Ferien in L.A. - Katastrophen inklusive

GeschichteAllgemein / P12
Beth Turner Josef Kostan Mick St. John
19.01.2014
23.02.2014
7
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19.01.2014 719
 
Meine erste Fanfiktion, bin sehr froh, dass ich den Mut gefunden habe, eine Veröffentlichung zu starten. Ich würde mich sehr über Reviews freuen. Viel Spaß beim Lesen!
     
„Danke fürs mitnehmen.“
Die Autotür schlug zu und der silberne Camaro brauste davon, dem Horizont entgegen, an dem bereits erste Anzeichen der Morgendämmerung sichtbar wurden. Carly Turner schulterte ihre Reisetasche und setzte ihren Weg zu Fuß fort. Sie hatte es fast geschafft. Es war nicht mehr weit. Mit gemischten Gefühlen erblickte sie die vor sich liegende Stadt, deren majestätisch hohe Wolkenkratzer in den Himmel ragten. Los Angeles. Sie hatte den Fahrer gebeten, sie an der Ausfahrt abzusetzen und nicht direkt in die Stadt hineinzufahren, da sie begierig war, Anblick und Flair dieser Stadt in aller Stille zu genießen und in sich aufzunehmen.
Nun war sie also da. Sie hatte ihr Ziel so gut wie erreicht. Das eigentliche Abenteuer lag hinter ihr. Dachte sie zumindest. Per Anhalter von San Francisco nach L.A. fahren, was hätte da nicht alles passieren können! Gar nicht auszudenken, wenn sie unwissentlich zu einer Person ins Auto gestiegen wäre, die keine Skrupel davor hatte, sich die Unbedarftheit eines jungen Mädchens, wie sie eines war, zu Nutze zu machen! Wären die Umstände andere gewesen, die im Allgemeinen vorsichtig veranlagte Carly hätte dergleichen Unternehmen nie in die Tat umgesetzt. Doch ihr Leben hatte sich verändert in den letzten Monaten. Von Grund auf. Schlag auf Schlag. Sie selbst war eine andere geworden. Nicht mehr dieselbe. Ihr altes Leben lag hinter ihr. Die Tatsache, dass sie die Zeit, die sie „damals“ nannte, von Herzen vermisste und wünschte, alles würde werden wie früher, änderte leider nichts daran, dass es für sie keine Rückkehr mehr gab. Nicht, wenn sie endlich vergessen und wieder glücklich werden wollte.
Carly hielt inne. Die Erinnerung hatte ihr die Tränen in die Augen getrieben. Rasch wischte sie sie mit dem Ärmel ihrer Jacke weg. Nein. So wollte und konnte sie ihren Neuanfang in dieser wundervollen Stadt nicht beginnen. Carly straffte ihre Schultern, besann sich auf die Dinge, die sie zunächst tun wollte und mit einem Mal kehrte auch ihre Entschlusskraft zurück. Sie würde zuerst durch die Straßen dieser Stadt flanieren und die grenzenlose Schönheit bewundern, die ein Sonnenaufgang in L.A. zu bieten hatte. Die Hochhäuser würden ihr zwar weitestgehend die Sicht versperren, doch es würde dennoch nicht unbemerkt bleiben, wie die Stadt langsam von der Sonne erhellt und aus ihrem Schlaf geweckt würde; wie immer mehr Menschen hinaus kamen und die Straßen bevölkerten. Herrlich. Sobald dann die ersten Geschäfte öffneten, plante Carly, ein Cafe aufzusuchen und dort ausgiebig zu frühstücken. Sie war nun mal ein Frühstücksmensch. Ein heißer Latte Macchiato, ein leckerer Schoko-Muffin. Manchmal brauchte sie nicht mehr zu ihrem Glück. Schließlich, so rechnete Carly es sich aus, hatte sie dann im Cafe beim Frühstück genug Zeit zugebracht, um allmählich zum letzten Punkt ihrer Agenda übergehen zu können: Ihrer Cousine einen Besuch abstatten und sie überreden, sich ein paar Tage bei ihr wohnen zu lassen. Wie leicht beziehungsweise schwierig sich dieses Unterfangen gestalten würde, war nicht abzusehen, da Carly ihre Cousine zum letzten Mal vor fünf Jahren gesehen hatte. So war das nun mal, wenn Verwandte in verschiedenen Städten lebten. Man sah sich selten oder kaum, telefonierte höchstens an Feiertagen oder Geburtstagen miteinander. Dennoch erinnerte sich Carly, dass ihre Cousine ein gutes Herz hatte und immer, wenn sie einander in den vergangenen Jahren mal auf einer Familienfeier getroffen hatten, war sie ihr wie der netteste Mensch auf der ganzen Welt vorgekommen. Das stimmte sie zuversichtlich. Außerdem hatte sie gar keine andere Wahl, immerhin handelte es sich bei dieser Cousine um die einzige jüngere weibliche Verwandte, die sie hatte. Von wem also konnte sie Verständnis, Fürsorge und Obdach erwarten, wenn nicht von ihr? Hoffentlich war sie dieselbe geblieben. Vom Hörensagen wusste Carly, dass schwere Zeiten hinter ihr lagen und sie einen großen Verlust zu verarbeiten hatte. Hatte sie sich nicht vielleicht doch verändert und würde Carly gar nicht erst anhören wollen? Mit einem energischen Kopfschütteln vertrieb Carly diese trübsinnigen Gedanken aus ihrem Gedächtnis und richtete ihr Augenmerk wieder auf ihre Umgebung. Erst jetzt wurde sie des Schildes gewahr, dass sie soeben passierte. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, ihre Augen begannen zu funkeln. Das Schild trug die Aufschrift: „Welcome to L.A.!“
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