2 Jahre auf Kuraigana

von Arzani92
KurzgeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
Lorenor Zorro Mihawk "Falkenauge" Dulacre Perona
18.01.2014
12.12.2015
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„Was gedenkst du da zu tun?“
Der Angesprochene seufze. Wie hatte er ihn nur gehört. Es war mitten in der Nacht, er war so leise gewesen, er war sich sicher noch nicht mal Nami hätte ihn gehört, wenn er jetzt versucht hätte ihr Geld zu stehlen. Wobei, das stimmte wohl nicht so ganz. Sie hatte einen sechsten Sinn dafür, ob sich jemand ihrem Geld näherte. Diese Voraussagen waren bei ihr genauso exakt wie die des Wetters.
„Ich gehe trainieren.“
Er hatte es satt im Bett zu liegen und nichts zu tun. Seine Wunden waren seiner Meinung nach verheilt, aber das sah der beste Schwertkämpfer der Welt seit fast drei Wochen anders. Er hatte zwar eingestimmt ihn in der Schwertkunst zu unterrichten, aber Lorenor Zorro war nun seit fast 2 Monaten auf der Insel und von Training hatte er noch nicht viel mitbekommen. Stattdessen musste er im Bett liegen und sich von der Geisterfrau, wie Mihawk sie nannte, gesund pflegen lassen. Seit drei Wochen fühlte er sich fit genug für das Training, aber er wurde immer wieder ins Krankenbett verbannt. Das allein schon war eine Qual, weil er so Peronas Gequassel nicht aus dem Weg gehen konnte, war sie doch für seine Pflege zuständig. Es wunderte den Grünhaarigen schon, dass er sie nicht rausgeschmissen hatte, aber es wunderte ihn auch das Falkenauge ihn nicht rausgeschmissen hatte. Stattdessen hatte er zugestimmt, ihn, Lorenor Zorro, Piratenjäger und Crewmitglied der Strohhutbande zu trainieren. Wenn er es nur machen würde. Aber nein, er lag im Bett und durfte nicht mal Gewichte heben oder Ausdauertraining machen. Hätte er ihn doch nur nicht gefragt.
Er versuchte aufzustehen und wollte sich grade aus dem Bett schwingen als ihn eine feingliedrige Hand, der man die Kraft die sie aufbrachte gar nicht zugetraut hätte, wieder ins Bett drückte. Er stemmte sich dagegen, aber es brachte nichts. Er konnte sich keinen Millimeter bewegen.
„Würdest du deine Hand wohl aus meinem Gesicht nehmen.“
Er nuschelte es zwischen die Finger hindurch die ihm auf sein Gesicht gepresst waren. Kurz streiften ihn gelbe Augen, dann wich der Druck auf sein Gesicht. Sofort wollte er aufstehen, nur um wieder in das Kissen gedrückt zu werden.
„Glaube ja nicht, du könntest mich austricksen, Lorenor. Du kommst schon noch früh genug zu deinem Training, aber nur wenn du vollkommen gesund bist und das bist du nicht! Ich trainiere keinen Krüppel.“
Wütend zischte der Grünhaarige auf, als die Hand von seinem Gesicht wich. Er war gesund und kein Krüppel und die Worte seines Gegenüber machten ihn fuchsteufelswild. Er richtete sich auf.
„Ich bin gesund, komplett! Ein Krüppel ist etwas anderes!“
Er schrie fast und auf einmal spürte er einen stechenden Schmerz in seiner Schulter. Er unterdrückte einen Schmerzensschrei. Er hatte die Bewegung von Mihawk nicht kommen sehen. Er war schnell, zu schnell. Auch etwas, was Zorro verbessern musste. Seine Schnelligkeit, aber er wurde ja nicht gelassen.
„Dann hat das ja eben nicht weh getan, oder? Warum bist du dann so zusammen gezuckt, Piratenjäger?“
Falkenauge schüttelte den Kopf.
„Diese Wunde ist noch da, auch wenn du sie vielleicht nicht mehr siehst. Wenn du damit jetzt anfangen würdest zu trainieren, würdest du deine Schulter für immer beschädigen und somit nie mehr die volle Kraft aufbringen, die du brauchst um mich irgendwann zu besiegen. Ein wahrer Kämpfer sollte wissen, wann es angebracht ist zu trainieren und wann zu ruhen.“
Mit diesen Worten verschwand er aus dem Zimmer, ohne sich nicht vorher noch mal umzudrehen und ihn mit seinen gelben Augen wissend zu mustern. Zorro fühlte sich unter diesem Blick ausgezogen, als wäre er vollkommen nackt und Falkenauge könnte in sein Innerstes sehen. Es hatte ihn geschockt zu hören, dass er seine Schulter für immer beschädigen könnte, sollte er mit trainieren anfangen, hatte er doch geglaubt, komplett gesund zu sein. Aber da war mehr in Mihawks Blick, so als sehe er in sein Innerstes, so als wüsste er, dass er grade an Kuina und Luffy dachte. An sein Versprechen gegenüber diesen beiden Menschen, der beste Schwertkämpfer der Welt zu werden und daran, dass er es mit so einer simplen Sache wie Training für immer brechen könnte. Auf einmal war ihm eisig kalt.
„Zwei Wochen noch, Lorenor. Dann fangen wir an. Natürlich nur wenn du davor nicht auf dumme Gedanken kommst und versuchst wieder zu trainieren.“
Mit diesen Worten verschwand er endgültig aus dem Zimmer.
Er schluckte. Zwei Wochen würde er auch noch aushalten. Für seine Crew und für Kuina.

„Aufstehn, aufstehn, aufstehn. Frühstück ist fertig.“
Die helle Stimme durchdrang die steinernen Wände des Schlosses mit Leichtigkeit und er war schlagartig wach. Heute waren 2 Wochen seit dem nächtlichen Gespräch mit Mihawk vergangen und somit seine Schulter vollkommen geheilt. Heute würde er endlich mit dem Training anfangen.
Er hatte in diesen zwei Wochen kein einziges Mal mehr versucht aus seiner Bettruhe aufzustehen um trainieren zu gehen. Er hatte die meiste Zeit damit zugebracht den Wolken zu zusehen oder zu schlafen. Es hatte ihn Mühe gekostet sich ruhig zu halten. Die Tatenlosigkeit ließ ihn immer mehr bewusst werden, wie sehr er seine Freunde vermisste. Es machte ihn fertig nicht zu wissen, wie es ihnen ging. Vor allem machte er sich Sorgen um seinen Kapitän. Er wusste, wie schmerzhaft es war einen geliebten Menschen zu verlieren. Immer wieder tauchte das Bild von Kuina vor seinen Augen auf, auch jetzt noch. Aber er hatte damals Menschen gehabt, die da waren. Irgendwie hatte der Dojo in doch aufgefangen. Aber Luffy war alleine und er hatte seinen geliebten Bruder verloren und dass obwohl er so viel auf sich genommen hatte um ihn zu retten. Der Schmerz musste ihn zerreißen. Aber er hoffe auf Luffys natürliche Art positiv zu denken und versprach sich erneut, alles zu geben und stärker zu werden, damit niemand mehr aus seiner Crew diesen Schmerz durchmachen musste. Er würde sich jeden in den Weg stellen, der es auch nur ansatzweiße in Erwägung zog.
„Kommst du endlich, du Schlafmütze. Ich mach doch nicht umsonst Frühstück, damit du es kalt werden lässt.“
Ein Kopf mit rosafarbigem Haar lugte aus der Wand, die sein Zimmer zum Nachbarzimmer abgrenzte, hervor und starrte ihn missmutig zu Boden. Perona hatte ihn aus seinen Gedanken gerissen. Er sollte wohl wirklich ordentlich frühstücken, wenn er das Training durchhalten wollte. Außerdem waren die Kochkünste der Geisterfrau in diesen, nun schon knapp 3 Monaten, die sie auf Kuraigana waren um einiges besser geworden. Am Anfang hatte Zorro geglaubt, dass sie es sogar irgendwie schaffen würde Wasser anbrennen zu lassen. Allerdings war es so weit dann doch nicht gekommen. Wenn auch nur  fast. Er war sich sicher, dass sie ansonsten alles mindestens einmal hatte anbrennen lassen. Er vermisste die Kochkünste von Sanji, auch wenn er ihm das natürlich niemals sagen würde.

Im Esszimmer das mit seiner langen Tafel und der Holzvertäfelung an der Wand das Schmuckstück des alten Schlosses war, das Mihawk Dulacre zu seinem Zuhause auserkoren hatte, verband sich Perona wieder mit ihrem Körper. Jetzt saß sie munter am einen Ende des Tisches und ihre Blicke sagten ihm dass er sich beeilen sollte. Genervt setzte er sich ihr Gegenüber.  Am Kopfende saß schon Mihawk dem sein kurzes schwarzes Haar etwas zerzaust ins Gesicht fiel. Er hatte einen Kaffee in der Hand und die Zeitung neben seinem Teller liegen. Wie immer warf Zorro einen kurzen Blick auf die Titelseite, aber seit dem Bericht über Luffys stille Totenklage an eben dem Ort wo Ace in seinen Armen starb und er auch seiner Crew übermittelt hatte, denn Zorro war sich sicher, dass auch alle anderen der Mannschaft es gesehen hatten, dass sie sich erst in zwei Jahren treffen würden, stand nichts Interessantes mehr drin. Er verließ sich drauf, dass Falkenauge ihm jegliche Erwähnungen über seine Crew mitteilen würde, sollte es eine geben.
„Jetzt iss doch endlich was.“
Perona zischte ihn wütend an und hätte ihm wohl am liebsten auch einen ihrer Geister durch den Körper gejagt, aber Mihawk hielt sie mit einer Geste davon ab. Ein kurzer Blick verriet Zorro, dass der schwarzhaarige Schwertkämpfer innerlich wohl die Augen um die Ungeduld des Mädchens verdrehte. Um sie nicht noch weiter zu reizen, sie war sehr reizbar, nahm er sich endlich von dem Bacon und schmierte sich auch einen Toast. Ein weiterer kurzer Blick verriet dem grünhaarigen Schwerkämpfer dass die rosahaarige Piratin damit zufrieden war.

Als sie mit dem Frühstück fertig waren, er hatte Perona ungefähr zehntausend Mal sagen hören, wie dankbar sie doch dafür sein mussten, dass sie kochte, wand sich ihm Mihawk zu. Er hatte nicht viel geredet, was Zorro nicht überraschte. Die meiste Zeit war er in seiner Zeitung vertieft gewesen. Auch er hatte nicht viel gesagt, wenn auch mehr als Falkenauge, aber es blieb eh nicht viel Zeit den Mund aufzumachen, denn die Zeit zwischen den Redepausen von Perona waren ziemlich kurz.
„In zwei Stunden möchte ich dich draußen vor dem Schloss sehen. Mit deinen Schwertern.“
Dann erhob er sich vom Tisch und war in der nächsten Sekunde aus dem Raum verschwunden.
Der ganze Körper des Schwertkämpfers spannte sich an, als er die Worte aus dem Mund seines Rivalen hörte. Er hatte damit gerechnet, dass Mihawk in erst mal stumpfsinnige Übungen machen ließ, hatte sich sogar darauf eingestellt und sich geschworen keinen einzigen Laut des Unmuts deswegen von sich zu geben. Dass er sofort mit allen seinen Schwertern trainieren sollte verwunderte ihn.
Auch die Geisterprinzessin schien verwundert, denn sie hatte ausnahmsweise aufgehört irgendwelche Kommentare von sich zu geben und schaute dem schlanken Körper noch nach, als er schon längst aus der Türe zum Zimmer verschwunden war. Dann, langsam, wand sie sich wieder Zorro zu.
„Meint er das ernst?“
Er zuckte mit den Schultern.
„Anscheinend schon.“
Für eine Sekunde sagte sie nichts, dann schnaubte sie heftig.
„Na super, da hab ich dich fast 3 Monate gesund gepflegt nur damit er dich gleich am ersten Tag wieder auseinander nimmt. Lass dich ja nicht darauf ein! Ich werde sicher nicht noch mal drei Monate damit zubringen, dich zu pflegen!“
Missmutig stemmte sie die Hände in die Seiten und schaute ihn so vorwurfsvoll an, dass Zorro sich kurz einbildete es wäre seine Schuld, dass sie so drauf war. Dann besann er sich wieder.
„Ich hatte dich nicht gebeten, dich um mich zu kümmern oder wie du sagst mich gesund zu pflegen. Dass hätte ich gut und gerne auch alleine hinbekommen.“
Sie schnaubte und schaffte es dann, dass schnauben in ein Lachen zu verwandeln.
„Ja genau und dabei hättest du dich auf dem Weg zwischen deinem Schlafzimmer und dem Krankenzimmer wohlmöglich verlaufen und wärst unter Qualen verhungert.“
Kurz war der Grünhaarige still, dann musste auch er lachen. Er glaubte zwar nicht, dass er verhungert wäre, aber sie hatte Recht, er hatte sich am Anfang immer schrecklich in diesem großen Schloss verlaufen. Was hatte es auch so viele Türen.
„Ich lass mich schon nicht von Falkenauge aufschlitzen. Immerhin hat er ja so vehement darauf bestanden, dass ich gesund werde und nicht vorzeitig trainiere.“
Als er ihre Sorge in den Augen sah, wusste er nicht ob er sich deswegen Sorgen machen sollte oder ob es ihn belustigte. Zum einen glaubte er nicht das Mihawk ihn aufschlitzen würde, noch nicht, auch wenn er es sicher konnte, wenn er wollte, zum anderen wusste er es aber auch nicht sicher. Er konnte diesen Menschen selbst nach diesen 3 Monaten kaum einschätzen. Aber es freute ihn doch ein bisschen zu sehen, dass dieses komische Mädchen sich Sorgen um ihn machte. Hatte sie ihn etwa doch so etwas wie lieb gewonnen, dass sie sich Sorgen um ihn machte. Wenn er es sich eingestehen musste, wäre das Schloss ohne sie wohl doch sehr ruhig.

Metall klirrte auf Metall, als Falkenauge schon wieder seinen Angriff mit Leichtigkeit abwehrte. Erneut drehte er sich und versuchte seinen Gegenüber irgendwie zu erreichen. Doch obwohl er schon vor Schweiß triefte und seine ganze Kraft in die Angriffe legte, hatte er Mihawk noch keinen Kratzer zufügen können. Dabei hatte er jeden erdenklichen Angriff den er kannte schon mindestens zwei Mal probiert. Er merkte zwar, dass er am Ende seiner Kräfte war, aber sein Stolz ließ nicht zu, dass er auch nur an aufgeben dachte. Es kratze an seinem Stolz, dass sein Gegner ihn mit einem Dolch besiegte. Ein Dolch, ein verdammter Dolch, während er mit drei Katanas gleichzeitig kämpfte. Seine Wut machte alles noch schlimmer, sie vertrieb seine Konzentration und ließ ihn einfach nur blindlinks angreifen. Hätte er es mit einem Feind zu tun gehabt, der ihn hätte wirklich töten wollen, er wäre schon längst gefallen, verwundet, tot, aber Mihakw parierte stumpfsinnig einfach jeden seiner Angriffe mit Leichtigkeit ohne auch nur die geringste Neigung zu zeigen einen Gegenangriff zu starten. Genau das machte Zorro so wütend. Er wollte das Mihawk ihn für voll nahm, er wollte dass er mit seinem richtigen Schwert kämpfte und nicht nur mit einem Dolch. Er wollte dass der beste Schwertkämpfer ihn nicht wie ein Kind behandelte und deswegen drosch er einfach immer weiter auf ihn ein. Irgendein verdammter Angriff musste doch durchkommen. Ein Kratzer, da war sich Zorro sicher, würde ihm genügen. Aber er kam nicht an den schwarzhaarigen Mann mit den gelben Augen heran.
Er wusste dass er diesen Kampf, wenn man es überhaupt einen Kampf nennen konnte, nicht mehr lange aufrecht erhalten konnte, aber es war ihm egal. Er würde so lange weitermachen bis er umfiel. Doch dazu kam es nicht. Denn auf einmal spürte er nur einen Luftzug neben sich, seine Schwerter wurden ihm aus den Händen gerissen und in der nächsten Sekunde lag er mit dem Rücken auf dem Boden. Mihawk drückte ihn mit der flachen Hand auf das Gras, so dass Zorro die nasse Erde durch sein Hemd spürte.
Die Augen des Falken waren zornig auf seine geheftet und hätte er Feuer speien können, so wäre der grünhaarige Schwertkämpfer wohl sicher auf der Stelle verbrannt.
„Wofür kämpfst du hier grade, Lorenor? Wofür? Sag es mir!“
Kurz war der Angesprochene verwirrt, dann kehrte sein Zorn zurück.
„Um dich zu besiegen.“
Er spuckte die Worte Falkenauge entgegen, doch diese schienen ihn nur zorniger und irgendwie auch traurig zu machen. Doch das musste sich Zorro eingebildet haben, denn als Mihawk ihn losließ konnte er wieder nur Zorn in seinen Augen erkennen.
„Wenn das so ist, kannst du gleich wieder von meiner Insel verschwinden.“
Mit diesen Worten drehte er sich um und ließ den geschlagenen Lorenor Zorro verwirrt im Gras liegend zurück.

„Jetzt schau was du angestellt hast. Ich hab dir gesagt, du sollst dich nicht auseinander nehmen lassen und was hast du gemacht? Du hast dich zerstückeln lassen.“
Das rosahaarige Geistermädchen saß neben ihm im Gras. Er lag jetzt schon seit zwei Stunden hier und hatte sich nicht bewegt. Keinen Millimeter. Seine Klamotten waren durchnässt und sein Körper war schon ganz kalt. Aber er merkte es nicht. Seit einer Stunde saß Perona neben ihm und redete auf ihn ein. Er hatte fast nicht geantwortet, aber das störte sie nicht sonderlich. Sie redete einfach weiter, vor allem davon dass er sich hatte zerstückeln lassen, was nicht stimmte denn dafür hätte es ja Gegenangriffe gebraucht.
Er fragte sich immer noch was Mihakw damit gemeint hatte, als er ihn gefragt hat, wofür er kämpfe. Sicher, er hatte sich wie ein Kind benommen. War in seinem Zorn einfach losgestürmt ohne sich über Taktik, Technik oder irgendwas Gedanken zu machen, als er merkte, dass sein Gegner ihm nur auswich oder parierte. Wie damals bei Kuina, als sie noch Kinder gewesen waren und seine beste Freundin am Leben. Auf einmal kamen ihm die Tränen. Der letzte Kampf mit ihr kam ihm in den Sinn und sein Versprechen. Sein Versprechen der beste Schwertkämpfer der Welt zu werden, wenn sie es nicht werden sollte. Da sie inzwischen tot war, seit langem schon, musste er es einfach werden. Er hatte es versprochen. Auf einmal kam ihm Luffy in den Sinn. Wie er ihn ansah und meinte, er werde der König der Piraten werden und der beste Schwertkämpfer der Welt sei grade gut genug dafür. Damals als er sich entschlossen hatte in Luffys Crew einzusteigen. Auch ihm hatte er das Versprechen gegeben nie wieder zu verlieren, damals als er nach dem ersten Kampf mit Mihakw Dulacre verloren hatte. Trotzdem hatte er heute wieder kläglich verloren. Aber nicht nur das Match, sondern auch seine Würde. Er hatte sein Versprechen ausgetauscht gegen einen blinden Zorn. Seine Freunde wurden verschluckt von einem Gegner der gar nicht sein Gegner war, sondern, zumindest im Moment, sein Trainer. Wie hatte er das alles nur vergessen können.
Schwungvoll setzte er sich auf.
„Perona, ich bin ein Blödmann oder? Du hast das Match gesehen, ich bin ein Idiot.“
Er schaute, dass leicht verschreckte Mädchen offen an. Durch seine Reaktion war sie kurz in ihrem Redefluss gestört. Dann grinste sie und gab ihm eine Kopfnuss.
„Bist du.“
Kurz sagte sie nichts, dann zupfte sie an seinem Hemd, das feucht, klebrig und dreckig war.
„Schau dir mal diese Grasflecken an, wie soll ich denn bitte die aus dem Hemd wieder rauskriegen? Was muss ich auch die einzige Frau hier auf dieser doofen Insel sein. Hätte mich dieser Shischibukai nicht zu einem Schloss mit Diener schicken können.“
Zorro grinste, während er aufstand und gemeinsam mit Perona zum Schloss zurück ging. Sie redete unermüdlich weiter, aber es störte ihn nicht. Sie hatte ja Recht.

Das Wasser prasselte auf seinen Körper herunter und wusch Schweiß und Schmutz weg. Dafür, dass das Schloss in dem Falkenauge lebte so alt und modrig war, zumindest von außen, war es innen ziemlich gut ausgestattet. Aber es hätte ihn auch schwer gewundert, wenn so eine Person wie Mihawk auf Annehmlichkeiten wie eine Dusche oder ein sauberes Bett verzichtet hätte.
Leicht drückte Zorro auf seine Schulter, aber es fühlte sich alles in Ordnung an. Die Wunde, die vor zwei Wochen noch so fürchterlich geschmerzt hatte, war wohl wirklich verheilt, so wie Falkenauge es ihm prophezeit hatte. Woher hatte er es nur gewusst? Sogar er selbst hatte gedacht er wäre komplett gesund und hatte nichts gemerkt.
Chopper, ja Chopper hätte es sicher gemerkt, er kannte ja seine Crewmitglieder fast besser als sich selbst, aber Mihawk? Nochmals drückte er, etwas fester seine rechte Schulter. Immer noch spürte er keinen Schmerz, nur den Druck seiner Hand gegen die Haut. Der Kampf hatte ihn also auch nicht zurück geworfen. Jetzt wo er darüber nachdachte wunderte das Zorro sogar etwas. Warum war die Schulter nicht wenigstens verspannt, so wie er es normalerweise von seinen Kämpfen gewohnt war?
Zorro hatte die Angewohnheit mir rechts stärkere, kraftvollere Hiebe auszuführen und dafür mit links etwas feinfühliger, zielgenauer anzugreifen. Ein normaler Gegner merkte dieses kleine Defizit nicht, es war auch nicht groß, aber Mihawk Dulacre war auch kein normaler Mann.
Bewusst versuchte der Grünhaarige sich den Kampf nochmal vor Augen zu führen und umso mehr er sich die Kampfabläufe vor Augen führte umso bewusster wurde es ihm. Mihawk hatte fast keinen seiner Hiebe und Schläge, die er mit der rechten Hand ausgeführt hatte pariert, sondern fast immer, eigentlich immer wenn es ging, ins Leere laufen lassen. Dadurch hatte er über die rechte Schulter auch nicht die Rückstöße, die solches parieren mit sich brachte, ausgleichen müssen.
Die Erkenntnis traf den Schwertkämpfer wie ein Blitz. Hatte Mihawk wirklich auf so etwas Rücksicht genommen. Hatte er wirklich diese Schwäche Zorros, das seine zwei Seiten unterschiedlich stark waren, erkannt und war dann auch noch aktiv darauf eingegangen. In einem richtigen Kampf hätte sein Gegner diese Schwäche schnell ausnutzen können, aber sein Trainer hatte darauf Rücksicht genommen. Auf einmal wurde ihm schwarz vor Augen und Zorro konnte nicht sagen, ob es daran lag, dass er sich wirklich wie ein kleines Kind vor dem stärksten Schwertkämpfer der Welt benommen hatte, in dem er mit seinen Schwertern eigentlich nur rumgefuchtelt hatte, während dieser wohl einen richtigen Kampf erhofft hatte oder weil er eben diesen Mann, der eigentlich sein ärgster Feind sein sollte, grade von ihm in den Status seines Trainers gerückt war. Bevor er gänzlich umkippte stellte er die Dusche ab und versuchte nicht weiter darüber nach zu denken.

Als er ins Esszimmer kam, war von Mihawk keine Spur. Perona hatte auch nicht für ihn gedeckt und als er die Geisterfrau fragend ansah schüttelte sie mit dem Kopf. Sie wusste was er wissen wollte.
„Er meinte, er muss ein paar Dinge erledigen. Ich weiß nicht wann er wieder kommt.“
Zorro blieb im Türeingang stehen. Er wusste nicht was tun. Er hatte sich entschuldigen wollen. Er wollte seinen Stolz hinter sich lassen, zumindest für diese zwei Jahre und sie wirklich intensiv in Training investieren, aber das ging nicht wenn sein Trainer verschwunden war und er wusste, dass es seine Schuld war. Warum sollte sich der weltbeste Schwertkämpfer auch mit einem zornigen Kind abgeben. Außerdem wollte Zorro die Frage die Falkenauge ihm während des Kampfes gestellt hatte beantworten. Diesmal richtig.
„Er ist aber erst vor ein paar Minuten weg. Vielleicht holst du ihn noch ein.“
Erstaunt sah der grünhaarige Pirat sein Gegenüber an. Diese Frau erstaunte ihn immer wieder. Konnte sie Gedanken lesen? Doch bevor er sich die Frage wirklich zu Ende stellen konnte, machten seine Beine schon kehrt und rannten zum Schlossportal. Er musste ihn einfach noch erreichen. Das würde er hinbekommen. Er wollte seinen Lehrmeister nicht vertreiben. Nicht seinetwillen, aber für Luffy und Kuina und seine gesamte Crew.
Seine Schritte hallten auf dem steinernen Boden und von den Gängen wieder und nach kurzem Sprint erreichte er das runde Tor. Mit einer kurzen Handbewegung schleuderte er es auf und schaute in die dunkle Nacht heraus. In kurzer Ferne sah er einen Umhang wehen, fast so schwarz wie die Nacht selbst.
Er schrie.
„Mihawk Dulacre ich möchte meine Aussage von unserem Kampf korrigieren!“
Die Gestalt im Umhang blieb stehen und deine Weile passierte gar nichts. Es war so still, dass Zorro sein eigenes unregelmäßiges Atmen hörte. Dann drehte sich die Gestalt um und gelbe scharfstechende Augen durchbohrten seinen Blick.
„Warum sollte ich dir zuhören, Lorenor Zorro?“
Falkenauge schrie nicht, er redete einfach nur mit fester Stimme, aber der Wind trug seine Stimme zu dem Angesprochenen.
„Weil du nicht der Mensch bist, der Fragen stellt, damit er keine Antwort bekommt.“
Wieder war es still. Wieder hörte Zorro nur seinen unregelmäßigen Atem, wieder schienen die Sekunden wie Stunden zu vergehen, bis eine Antwort kam.
„Ich erwarte dich in einer Woche an genau derselben Stelle wie heute, mit genau der gleichen Ausrüstung. Wenn du mich dann wieder anlügst, dann glaub mir, wirst du diese Insel ohne Umschweife verlassen.“
Mit diesen Worten drehte sich die Gestalt wieder um und ging seinen Weg weiter zur Küste.
„Ich werde da sein.“
Es war nur ein Flüstern, aber anscheinend hatte es Mihawk gehört, denn er sah, wie der Umhang zitterte, wie als würde sein Träger lachen und dann hörte er noch aus der Ferne, aber laut und deutlich.
„Und pass mir ja auf mein Geistermädchen auf, ich will keine Klagen hören.“ Danach war er in der Dunkelheit verschwunden. Zorro seufzte und grinste dann, während er kehrt machte. Das konnte ja was werden, eine Woche lang Peronas Geplapper aushalten zu müssen.


Er stand da, genau an dem Platz an dem ihn Mihawk beordert hatte, bevor er gegangen war. Perona schaute aus dem Fenster ihres Zimmers zu ihm hinunter. Sie hatte einfach das erste Stockwerk für sich in Anspruch genommen und es störte weder Zorro noch Mihawk, dass sie ihr eigenes kleines Reich in ihrem Zimmer aufgebaut hatte.
Seit einer Stunde schon stand Zorro am selben Fleck, doch der schwarzhaarige Schwertkämpfer, auf den er wartete war nirgends zu sehen. Auf einmal hörte er ein Quieken vom Schloss und im nächsten Augenblick erkannte Zorro auch den Hut, den Mihawk auf seinen Reisen zu tragen pflegte.
Ohne eine große Geste schritt ihm der schlanke Mann entgegen, bis er ungefähr fünf Meter von ihm weg stand. Dann ließ er seinen Reisebeutel neben sich fallen. „Du hast also eine Antwort für mich?“
Zorro nickte. Ja die hatte er, eine Antwort und ein Versprechen, dass er halten wollte. Kampfeslust glitzerte in seinen Augen. Aber nicht aus Wut, sondern aus reiner Freude auf das Duell mit diesem Mann.
Kurz nickte auch sein Gegenüber, dann nahm er sich die Zeit seinen Reisebeutel weg zu legen und Perona kurz zuzunicken.
„Ich hoffe ihr habt euch nicht gegenseitig die Köpfe eingeschlagen.“
Doch das Geistermädchen kicherte nur und schüttelte den Kopf. Ausnahmsweise wollte auch sie mal den Kampf sehen und verkniff sich somit jeglichen Kommentar.
„Du bist also bereit Lorenor?“
Wieder nickte der Angesprochene. Er hatte Angst, dass die Anspannung sich bemerkbar machen würde, sollte er jetzt, vor dem Kampf auch nur ein Wort sagen. Falkenauge schien das zu bemerken, denn er nickte nur  zurück.
„Dann lass mich mal deine Antwort sehen.“
Ohne weitere Vorwarnung rannte er auf Zorro zu, doch dieser hatte es schon kommen sehen und wich geschickt aus. Dann zog er seine Schwerter und obwohl er wusste, dass er wieder keine Chance hatte gegen Falkenauge zu gewinnen, kämpfte er mit aller Kraft. Denn es war dieses Mal auch nicht sein Ziel, zu gewinnen. Er wollte bloß zeigen, dass er auch anders konnte, als blindlings mit seinen Schwertern rumzufuchteln. Metall klirrte auf Metall. Wieder wich Mihawk den meisten Schlägen aus und parierte die unausweichlichen. Er hatte seinen Dolch gezogen. Sein langes Schwert trug er, wie immer, auf dem Rücken. Doch dieses Mal versetzte es Zorro nicht in Zorn. Er hatte gewusst, dass Mihawk wieder nur mit seinem Dolch kämpfen würde. Es war in Ordnung, denn erst Mal musste er selbst seinen Stolz ablegen und mit jedem weiteren Angriff tat er das ein bisschen mehr. Präzise führte er seine Angriffe aus, darauf bedacht seine rechte Schulter zu schonen, seine linke mehr Kraft zu geben. Natürlich machte es das schwieriger für Zorro aber es gab ihm auch ein Gefühl dafür, was er noch verbessern konnte, verbessern musste.
„Du kämpfst anders, Piratenjäger.“
Mihawk war ihm grade ausgewichen und grinste ihn an. Nicht höhnisch, nicht feindlich, sondern einfach nur frech und interessiert.
„Warum?“
Zorro versuchte erneut einen Angriff, griff mit Links an und als sein Schwert auf den Dolch prallte war sein Gesicht kurz keine Zentimeter von dem seines Trainers entfernt.
„Ist das dieselbe Frage wie bei unserem letzten Kampf?“
Dann drückte ihn die Wucht seines Angriffes, die von Mihawk abgefangen wurde wieder nach hinten. Er lachte.
„Ja es ist dieselbe.“
Zorro nickte kurz, rannte dann wieder auf seinen Gegner zu.
„Ich kämpfe für meine Freunde und für meinen Kapitän. Ich kämpfe, damit ich ein Versprechen, dass ich vor langer Zeit gegeben habe einhalten kann. Leider muss ich dich dafür besiegen. Aber das kann ich noch nicht. Deswegen kämpfe ich so lange, bis ich es kann.“
Dann traf sein linker Arm den Dolch und Zorro nutze die Wucht um mit seinem rechten Arm und dem Schwert in der Hand einen Treffer zu landen. Die Wucht des Aufpralls der zwei Klingen schmiss ihn rücklings ins Gras. Er konnte nicht mehr, jede einzelne Faser seines Körpers tat ihm weh. Doch trotzdem konnte er sein Glück kaum fassen und traute auch seinen Augen kaum, als er sah, dass Mihawk den Angriff mit seinem großen Schwert abgewehrt hatte. Er hatte es wirklich geschafft Falkenauge dazu zu bringen sein richtiges Schwer zu ziehen.
„Du bist diesem Versprechen grade einen Schritt näher gekommen, Lorenor Zorro.“
Gelbe Augen blickten in seine, dann er griff er die Hand, die ihm hingehalten wurde und lies sich hochziehen.
„Danke, Sensei.“
Mihawk musterte ihn lange aus seinen gelben Augen, dann grinste er, ja lachte richtig.
„Das mit dem Sensei lassen wir mal besser bleiben.“
Sein großes Schwert hin schon wieder an seinem Rücken.
„Den werde ich wohl erst mal nicht mehr brauchen.“
Zorro grinste als Mihawk mit diesen Worten seinen Dolch wieder an die Kette um seinen Hals befestigte. Jetzt würde also das richtige Training beginnen.

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Ich hoffe es hat euch gefallen. Ich hab noch ein paar Ideen im Kopf die ich gerne aufschreiben würde, aber ich hab keine Ahnung wie weit ich dazu komme. (vielleicht sagt ihr mir ja auch einfach ob ihr mehr lesen wollt? :D) Ich hoffe auch ich habe Zorro und Mihawk getroffen. Ich hab irgendwie erst frisch angefangen One Piece zu lesen und schaue auch nicht den Anime. Ich finde die zwei Jahre, die vergehen sind viel zu wenig ausführlich dargestellt und deswegen dachte ich ich schreib einfach auf, was ich denke, was hätte sein können.
Mihawk hats mir angetan. Ich mag seinen Charakter irgendwie.

Auf jeden Fall hoffe ich ihr hattet Spaß beim lesen und lasst ein bisschen Kritik oder Anregungen da.
Eure Arzani
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