Alleine zu zweit.

GeschichteRomanze, Horror / P18
Jayne Cobb Malcolm Reynolds River Tam
20.01.2014
17.03.2014
11
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20.01.2014 1.032
 
„Komm schon Jayne!“, schrie Mal ihm atemlos über die Schulter zu.

Jayne war kräftig, er konnte hervorragend mit jeder Art von Waffe umgehen und wurde auf der Serenity meisten dazu abgestellt schwere Sachen von A nach B zu schleppen, doch sprinten gehörte so wenig zu seinem Repertoire wie häkeln oder kochen.

Er hatte immer gewusst, dass ihm dieser Umstand noch mal zum Problem werden würde.



Die Serenity befand sich nur noch 1,50 über dem Erdboden, als Mal und Jayne, von Reavern verfolgt,  laut brüllend durchs Dickicht pflügten, alles daran setzend die Luke noch rechtzeitig zu erreichen, um sich in Sicherheit zu hangeln.

Mal erreichte das Loch vor Jayne.

Halb sprang er, halb wurde er von Kaylee und Sheperd gezogen, denn die Serenity gewann mit jeder Sekunde an Höhe.

Jayne, der weit hinter Mal zurückgefallen war, befand sich noch etliche Meter von dem großen Schiff Klasse Firefly entfernt und doch konnte er erkennen, dass es für ihn bereits unerreichbar geworden war.

Alle wussten es, Jayne würde es nicht schaffen.

Wash würde auf Grund des Reaver Schwarms nicht noch einmal umkehren, zu groß war die Gefahr, dass diese  sich an das Raumschiff hängen könnten.





Doch Jayne rannte weiter, er konnte ja sonst nichts tun, als vor den Reavern davon zu laufen.



Mal stand vor der Luke, völlig am Ende und überlegte verzweifelt was er tun konnte. Da fiel ihm der viereckige Käfig aus Panzer- und schalldichtem Armee-Glas wieder ein, den er von ihrem Auftragsgeber bekommen hatte und der eigentlich für das Zielobjekt gedacht gewesen war.

Aufgrund des unerwarteten Überfalls, waren sie jedoch gezwungen gewesen, ihren Auftrag so schnell wie möglich abzubrechen, weshalb der Käfig immer noch leer stand.

Mit einer Handbewegung bedeutete Mal, Kaylee, Shepherd Book und Simon (der gerade durch die Tür gekommen war, nachdem er seine Schwester verarztet hatte) ihm zu helfen.

Also schoben sie gemeinsam das kleine, aber massive Gefängnis aus der Luke.

Tatsächlich landete es dann auch direkt über Jayne… und einem Reaver.

Geschockt blickte Jayne nach oben und konnte gerade noch rechtzeitig bremsen, um nicht gegen die gläserne Barriere zu rennen und sich so möglicherweise die Nase zu brechen.

Der Reaver besaß anscheinend weniger gute Reflexe, denn, ob nun aus Absicht oder nicht, krachte er direkt in Jaynes Rücken und drückte ihn grob gegen die Glaswand.

Er wurde jedoch nicht ernst verletzt, so dass er immer noch schnell genug reagieren konnte, um den Kannibalen packen zu können und seinen Schädel mehrmals gegen eine der vier Wende des Käfigs zuschlagen.

Blut und Hirnmasse spritzen ihm ins Gesicht und liefen seine Handgelenke hinunter, der Gestank, den der Reaver verströmte, war erbärmlich.


Der Rest des Schwarms  war inzwischen bei ihm angekommen, schaffte es jedoch nicht den soliden Käfig, der sich sofort im Boden verankert hatte, zu zerbrechen oder hoch zu heben.

Für diesen Moment erlaubte sich Jayne erleichtert auszuatmen und sich den Dreck, so gut es ging, aus dem Gesicht zu wischen.

Doch die Reaver, wären nicht die Reaver, wenn sie nicht längst einen neuen Plan ins Auge gefasst hätten.



Jayne war ganz alleine als die Kannibalen mit ihren Opfern zurück kamen und sie vor seinen Augen zu häuten begannen.

Die Serenity war, da sie Jayne nun in Sicherheit wussten, inzwischen auf dem Weg zu Zoë, um diese aus ihrem Versteck zu befreien.  Jayne wusste, dass jede Sekunde entscheidet war, denn die Reaver wollten ihn, wenn sie ihn schon nicht töten konnte, zu einem von ihnen machen.

Ein brüllendes, verrücktes Fleisch, ohne Seele, ohne Gewissen.

So stellte sich Jayne die Hölle auf Erden vor.

In dem Wissen, dass der Anblick ihn verrückt machen würde, begannen sie nun damit ihren Opfern bei lebendigem Leib die Haut abzuziehen.

Die wenigen, die noch schreien konnten, brüllten sich die Seele aus dem Leib, als das rohe Fleisch unter ihrer Haut zum Vorschein kam.

Jayne trommelte wie wild mit den Fäusten gegen die schalldichte Glaswand, solange bis der Schmerz in seinen Knöcheln ins unerträgliche gewachsen war.

Die Reaver ließen sich davon nicht stören, schließlich begannen sie sogar damit sich mit dem Blut ihrer Opfer perverse Kriegsbemalung in die entstellten Gesichter zu schmieren.

Quetschten den wenigen noch Lebenden die Augen aus den Höhlen.

Jayne fing an zu schreien, Schreie die niemand hören konnte!

Spätestens jetzt merkte er, wie die Übelkeit ihn überwältigte.

Er konnte nicht anders, er musste sich übergeben.



Obwohl  da schon längst nichts mehr war, was er hätte erbrechen können, würgte er noch eine halbe Ewigkeit, wie es ihm schien.

Speichelfäden tropften auf den sandigen Boden.

Als die Reaver schließlich anfingen ein großes Feuer zu entfachen und einzelne Fleischstücke, die sie ihren Opfern zuvor herausgerissen hatten, über den gierigen Flammen zu rösten, dankte Jayne allen ihm bekannten Göttern dafür, dass das Glas keine Gerüche zu ihm durchdringen ließ.

Was ihn aber trotzdem nicht daran hinderte, sich erneut zu übergeben, wenn auch mehr Magensäure, als alles andere vor ihm landete.



Zusammengekauert hockte er neben dem toten Reaver auf dem Boden, unfähig die Augen abzuwenden.

Nachdem sie das verkohlte Fleisch ins sich hinein gestopft hatten, waren sie dazu übergegangen eine bizarre Art von Blut– und Eingeweide-Kunst an seinen gläsernen Würfel zu pinseln,  während andere die gehäuteten Toten vergewaltigten.



Ohne dass Jayne etwas davon bemerkt hätte, war die Serentity zurückgekehrt und schwebte nun gute fünfzig Meter über ihm.

Als Mal realisierte, was dort unten vor sich ging, befahl er der gesamten Crew sich von den Fenstern fernzuhalten, niemand weiteres sollte das gleiche Schicksal wie Jayne ereilen.

Nur er selbst blickte hin und wieder nach unten.

Mit jedem Mal wurde das Gefühl der Hilflosigkeit in ihm stärker, denn er wusste, dass Jayne diese Qualen ganz alleine durchstehen musste.



Jayne, hatte sich in einer Ecke auf dem Boden zusammen gekauert und die Fingernägel zu beiden Seiten seines Kopfes tief in die Haut gebohrt.

Erneut waren seine Hände und Handgelenke Blutüberströmt.

Sein Blick war starr nach vorne, auf das schreckliche Ereignis, dass sich dort vor ihm abspielte, gerichtet.

Wäre da nicht das ganze Blut, dass unablässig aus seinen selbstzugefügten Wunden quoll, hätte man ihn tatsächlich für eine Statue halten können, so reglos saß er da und starrte hilflos auf das Massaker, dass er nicht hatte verhindern können, neben ihm der tote, hässliche Mann in seiner gläsernen Zelle.
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