine Spinne - genau genommen ein Exemplar, welches der die zwischen meinem Bettgestell und dem Nachtkästchen ihr Netz bezogen hatte und seit einer Weile verschwunden war, ähnelte.
Unsicher sah ich von dem Spinnentier, dass einen Meter vor mir anhielt, zu dem Fellball und zurück. Ich konnte nichts genaues erkennen, aber ich war mir sicher, dass auch sie rote Augen haben würde, wenn ich sie genauer unter die Lupe nahm. Sie verschwand von einem Moment auf den anderen und als ich zu Vlad zurück sah, erwiderte er meinen Blick unverwand.
"Die Spinne war-... ist ein Teil von dir?", versuchte ich zu interpretieren und erhielt ein Kopfnicken, "Was noch?"

Nach einem unsicheren Augenflackern, welches ich als innere Debatte vermutete, erschienen weitere Augen auf seinem gesamten Körper.
Sofort legte ich die letzte Distanz zur Bücherwand zurück, zog die Beine fest an meinen Körper und starrte auf die Kreatur, die sich vor mir entfaltete. Er begann rötlich zu glühen, während er anwuchs und auch um zwei Köpfe erweitert wurde - allerdings mehr in einer grotesken Art und Weise, als in einer tatsächlichen festen Form. Und dann wurde ich Zeuge einer Entwicklung, die ich niemals vorhergesehen hätte.
Aus der schwarz-rötlichen Maße formte sich nach und nach eine menschlische Gestalt. Zuerst kamen Arme zum Vorschein, die sich auf dem Parkett des Raums abstützten, danach folgte ein Kopf mit einer wilden schwarzen Mähne, die wie Feuer loderte, Schultern, Oberkörper, Hüften, Unterleib und Beine.
Mit weit aufgerissenen Lidern erlebte ich diese Transformation.

Als der Mann zu mir hoch sah, erkannte ich sofort blutrote Augen, die mich durch dunkle Stirnfransen flehend anschauten, eine lange gerade Nase, hohe, edle Wangenknochen, zu einer ernsten Linie gezogene Lippen und einen Wochenbart, der das Gesicht umrandete.
Seine langen Haare fielen in leichten Wellen um seine breiten Schultern und über seine muskulöse Brust und den Bauch, da stoppte ich mit meiner Betrachtung und erkannte dass er nackt war.
Schnell wand ich mein Gesicht ab, dessen Temperatur viel zu hoch war und hielt mir zusätzlich eine Hand vor um sicher zu gehen.
"V-vlad... d-d-du bist- Meine G-güte!", stammtelte ich vor mich hin und versuchte nicht noch einmal hin zu sehen um mich zu vergewissern, "Du bist NACKT!"
Ich schluckte nervös und vergrub mein Gesicht in beiden Händen, um mir einzureden, dass das alles nicht wahr war. Mein Herz pochte wild in meiner Brust, das Blut rauschte mir wie tosende Wellen in den Ohren und die Hitze in meinen Wangen stieg unweigerlich höher, bei dem Gedanken daran, dass ich mich alleine mit einem nackten Mann - ehemals ein (!!!)HUND(!!!) - in der Bibliothek meiner Großcousine aufhielt, die ich von Innen verriegelt hatte.

Lange Finger schlossen sich um meine Handgelenke, zogen sie von meinem Kopf weg und mein Blickfeld wurde komplett von seinen Zügen eingenommen, so nah war er mir gekommen, während ich nicht aufgepasst hatte.
Ich war zwischen seinem Körper und den Büchern eingekeilt - fast so wie es der Fall gewesen war, als ich den Vampir in der Küche vor mir stehen hatte.
Mein Herz pochte weiterhin wie verrückt, mein Hals war trocken und ich starrte hilflos in dieses Gesicht, welches mir seltsam bekannt vorkam.
Ich suchte nach dem Grund für dieses Gefühl der Vertrautheit, wurde jedoch abgelenkt, als seine kalten Fingerkuppen meine überhitzten Wange berührten. Automatisch zuckte ich zurück, spürte aber wie sich Einbandrücken gegen meinen Schädel drückten, während eine Gänsehaut über meinen Rücken wanderte.
Unsicher was er vorhatte, presste ich meine freigelassene Hand gegen sein blankes Schlüsselbein.
Seine Iren wanderten überrascht an die Stelle, aber er schaute bald auf und rückte unbeirrt vor, bis sich unsere Nasen fast berührten.
"A-aus, Vlad!", fand ich meine Stimme, aber es war mehr ein leises Zittern, als ein Befehl, also schloss er seine Augen, überbrückte den letzten Abstand und legte seine Stirn an meine.
Schwer erleichtert atmete ich zitternd aus und konnte ein schrilles Auflachen nicht ganz unterdrücken.
Er bewegte sich keinen Millimeter, während ich etwas runter kam.
Gut, es funktionierte nicht richtig, weil er in einer menschlichen Gestalt nackt ziemlich nahe vor mir saß, aber die Kühle seines Gesichts an meinem half ein winzig, kleines bisschen.

Als ich spürte wie seine Fingerkuppen zu wandern begannen, versteifte ich mich allerdings und klammerte meine Hand an seiner Schulter fest.
Unbeirrt kämmten die langen Finger sich durch meine Haare über die Kopfhaut und landeten in meinem Nacken, wo sie kleine Kreise zogen, während der Daumen seiner anderen Hand über dem verrückt gewordenen Pulsschlag an meinem Handgelenk fuhr und er unsere Nasen aneinander rieb.
Da erkannte ich, dass er versuchte mich auf seine Art zu beruhigen.
Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen.
Ein tiefes, zufriedenes Grollen war zu hören und ich bemerkte, dass ich meine Finger ebenfalls in seiner Mähne versteckt hatte und ihn im Nacken kraulte. Seufzend presste ich meine Stirn gegen seine und merkte zufrieden, dass er seinen Kopf zurückzog um mich anzusehen.
Er benahm sich immer noch wie ein Hund, nichts an ihm sprach von Hintergedanken oder bösen Absichten, und er benutzte genau die Techniken, die ich für Liebkosungen, seit wir uns kannten, genutzt hatte.
Er hatte die Gestalt eines Mannes, ja, aber er handelte vollkommen nach seinem Naturell, soweit ich das beurteilen konnte. Ich lösten meine Finger von ihm und nahm seine größeren Hände in meine. Er war nicht glücklich darüber, dass ich mit meinen Liebkosungen aufhörte und schaute nachdenklich nach unten - vielleicht um herauszufinden, was er falsch gemacht hatte.

"Vlad", sagte ich und erhielt den intelligenten, aufmerksamen Blick, welchen er mir immer schenkte, wenn ich mit ihm sprach, "bitte verwandle dich zurück. Ich weiß, dass ich nach deinen Fähigkeiten gefragt habe, aber-", ich schluckte und deutete wage auf seine entblöste Form, "ich würde mich viel, viel, viel wohler fühlen, wenn du wieder ein Hund wärst."
Er nickte verstehend, lehnte sich in meine Richtung und leckte mir über die Wange. Unnötig zu sagen, dass ich paradeiserrot wurde, während er sich zurück lehnte und die Transformation vor meinen Augen begann.
Seine Nase wurde länger, seine Mähne breitete sich über seinen Körper aus und seine Gliedmaßen formten sich um. In wenigen Augenblicken saß ich vor dem schwarzen Schlappohr, dessen Pfoten ich weiter in den Händen hielt.
Mein erster Impuls war ihn zu umarmen, was ich tat, danach legte ich meine Hände an jede Seite seines Schädels und zog ihn heran um meine Stirn an seine zu legen. Als wir uns trennten, leckte er mir wieder über die Wange, was mich nervös auflachen ließ. Ich kraulte ihn hintern den Ohren und wurde nachdenklich.
"Weißt du", meinte ich und schaute in seine roten Iren, "Irgendwie hat deine menschliche Gestalt mich an jemanden erinnert..."
Er legte den Kopf schief, aber ich schüttelte den Gedanken ab und schob ihn zur Seite um aufstehen zu können. Kaum war ich auf den Beinen sprang auch Vlad auf und tapste mit mir zur Tür zurück, die ich aufschloss.

Den Türgriff gepackt, hielt ich inne und sah zu ihm hinunter.
Seine Iren blickten auffordernd zurück.
"Sind diese komischen Männer noch im Anwesen?"
Er grinste und stubbste mich an, endlich auf zu machen. Wenn ich nicht vor knapp einer Minute gesehen hätte, wie er seine Form verändert hatte, würde ich mich wieder darüber wundern, ob ich meinem Verstand glauben schenken durfte.
"Ist das ein ja?", hinterfragte ich und öffnete die Holzbarriere gerade als ein roter Schatten vorbeiflitzte und silberne Dolche hinterher jagten, kurz darauf folgte ein dunkler Schatten.
Neugierig steckte ich den Kopf in den Gang und sah ihnen nach, "Waren das nicht Alucard und der seltsame Priester mit den Schwertern?"
"ANDERSEN!!!", brüllte da jemand aus der Richtung von wo sie gekommen waren und ich drehte meinen Kopf um den eingebildeten Schnössel zu sehen, der die Esszimmertür eingetreten hatte um Integra zu beleidigen.
Erschöpft hielt der vor der Bibliothekstür an und stützte sich auf seine Knie um zu verschnaufen.
"Sind Sie in Ordnung?", fragte ich aus Höflichkeit, weil ich nicht unbemerkt an ihm vorbei kommen würde und sah mich mit funkelnden, violetten Iren konfrontiert.
"DU!", hatte er sich schnell wieder aufgerafft und zeigte mit ausgestrecktem Finger auf mich - aus Reflex lehnte ich mich etwas zurück, "Beende das sofort!"
Fragen hob ich eine Augenbraue, "Wie bitte?", und sah kurz zu Vlad, der einfach da saß und den bleichen Mann fixierte.
"Dieses Weib hat sich einfach aus dem Staub gemacht, ohne etwas zu unternehmen", setzte er an und knirschte mit den Zähnen, "Wir müssen zurück zum Vatikan und dem Papst Bericht erstatten! Wir haben keine Zeit für dieses Theater, aber Andersen hört nicht auf mich, also musst du diesen verdammten Vampir unter Kontrolle bringen!"

Unsicher wie ich das anstellen sollte, griff ich mir in den Nacken, "...okay? Vlad?"
"Enrico Maxwell", entgegnete er und verschränkte die Arme vor der Brust, "Anführer von Iscariot, der 13.Division des Vatikans."
"Ehm... ich habe den Hund gemeint", grinste ich schief und deutete auf das pelzige Wesen knapp hinter mir.
Dieser Maxwell sah an mir vorbei zu dem Tier, "Oh...", und stämmte die Arme in die Hüften, "Was ist das für ein Köter?"
Vlad setzte sich in Bewegung und trottete in die Richtung aus der alle gekommen waren, ich folgte ihm und deutete dem Hellhaarigen ebenfalls mit zu kommen, "Wenn Sie die Rasse meinen, hab ich leider keine Ahnung, aber er wird uns zu Alucard und Ihrem schwerter-schwingenden Priester bringen."
"Bajonette", meinte der Herr hinter mir, "Es sind geweihte Bajonette, keine Schwerter. Andersen wird sauer, wenn man das durcheinander bringt."
"Ahja...", machte ich und riskierte einen Schulterblick, "Gut zu wissen."

"Um auf meine Frage zurück zu kommen", begann er nach einer Weile ein Gespräch, "Wie lange bist du schon hier?"
Überrascht über den Plauderton schenkte ich ihm einen Seitenblick und fragte mich, wann er so eine Frage gestellt hatte, "Es sind bald vier Monate."
"Interessant", murmelte er.
Glaubend, dass ich mich auf sicherem Eis befand, fragte ich, "Was ist die Aufgabe der 13.Division? Ich glaube jemand hat erwähnt, dass auch der Vatikan Jagd auf Vampire macht. Ist das Ihre Aufgabe?"
"Durchaus", erwiderte er zivilisiert und ich begann mich zu wundern, warum er und meine Großcousine keine normale Unterhaltung zustande bekamen, "Wir operieren in anderen Gebieten als die Hellsing-Organisation. Es gibt ein Abkommen darüber, welches vom Papst höchstpersönlich unterzeichnet wurde. Ein Grund dafür waren die Auseinandersetzungen zwischen Paladin Alexander Andersen und eurem Vampirhaustier."
"Die sind also öfter so?", wurde ich neugierig.
"Jedes Mal wenn sie sich begegnen...", stöhnte Maxwell genervt und ich konnte mir vorstelle, dass er sich den Nasenrücken rieb, "Er ist ein Regenerator, aber nach jedem Zusammentreffen mit diesem Vampir dauert es manchmal Tage, bevor er wieder einsatzbereit ist."
"Ein Regenerator?", verwundert drehte ich den Kopf herum, "Sowas gibts wirklich? Warum wundert mich das noch?"
Ich hörte von vorne ein Schnauben, unterließ es aber den Hund zu treten - der würde sich später noch etwas anhören können.
Er ignorierte meine letzte Frage, "Durchaus, aber wie bereits gesagt, dauert die Regeneration nach einem Kampf dieser beiden mehrere Tage und Andersen sollte in einem Stück sein, wenn wir vor den Papst treten."
Verstehend nickte ich.

Unser Hundeführer brachte uns nach draußen hinters Haus, wo die beiden Rivalen sich ein Wortgefecht lieferten, ihre Waffen in beiden Händen erhoben. Das war das erste Mal, dass ich Alucard mit Schusswaffen sah.
Ansonsten waren die beiden etwas ramponiert, aber alle Gleidmaßen waren da wo sie hingehörten. Der Hut sowie die orangegetönte Sonnenbrille fehlte und die rote Scherpe des Vampirs wirkte etwas schief, die Brille des Priesters hing lediglich an einem Ohr und wies ein gebrochenes Glas auf.
"Andersen!", rief Enrico sofort, doch wie von ihm erzählt, erzielte sein Ruf keinerlei Wirkung.
Wie sollte ich da bitte vorgehen?
Ich suchte nach Vlad, doch der saß im Schatten des Anwesens und genoß die Show, so wie es aussah.
Ungläubig schüttelte ich den Kopf und sah wieder zu den Kontrahenten, die anscheinend so weit waren übereinander herzufallen. Da begann ich mich zu wundern, warum Alucard eigentlich den ganzen Tag über wach gewesen war. Hatte er vielleicht von dem Eintreffen der Herren gewusst?
"Jungs!", versuchte ich es und erreichte tatsächlich, dass sich ihre Köpfe zu mir drehten (lag es daran, dass ich ein neuer Faktor in dieser Beziehung war?), "Die Spielzeit ist vorbei!", zuerst wand ich mich an den Mann mit den Bajonetten, "Soweit ich das verstanden habe, haben Sie noch einen wichtigen Termin in Rom, Pater, den Sie auf keinen Fall versäumen sollten."
Er wirkte überrumpelt und senkte seine Ausrüstung, während er zuerst zu mir und dann zu dem aufgeregten Herren neben mir sah, der ihn zornig anfunkelte, "Der Papst, natürlich. Wie es aussieht müssen wir den Kampf auf ein ander Mal verschieben, Vampir."
Ich schielte zu dem Schwarzhaarigen hinüber, der beide Pistolen in seinen Mantel schob, "So sieht es aus, Judas-Priester", stimmte er zu.
Seine Augen waren hinter seinen wehenden Haaren versteckt, aber ich kam nicht umhin seinen Blick auf mir zu fühlen.
Der Paladin ließ seine Bajonette ebenfalls in den Weiten seines Mantels verschwinden und schritt gemächlichen in meine Richtung. Er nahm seine Brille nach einem Versuch sie richtig zu verankern ab und schwebte über mir wie ein Berg - noch so einer...
"Es war mir eine Freude sie kennen zu lernen", ein unerwartetes Lächeln legte sich auf seine Lippen, als ob er zum Tee vorbei gekommen wäre, "Miss-?"
Ich stellte mich gerade hin und erwiederte verdutzt, "Nadja, Pater."
"Miss Nadja", er machte eine kleine Verbeugung und wand sich dann an Enrico Maxwell, "Ich bin bereit."
"Das wurde aber auch Zeit!", fauchte der, sendete ein Kopfnicken in meine Richtung und machte mit dem Priester auf den Fersen kehrt.

Ich stand etwas ratlos im Garten, "Das war doch garnicht so schwer, wie befürchtet..."
"My Lady", erklang der Barriton des Untoten.
Den hatte ich fast vergessen... Ich drehte mich halb zu ihm und war schon wieder gezwungen hoch zu sehen. Es war in diesem Haushalt echt anstrengend nur 1.65m groß zu sein.
Anstatt ihn lange zu beachten, machte ich Anstalten wieder ins Haus zu gehen. Es war recht kühl und selbst die Mittagssonne erzeugte keine rechte Wärme, da war es sehr unklug mit einem einfachem Hemd im Freien herum zu stehen. Ein Handschuh an meinem Handgelenk hinderte mich daran.
"Das war ausgesprochen gefährlich..."
Zurück sehend begegnete ich einem intensiven Blick, der mir einen Kälteschock bis ins Knochenmark bereitete.
"Lass los", hauchte ich und musste endlos lange fünf Sekunden darauf warten, bis sein Griff sich löste.
Dann stapfte ich sofort über den Rasen an Vlad vorbei ins Haus.

Den Rest des Tages verbrachte ich alleine in der Bibliothek, wo ich mir den Ohrensessel an die weite Fensterfront schob um im Tageslicht zu lesen - ab und an kam jemand vorbei um mir Tee und Wasser zu bringen.
Noch bevor es richtig zu dämmern begann, schnappte ich mir einpaar Bücher und verstaute sie in meinem Zimmer.
Danach machte ich mich auf zum Speisesaal, wo das Loch in der Wand provisorisch abgedichtet worden war. Ich aß mit Integra zu Abend, die meinen 'mutigen' Einsatz von ihrem Bürofenster aus beobachtet hatte.
"Das hätte auch anders ausgehen können", meinte sie und ich spürte Walthers tadelnden Blick von der Seite.
"Darüber wurde ich in Kenntnis gesetzt", erwiderte ich knapp und zersäbelte mit viel Elan meine Fleischportion.
"Miss Marian", hörte ich Walthers Einwurf beginnen, "Es zeugt von unglaublichem Glück, dass Ihnen keinerlei Schaden zugefügt worden ist."
"Ich war sicher genug mit Alucard und Vlad in der Nähe, oder nicht?", entgegnete ich und traf auf Schweigen, welches ich dazu nutzte einpaar Erdäpfel zu zerkleinern und mit den Fleischhappen auf zu spießen.
"Maxwell hat bestimmt darauf angespielt, dass du etwas Dummes tun würdest", erklang die Stimme der älteren Frau über das Klirren meines Bestecks hinweg, "Vermeide es in Zukunft ins Kreuzfeuer zu geraten."
"Es war mehr ein Stand-Off", murmelte ich, "Sie waren nicht 'mal richtig dabei zu kämpfen. Außerdem bin ich NUR hineingeraten, weil Alucard mit Pater Alexander durchs Anwesen Fangen gespielt hat. Wenn sie nicht an der Bibliothek vorbei gelaufen wären, hätte ich garnichts von dem Drama mitbekommen."
Ich legte mein Besteck ab, nahm einen großen Schluck von meinem Wasserglas, erhob mich ohne auf eine Reaktion zu warten und verabschiedete mich mit einem 'Gute Nacht'.

Auf dem Weg zu meinem Zimmer hörte ich Integra deutlich nach dem Vampir brüllen.

Vor meiner Zimmertür saß ein bestimmter Bluthund, dessen Schweif zu wedeln begann, sobald ich nah genug dran war um ihn hinter einem seiner flauschigen Schlappohren zu kraulen.
"Dann wünsche ich mal eine Gute Nacht, Vlad", brachte ich heraus, ein Gähnen folgte, "Das war mal eine komplett andere Art von Anstrengung."
Ich strich ihm ein letztes Mal durch das Fell und wand mich dann mit dem Schlüssel in der Hand meiner Zimmertür zu. Seine kalte Schnauze stubste gegen mein Bein und als ich hinunter sah, warf er einen Blick auf das Holz und winselte dann.
Verwirrt schaute ich zwischen dem Tier und dem leblosen Ding hin und her, dann machte es klick.
"Woah!", gab ich laut zu verstehen, "Nein! Ich brauche meinen Schlaf und ich weiß genau, dass ich nicht schlafen werde, wenn du im Raum bist. Ich würde es auch begrüßem, wenn niemand sonst reinkommt, verstanden?"
Er senkte den Kopf, nickte allerdings und stubste mir ein letztes Mal mit der Schnauze gegen die Hand, bevor er mir zusah wie ich den Schlüssel im Schloss drehte und die Tür hinter mir zuzog.

"Verrückter Hund", murmelte ich amüsiert und ging ins Bad um meine abendliche Routine durch zu führen.

~
Meine Augen waren geschlossen um mich ganz und gar meinen Empfindungen hin zu geben.
Ich kniehte über den seidenen Laken, spürte wie der kühle Körper hinter mir gegen mein erhitztes Fleisch drängte und Hände über meinen Körper wanderten. Lippen bewegten sich von meinem Schulterblatt zu meinem Nacken, weiter über meinen Hals an die Stelle hinter meinem Ohr, wo eine Zunge sich ihren Weg über meine Haut den gleichen Weg zurück bahnte.
Ein weiterer Mund war damit beschäftigt meinen Brustkorb zu verwöhnen, ein leichter Bartwuchs kitzelte dabei immer wieder über Bereiche meiner Brust. Ich stöhnte und seufzte unter den Liebkosungen, die man mir zuteil werden ließ.
Meine rechte Hand vergrub sich in einer wilden Mähne vor mir und die Linke klammerte sich an den festen Schenkel zwischen meinen Beinen, der zu der Person hinter mir gehörte. Nur die Hände an meinem Körper hinderten mich daran mich nieder zu lassen und mich daran zu reiben.
"Mehr~", flehte ich und erschauderte bei dem amüsierten Auflachen hinter mir.
"So ungeduldig~", hauchte mir eine samtene Stimme ins Ohr.
Ein wohliger Schauer überkam mich, als lange Finger ihre Wanderung fortsetzten und mich überall berührten, außer dort wo ich es am meisten wollte - brauchte. Eine Hand knetete meine Brust, eine andere zeichnete Kreise meinen Rücken entlang, eine weitere wanderte über meinen Bauch und die letzte streichelte über meinen Oberschenkel.
Ein flehendes Wimmern entkam meinen Lippen, als ein Mund sich auf meinen legte. Meine Finger vergruben sich weiter in dem seidenen Haar und wanderten, bei dem Versuch den Kuss zu vertiefen, an einen starken Nacken. Ich kraulte die Stelle und wurde mit einem tiefen Grollen belohnt, welches Hitze in meine unteren Regionen schickte.
Gierig leckte ich gegen das kühle Lippenpaar um Einlass zu verlangen, während ein weiteres sich ganz meinem Nacken zuwand. Zufrieden stöhnte ich auf, als er meinen Anstrengungen nachgab und sich mir öffnete.
Fingernägel zogen leichte Schriemen an meinem Rücken und Oberschenkel entlang. Um nach Luft zu schnappen löste ich unsere Münder und legte meine erhitzte Stirn an die meines gegenübers.
Trunken vor Lust öffnete ich meine Augen und blickte in rote Augen unter wilden Stirnfransen. Eine elegante, gerade Nase zeigte mir den Weg zu einem mit einem Wochenbart umrahmten Mund. Hohe, edle Wangenknochen eingefasst in eine wilde, leicht gelockte schwarze Mähne, rundete das Bild ab.
~

Ich sprang praktisch aus meinem Bett.
Mein Herz pochte wie wild in meinem Brustkorb, mein Atem ging stockend und mir war unfassbar heiß vor Scham und Erregung, die mich nach dem Aufwachen keinesfalls verlassen hatte.
"V-verdammt! O-oh GOTT!", unwirsch kämmte ich mir mit den Fingern durch die Haare, die mir vor Schweiß im Nacken und der Stirn klebten.

_____


Tja, das war doch mal spannend?
Ehm... ich muss mir selbst erst darüber klar werden, was ich da fabriziert habe und stell mal die Altersbegrenzung auf 18 um... das ist wohl ein guter Plan und das Beste für alle.

See ya!
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