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Lethal Explosion

von Breq
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Fiona Glenanne Michael Westen
17.01.2014
27.01.2014
3
5.782
 
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2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
17.01.2014 2.257
 
Mir gehört weder die Serie Burn Notice, noch die in ihr vorkommenden Charaktere. Mein Eigentum ist die Idee zur Geschichte, die Umsetzung und alles, was ich mir selber ausgedacht habe.


Hallo Leute!

Ich bedanke mich bei Sinead, die wieder betagelesen hat :)

Diese Geschichte flog schon eine ganze Zeit bei mir herum und jetzt, da es eine passende Kategorie gibt, dachte ich, dass ich sie mal hochlade. Wie gesagt gibt es einen leichten - sehr, sehr leichten - Spoiler für die Staffel, in der Anson Fullerton der Bösewicht wird/ist.
 Ich hoffe sie gefällt euch - viel Spaß beim lesen! (:
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 Fiona erklomm die verrostete Metalltreppe des Lofts, sie hatte Angst. Ihre Situation war aussichtslos und Michael sah es nicht ein. Sie konnte nicht zulassen, dass er wegen ihr in Gefahr geriet oder Fehlentscheidungen traf. Er durfte wegen ihr nicht alles aufs Spiel setzen. Und sie würde dem heute ein Ende machen, selbst wenn das bedeutete, dass ihre Leben hier auseinandergingen.
 Sie blieb mit dem Absatz ihrer dunklen Pumps im Gitter der Treppe hängen, das war ihr noch nie passiert. Sie fühlte, wie sich ein riesiges Unwetter aus Streit und Schwierigkeiten über ihrem Kopf zusammenbraute, als wäre die Panne mir ihrem Schuh nur der Auftakt zu etwas viel größerem, viel komplizierteren.
 Michael war stark, aber gegen Anson konnte er nicht gewinnen. Er schien überall zu sein, immer einen Schritt voraus - es war aussichtslos.
 Die ehemalige IRA-Anhängerin trug ein enges, weißes Oberteil welches oben am Ausschnitt drei kleine Knöpfe hatte und eine königsblaue Jeanslatzhose. Hierzu trug sie Sandaletten und eine lederne Umhängetasche, ihr Haar hing offen über ihren Schultern.
 Fiona legte die Hand auf sie Klinke der Lofttür. Sie würde all das hier vermissen. Sie würde ihn schrecklich vermissen, denn trotz all seiner Eigenheiten war er der Mann den sie liebte. Gerade deswegen aber musste sie endlich einen Strich unter diese Sache ziehen, er könnte wieder glücklich werden, nur eben nicht mit ihr. Ihre Hand zitterte, als sie den Schlüssel ins Schloss steckte und die Tür aufstieß, begrüßt wurde sie von Michael, Jesse und Sam. Die drei Männer standen an der Küchenzeile, überall waren Pläne verteilt, Anleitungen und Akten. Michael hatte einen Joghurt in der Hand und las sich gerade einen der vielen hundert Zettel durch.
 „Michael“, sagte sie ohne den Blick abzuwenden. „Ich will mit dir allein sprechen.“
 „Hallo Fiona, ja mir geht es auch gut, danke der Nachfrage. Sagtest du gerade du hättest etwas herausgefunden? Ah, du willst das kurz mit Michael alleine besprechen. Natürlich gehen Jesse und ich derweil nach draußen.“ Sams vor Ironie triefende Stimme begann langsam aber sicher ihre Wut zu schüren. Jesse und er machten allerdings bereits den Abflug, ehe sie noch einen giftigen Kommentar hatte abgeben können.
 Ihre Hände zitterten noch immer als sie ihren Partner ansah. Tränen stiegen in ihre Augenwinkel, denn sie sah gerade, was sie alles verlieren würde. Ihre Schultern bebten, so sollte es nicht zu Ende gehen, aber es würde. Sie lächelte ihn traurig an.
 Er ging einige Schritte auf sie zu und zog sie in seine Umarmung.
 „Ich kann das nicht mehr, Michael. Ich beende das, es tut mir leid“, flüsterte sie schluchzend gegen seine Brust. Er strich große Kreise über ihren Rücken, fuhr ihr beruhigend durchs Haar. Fionas Kopf ruhte unter seinem Kinn, es war ein so richtiges Gefühl in ihrem Inneren, dass es sie zu töten schien, all das hier aufzugeben. Es war nicht fair, aber es musste sein.
 „Wie weit würdest du gehen, Fi?“, fragte er und sah ihr ins Gesicht, strich einige Tränen von ihrer Wange. Seine Stimme klang ernst, aber hoffnungsvoll.
 „Das weißt du, Michael. So weit wie es nötig ist.“
Er gab ihr einen Kuss auf den Scheitel und zog sie dann an der Hand mit zu den Plänen auf dem Tisch. Nun stand er hinter ihr, sie konnte die Wärme seines Körpers nah bei sich spüren und lehnte sich zurück, gegen seine Brust. Die Arme des Ex-Spions umschlossen ihren kleinen Körper mit Leichtigkeit.
 Die Pläne zeigten ein verlassenes Hallenlager irgendwo vor Miami, dort war nichts als leerstehende Lager und verlassene Industriegebäude. Im Umkreis von mindestens sieben Kilometern war dort nichts weiter.
 „Michael?“
 „Du hast einen Auftrag bekommen, das da ist dein Ablieferungsort. Natürlich hast du dich abgesichert, ein Sprengsatz in der Ladung, nur um sicher zu gehen. Bei der Übergabe geht etwas schief, der Sprengsatz zündet und du stirbst dabei. Es wird niemals wieder jemand nach dir suchen. Das Einzige was wir dafür brauchen ist eine Halle, eine Ladung Waffen, ein großer Sprengsatz und ein vertrauenswürdiger Zahnarzt.“
 Fionas Gehirn arbeitete in Rekordgeschwindigkeit. Ihren Tod vorzutäuschen wäre verdammt drastisch und verdammt illegal, aber allemal besser als lebenslang im Gefängnis zu bleiben.
 „Wir können das tun, Fi. Für uns.“
Sie drehte sich in seiner Umarmung und sah ihn lange an, ehe sie auf seine ungestellte Frage antwortete: „Okey. Okey, Michael, aber wir brauchen mehr Zeit. Ich brauche eine Woche um eine Ladung HK G36Cs zu bekommen, die werden am schnellsten geliefert, kommen aus einem Lager in Russland.“
 Ein Lächeln breitete sich auf seinen Zügen aus, und er presste vollkommen unvermittelt seine Lippen auf ihre. Zuerst erschrocken, dann aber fordernd küsste sie ihn zurück. Vielleicht gab es doch einen Ausweg, vielleicht war ihr Tod einfach genau das, was sie jetzt brauchten um zusammenbleiben zu können.
Nachdem sie sich gelöst hatten, presste er ihren Körper einmal mehr fest an sich.
 „Es wird klappen. Du bleibst bei mir, ich verspreche es. Ich liebe dich, Fi“, wisperte er.
 „Ich liebe dich auch, Michael.“
 „Sam, Jesse!“, rief er dann.
Die beiden traten wieder ins Loft und sahen ihn fragend an. Offensichtlich waren sie trotz des Stresses der letzten Tage fest darauf fixiert sie vor dem Gefängnis bewahren, koste es was es wolle.
 „Wir brauchen eine der Hallen, einen Zahnarzt und eine Sprengladung, Fiona besorgt die Waffen. Ich kümmere mich um die Halle, Sam kannst du einen Zahnarzt auftreiben?“, Michael war in seinem Element. Er plante. Er plante sie zu retten und er war überzeugt davon, dass er es schaffen könnte. Sie mussten sich nur beeilen.
 „Klar Mikie, ich kenne mehrere gute Docs, einer wird sich bestechen lassen. Keine Sorge, bin schon auf dem Weg“, Sam stiefelte aus dem Loft, legte Fiona aber im vorbeigehen kurz die Hand auf die Schulter. Sie deutete ein Lächeln an, er war nicht wirklich böse auf sie. Sie kannten sich schon zu lange, es war eine entschuldigende Geste für seine Giftigkeit einige Minuten zuvor und sie hatte etwas versicherndes, sie würden alles tun was nötig war.
 „Ich gehe mit Fiona, wer weiß was Anson als nächstes plant“, sagte Jesse.
 „Gut, ich mache mich auf und besorge die Halle. Es wird klappen. Es wird klappen!“
Michael presste einen letzten Kuss auf ihre Schläfe, löste sich und stürmte los. Sein Charger heulte auf, als er viel zu schnell losfuhr. Er hatte keinen Auftrag. Das hier war etwas persönliches, etwas verdammt persönliches.
 Fiona blickte ihm einige Sekunden nach, Jesses Anwesenheit hatte sie vollkommen vergessen. Falls es klappte, müsste sie keine Angst mehr haben, Anson und der Rest der Welt würde denken sie wäre tot und Michael und sie hätten Zeit alles nachzuholen was sie verpasst hatten. Er hatte recht. Es würde klappten. Es musste einfach klappen.


 Fiona stand an einem der verlassenen Piers, ihrer Meinung nach Nummer 134, aber die Zahlen auf den Schildern mit denen diese alten Anlagen gekennzeichnet waren, waren lange verblasst und verrostet, teilweise auch mutwillig zerstört worden – sie wusste es also nicht. Sehr wohl aber wusste sie, dass dieses Pier das richtige war. Es lag weiter ab von den anderen und durch einige Baumgruppen rund herum besser geschützt als der Rest. Es war genau vier Tage nachdem sie mit den anderen beschlossen hatte ihren Tod vorzutäuschen, heute würde ihre Ladung Sturmgewehre ankommen. Ein Zahnarzt hatte Abdrücke von ihrem Gebiss genommen, die Zähne kopiert und sie einer toten Illegalen eingesetzt die ihr in Größe und Statur ähnelte.
 Fiona hatte sich dagegen gesträubt, aber es war offensichtlich die einzige Möglichkeit und die illegale Fremde war eines natürlichen Todes gestorben, niemand würde sie vermissen.
 Sie runzelte die Stirn als ein kleines Schnellboot auf sie zugeschossen kam, denn sie hatte ein größeres erwartet, eine Yacht oder Ähnliches. Auf das Boot, welches geradewegs auf sie zuhielt, würden höchstens zwei oder drei Kisten gehen, das wären also nur zehn oder zwanzig Gewehre, nicht achtzig wie sie hatte haben wollen. Fiona nahm ihre Pistole aus ihrer Umhängetasche, der silberne Lauf fühlte sich kühl an, in ihrer Hand, aber sie hatte ein schlechtes Gefühl. Irgendetwas lief gerade gewaltig schief, Panik stieg in ihr auf. Ohne die Ladung Heckler&Koch's wären sie vollkommen aufgeschmissen, ihr Plan würde ohne die verdammten Sturmgewehre nicht funktionieren. Sie hatte darauf vertraut, dass ihr Händler zuverlässig war. Was war los?
 „Fi, auf das Boot da passen höchstens dreißig Gewehre“, meldete sich Michaels Stimme in ihrem Ohr. Sie trug ein Headset, versteckt unter ihren Haaren würde niemand es sehen können.
 „Das sehe ich Michael. Ich weiß nicht, was da los ist. Bist du in Position?“
 „Ich ziele auf den Kopf des Mannes.“
Michael war weiter hinten auf einer alten Hausruine positioniert, er hatte den Mann auf dem Boot mit seinem Scharfschützengewehr im Visier, bereit ihn zu töten.
 Sie selber zielte ebenfalls auf das sich nähernde Boot, auf keinen Fall wollte sie jetzt ein Risiko eingehen.
 „Fi!“, rief eine ihr nur allzu vertraute Stimme, ihr Händler. „Fiona, nicht schießen!“ Der Motor des Bootes wurde abgestellt, es trieb weiter bis es am Pier lag und der Russe an Bord machte es fest, ehe er mit erhobenen Händen auf sie zu ging. Er trug ein Tropenhemd und eine khakifarbene, lange Hose, dazu helle Schuhe. Sein Haar war nur noch an den Seiten seines Kopfes wirklich vorhanden, außerdem es war ergraut und matt. Er musste ungefähr Mitte fünfzig sein und hatte den Hang zu Übergewicht. Einige Ringe an seinen Fingern rundeten den Eindruck eines aus reichem Elternhaus abstammenden, verwöhnten Schnösels ab, denn auch seine Haltung wirkte nach ihrem Ermessen zu arrogant für einen Mann seiner Position: ein unwichtiger, kleiner Waffenhändler auf den zwei Schusswaffen gerichtet waren.
 „Anatol, wo ist meine Ladung?“ Ihre Stimme klang bedrohlich und kalt. Ihr Blick bohrte sich in den Mann vor ihr.
 „Du weißt, dass ich die Teile nur vertreibe, ich beschaffe den Scheiß nicht! Meine Leute sind immer zuverlässig, aber was erwartest du? Das es immer klappt? Die haben sie gekriegt, verdammt! Vier meiner Besten sind tot, der Rest hockt in U-Haft, die nächsten vier Monate kann ich gar nichts mehr.“
 „Willst du mir damit sagen, dass du überhaupt nichts hast? Nichts?!“
Etwas in ihr zerbrach, ohne die Waffen ging es einfach nicht. Sie würde ihn verlieren, Michael und ihr Leben, es wäre für immer ausgelöscht. Wie in Trance hörte sie, wie sie ihre eigene Waffe entsicherte, sie zielte auf die Brust des Mannes.
 „Bleib ruhig, Fi. Alles ist gut, es wird klappen. Lass ihn weiter reden, press alles aus ihm raus was er weiß, bleib ruhig“, Michaels leise Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Nun fixierte sie Anatol wieder mit ihrem Blick.
 „Es tut mir Leid, Fiona“, sagte der Russe.
 „Wie viel hast du noch auf Lager? Hier in Miami?“
 „Ich habe überhaupt nichts mehr hie-“
 „Wie VIEL!?“
 „Höchstens vierzig Stück.“
Sie ging ihre anderen Händler durch. Die meisten verkauften alles, sobald die Ware hier ankam. Sie verkauften restlos und besorgten nur auf Bestellung, selten blieb etwas übrig. Es war zu gefährlich das Zeug selber zu behalten, wenn sie es nicht innerhalb von drei Wochen verticken konnten zerstörten sie die Ware, so war es schon immer gewesen.
 „Wie viel kannst du mir bis morgen besorgen?“
 „Fiona, ich bin nicht-“
 „Wie viele, verdammt!?“
Der Russe zuckte zusammen. Dumm von ihm, alleine herzukommen. Dumm von ihm, sie wütend zu machen.
 „Ich kann zu den vierzig bis morgen noch zehn besorgen, höchstens.“
 „Besorg zwanzig.“
 „Ich kann nur-“
 „Zwanzig.“ Sie deutete auf den roten Punkt auf seiner Brust, Michael hatte den Laserpointer seines Zielfernrohres eingeschaltet.
 „Okey, okey!“
 „Wo sind die vierzig die du hast?“
 „Ich hab in einer Hütte hinten ein einer der Buchten.“
 „Ich warte eine Stunde, hol sie her.“
Seine Mundwinkel zuckten, er schien abzuwägen was er für Möglichkeiten hatte.
 „In Ordnung“, antwortete er schließlich. „Ich hole sie her. Vierzig Stück, du bekommst morgen Früh die restlichen zwanzig. Mehr hab ich nicht Fiona, mehr kriege ich nicht!“
Er stieg zurück in sein Boot und legte ab, Fiona blickte im nach. Er hatte eine Stunde ihr die Gewehre zu bringen.
 „Ich komm zu dir runter, Fiona.“ Michael verließ seine Position und stellte sich einige Minuten später zu ihr.
 „Es wird nicht klappten, Michael.“
 „Es wird.“
 „Wie? Solche Handel gehen nicht normalerweise nicht unter einhundert Stück über die Bühne! Bei achtzig werden die misstrauisch, sogar die Behörden merken, wenn da was gefaket ist. Wir haben nur sechzig! Sechzig!“
 Er fasste sie bei den Schultern und drehte sie zu sich, „Es wird klappen, Fi. Ich lasse nicht zu, dass sie dich festnehmen, okey?“ Er strich mit seinen Fingerspitzen sanft über die linke Seite ihres Gesichtes.
 „Okey“, flüsterte sie gebrochen. Sie glaubte nicht mehr daran.

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Hinterlasst mir doch ein Review, wenn es euch gefallen hat, oder wenn ihr Ideen und/oder Vorschläge habt! :)

Liebe Grüße,

Kahlan
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