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Eine neue Erbin

GeschichteHumor, Horror / P18
Alucard OC (Own Character)
22.01.2014
02.05.2020
13
40.814
9
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.01.2014 3.258
 
Also gut. hier kommt nun das nächste Kapitel. Irgendwie hab ich ziemlich damit herumgekämpft, aber jetzt ist es soweit, dass ich mich nicht schäme es zu veröffentlichen!

Viel Spaß!

_____


DingDong DingDong
"Ich komme schon! ... Einen Augenblick noch! AUTSCH! Verdammt!"
Ein Gepolter war zu hören, dann ging die Tür auf und eine junge Frau lugte wissbegierig ins Licht der Sonne.
"Ja, bitteschön? Kann ich Ihnen helfen?", Neugierde schwang eindeutig in der Stimme der Braunhaarigen mit, als sie den Besuch betrachtete.
"Nadja Marian Glasser?", fragte der ältere Herr mit einer kleinen Verbeugung, während seine Begleiterin die Jüngere unverhohlen musterte und stumm vor sich hin rauchte.
"Ja, die bin ich... und Sie sind...?", die Tür schwang weiter auf und die Gestalt hob eine Augenbraue.
"Dürften wir eintreten? Bei einer Tasse Tee ließe sich dieses Thema leichter besprechen."
"Welches Thema? Haben meine Eltern Schulden hinterlassen, dann wenden Sie sich bitte an meinen Anwalt."
Der Ältere schmunzelte und schüttelte verneinend den Kopf, "Nichts dergleichen."
Braun-grüne Augen musterten die Fremden eingehend, danach ließ die jüngere sie mit einem Nicken passieren.
"Bitte ziehen Sie die Schuhe aus und nehmen Sie sich ein Paar Schlapfen. Wenn Sie fertig sind einfach gerade aus ins Wohnzimmer und nehmen Sie Platz", mit diesen Worten bog sie die erste Tür rechts ein, blieb im Türrahmen allerdings stehen, "Wollen Sie schwarzen oder grünen Tee?"

>

So in etwa war das erste Treffen abgelaufen.
Bei einer Tasse Tee hatte mir Integra dann erläutert wer sie war, warum sie mich aufgesucht hatte und dass sie mich mit nach London nehmen wollte. Danach hatte ich vor lauter Staunen den Mund nicht mehr zu bekommen.
Sie hatte nicht sofort eine Antwort verlangt, sondern mir drei Tage Zeit gegeben um mir alles durch den Kopf gehen zu lassen. Ich hatte mich wie erschlagen gefühlt. Denn Teil mit meinem zuständigen Beamten hatte ich erfahren, weil ich ihn angerufen hatte, nachdem die seltsamen Fremden mein Elternhaus verlassen hatten.

In einem Kaffeehaus in der Nähe ihres Hotels hatten wir uns nach meiner Bedenkzeit wieder getroffen und kurz darauf saß ich mit Walther und ihr im Flieger nach England.
Es war mir nicht schwer gefallen, alles hinter mir zu lassen. Das Haus hatte zu viele Erinnerungen in sich beherbergt um mich darin jemals wieder wohl zu fühlen und meine Heimatstadt war mir auch leer und lieblos vorgekommen.
Integras Einladung war mir wie ein rettender Anker erschienen, der mich aus meiner Lethargie herausgeholt hatte und in eine vollkommen neue Welt führte.

Seufzend fixierte ich den Rücken der älteren Frau. Sie war gerade dabei eine Tür zu öffnen. Schnellen Schrittes folgte ich ihr und trat gleich nach ihr in den Garten hinaus. Die Sonne wanderte gerade über die Baumwipfel der Gartenanlage und würde in zwei oder drei Stunden im Zenit stehen. Die Luft war kühl und frisch, gerade richtig für eine Erkundungstour - schade, dass ich gerade jetzt keine Zeit dafür hatte.
Ein Räuspern zu meiner Linken lenkte meine Aufmerksamkeit zu meiner Cousine, die mir mit einer Kopfbewegung bedeutete ihr zu folgen. Kurz darauf war sie hinter einer Ecke verschwunden.
Einen letzten Blick auf die Farben der Umgebung richtend wand ich mich schließlich ab und bewegte mich weiter.

Nachdem ich die Ecke erreicht hatte, hielt ich allerdings in der Bewegung inne und begutachtete das Gelände mit vor Wunder aufgerissenen Augen.
Vor mir entfaltete sich ein wahrer Hindernisparkour der Extraklasse!
Soetwas hatte ich bis jetzt nur in Dokumentationen der Armee gesehen. Da waren meterhohe Kletterwände, über den Boden gespannte Netze, Taue, mit Wasser gefüllte Gräben, am Boden verteilte Reifen, Lattenzäune und überall verteilt hingen Zielscheiben.
"Miss Marian?"
Endlich merkte ich, dass mein Kiefer sich wie bei einem Fisch schloss und öffnete und ich ließ ihn zu schnappen. Meinen Blick losreißend lenkte ich ihn nach links zu Walther und Integra, die mich mehr oder weniger besorgt musterten.
"Komm her", kommandierte die Blonde und ich trat an die beiden heran, einen verstohlenen Seitenblick auf die Anlage richtend.
Sobald ich bei ihnen ankam, legte Walther mir einen fein säuberlich zusammengelegten Kleiderhaufen in die Hände.
"Dies wird ihr Trainingsanzug sein", erklärte der Hausbutler mir, "Bitte ziehen Sie sich um, damit wir mit dem Fitnesstest beginnen können."

Verständnislose Panik schlich sich in jede Faser meines Körpers, "BITTE WAS!?"
Meine Augen huschten von Walther zu Integra, von Interga zu dem Hindernisparkur und von dort zu dem Bündel in meinen Händen.
"Ihr denkt doch nicht etwa, dass ich mich da durch quälen werde?!", kreischte ich und zeigte mit ausgestrecktem Finger auf die langsam bedrohlich wirkenden Konstruktionen, "Ich fall doch tot um bevor ich das erste Hindernis bewältigt hab!! Ihr spinnt wohl! Wenn ihr mich so dringend los werden wollt, könnt ihr mich gleich erschiessen!"
Die Hausherrin und ihr Angestellter wechselten einen Blick und musterten mich dann eingehend.
"Mir war nicht bewusst, das du in solch einer schlechten körperlich Verfassung bist", meinte die blonde Frau und zog eine Zigarrenschachtel aus ihrem Jacket.
"Jetzt weißt du's!", giftete ich sie an und umklammerte den Trainingsanzug wie einen Teddybären, der mich vor schlechten Träumen beschützen sollte.
"Dann werden wir mit etwas anderem beginnen. Walther ich überlasse dir die weitere Vorgehensweise."
"Sehr wohl, Lady Integra", antwortete er und zündete mit einem Streichholz die Zigarre an, welche sie sich zwischen die Zähne geklemmt hatte.
Paffend entfernte sie sich und ließ uns alleine.

Unsicher was jetzt kommen würde, musterte ich den Älteren, der sich verbeugt hatte und erst wieder aufrecht stand nachdem Integra um die Ecke gebogen war. Er wandt sich sofort zu mir um.
"Nun, Miss Marian", fing er an, "ab heute werden Sie nach dem Frühstück und vor dem Abendbrot joggen um an Ihrer Kondition zu arbeiten. Wir beginnen sofort nachdem Sie ihren Trainingsanzug angelegt haben. Folgen Sie mir bitte."
Seine Stimme ließ keinerlei Widerspruch zu, deshalb folgte ich ihm reumütig einpaar Meter zu einer kleinen Baracke.
Er öffnete die Tür und forderte mich auf hinein zu gehen, "Ziehen Sie sich bitte um. Ich werde hier auf Sie warten."
Nickend verschwand ich in den vier Wänden, die Tür hinter mir ins Schloss fallen hörend.

Tief durchatmend sah ich mich um.
Vor mir ragte eine Reihe sandfarbener Spinde auf die in der Mitte des Raumes aufgestellt waren. Bänke standen der Länge nach davor und dahinter. In einer Ecke entdeckte ich einpaar volle Wäschekörbe, die den Geruch von kaltem Schweiß absonderten. Schnell entfaltete ich das Bündel in meine Armen und begutachtete die Kleidungsstücke. Ein weißes Tanktop, eine hellblaue Jogginghose, eine ebenfalls hellblaue Weste und zu meiner Verwunderung ein weißer Sport-BH genau in meiner Größe.
Mich meinem Schicksal ergebend, schälte ich mich aus meinen Klamotten und legte die Trainingssachen an.
Meine Klamotten in einen Spind mit meinem Namen auf der Vorderseite legend, zupfte ich an der Hose herum und verließ gleich darauf die Umkleidekabine.
Walther wand sich sogleich zu mir um und begutachtete meinen Aufzug.
"Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit?", fragte er schließlich und fuhr nach einem Nicken meinerseits fort, "Heute werde ich Ihr Training beaufsichtigen um einen Überblick über Ihre momentane körperliche Belastbarkeit zu erlangen. Ab morgen wird einer unserer Soldaten Sie begleiten. Bitte folgen Sie mir zum Trainingsplatz."
Betrübt ging ich ihm nach, mir ins Gedächnis rufend, dass ich zumindest dem Höllenparkur entkommen war.

Wenig später betraten wir das Gelände, an welchem meine Qualen beginnen sollten.
Auf den ersten Blick war die Anlage garnicht mal so furchteinflössend, sie erinnerte mich eher an einen Sportplatz in meiner alten Schule. Eine weite Grünfläche mit einzelnen wetterfesten Sportgeräten umgeben von fünf Laufbahnen.
Ich war ehrlich erleichtert.
Ich ging dem Butler weiter hinterher bis er bei der kleinsten der Laufbahnen stehen blieb, wenige Meter entfernt war der Start weiß auf dem rostfarbenen Boden eingezeichnet.
"Da wir lediglich an Ihrer Kondition arbeiten wollen, dürfen Sie das Tempo wählen in welchem Sie die Bahnen laufen. Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie erst auf mein Zeichen ihre letzte Runde antreten werden."
Er kniete sich hin und beugte sich über eine Tasche, die zu seinen Füßen lag.
Ob die schon die ganze Zeit dort gelegen hatte? Als er wieder stand, hielt er ein kleines Kästchen und eine kleine uhrenartige Gerätschaft in den Händen und trat an meine Weingkeit heran.
"Das hier ist ein Pulsfrequenz- und Herzschlagmessgerät. Es wird mir erlauben Ihren Gesundheitszustand besser bestimmen zu können", erklärte er und griff an mein Handglenk um das Ding daran zu befestigen, "Bitte atmen Sie einpaar Mal ganz normal, damit das Gerät ihren normalen Puls- und Herzschlag feststellen kann."

Ich tat wie mir geheißen und vernahm kurz darauf ein Piepen.
Neugierig sah ich auf die Anzeigetafel. Walther nickte kommentarlos und bat mich mich an den Start zu stellen.
"Die erste Runde werden sie im Schritttempo absolvieren, sobald sie wieder bei mir ankommen, wechseln Sie bitte in den Laufschritt und laufen dann ab der Hälfe der Strecke in ihrem Tempo."
Mit dieser Anweisung begann mein Training.

Zwei Stunden später lag ich schweißgebadet und ausgelaugt im Gras und versuchte wieder zu Atem zu kommen. Ich starrte in den wolkenlosen Himmel und versuchte mir ein zu reden, dass ich nicht innerhalb der nächsten paar Sekunden an einem Herzinfakt sterben würde.
Die Sonne stand beinahe im Zenit und schickte ihre Strahlen unbarmherzig Richtung Erdreich.
Wer hätte gedacht, dass es im Herbst solche Tage geben würde. Kein Lüftchen regte sich. Die Luft schien sich heiß und drückend über mir zu sammeln.
Wie aus dem Nichts schwebte auf einmal eine Wasserflasche über mir. Mich ächzend aufsetzend griff ich danach und schraubte den Verschluss auf. Dann nahm ich einen großen Schluck und spürte mit Genugtuung, wie die kühle Flüssigkeit meine Kehle hinab rann.
Ich fühlte mich sofort um einiges besser.
"Danke", krächzte ich.
"Sie haben länger durchgehalten, als ich gedacht hätte...", umging Walther meine Dankbarkeit und lächelte auf mich herab, "Sie haben mich wirklich positiv überrascht."
"Naja... was soll ich sagen... es hilf, wenn man tatsächlich etwas tun MUSS!"
Der Mann an meiner Seite lachte und räusperte sich dann, "Sobald Sie wieder in der Lage sind auf zu stehen, werde ich Sie auf die Gartenterasse begleiten. Dort wird Ihr Mittagessen bereitstehen."
Da knurrte mein Magen laut und erinnerte mich daran, dass ich wirklich hunger hatte.
"Lady Integra hat mir aufgetragen Sie nach Ihrem wohlverdienten Mittagessen zu den Schießständen zu bringen", ignorierte er meinen Magen, "Vor dem Abendbrot wird Sie jemand abholen, damit Sie Ihre abendlichen Runden laufen können."
Gequält aufstöhnend richtete ich mich auf und schaute den Hausbutler mit meinem besten Dackelblick an.
"Kann ich das nicht morgen machen?", fragte ich so unschuldig wie möglich, "Das war alles ziemlich viel für einen Tag und ich verspreche hoch und heilig, dass ich ab morgen alles auf mich nehmen werde, was ihr geplant habt. Aber ich bin wirklich fix und fertig. Bitte?"
"Miss Marian, Sie sollten soetwas-"
"Bittebittebitte~?! Ich verspreche es feierlich! EHRENWORT! Bitteeee~!"
Ich hört seine Blockade förmlich unter meinem Gewinsel bröckeln, als er seinen Nasenrücken massierte, "Also gut..."
Vor Freude sprang ich auf - meine protestierenden Muskeln ignorierend, und warf mich dem alten Knaben an den Hals, "Dankedankedanke, Walther!"
Ein Lächeln stahl sich auf seine Züge und er tätschelte väterlich meinen Kopf, bevor er mich von sich loseiste, "Schon gut, Miss Marian. Folgen Sie mir bitte."
Meinen geschundenen Körper keine Beachtung schenkend tänzelte ich praktisch hinter ihm her zu der Baracke, wo ich mich nach einer kurzen Dusche umzog, und dann gings weiter zu dem reichlich gedeckten Tisch auf der Gartenterasse.
"Mylady, ich wünsche einen guten Appettit! Ich werde Sie später abholen", damit verbeugte er sich und verschwand ins Innere des Anwesens.
Verwundert sah ich ihm nach.
Ich würde alleine Essen? Trübsinnig wand ich meinen Blick zu der aufgetischten Mahlzeit. Naja, viel konnte ich davon noch nicht sehen, weil alles zugedeckt war, aber ich konnte zumindest erkennen, dass da eine Suppe ein Hauptgericht und vermutlich eine kleine Nachspeise bereitstanden. Neugierig griff ich nach dem Knauf der Metallglocke und hob sie an.


Kaum hatte ich mich an meiner Götterspeise gütlich getan, tauchte Walther wie aus dem nichts wieder auf.
Dieses Mal war er so gütig und wartete bis ich den letzten Happen herunter geschluckt hatte, ehe er seine Anwesenheit kund tat.
Ich wäre trotzdem bei seinem respektvollen, "Miss Marian", beinahe aus meiner Haut gefahren.
Mein Herz vollführte zwei Saltos ehe es in einem wilden Galopp dem Horizont entgegen ritt - metaphorisch gesprochen.
"Mensch Walther! Ich werd noch 'mal einen Herzkasperl bekommen, wenn Sie so weiter machen!", gab ich mich patzig und griff mir an die Brust um mein Herz davon ab zu halten wirklich davon zu galoppieren.
"Sie sind einfach zu schreckhaft, Miss Marian", entschuldigte er sich nicht einmal und griff nach dem Tablett, "Bitte folgen Sie mir."
Ich tat wie mir geheißen und stand auf.
Er stellte das Metalltablett auf einen Servierwagen und ließ es dort.

Wir gingen an der Außenmauer des Anwesens entlang und betraten nach einer Weile den Rasen, um quer drüber zu einem kleinen Häuschen zu marschieren.
Es war mehr wie ein Betonklotz in dieser malerischen Landschaft, aber das behielt ich für mich.
Er öffnete eine Metalltür, welche in der Mitte einer der Wände eingelassen war, und deutete mir hindurch zu schreiten. Mich wundernd folgte ich der Anweisung und trat ins Dunkel. Drinnen war es kühler und ich war heilfroh, dass ich nicht nur in T-shirt herumlief. Walther betätigte einen Schalter an der Wand, woraufhin der kleine, kahle Raum und eine Treppe von flackernden Leuchtröhren erhellt wurden.
Die Tür fiel hinter mir mit einem endgültigen Klicken ins Schloss und ich hatte das Gefühl nicht mehr in die normale Welt zurückkehren zu können. Eine Gänsehaut unterdrückend folgte ich dem Hausbutler die Stufen hinunter. Mit Schauer dachte ich daran, dass ich diese Treppe irgendwann auch wieder hinauf steigen musste.

Wir gingen und gingen und endlich sah ich an den Schultern des Älteren vorbeilugend das Ende der Stufen.
Die Treppen führten augenscheinlich in einen unterirdischen Schießstand.
Vor mir erstreckten sich kleine Kabinen mit an den Wänden befestigten Ohrenschützern, weiten Bahnen und Zielscheiben. Der Raum war gigantisch!
Voller Wunder stand ich da und ließ alles auf mich wirken. Ein Räuspern lenkte meine Aufmerksamkeit nach rechts zu Walther, der mich ansah und ein Paar Ohrenschützer um den Hals hängen hatte, ein weiteres streckte er mir auffordernd entgegen. Mich weiter umsehend kam ich auf ihn zu und nahm es an mich.
"Bevor ich Ihnen eine Waffe aushändige um Ihre Zielgenauigkeit zu testen, müssen Sie einiges wissen."
Ich würde eine Waffe in die Hand gedrückt bekommen? Das war eine interessante Neuigkeit! Gespannt starrte ich in seine blauen Augen und wartete auf seine Ausführungen.
Er räusperte sich und begann dann in einem professionellen Ton, "Zu allererst: Die Wesen, welche die Familie Hellsing bekämpft sind keine Menschen mehr und können deshalb nicht so leicht ausgeschaltete werden. Der einzige Weg diesen Monstern die Erlösung zu bringen, ist ein Schuss durch das Herz oder den Kopf. Sollten Sie diese Ziele verfehlen, müssen Sie mit einem Gegenangriff rechnen."
"Haben diese Ghouls Schmerzen?", wollte ich erstaunt wissen und dachte an das Foto zurück, dass Integra mir gezeigt hatte.
"Ja, Miss Marian", stimmte er zu, "Ein Ghoul ist seinem Herrn treu ergeben, aber diese armen Kreaturen leiden unter schrecklichen Höllenqualen. Deshalb ist es wichtig ihnen einen schnellen Tod zu gestatten - immerhin ist es nicht ihre Schuld, dass sie zu diesen Wesen geworden sind... Sie sind nie weit von ihrem Schöpfer entfertn und meist das erste Zeichen dafür dass ein Vampir in der Nähe ist. Sie werden einen Ghoul nie alleine antreffen, denn sie vermehren sich im Kampf ungemein schnell. Lady Integra hat Ihnen bereits erzählt, dass sie Menschenfleisch verzehren?"
Auf die Frage hin nickte ich kurzangebunden und schluckte nervös.
"Sie müssen noch wissen, dass ein herkömmlicher Ghoul ohne einen Meister nicht überleben kann. Das heißt, wenn der Vampir ausgeschaltet ist, zerfallen auch die Ghouls zu Staub."
"Meinen Sie diese Freak-Ghouls laufen dann immernoch weiter durch die Gegend?", fragte ich nach und erhielt ein zustimmendes Nicken.
"Sie haben wirklich ein gutes Gedächnis. Ja, durchaus. Die von jenen Freaks erschaffenen Ghouls zerfallen nicht wie die eines echten Vampirs. Diese Exemplare wandeln weiter und fressen das Fleisch unschuldiger Menschen bis sie einer nach dem anderen ausgeschalten werden."
Mir schauderte bei dem Gedanken daran solch einer Kreatur gegenüber zu stehen.
"Okay, okay... aber warum erschaffen Vampire Ghouls?", nachdenklich sah ich zu den Zielscheiben, "Wäre es nicht leichter unbemerkt zu... ehm zu jagen... wenn sie die Körper ihrer Opfer vernichten?"
"Das mag wohl sein, aber ein Ghoul spielt eine wichtige Rolle für seinen Herrn", neugierig sah ich wieder zu Walther, "Er beschützt ihn während seines Schlafes. Desto mehr Ghoule ein Vampir befehligt, desto sicherer ist er bei Tag."
"Achsoooo", machte ich verstehend.
Das klang einleuchtend! Dann erschuffen Vampire ihre Privatarmee um sich ungestört erholen und regenerieren zu können.
"Zweitens! Um einen gezielten Schuss abgeben zu können, dürfen Sie Ihre Beherrschung während eines Gefechts niemals verlieren! Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Soldat den Kampf verliert, weil er es zulässt, dass Angst und Panik ihn beherrschen."
Na das gab mir jetzt wirklich Hoffnung, dachte ich sarkastisch, sagte aber nichts dazu.
"Für Ihre ersten Zielübungen werden wir eine älteres Modell einer Standartpolizeiwaffe benutzen", er ging in die Hocke und zauberte von irgendwoher einen Koffer herbei den er anhob und auf das Pult einer Schusskabine ablegte.
Er ließ die Schnallen aufschnappen und öffnete den Deckel. Darin befand sich eine kleine, zerlegte Pistole mit Magazin und allem drum und dran.
"Das hier ist eine Walther PPK."
"Haben Sie die gemacht?", fragte ich wissbegierig und schaute auf die Waffe.
"Nein, Miss Marian", ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen, "Diese Serie wurde von Fritz Walther entwickelt und in Deutschland von 1931 bis 1999 produziert. Bei dieser Pistole handelt es sich um einen einfach gebauten, unverriegelten Rückstoßlader mit feststehendem Lauf und Masseverschluss. Das Magazin umfasst sechs Schüsse und reicht für Übungen vollkommen aus."
Er baute die Waffe zusammen und hielt sie mir dann entgegen.
Darauf folgten unheimlich viele technische Details zum Aufbau, über die Sicherung und vielen anderen Kram, den ich mir besser hätte notieren sollen. Außerdem baute ich das Teil unter Walthers Argusaugen mehrmals zusammen und wieder auseinander, bis die Bewegungen praktisch automatisch klappten.
Irgendwann stand ich dann schließlich mit den Ohrschützern am Kopf und ausgestreckten Armen in Position und hielt die Pistole konzentriert in beiden Händen. Walther hatte mich vor dem Rückstoß gewarnt, irgendwas von einem rechts Drall erwähnt und die Waffe unter meinen wachsamen Augen entsichert. Die Zielscheibe über den Lauf der Walther PPK fixierend stellte ich meine Beine etwas auseinander um einen besseren Stand zu bekommen und schoss.
Der Ruckstoß war nicht so schlimm wie ich ihn mir vorgestellt hatte, trotzdem brachte er mich aus der Balance und ich senkte die Waffe nach dem ersten Schuss.

_____


Das wars wieder 'mal fürs Erste.
Wenn euch irgendetwas unlogisch vorkommt gebt einfach bescheid - ich werd in den nächsten Tagen selbst noch einpaar mal nachlesen, was ich da wieder verzapft habe ^^

See ya!
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