Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Lethal Explosion

von Breq
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Fiona Glenanne Michael Westen
17.01.2014
27.01.2014
3
5.782
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
17.01.2014 1.456
 
Die Serie Burn Notice gehört noch immer nicht mir, genau so wenig wie die in ihr vorkommenden Charaktere. Mir gehört aber natürlich alles, was ich mir selber ausgedacht habe. Sprich: Die Idee und die Umsetzung.

Hallo Leute!
Dieses Mal habe ich tief in die Fluff-Schublade gegriffen. Das innere Verlangen nach Liebe und Harmonie ist wieder in den Vordergrund getreten, also freut euch auf eine gehörige Ladung von beidem. :D

Viel Spaß!
____________________
____________________

 Das Lämpchen blinkte einmal. Dann ein weiteres Mal. Dann noch zweimal, ihre Sprengladung war aktiv. Sie müsste nur noch den Auslöser betätigen, welcher ein riesiges Feuerinferno in der Halle starten würde.
Sechzig europäische Markensturmgewehre lagen gepolstert mit leicht brennbaren Holzspänen, verpackt in ebenfalls leicht entzündlichen Birkenholzkisten, auf Stapeln in der Mitte der Halle. Fiona hatte sie so drapiert, dass die Illegale genau in der Mitte der Explosion auf einem Stuhl saß, so würde es den Eindruck erwecken sie habe auf ihren Abnehmer gewartet, als ihr plötzlich alles um die Ohren geflogen ist. Die Leiche würde vollständig verbrennen – einzig Zähne und Knochen würden erhalten bleiben.
 Sie blickte unsicher auf die Kisten, es waren nur sechzig Gewehre. So würde das nicht gehen, das waren einfach zu wenige. Jeder in Miami wusste: Wenn Fiona Glenanne Waffen anbot, dann nicht sechzig Stück. Die letzte Ladung, die sie hier verkauft hatte, war über einhundertfünfzig Stück stark gewesen, sechzig war eine Lachnummer. Wahrscheinlich würden die Beamten sie für bescheuert erklären eine so kleine Menge heranzuschaffen. Sie schnaubte verächtlich, sie hätte diesen Idioten von Waffenschmuggler erschießen und mit Gewichten im Meer beseitigen sollen. Wenn sie den noch einmal zu Gesicht bekommen würde, würde die Begegnung – jedenfalls für ihn – sicher nicht so glimpflich ausgehen, wie dieses Mal.
 Sie hörte wie Michaels Charger in die Halle gefahren wurde, die Reifen gaben ein unangenehm knartschendes Geräusch von sich, als sie über den mit schalldämpfenden Plastikgussplatten ausgelegten Boden gelenkt wurden. Eine Autotür knallte vernehmlich.
 „Fi?“
 „Hier, Michael“, rief sie ihm zu, als sie zwischen den Kisten hervortrat. Sie ging ihm entgegen, hatte fast den halben Weg zurückgelegt, als sie sah, was er aus seinem Auto wuchtete: Kisten. Birkenholzkisten, wahrscheinlich gefüllt mit Gewehren.
 „Mike! Wo hast du die her? Ich habe überall in Miami danach gefragt – jeden!“ Ihre Augen wurden immer größer, ihre Stimme überschlug sich und sie begann sich Sorgen zu machen. Statt zu antworten blickte er sie nur durchdringend an, seine Augen hatten einen Glanz den sie nicht genau deuten konnte. Was auch immer er für diese Kisten hatte bezahlen müssen, der Preis war hoch gewesen.
 Er hievte drei Kisten hervor, das waren mindestens noch dreißig Gewehre zu den sechzig, die sie bereits hatten. So würde es auf jeden Fall reichen, um die Polizei nicht misstrauisch werden zu lassen.
 „Michael. Woher?“
 „Ist doch egal.“
 „Michael! WOHER hast du sie!?“
 „Fiona! Hör bitte auf, alles zu hinterfragen was ich tue. Fakt ist, dass wir jetzt mehr als genug haben.“ Sie zuckte zusammen, als seine harten Worte sie trafen. In seiner Stimme schwang unterdrückte Wut mit. Sie wusste, er hatte das nicht böse gemeint. Sie wusste, er tat das hier alles nur für sie. Sie wusste, er würde noch mehr tun, wenn es nötig wäre, aber sie wollte nicht, dass er wegen ihr in ernsthafte Schwierigkeiten geriet. Wenn er die Gewehre gestohlen hatte, von wem auch immer, könnte dieser jemand jetzt sehr, sehr wütend sein. Wenn es der Staat war, würde er ins Gefängnis gehen. Wenn es jemand mit begrenzter Toleranz war, würde Michael bald mit einer Kugel im Kopf auf der Straße liegen. Bei ihrem letzten Gedanken zog sich ihr Herz vor Panik zusammen. Sie konnte ihn vor sich sehen: zerschossene Brust und eine Kugel im Schädel – Blut überall auf seinem Körper verteilt.
 „Michael, bitte sag mir, dass dir das keine Schwierigkeiten machen wird.“ Er wandte sich abrupt um, ihre tränenerstickte Stimme erschrak ihn. Sie weinte nicht oft, eigentlich nur, wenn ihr etwas wirklich, wirklich sehr wichtig war. Und jetzt standen Tränen in ihren Augen, als sie ihn direkt anblickte.
 „Keine Sorge, Fi“, er sprach leise und sanft. Michael setzte sich in Bewegung und blieb erst kurz vor ihr stehen. „Alles ist gut“, hauchte er und küsste ihre Stirn. Sie schlang die Arme um seinen Körper, die ganze Situation versank in Absurdität. Zwei Menschen standen inmitten einer zu zwei Achteln mit Sturmgewehren gefüllten Lagerhalle, stritten sich über die Herkunft eben jener und umarmten sich schließlich.      
 Sie musste plötzlich lächeln, genau das war es. Dieses absurde Verhalten, diese fantastischen Aufträge und diese irrwitzigen Dinge, die sie in den letzten Jahren mit ihm erlebt hatte. Das war genau das, was sie wollte.
 „Fi“, seine Stimme ließ sie wieder aufblicken, direkt in seine Augen. „Du musst mir gar nichts versprechen, okey? Aber,“ er hielt kurz inne. „Wenn du ihn trägst, weiß ich dass es irgendwann so weit sein wird.“
 Sie blickte auf seine Hand, in der er einen glänzenden Ring hielt. Mit großen Augen sah sie ihm wieder ins Gesicht, er lächelte sie an. Ohne zu überlegen schlang sie die Arme um seinen Hals und küsste ihn. Danach streifte er ihr den Platinring über den linken Ringfinder und umarmte sie anschließend fester. Der Ring fühlte sich kühl an, auf ihrer Haut und schwer. Sie blickte auf das Schmuckstück. An einer Stelle war ein Diamant eingefasst und das Edelmetall war auf Hochglanz poliert worden.
 Ihr fiel nichts ein, was sie hätte sagen können. Eine Träne löste sich aus ihrem Augenwinkel, aber keine aus Trauer oder Angst, sondern eine aus Glück und freudiger Fassungslosigkeit. Sie berührte sein Gesicht mit zittrigen Händen.
 „Danke“, wisperte sie mit gebrochener Stimme.
Er küsste sie noch einmal, ehe er ihre Hand – die mit dem Ring – in seine nahm und sie wendeten sich gemeinsam den letzten drei Kisten zu. Sie mussten noch etwas erledigen.
 „Michael?“, sagte sie leise, bevor sie begannen.
 „Hm?“
 „Ich tue es aber. Ich verspreche es dir. Ich liebe dich.“
 „Ich liebe dich auch, Fi“, antwortete er leise. In seinen Augen konnte sie sehen, wie ernst er es meinte. Die Intensität seines Blickes riss ihr fast die Beine unter dem Körper weg.
 Schweigend half Fiona ihm, alles so hinzustellen, wie sie es tatsächlich auch machen würde, wenn sie eine Waffenübergabe abwickelte. Die komplette Zeit über hatte sie ein unfassbar starkes Gefühl in ihrer Brust. Es fühlte sich genau richtig an, als hätte es immer so sein sollen. Es war... perfekt.
 Anschließend verließen sie die Halle und stiegen in seinen Wagen. Michael entfernte sich zwei Straßen von dem Hallentrakt um sie und ihn vor den Flammen zu schützen, dann sah er sie an.
 „Jesse hat einen Privatflug für uns besorgt und Sam ein Hotel“, er lächelte und nahm ihre Hand. „Morgen Abend sind wir in Paris.“
 „Mike...?“
 „Kein Job, Fi. Nur du und ich“, er lehnte sich vor um sie zu küssen. Mit der rechten Hand fuhr Fiona durch sein braunes Haar, mit der Linken betätigte sie den Auslöser. Der Ring an ihrer Hand hatte sich erwärmt und sie spürte nur noch sein Gewicht, keine Kälte mehr. Es erinnerte sie daran, dass sie zu ihm gehörte und er zu ihr. Sie müsste sich nie wieder Sogen machen, dass er verschwinden und nie wieder zurückkäme. Denn er würde immer wieder zu ihr zurückkehren, wie er es in den letzten Jahren schon getan hatte.
 Während sie im Wagen saßen und sich küssten, flog nur zwei Straßen weiter eine mit Waffen gefüllte Lagerhalle in die Luft. Man konnte den Feuerball über die alten Werksgelände hinweg gut sehen, orangelich rotes Feuer, welches in den Himmel stieg. Die Personen im Charger bemerkten es nur am Rande. Fiona hatte gedacht, dass es ein besonderer Moment für sie wäre, ihr altes Leben in Einzelteilen durch die Luft fliegen zu sehen, aber stattdessen sah sie nur alles, was vor ihr lag.
 „Warum lächelst du so?“, fragte Fiona, als sie Michaels breites Grinsen sah.
 „Ich stelle mir vor, wie schön du in einem Hochzeitskleid aussehen wirst“, sagte er leise.
 „Du hast 'wirst' gesagt, nicht 'würdest'“, ihr Lächeln wurde breiter und sie küsste ihn noch einmal, ein Kuss voller Liebe und Sanftheit.
 Michael fuhr los, als er die Feuerwehrsirenen hörte. Fiona baute den Fernauslöser auseinander und verteilte die Einzelteile während der Fahrt überall wo sie vorbeikamen, dann nahm sie seine Hand und blickte ihn an. Der warme Kontakt ihrer Hände ließ sie lächeln, er gehörte zu ihr, so wie sie zu ihm gehörte.
 Ein Krimineller und eine tote Waffenhändlerin.

____________________
____________________

Fluff und Harmonie hatte ich doch angekündigt - nicht wahr?
Ich hoffe, das Kapitel hat euch zugesagt! Hinterlasst mir doch ein Review, bitte :)

Liebe Grüße,

Kahlan
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast