Zwischenstopp in Summara

von Arzani92
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Marshall D. Teach "Blackbeard" Puma D. Ace / Gol D. Ace
19.01.2014
27.07.2015
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Sie schaute kurz zur Tür, als diese aufging. Groß, schwarze Haare, dunkle Augen, muskulös, nackter Oberkörper und ein Seesack über die Schulter geworfen. Der Hut auf dem Kopf durfte natürlich auch nicht fehlen. Er war sicher ein Pirat, aber die kamen hier so häufig vor, dass es sie weder wunderte noch störte. Solang sie in ihrer Bar keine Chaos veranstalteten und zahlten, war es ihr egal, wer hier ein und ausging. Aber warum diese Piraten keine Shirts anhatten, dass wollte ihr einfach nicht in den Kopf. Ja Summara war eine Sommerinsel, weswegen Lil auch gerne hier lebte, aber es war immer noch Winter, verdammt. Winter! Konnte sich dieses Pack von Piraten nicht mal der Jahreszeit gemessen anziehen?

Sie wischte mit einem ihrer Geschirrtücher ein Glas trocken und stellte es ins Regal, während sie den Neuankömmling weiter musterte. Er sah nicht so aus, als würde er Ärger machen. Die meisten Piraten dachten, sie könnten ohne zu zahlen verschwinden, aber noch hatte sie immer ihr Geld bekommen. Inzwischen hatte sie ein Gespür für Menschen und wusste wo sie aufpassen musste und wo nicht. Dieser hier schien ganz in Ordnung. Aber ohne Shirt. Sie seufzte.

Im Schankraum war es relativ leer. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte ihr auch den Grund. Es war erst kurz nach Mittag. Die meisten Leute kamen zum Abendessen. Nur ein paar Stammgäste und Gäste der Pension saßen an den Tischen.
Er setzte sich an die Bar und grinste sie an. Automatisch grinste sie zurück. Es genügte ihr um zu beurteilen, dass er keinen Ärger machen würde. Jemand der so grinste, war normalerweiße ein friedlicher Mensch.
„Was kann ich Ihnen den bringen?“
Sie war immer höflich. Ihre Mutter hatte sie als Kind so oft ermahnt, es war Lil in Fleisch und Blut übergegangen. Der Fremde schaute sie unter seinem orangenen Hut hervor an. Hatte er wirklich Smilies auf dem Hut? Was war er, zwölf?
„Du. Ich bin zu jung und stelle zu viel Unsinn an für das Sie. Am besten irgendwas gut durchgegrilltes? Was gibt’s denn da im Angebot?“
Kurz musste die Barkeeperin schmunzeln. Auf den Mund gefallen war er auf jeden Fall nicht.
„Ich könnte dir“, dabei betonte sie das dir besonders, „ein Hüftsteak vom Rind anbieten. Frisch vom Grill. Isst so jemand wie du Gemüse?“
Ihre Aussage brachte ihn zum lachen. Hell und klar tönte es durch den fast leeren Raum.
„Wenn es gegrillt ist.“
Daraufhin nickte sie. Gegrillte Lebensmittel waren die Späzialität der Bar.
„Dann klingt das doch ziemlich gut.“
Kurz stieß Lil die Tür zur Küche auf.
„Chef?“
Sie schaute ihren Küchenmeister fragend an. Er hatte eine weiße Mütze auf dem Kopf, unter der vereinzelt weiße Haare zwischen den braunen hervor lugten. Sein wettergegerbtes Gesicht war ihr so vertraut, sie war sich sicher jede Falte einzeln zu kennen. Schmunzeld und schon halb am Arbeiten lachte er sie an.
„Ich hab mitgehört. Fünf Minuten Süße.“
Sie bedankte sich mit einem Nicken und ließ die Tür hinter sich zufallen. Die Küche war Hughs Gebiet.

Flüchtig schaute sie zu ihrem unbekannten Gast und zuckte kurz zusammen. Schlief er etwa? Es sah ganz danach aus. Die Braunhaarige runzelte mit der Stirn, doch zuckte dann mit den Schultern. Sie hatte so viel gesehen, irgendwie konnte sie auch nicht mehr schocken, dass jemand am helllichten Tage mitten in einer fremden Bar einschlief und dabei noch nicht mal vom Stuhl fiel. Wobei das wirklich eine Leistung war, sie wäre sicher nicht so aufrecht auf dem kleinen Barhocker sitzen geblieben, wäre sie eingenickt.
Eigentlich hätte sie ihm jetzt, rein aus ihrer Erfahrung als Barkeeperin, ein Bier dazu gestellt, fragte sich grade aber ob sie ihm nicht lieber einen starken Kaffee geben sollte. Da bemerkte sie dass er wieder hochzuckte. Also doch ein Bier.
„Lil!“ Es war Hugh, der den fertigen Teller in der Hand hielt.
„Ja, bin schon da, danke.“
Ging doch schneller als sie dachte. Das waren sicher keine fünf Minuten gewesen.
Sie stellte ihrem Gast den Teller vor die Nase und das Bier dazu. Er bedankte sich artig und schaute sie aus seinen dunklen Augen an.
„Eine hübsche Frau, die auch noch weiß was ein Mann gerne trinkt. Ich werde mir die Bar merken.“
Auf seine Worte hin verdrehte sie genervt die Augen. Wie oft hatte sie solche Spürche in ihrem Leben nun schon gehört? Eindeutig zu oft.
„Das ist nicht so schwer zu erraten. Männer trinken entweder Sake oder nun Mal Bier. Außerdem brauche ich deine Komplimente nicht.“
Die Abfuhr schien ihn nicht aus der Ruhe zu bringen. Er hatte schon angefangen zu essen und grinste sie dabei an. Manieren waren nicht seine Stärke. Zwischen zwei Bissen redete er einfach weiter mit ihr.
„Keine Komplimente, nur die Wahrheit.“
Ja, klar. Sagten sie alle, die versuchten ihr entweder damit das Geld aus der Tasche zu ziehen, sie ins Bett zu kriegen oder beides. Noch keiner, der es darauf angelegt hatte, hatte es hinbekommen. Sie erwiderte einfach nichts auf seine Aussage, so wie sie es immer tat.

„Sag mal, kriegt man hier irgendwo ein Zimmer, dass mich nicht gleich ein ganzes Vermögen kostet?“
Er schaute sie an, die Gabel immer noch in der Hand. Sie hätte ihn eigentlich auf eine Person eingeschätzt, die auf der Durchreise war. Aber auch sie konnte sich täuschen.
„Bei mir. Hier oben. 1500 Berry pro Nacht. Mit Frühstück 1800.“
Er schaute kurz verdutzt ob ihrer fixen Antwort, dann lachte er fröhlich.
„Du bist ja schnell im Geschäfte machen. Alles klar. Nehm ich.“
„Wenn ich das nicht wäre, hätte diese Bar nicht so lange überlebt.“
Er nickte. „Stimmt wohl, hier das müsste es mit dem Essen dann ja tun, oder?“
Kurz griff sie nach unten, schnappte sich einen der Schlüssel und tauschte diesen mit dem Geld.
„Die Treppe hoch, erstes Zimmer links.“
Er nickte zurück, schnappte sich den Seesack den er achtlos neben sich liegen lassen hatte und steuerte die Tür an zur Treppe. Aber sie hielt ihn nochmal kurz zurück.
„Übrigens wie heißt du? Ich mag es nicht, wenn Leute oben wohnen, deren Name ich nicht weiß.“
Er schaute ihr über die Schulter kurz ins Gesicht.
„Ace. Du?“ Er grinste.
„Lil.“

Dann verschwand er nach oben. Sie schaute kurz auf das Geld in ihrer Hand. 5000 Berry. Das war wirklich mehr als genug für eine Nacht und ein Essen.

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Es kommt sicher auch noch ein bisschen was an Romanze dazu. Aber erst etwas später.
Ich hoffe ich konnte euch neugierig machen. Anregungen, Kritik und Tipps nehme ich immer gerne entgegen.
eure Arzani
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