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Liebe mit Schmerz

von Doodoo
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
18.01.2014
24.01.2014
4
1.663
 
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18.01.2014 401
 
„Man stirbt immer zu früh“, denke ich. „Es gibt keinen richtigen Moment zu sterben.“ Und ich starre auf einen schwarzen, außen mit Gold verzierten und innen mit roten Seidenpolstern ausgestatteten Sarg. Es ist nicht irgendein Sarg. Es ist IHR Sarg. Klara. Meine beste Freundin. Ich stehe vor ihr. Vor meiner Klara.
Es spielt sich immer wieder vor meinen Augen ab. Lachen. Schuss. ... Nichts.
Sie wurde ermordet. Ermordet von einem Bankräuber. Die kurzen braunen Haare, seine beinahe schwarzen geheimnisvollen Augen. Ich verabscheue sie, die verführerischen Augen. Genauso wie ich mich selbst gerade verabscheue! Es ist furchtbar was für Dinge man sich in Schockmomenten merkt! Seine Augen kann ich beschreiben, aber ich weiß nicht mehr, wann er sich vor uns gestellt hatte. Uns. Vor mich und ... Klara. Wir stiegen aus der Straßenbahn und Klara erklärte mir wie wunderbar es ihr ging, als ... Ich wollte Klara zu schreien, doch da war es zu spät. Schuss. Mitten in ihr Herz. Und meines brach mit ihr. Klara sah in den letzten Augenblicken ihres zu kurzen Lebens, in meine Augen. In ihrem Gesicht spiegelte sich nicht die Angst und Verzweiflung wie in meinen, sondern ein Lächeln. ihr wunderschönes Lächeln. Es blitzte in ihren Augen auf, doch kurz darauf wurden sie leer. Sie lag am Boden. Reglos. Tod? In ihrem Gesicht ruhte noch immer ein Lächeln. ihr Lächeln. nun ist das Lächeln verschwunden. Sie liegt zu Recht gemacht in ihrem „Bettchen“, fertig für den bevorstehenden ewigen Schlaf. Perfekt. Beinahe perfekt. Es war nicht meine Klara. Sie war es nicht. Nicht mehr. Ohne ihrem Lächeln, ihren blöden Witzen die meist nur ich verstand, ohne ihrer ruhigen Art. Gut, ruhig ist sie jetzt auch, doch jetzt hat die Ruhe sie verschlungen. Sie ließ sie leiden, kratzte sie mit ihren Krallen und dann hatte sie, Klara ganz in ihrer Gewalt. Sie verschlang sie, Stück für Stück, während Klara Qualen litt. Nicht Grund dessen des Schusses, sondern wegen der Stille. Der qualvollen, unfreiwilligen Stille. Ich sah es in ihren Augen kurz bevor sie die Stille und die Leere erreichte. Sie hatte noch so viel zu sagen! Und doch hatte sie gelächelt. Ich verstehe es nicht ich weiß, sie hatte ihn gesehen und sie wusste auch, was ihr bevorstand. Der Tod. Und trotzdem hat sie gelächelt. Warum??? Ich weiß es nicht. Diese Frage beschäftigt mich schon die ganze Zeit. Doch ich weiß, ich würde nie eine Antwort auf diese Frage bekommen…
 
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