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Eine neue Erbin

GeschichteHumor, Horror / P18
Alucard OC (Own Character)
22.01.2014
02.05.2020
13
40.814
9
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.11.2015 3.120
 
Muhahahahahaa! Es geht weiter.
Ich werde mich in Zukunft einfach in der Küche verschanzen, wenn ich denke, dass ich eine  Schreibblockade habe. Irgendwie scheint das Feng-Shui dort zu funktionieren.
Den Anfang diese Kapitels hatte ich zwar schon, aber mit dem weiteren Verlauf hat es ziemlich lange nicht geklappt. Und dann BENG! sitz ich in der Küche und schreib das Ding in nicht einmal 4 Stunden fertig. Krass...
Jedenfalls, falls ihr Fehler findet dürft ihr sie behalten oder ihr gebt mir in einem Review bescheid. ^^

Viel Spaß!

_____


Der ältere Mann stand tatsächlich an Ort und Stelle, allerdings war er nicht mehr alleine.
Ein Soldat in Tarnanzug und Barrett hatte sich zu ihm gesellt und besprach augenscheinlich gerade etwas mit dem alten Knaben - es handelte sich um den Sergant, der mein Lauftraining überwachte.
Aus Respekt blieb ich außerhalb ihrer Hörweite stehen und wartete darauf, dass sie ihre Unterhaltung beendeten.
"Mademoiselle?"
Aus meiner Haut fahrend schreckte ich auf und riss meinen Kopf nach rechts. Warum schafften es nur alle sich so an mich heranzuschleichen?! Trainierten die dafür?
In olivefarbener Uniform und kugelsicherer Weste stand ein kürzlich bekanntes Gesicht von einem Moment auf den anderen neben mir, ein Helm war in seiner rechten Hand. Seinen geflochtenen Zopf trug er wie einen Schal um seinen Hals geschlungen.
"Ehm... Pip, richtig?", fragte ich unsicher und überlegte, ob es unhöflich war auf seine Augenklappe zu starren, "Nennen Sie mich Nadja."
Ich streckte ihm die Hand entgegen und lächelte freundlich. Er schaute kurz verdatterte drein, dann griff er danach und führte sie mit einem charmanten Mundwinkel Hochziehen an seine Lippen. Ich war nicht fähig etwas anderes zu tun, als zu zusehen, wie er meinen Handrücken küsste.
Die Schamesröte stieg mir in die Wangen, während ich das Grün seiner Iris studierte.

"Captain Bernadotte, Miss Marian, kommen Sie bitte zu mir!", rief Walther von seinem Standpunkt einige Meter entfernt.
Mein Kopf schnellte herum und ich entdeckte, dass beide Männer uns entgegen sahen. Pip ließ meine Hand los und machte eine Handbewegung aller 'Ladies first'. Mit einem knappen Vorsprung, der sich allerdings nach einpaar Schritten in Luft auflöste, schritten wir auf die Herrschaften zu.
Sie wechselten wieder einpaar Worte, doch bevor ich nahe genug dran war, um zu erfahren worum genau es ging, salutierte der Mann im Tarnanzug und verließ unsere kleine Gruppe. Sich auf uns konzentrierend wand Walther sich uns ganz zu und wartete bis wir vor ihm zum Stehen kamen.
Gleich als wir bei ihm standen, ergiff er das Wort, "Da sie sich bereits kennen, ist eine Vorstellung wohl nicht notwendig. Captain?", richtete er sich an den Einäugigen, "Mir ist durchaus bewusst, dass Miss Marian Ihnen den ersten Vornamen angeboten hat, aber in meiner und auch Sir Hellsings Gegenwart erwarte ich eine passendere Anrede."
Der Langhaarige richtete sich pflichtbewusst auf, "Naturellement!"
Mit großen Augen sah ich den Hausbutler an.
Wie war es möglich, dass er DAS aus der Entfernung mitbekommen haben konnte, wenn ich nicht den kleinsten Mucks von ihm und den Sergant vernommen hatte? Haftete irgendwo an mir eine Wanze?
Ich unterließ es mich im Beisein der beiden Herren abzutasten und versuchte einen normalen Gesichtsausdruck hin zu kriegen. Es lief wohl ganz gut, denn keiner von beiden sah mich komisch an.
"Ihrer Anwesenheit entnehme ich, dass sie bereit sind einen Versuch zu starten, Miss Marian?", die blauen Augen des Dunkelhaarigen lagen fragend auf mir und ich spürte das auch Pip zu mir herunter sah.
"Zuerst möchte ich sicher gehen, ob ich wirklich niemanden mit diesen Gummikugeln verletzen kann...", bestand ich auf einen Testschuss und holte die Walther PPK aus meinem Hosenbund, die Waffe und die Munition automatisch überprüfend.
"Wie Sie wünschen, Miss Marian", gestand er mir diesen letzten Aufschub zu und wand sich an den Mann zu meiner rechten, "Captain."
"Oui, Oui", grinste der und setzte den Helm auf, mir noch kurz zuzwinkernd, "Sei nicht zu hart zu mir, mon cher."
"Aussprache, Captain", tadelte Walther und stellte sich neben mich.
"Mille regrets", warf der Franzose über seine Schulter, während er sich einpaar Schritte entfernte.
"Miss Marian", wand der Hausbutler sich an mich und wartete bis ich in sein zugegebener Maßen recht ernstes Gesicht sah, "Ich begrüße Ihre offene Art wirklich, aber nun da Sie eine Hellsing sind, muss ein gewisser Grad an Etikette gewahrt werden. Verstehen Sie das?"
"Was das betrifft, Walther-", begann ich, kam aber nicht dazu meine Bedenken auszusprechen, da das Auftauchen einer Gestalt meine Aufmerksamkeit in Anspruch nahm.
"Miss Marian?", hörte ich den älteren Mann fragen, reagierte allerdings nicht auf ihn und starrte weiterhin auf den großgewachsenen Mann in Rot, welcher hinter einem Baum hervorgetreten war.
Er trug einen roten Hut mit einer weiten Krempe und eine orange getönte Sonnenbrille.
Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, dass Walther sich umwand um zu sehen, was meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Dann änderte sich die Atmosphere irgendwie - zumindest schien es aus mir unerfindlichen Gründen kühler zu werden.
"Master Alucard", drang die Stimme des Hausbutlers wie durch eine dicke Schicht Watte zu mir durch, "Sie sind erstaunlich früh unterwegs. Benötigen Sie etwas?"
"Es scheint als hätte sich einer meiner Diener selbstständig gemacht", hörte ich seine Stimme bis in die Tiefen meines Bewusstseins vordringen, "Ich muss gestehen, dass ich es nicht sofort bemerkt habe."
"Miss Marian, wir werden Ihr Training ein anderes Mal fortsetzen", nahm ich die dringenden Worte des Hellsing-Butlers nebenbei wahr, "Captain, begleiten Sie Miss Marian sofort zu ihrem Zimmer."
"Das wird nicht nötig sein, lieber Walther", vibrierte der samtene Bariton durch meinen Körper, als ob der Schwarzhaarige dicht neben mir stehen würde, obwohl ich ihn doch ganz deutlich einige Meter entfernt neben dem Baum stehen sah, aus dessen Schatten er getreten war.
Trotz der Sonnenbrille kam ich nicht umhin seinen Blick auf mir ruhen zu spüren. Mir schauderte.
"Du weißt wo mein Diener ist, nicht wahr?", richtete er seine Worte direkt an mich, die getönten Brillengläser ein Stück seine Nase hinunterschiebend, und ich kam nicht umhin zusammen zu zucken und einen Kloss herunter zu schlucken, der sich wohl irgendwann in meiner Kehle gebildet hatte.
Die Umgebung um uns herum verschwamm irgendwie und bald konnte ich auch Walther und Pip nicht mehr ausmachen. Mein Körper begann zu zittern und ich spürte ein Brennen in meinen Augenwinkeln, dass mit jeder verstreichenden Sekunde stärker wurde. Das Atmen fiel mir schwer und wenig später war ich mir nicht mehr sicher wo oben und wo unten war, obwohl ich den Boden deutlich unter meinen Füßen spürte.
Ich wollte nichts mehr als weglaufen, doch meine Beine bewegten sich keinen Millimeter.

Dann von einer Sekunde auf die andere sprang etwas aus dem Nichts auf den Schwarzhaarigen zu und löste den Bann, in welchem er mich gefangen gehalten hatte. Benommen fand ich mich auf dem Boden sitzend wieder, mit Walther und Pip an meiner Seite die sich versicherten das es mir gut ging.
Ein Knurren richtete meine Aufmerksamkeit auf das Fellbündel, dass bedrohlich über dem in rot gekleideten Mann thronte.
Ich hörte ihn "Da bist du ja" sagen, bevor er das Tier von sich schleuderte. Mit einem herzzerreißenden Jaulen kollidierte der mächtige Hund mit einem der umstehenden Bäume.
"Miss Marian, bleiben Sie hier!", rief einer der beiden Männer - höchstwahrscheinlich Walther -  mir hinterher, als ich praktisch aufsprang.
Ich ignorierte den Ruf vollkommen und hastete an Vlads Seite um zu sehen, wie viel Schaden dieser Wahnsinnige angerichtet hatte. Der Hund richtete sich schwerfällig auf und ich glaubte für einen Moment eine klaffende Wunde zu entdecken, doch sobald ich noch einmal hinsah, war nichts mehr zu sehen. Erleichtert atmete ich aus und legte eine Hand auf den mächtigen Schädel der Bestie, die mit gefletschten Zähnen aufstand, bevor ich einen wütenden Blick über meine Schulter zu dem größeren in rot Gekleideten warf, der langsam auf uns zukam. Mit noch leicht zitternden Knien stand ich auf und blieb zwischen ihm und Vlad stehen.
"Bleib wo du bist!", befahl ich ihm mit erstaunlich fester Stimme und stellte verblüfft fest, dass er tatsächlich inne hielt.
Die dünnen Lippen formten ein breites Lächeln, das sich zu einem Grinsen erweiterte bevor er haltlos zu lachen begann und sich regelrecht durchbog, ehe er sich beruhigte und sich zu seiner vollen Größe aufrichtete. Sein Hut und seine Sonnenbrille hatten sich wohl verabschiedet als Vlad sich auf ihn gestürzt hatte. Ruhig sah ich in sein blasses Gesicht und da sah ich sie. Tief rote Iren, die mich unter dem wilden schwarzen Haar belustigt anfunkelten.
Mein Herz blieb für einen Moment stehen.

Ein Knurren neben mir erinnerte mich daran zu atmen.
Dankbar legte ich eine Hand flach auf die Schädeldecke genau zwischen den Schlappohren und ließ das weiche, mitternachtschwarze Fell durch meine Finger gleiten. Ich bemerkte, wie die roten Iren zu meiner Hand wanderte, die auf dem Kopf des Tieres ruhte.
"Du bist also eine echte Hellsing", murmelte der Mann, als würde er mit sich selbst sprechen und setzte sich in Bewegung.
Nur die Ruhe von Vlad hinderte mich daran einen Schritt zurück zu weichen. Vor mir ging der Gigant plötzlich in die Knie und senkte seinen Kopf unterwürfig. Genau in diesem Moment erinnerte er mich unheimlich an Vlad und ich konnte mich gerade noch daran hindern meine andere Hand nach ihm auszustrecken und über seinen Haarschopf zu streichen.
"Meine Herrin", murmelte er und verharrte in dieser Position.
Vlad entfernte sich von meiner Seite und setzte sich neben den Schwarzhaarigen, ebenfalls sein Haupt senkend, während ich nicht umhin kam mir einen dramatischen Soundtrack für diese unglaublich sureale Situation zurecht zu legen.

Schließlich wurde mir das doch ziemlich peinlich, immerhin waren Pip und Walther einpaar Schritte entfernt und beobachteten das ganze Schauspiel, "Würdet ihr beiden bitte aufstehen? Ich hab nicht die ganze Nacht Zeit für diesen Quatsch."
Erst da bemerkte ich, dass es eigentlich schon recht dunkel war. Ich drehte mich von den beiden weg und schaute geradewegs in das Gesicht drei erstaunter Erwachsener - Integra hatte sich wohl irgendwann zu den beiden Männern dazu gesellt. Die unverhohlenen Blicke trieben mir die Schamesröte in die Wangen.
"W-war's das jetzt?", stotterte ich vor mich hin und versuchte niemandem in die Augen zu sehen, "Ich geh jetzt jedenfalls. Gute Nacht!"
Ohne ein weiteres Wort meinerseits oder eine Erwiderung der anderen machte ich mich schnellen Schrittes davon und suchte Schutz in den hell beleuchteten Gängen des Anwesens, meine abendlichen Runden fielen an diesem Tag gänzlich aus und noch immer hatte ich keinen Beweis für die Existenz von Vampiren.
Gefrustet plusterte ich meine Wangen auf.

Eine Stunde später befand ich mich mit geputzten Zähnen, geduscht und Bett-fertig in meinem Zimmer, bereit unter meine Decke zu springen, doch ein Grummeln hinderte mich daran das auch tatsächlich zu tun.
Vorwurfsvoll richtete ich meinen Blick nach unten.
"Hättest du dich nicht melden können, als ich an der Küche vorbei gerauscht bin?!", schimpfte ich sinnloser Weise mit meinem Bauch, der ein weiteres Knurren für mich übrig hatte.
Genervt die Augenbrauen zusammenkneifend starrte ich noch eine Weile an die Stelle, wo mein Magen nach Nahrung verlangte und überlegte dann ob es sich lohnte nachts durch das Anwesen zu streifen. Gut, außer Integras Missfallen hatte ich nichts mehr zu fürchten nun da ich wusste, dass der Haus eigene Bluthund ziemlich süß war und ein unglaublich weiches Fell hatte. Jetzt war nurnoch die Frage ob ich statt meiner Schlafshorts eine längere Hose anziehen sollte oder ob es reichte mir einen Morgenmantel über zu streifen. Ob die Heizungen in der Nacht im Anwesen liefen? Mit den Fingern durch meine nassen Haare fahrend entschied ich mich für das Stück Stoff zum Umwickeln und schnappte mir nach letzten Überlegnungen meine dicken und rutschfesten Socken aus meinem Nachtkästchen.
Eingekleidet für meine erste nächtliche Expedition drehte ich den Schlüssel herum und verließ mein Zimmer.

Der Gang war um diese Uhrzeit nur sperrlich beleuchtet, aber es reichte vollkommen aus um sich orientieren zu können.
Meine Zimmertür abschließend steckte ich den Schlüssel ein, zog mein Oberteil etwas enger und marschierte dann auf leisen Sohlen los. Dank des Teppichs unter und den Socken an meinen Füßen erzeugte ich tatsächlich kein Geräusch auf meinem Weg.
Neugierig ließ ich meinen Blick in dem Zwielicht der Beleuchtung schweifen und stellte fest, dass das Gebäude bei diesen Lichtverhältnissen ganz anders wirkte als bei Tag, wenn selbst die Flure ohne Fenster hell erleuchtet waren. Es sah hübsch aus wie sich das wenige Licht in diversen Oberflächen reflektierte und einwenig mehr Helligkeit zu erzeugen schien.
Nach einpaar weiteren Fluren erreichte ich jene, wo Fenster den Blick in den Nachthimmel freigaben und ich kam nicht umhin stehen zu bleiben und fasziniert die Sterne zu betrachten, die auf dem Schwarz des Himmels verteilt waren.
"Wow...", hauchte ich und trat einwenig näher an das Glas heran, sodass mein Atem kleine milchige Stellen hinterließ.
Mit dem Finger malte ich kleine Muster auf die angelaufenen Stellen und ging dann weiter.

Nicht lange und ich hatte die Küche erreicht, die in tiefer Finsternis lag.
An der Wand nach dem Lichtschalter suchend blieb ich im Türrahmen stehen, bis ich ihn ertaste hatte. Die Augen zusammenkneifend wartete ich einpaar Sekunden bevor ich die Lider wieder öffnete.
Zu meiner Verwunderung war ich nicht die einzige, die sich einen nächtliche Snack genehmigte. In einer kleinen Nische hatte es sich dieser Alucard gemütlich gemacht - ohne die Sonnebrille, den Mantel oder den weiten Hut. Er fixierte mich mit seinen roten Iren, während er an einem Strohhalm saugte, der an einem Beutel befestigt war, dessen Inhalt ich nicht erkannte.
"Ehm... ich wollte nicht stören", meinte ich und fühlte mich dazu verpflichtete meine Anwesenheit weiter zu erklären, "Ich will mir nur etwas zu essen schnappen und dann bin ich gleich wieder weg."
Da er mich weiterhin unverwand ansah und nicht von seinem Beutel abließ, hielt ich es für das Beste zu tun, was ich gesagt hatte und tapste zu einem der Kühlschränke, die ich selbst eigentlich noch nie geöffnet hatte. In meinem Rücken spürte ich den Blick der unnatürlichen Augen und öffnete auf gut Glück eine der Türen.
Der Anblick der sich mir da bot, war eigenartig - um es einmal so aus zu drücken. Der große Kühlschrank war voll von mit roter Flüssigkeit gefüllten Beuteln, die mir irgendwie bekannt vorkamen, sich aber momentan nicht zuordnen ließen.
Zur Inspektion nahm ich einen zur Hand und laß mir das Etikett durch. 'Blutbank London' stand darauf, darüber war ein Logo abgedruckt.
Unsicher ob ich es vielleicht falsch gelesen hatte, hielt ich es mit beiden Händen und laß langsam vor, "Blutbank London, Patient 203-48, Blutgruppe A-negativ...", zur Sicherheit laß ich es noch einpaar Mal durch, aber an der Aufschrift änderte sich nichts,  "Warum? Das ergibt keinen Sinn..."

Über meine rechte Schulter hinweg erschien eine in weißen Stoff gehüllte Hand und nahm mir den Beutel aus den Fingern, bevor ich ihn fallen lassen konnte.
Erschrocken wand ich mich um und sah direkt in rote - BLUTrote - Iren, die wenige Zentimeter über mir schwebten. Deutlich spürte ich die Kälte aus dem Kühlschrank entweichen und durch den Stoff, welchen ich trug, hindurch auf meine Haut sickern. Der Schwarzhaarige beugte sich weiter in meinen Bereich und ich konnte nichts anderes tun als mich Richtung der Kühlmaschine zu bewegen und gegen die vollbeladenen Regale zu stoßen.

Mit einem Mal kamen mir nach all den vergangen Wochen wieder die Gespräche mit Integra und Walther und diesem Sir Island in den Sinn - die Fotos.
Einen Kloss herunter schluckend hob ich meine zitternde Rechte an und bewegte sie langsam auf sein Gesicht zu. Er bewegte sich nicht - und wenn ich genauer darauf achtete bewegte sich garnichts an ihm, außer seiner Haare, die wie meine im Hauch der Kälte entweichenden Luft der Maschine wehten.
Kein Heben und Senken der Brust, wie es der Fall war, wenn man atmete.
Kein Pulsieren der Halsschlagader, wenn das Herz das Blut durch die Venen pumpte.
Keine Muskelregung, wenn eine Postition unangenehm wurde.
Kein Blinzeln um die Augenoberfäche nach zu feuchten.
Meine Finger waren nurnoch wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt, aber ich spürte kein einziges Mal, dass er ausatmete - und ich hielt meine Hand bestimmt eine Minute lang abwartend vor seine Nase und den Mund, bevor ich sie weiter schweben ließ. Meine Augen huschten zwischen der Haut an seiner linken Wange und den tatsächlich BLUT!!!roten Iren hin und her, bevor ich mich traute meine Fingerkuppen an seinen Wangenknochen zu legen. Seine Haut war selbst unter meinen kalten Fingern eiskalt und ich zog sie weg, als hätte ich mich daran verbrannt.

Aber schon nach wenigen Sekunden berührten ich ihn wie von alleine und beobachtete meine Glieder über das blasse Fleisch gleiten, als ob sie zu einem anderen Menschen gehörten.
"Vampir...", hauchte ich meinen Gedanken unbewusst und wurde von dem Aufblitzen seiner Zähne abgelenkt.
Wie in Trance starrte ich auf die messerscharfen Beißer und konnte mich nicht daran hindern meinen Daumen an seinen Mundwinkel wandern zu lassen. Nicht nah genug um mich an den spitzen Objekten zu verletzen, aber nah genug um es ihm noch leichter zu machen nach mir zu schnappen.
Nur interessierte mich das herzlich wenig.
Ich war fasziniert von meiner Entdeckung.
"Ein Vampir...", murmelte ich wieder und hob meinen Blick zu seinem, der mich seinerseits beobachtete, als ob ich die übernatürliche Erscheinung wäre und dann war er vom einen auf den anderen Augenblick weg. Ich hatte wirklich nur geblinzelt, aber es war fast so als wäre er niemals vor mir gestanden.

Sicherheitshalber sah ich mich in der Küche um und schaute mehrmals zu der Sitznische, aber er blieb verschwunden.
Mich in den Oberarm zwickend versuchte ich herauszufinden ob ich tatsächlich wach war und spürte sorfort den kleinen Schmerz. Ich stämmte mich aus den Kühlschrankregalen und schloss die Türen. Mein Hungergefühl war wie der Blutsauger verschwunden, beziehungsweise erinnerte ich mich nicht mehr, dass ich aus Hunger mein Zimmer verlassen hatte.
Von dem Gestell neben der Spüle griff ich nach einem Glas und füllte es mit Wasser, dass ich regelrecht in mich hineinschüttete, dann stellte ich das Gefäß in die Abwasch und verließ die Küche um nach diesem merkwürdigen Tag endlich schlafen zu gehen.

Ein Monat blieb mir noch bis zum Treffen mit der Queen.

_____


Sodala!
Die liebe Nadja Marian Glasser/Hellsing hat also endlich erkannt, dass es übernatürliche Wesen wirklich gibt. Vielleicht kommt das etwas spät, aber ich werde die Gute umtaufen.
In zukünftigen Kapiteln hört man dann auch etwas vom Vatikan. ^^

See ya!
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