Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Eine neue Erbin

GeschichteHumor, Horror / P18
Alucard OC (Own Character)
22.01.2014
02.05.2020
13
40.814
9
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.02.2016 2.082
 
Zu meiner Verteidigung... ich hab wirklich angefangen weiter zu schreiben, sobald ich das neue Kapitel von 'Fischmensch Saki' hochgeladen hatte... ich schwörs!
Aber irgendwie hatte ich dann all diese Ideen für andere Fandoms und die hier wollte sich einfach nicht weiterschreiben lassen bzw es ging nur sehr, sehr, seeehr stockend voran... Schande über mich!
Irgendwie geh ich mir damit selber auf den Keks... -.-

Viel Spaß!

_____


In den nächsten Tagen verbrachte ich das Schießtraining auf der großen Rasenfläche hinter dem Anwesen damit mit bunten Farbpatronen auf Pip und seine Leute zu zielen, während die versuchten humpelnd, schnaufend und Zombies immitierend an mich heran zu kommen - es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass ich unzählige Male 'gefressen' wurde...
Die Söldner - wie ich irgendwann zwischendurch herausfand, als wir eine Pause einlegten und sie Witze darüber rissen, dass sie jetzt schon als Kanonen-Futter herhalten mussten - waren durch kleine Mikrofone und Ohrstöpsel mit Walther verbunden, der ihnen Anweisungen gab und ihnen sagte, ob sie nach einem Schuss meinerseits umfallen oder weiterhumpeln sollten - es ist wohl nicht notwendig zu erwähnen, dass sie meistens weiterkriechen durften, weil ich es zumindest geschafft hatte ihnen ein Bein 'abzuschießen'...

Niederstreckende Treffer waren meist eine Ausnahme und mehr Glückstreffer, als wirklich beabsichtigt oder meisterhaft gezielt.
Das wurde jedes Mal von Walther bemängelt, aber wie wir das ändern konnten, war für jeden ein Rätsel, weil keine Methode anzuspringen schien - und wir hatten wirklich alles versucht...
Es war ziemlich makaber - um es einmal so auszudrücken - und nicht wirklich hilfreich, dass den Männern das ganze richtig Spaß machte. Sie legten es praktisch darauf an mich zu überraschen und zum Quietschen zu bringen.

Wenn wir nicht im Garten Zombieangriff spielten, verbrachte ich meine Stunden unter Walthers Aufsicht im Inneren des Anwesens mit dem Erlernen der feinen, englischen Etikette.
Dabei saß ich meistens in meinen Alltagsklamotten im Speisesaal am großen Esstisch.
Vor mir aufgebreitet war dann alles was man an Besteck, Porzellan und Gläsern haben konnte und wir gingen jede Gabel, jedes Messer, jeden Löffel, jeden Teller, jede Schüssel, jedes Glas und deren Benutzung durch.
Mir war nicht bewusst gewesen, dass es so viele verschiedene Utensilien für eine einfache Mahlzeit geben konnte - ich wurde eines Besseren belehrt.
Wenn Walther es verlangte steckte ich in einem feineren Zwirrn, wobei es sich zu meinem Leidwesen jedes Mal um ein Kleid handelte.
Als ich einmal darauf hingewiesen hatte, dass es unfair war von mir zu verlangen in so einem Fummel herumzulaufen, wo Integra doch immer ihren Anzug trug, bekam ich zu hören, dass 'Sir Integra einen anderen Status bekleidete und sich dementsprechen kleidete'.
Die Antwort quitierte ich mit einem Augen verdrehenden Schnauben und fügte mich meinem Schicksal, wenn es der Hausbutler für angebracht hielt.
Während der Benimmstunden waren wir selten unter uns. Manchmal war meine Großcousine mit am Tisch, ab und zu lag Vlad nicht weit entfernt unter einem schattigen Plätzchen herum, gelegentlich stand Alucard wie eine Statue in einer der schwach beleuchteten Ecken.
Jeder von ihnen beobachtete das Theater auf seine Weise und egal um wenn es sich dabei handelte, ich fühlte mich unwohl so fixiert zu werden.

Glücklicher weise sammelte sich das mir vorgeworfenen Wissen über die Manieren der Briten schneller an, als meine Fähigkeiten mit dem Schießeisen. Zumindest hier konnte ich mich mit meinen Fortschritten angeben - auch wenn ich das natürlich nicht tat.
Das wäre nämlich total un-britisch!

So verbrachte ich also meine Tage mit aufstehen, umziehen, frühstücken, umziehen, laufen, Zombieangriff, essen, umziehen, britische Etikette, umziehen, essen, duschen, anziehen, schlafen.
An der ganzen Routine störte mich nur das ständige Umziehen. Es war unglaublich anstrengend für jedes Tagesereignis eigenen Klamotten zu haben.
Ich wurde von Walther darauf hingewiesen, dass ich mit meinem Pyjama lediglich in meinem Zimmer herumlaufen durfte, nachdem er mich eines frühen Abends in meinen Schlafshorts und dem dazupassenden Top die Gänge entlang huschen gesehen hatte.
Im ersten Moment hatte ich befürchtet, dass er ohnmächtig werden würde, so starr war er geworden, sobald er mich in meinem leicht bekleideten, aber durchaus ausreichenden Outfit entdeckt hatte.

Also schlüpfte ich gleich nach dem Aufstehen in irgendwelche Klamotten um frühstücken zu gehen - meist handelte es sich dabei um eine Jeans und irgendein Shirt, welches ich überwarf.
Nach dem Frühstück wanderte ich zu der Barrake, welche ich seit meinem ersten Trainingstag täglich aufsuchte um in die Jogginghose, den Sport-BH, das weiße T-Shirt und die Joggingweste zu schlüpfen.
Nach dem Training ging es nach einer kleinen Dusche wieder zum Umziehen in die vorher angehabten Kleidungsstücke um Mittag zu essen. Danach schlüpfte ich in ein blödes Kleid, wenn der Bedienstete der Familie wirklich darauf bestand - es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass ich wieder in meine Jeans und das Shirt wechselte sobald die Benimmstunden überstanden waren.
Ich hatte nach den von der Sonne erleuchteten Stunden sehr selten bis nie Zeit mir einfach ein Buch zu schnappen und ab zu schalten. Vielleicht lag es gerade an dem andauernden Umziehen, dass ich am Ende des Tages wie ein Sack Erdäpfel in mein Bett fiel, wer weiß, aber dafür waren meine Nächte traumlos und sehr erholsam, und meine Kraft brauchte ich im wachen Zustand wirklich dringend.

"Miss Marian, träumen Sie schon wieder?", drang Walthers Stimme an meine Ohren und ließ mich zu ihm hinüber sehen.
Dabei entdeckte ich, dass ich von Pip und seinen Männern umzingelt war - nicht gut...
"Sie machen keinerlei Fortschritte, dabei wäre es besonders bei diesem Training notwendig...", begann der Hausbutler enttäuscht den Kopf schüttelnd mit seiner täglichen Predigt, dabei näher kommend, "Miss Marian, wir trainieren hier für den Ernstfall. Ich habe Ihnen bereits mehrere Male erklärt, dass es bei einer echten Konfrontation mit ihren momentanen Fähigkeiten keine Überlebenschance für Sie geben würde, außer Ihnen gelingt die Flucht."
Beschämt senkte ich den Kopf und ließ meine Hände sinken, die Walther PPK fest im Griff.
Ich wusste diese Sachen doch schon längst! Ich hörte sie immerhin tagein tagaus, aber das änderte nichts daran. Ein Brennen machte sich in meinen Augenwinkeln breit.
Die Männer rundherum wurden unruhig und ich hörte wie einpaar zur Seite traten um den älteren Herrn vorbei zu lassen.
"Miss Marian...", fing er an und suchte dann nach Worten.
"Ich weiß, Walther...", murmelte ich leise und fixierte weiterhin das Gras vor meinen Schuhspitzen, während sich meine Finger um den Griff meiner Schusswaffe krampften, "Ich-... ich weiß es ja, aber es bringt einfach nichts. Du hast selbst gesagt, dass wir schon alles versucht haben, aber es klappt einfach nichts. Vielleicht war es ein Fehler mich herzubringen...", niedergeschlagen ließ ich die Schultern hängen und versuchte dem Brennen entgegen zu wirken.
"Nun... Es gebe da etwas, das wir noch nicht ausprobiert haben", meinte der Hausbutler langsam und wand seinen Kopf etwas nach links um etwas in der näheren Umgebung zu fixieren.
Unschlüssig worauf er da hinaus wollte, folgte ich seinem Kopfschwenker und erblickte nach einpaar simplen Baumstämmen eine in rot gekleidete Gestalt aus einem der länger werdenden Schatten hervor treten.
Mir wurde augenblicklich heiß und kalt, sobald ich die orangegetönten Brillengläser unter der Hutkrempe ausmachen konnte. Um mich herum schreckten die Männer vor der großen Erscheinung zurück - der Gedanke, dass selbst diese hartgesottenen Söldner Angst oder zumindest eine ordentliche Portion Respekt vor dem Schwarzhaarigen hatten, ließ mich nur unruhiger werden.
"Nein...", sagte ich ohne mir dessen bewusst zu sein und richtete meinen Blick für einen kurzen Moment zu Walther zurück, der mich aufmerksam zu beobachten schien, bevor meine Iren zurückschwenkten, weil ich glaubte eine Bewegung im Augenwinkel gesehen zu haben. Zu meiner Erleichterung stand der Vampir an Ort und Stelle.

Ich erinnerte mich an die Begegnung in der Küche vor einpaar Nächten mit dem Kühlschrank voller Blutkonserven und einem ECHTEN VAMPIR in der Küchennische, der mir vor seinem Verschwinden entsetzlich nahe gewesen war.
Ich musste schlucken.
"Was meinen Sie, Miss Marian?", der Klang seiner Stimme machte mir nicht wirklich klar, ob der ältere Mann mich nach dem Grund meines unbewussten 'Nein's fragte oder meine Meinung bezüglich seines unausgesprochenen Vorschlags hören wollte, also blieb ich stumm und ließ den schelmisch dreinblickenden Untoten nicht aus den Augen.
Wo war Vlad wenn man ihn brauchte?
Der Gedanke an das schwarze Tier erinnerte mich allerdings an ihre letzte Begegnung und wie leicht der Blutsauger den großen Hund von sich geschleudert hatte. Vielleicht war es besser, dass Vlad nicht in der Nähe war...

Als ich aus meinem Kopf wieder auftauchte, war der Söldnertrupp spurlos verschwunden und ich stand weiterhin mit den bunten Farbgeschossen bewaffnet alleine mit einem komplett in rot-schwarz gehüllten Nosferatu auf der einen Seite und einem komplett in schwarz-weiß gekleideten Menschen auf der anderen Seite in der Mitte meines 'Trainingsplatzes'.
"Todesengel", begrüßte der Vampir den Menschen mit einem breiten Grinsen.
Seine Stimme war tief und melodisch, und die Art wie er dieses Wort betonte warf viele Fragen auf, deren Antworten ich nicht bereit war einzufordern.
"Vampir", erwiderte der Blauäugige mit einer gewissen Spannung in der Stimme, die ich nicht hinterfragen wollte, dann wand er sich mir zu und trat an mich heran, "Wie ich bereits angedeutet habe, gibt es eine Möglichkeit, die wir nicht in Erwägung gezogen haben. Natürlich werden wir Ihre Munition gegen echte Kugeln tauschen, da wir bei ihrem neuen Trainingspartner nicht zimperlich sein müssen."
Das Grinsen im Gesicht des blassen, großen Mannes wurde breiter und ich glaubte ein leises, tiefes Kichern zu hören.
"Das ist doch wohl ein schlechter Scherz?!", gab ich hysterisch von mir.
Als Walther nach der Waffe in meinen zugegeben zitternden Fingern griff, stolperte ich einen Schritt von ihm weg, um außerhalb seiner Reichweite zu kommen und richtete meine weit aufgerissenen Augen auf den Hausangestellten, "Vergesst es! Ohne mich! Ihr habt doch beide 'ne Schraube locker!"
Ich war bereit davonzustürmen.

"My Lady...", mein ganzer Körper spannte sich beim tiefen Klang seiner Stimme an.
Ihr folgend fühlte ich mich zu unserem ersten Treffen in der Bibliothek zurück versetzt, als ich ihn das erste Mal erblickt hatte. Der unbekannte Mann, dessen Größe mir selbst bei seiner Verbeugung aufgefallen war, die schwarzen, wilden Haare, die sein Gesicht verdeckt hatten, der rote Mantel, der seine breiten Schultern einhüllte, die makellose Haltung jeder seiner Glieder.
Er war wunderschön, mysteriös und gefährlich zugleich.
Ihm halb zugewand beobachtete ich wie er die getönten Brillengläser abnahm um mich im nächsten Augenblick mit seinen blutroten Iren zu fixieren. Der Typ hatte doch irgendetwas vor!
Gerade hatte ich den Gedanken beendet, da erschien ein fettes Grinsen auf seinen Lippen, welches bestimmt von einem Ohr zum anderen reichte und mich sehr stark an die Grinsekatze aus 'Alice im Wundrland' erinnerte - nicht die aus dem Disney-Cartoon sondern die aus der Tim Burton Produktion.
Er kam so schnell auf mich zu, dass ich gerade einmal Zeit hatte die Waffe reflexartig hochzuziehen und den Abzug zu betätigen.
Ich hörte das Peitschen der Kugel, die durch die Handfeuerwaffe katapultiert wurde, spürte den Rückstoß und glaubte für einen Moment etwas in seinen Augen aufblitzen zu sehen, danach war für einpaar unglaublich lange Sekunden alles rot.
Noch während das Blut spritzte und der Körper zu Boden sank, registrierte ich ein leises Klatschen und ein erfreutes, "Ausgezeichnet, Miss Marian."

Unschlüssig darüber was genau geschehen war, hob ich die Waffe in meinen Händen an und entfernte das Magazin, welches zu meinem Entsetzen mit echten Kugeln gefüllt war.
Vor Schreck warf ich die Walther PPK praktisch von mir und starrte auf den regungslosen Körper vor mir, aus dem das Blut herausströmte- nein es strömte... hinein?
Mit einem Gemisch aus Horror und Faszination, welches mir den Magen umdrehte, beobachtet ich tatsächlich, wie der rote Lebenssaft zu der Wunde zurückfloss. Als ich dann auch noch sein tiefes Lachen hörte, sprang ich entsetzt aufkeuchend praktisch einen Meter zurück. Mein Herz klopfte unangenehm in meiner Brust und machte es mir schwer zu atmen, während ich ungläubig beobachtete, wie er sich aufrichtete und die Wunde sich Schicht für Schicht schloss.
"Das war ein hervorragender Schuss, My Lady", schnurrte der sich vor meinen Augen regenerierende Untote.
Sein zufriedenes Grinsen brannte sich in mein Gedächnis, bevor ich ohnmächtig wurde.

_____


Tja... ich verkrümmel mich dann mal wieder. *winkwink*
Ach, und das Feng-Shui in meiner Küche hat mir rein garnicht geholfen, tz!
Ich habe echt keinen Plan ob ich es noch ausbauen, ändern oder einfach in einem neuen Kapitel weiterschreiben werde... wie findet ihr es? *ganz vorsichtig am laptop vorbeiglubsch*

See ya!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast