Eine Sache von Schicksal

von - Leela -
KurzgeschichteAllgemein / P12
Eddie GB Haunter Jake Jessica Tracy
16.01.2014
16.01.2014
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Diese Geschichte gehört zu dem Projekt »Whose hamster is it?« von Ms Kreativ.
      Außerdem ist sie eine Hommage an Peter Cullen, den Synchronsprecher von Eddy und Haunter in der Original-Version, und Boris Tessmann, der deutschen Synchronstimme von Eddy.

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Eine Sache von Schicksal

„Oh, wie hat das nur wieder passieren können?“ jammerte Eddy, als er mit Jake und Tracy zusammen in ihrem Versteck in Hauntquarters verschanzt lag und die große Halle beobachtete, in der Prime Evil, der Herr des Bösen, seinen täglichen Geschäften nachging.
      „Sht!“ machte Jake. Die drei Ghostbuster waren erst vor ein paar Minuten in dem Palast ihres Erzfeindes eingetroffen, nachdem sie die Mitteilung erhalten hatten, daß Jessica, ihre Freundin und Reporterin der Phantom News, sowie ihr Kameramann in der Gewalt von Prime Evil waren.
      Tracy schüttelte noch ein wenig fassungslos den Kopf. „Alleingang, wette ich.“ meinte der Gorilla.
      ‚Das fürchte ich auch!’ dachte Jake angespannt bei sich, während er das Geschehen in der Halle aufmerksam beobachtete. Gerade hatte Prime Evil das große Bankett eröffnet, das heute in Hauntquarters stattfand, und mittlerweile waren sie von allen Seiten von Geistern umgeben, die sich angeregt miteinander unterhielten. ‚Wenn sie eine gute Story für eine spannende Reportage riecht, setzt bei ihr die Vernunft aus. Und ein großes Bankett im Palast von Prime Evil, wo die Eliteschicht der Geister zusammenkommt, hat auf sie eine Wirkung wie ein Magnet!’
      Eddy biß die Zähne zusammen. „Kann sie sich nicht einmal aus der Gefahrenzone raushalten? Ich glaube, mein Hamster bohnert!“
      „Sht!“ wiederholte Jake. „Diskutiert das später aus! Wir müssen herausfinden, wo Prime Evil die beiden hingebracht hat, und wie wir sie befreien können!“
      Eddy sah sich verzagt um. „Es wimmelt hier nur so von Geistern…“
      „Deswegen heißt es hier ja auch Hauntquarters!“ gab Jake gereizt zurück.
      „Keine Chance!“ ließ sich Tracy vernehmen, während in der Halle die geladenen Geister zu allen Seiten kamen und gingen.
      „»Keine Chance« gibt es nicht! Wir müssen einen Weg finden!“ erklärte Jake entschieden.
      „Aber wenn du mit deiner Vermutung Recht hast, und sie in einem der Verliese auf der anderen Seite der Halle sind, müssen wir durch die gesamte Geistergesellschaft!“ entgegnete Eddy. „Anders kommst du nicht in den Bereich vom Palast!“
      „Dann müssen wir uns eben etwas einfallen lassen!“ gab Jake zurück. „Wir müssen die Gesellschaft nur gut beobachten und einen günstigen Zeitpunkt abpassen!“
      „Da kommen wir nie durch, Jake!“ meinte Eddy verheißungsvoll, als er den Blick über die große Halle schweifen ließ, in der es von Geistern nur so strotzte.
      „Wer weiß, vielleicht können wir uns den Trubel auch zunutze machen!“ warf Jake ein.
      „Wie willst du das denn machen?“ zischte Eddy. „Bei der Masse an Geistern werden wir wohl kaum unentdeckt bleiben!“
      In dem Moment ertönte ein Aufschrei, und plötzlich kam Unruhe in die Geistermasse. Aus irgend einem Grund stoben die Geister plötzlich auseinander, fokussierten sich allerdings anschließend kollektiv auf etwas in ihrer Mitte, so daß sich die Aufmerksamkeit für einen Augenblick auf diesen einen Ort konzentrierte.
      „So, zum Beispiel!“ kommentierte Jake.
      „Was ist da denn los?“ fragte Eddy irritiert.
      Die Ghostbuster sahen genauer hin, um den Grund für den Aufruhr zu ermitteln und schnappten synchron nach Luft.
      „Hamster?!“ ließ sich Tracy verwirrt vernehmen.
      „Das ist tatsächlich ein Hamster, Tracy!“ bestätigte Jake, der die Augen halb zugekniffen hatte, um das Objekt in der Ferne identifizieren zu können. „Aber wo kommt der her?“
      „Können wir das später ermitteln?“ fragte Eddy nervös. „Was ist denn jetzt mit Jessica und Andrew?“
      „Ja, du hast Recht!“ stimmte Jake zu. „Kommt! Dieser Hamster bringt uns Glück!“ Er winkte seine zwei Kameraden ein Stück weiter mit sich, um eine bessere Ausgangsposition zu haben, von der aus sie zur anderen Seite loslaufen konnten und sondierte die Halle genau.
      Eddy folgte ihm mit gemischten Gefühlen. Nicht nur, daß sie zwei ihrer Freunde aus der Gefangenschaft retten mußten, was ihn allein schon in Angst und Schrecken versetzte, – jetzt war auch noch dieser arme Hamster zwischen die Fronten geraten, und es schnürte ihm gerade die Kehle zu, das arme Wesen so hilflos zwischen den Geistern umherrennen zu sehen.
      Die Geister waren in heller Aufregung über die unvermittelte Störung – ebenso war der Hamster in Aufregung und rutschte hilflos über den Hallenboden, während er verzweifelt versuchte, ein Versteck zu finden.
      Für die Ghostbuster war der Hamster eine Fügung des Schicksals, denn Jakes Beobachtungen trafen genau zu. Keiner der Geister achtete mehr auf das, was in der Halle geschah, da sich alle auf das kleine Wesen konzentrierten, das verzweifelt versuchte, irgendwo Schutz zu suchen. „Jetzt!“ bestimmte Jake, als sich die Aufmerksamkeit zwischen Hamster und Geistern abspielte, so daß niemand auf das Rücksicht nahm, was sich drumherum abspielte.
      Als sie in einem günstigen Moment von einer Deckung zur nächsten auf die andere Seite huschten, sah Eddy sich betroffen nach dem armen Hamster um. Er biß die Zähne zusammen, kämpfte ein dumpfes Gefühl in der Magengegend nieder und folgte seinen Kameraden schnell zu den Schutz verheißenden Säulen am Rande der Halle.
      Jakes Rechnung ging auf! In dem Tumult um den Hamster bemerkte niemand der Geister die drei Geisterjäger, als sie auf der anderen Seite der Halle in dem Gang, der zu den Verliesen führte, verschwanden.
      Dort in den Schatten nahmen sie sich einen Augenblick Zeit um durchzuatmen. Im Augenblick wähnten sie sich hier sogar relativ sicher. Während des Banketts würde Prime Evil sicher nicht hier nach ihnen suchen, wenn sie ihm keinen Anlaß dazu gaben.
      Tracy grinste gewinnend. „Perfektes Timing!“
      „Ja, aber wessen Hamster ist das nun?“ wunderte sich Jake noch immer.
      Tracy konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Eddys Hamster!“
      „Eddys?“ fragte Jake konsterniert.
      „Meiner?“ setzte Eddy fassungslos nach.
      Tracy grinste seinen Partner bedeutungsvoll an. „Du hast doch gesagt: Dein Hamster bohnert!“
      Eddy stutzte verblüfft. „Ja, aber das war doch nur so dahingesagt…“
      Jake grinste nun auch. „Dafür, daß es nur ein Spruch war, ist es aber schon ein erstaunlicher Zufall, daß uns ausgerechnet ein Hamster zu Hilfe kommt. Da hat Tracy schon recht! – Eddy, alles okay?“ warf er schnell ein, als er den entsetzten Gesichtsausdruck seines Partners sah.
      „Das heißt, dann bin ich schuld, daß das arme Wesen jetzt da in der Bredouille steckt?“
      Jake atmete leicht durch und verdrehte die Augen. „Das war jetzt genauso ernst, wie dein Spruch mit dem Hamster, okay? Es ist nicht mehr als ein verrückter Zufall. Kommt, Andrew und Jessica brauchen uns.“
      Eddy atmete tief durch und folgte Jake und Tracy in den Gang, doch das ungute Gefühl konnte er trotzdem nicht ignorieren. Auch wenn er nicht daran Schuld war, daß der Hamster in der Klemme steckte, konnte er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, das kleine Tier seinem Schicksal zu überlassen. Fast wäre er lieber wieder zurückgelaufen, doch er wußte, daß er so die Situation nur noch schlimmer machen würde, und so schlich er mit seinen beiden Kameraden den Gang zu den Verliesen entlang, auf der Suche nach Jessica und Andrew.

Auch hier war ihnen das Glück hold. Sie hatten die Zelle, in der ihre Freunde festgehalten wurden schnell gefunden, und da niemand mit ihrer Anwesenheit rechnete, gestaltete sich die Rettung recht unkompliziert.
      Jake hatte Tracy gerade zurückhalten können, die Tür einfach aus den Angeln zu reißen. Der Gorilla stand kurz davor, die Rettung auf dem schnellen Wege zu erledigen, doch Jake besänftigte ihn mit einer Geste, die bedeutete, daß sie so leise wie möglich arbeiten sollten, um nicht doch noch frühzeitig die Aufmerksamkeit des Hausherren auf sich zu lenken. Das überzeugte Tracy schließlich. Statt dessen versuchten sie, das relativ einfache Schloß der Tür von außen mit dem nötigen Werkzeug zu knacken. Tracy erwies auch hierbei enormes Geschick, und so dauerte es nicht lange, bis das Schloß aufschnappte, und Jessica und Andrew aus der Zelle befreit waren.
      „Gott sei Dank, daß ihr hier seid!“ kommentierte Jessica erleichtert.
      „Hamster sei Dank!“ warf Tracy bedeutungsvoll ein.
      „Ja… Ich hoffe, der Hamster ist noch da!“ meinte Jake verheißungsvoll.
      Eddy war deutlich angespannt. Er wußte nicht, ob er sich wünschen sollte, daß das arme Wesen noch immer hilflos zwischen der Geistergesellschaft umherlief, nur um ihnen den Rückweg zu erleichtern. Aber hatte er ahnen können, daß hier eine einfache Bemerkung so schnell real werden konnte?
      „Hamster?“ fragte Jessica verwirrt.
      „Ja, wir hatten Glück!“ erklärte Jake. „Irgendwie hat sich ein Hamster auf die Geistergesellschaft verirrt, dadurch konnten wir überhaupt erst zu euch gelangen.“
      „Eddy hat ihn beschworen!“ ergänzte Tracy, noch immer amüsiert.
      Der biß mißmutig die Zähne zusammen. Für den Hamster war es sicher kein Glück, egal, ob er ihnen geholfen hatte oder nicht.
      „Kommt! Das Glück wird nicht ewig anhalten! Wir müssen zurück zum Ghostbuggy!“ trieb Jake seine Freunde an.
      Vorsichtig machten sie sich auf den Rückweg, bis sie vom Korridor aus in die Halle sehen konnten.
      Die Geister waren noch immer beschäftigt. Anscheinend war es ihnen noch nicht gelungen, den Hamster einzufangen.
      „Ich sehe ihn!“ bemerkte Jessica, die leicht die Augen zukniff, um das Fellknäuel in der Menge ausmachen zu können.
      „Ja… Nur ein kleines Stück nach rechts! Dann haben wir gleich freie Bahn! Nein, doch nicht nach links!“ kommentierte Jake die Bewegungen des kleinen Tieres mit.
      Eddy beobachtete die Szene indes unter einem ganz anderen Aspekt und hoffte, daß der Hamster es schaffte, aus der Deckung in’s Freie zu laufen, und zwar möglichst nach links, denn das würde letztendlich auch ihr Fluchtweg werden.
      „Jake, so schaffen wir das nicht!“ meinte Jessica leise. „Schau mal, die meisten Geister achten schon gar nicht mehr auf den Hamster. Das sind nur noch ein paar, die versuchen ihn zu kriegen.“
      Jake nickte verbissen. Auch ihm fiel auf, daß sie nicht noch einmal so viel Glück haben würden wie auf dem Herweg, und unbeobachtet durch die Geisterschar kommen würden.
      Tracy kramte unterdessen in seinem Rucksack. „Müssen nachhelfen!“ murmelte er.
      Eddy ließ derweil den Hamster nicht aus den Augen, der gerade zwischen zwei Geistererscheinungen hindurch in die Mitte der Halle gelaufen war und sich hektisch umsah.
      Tracy hatte sich ein ganz schlichtes Ablenkungsmanöver einfallen lassen; ein kleiner Knallfrosch, der die Aufmerksamkeit der Geister für einen Moment ablenken sollte. Gerade zündete er ihn und machte sich daran, ihn zu werfen, als Eddy aufgeregt mit den Händen wedelte. „Nein, nein, nein, nach rechts, Tracy, nach rechts! Nicht nach links…“
      Doch da war es bereits zu spät. Tracy warf den Knallfrosch so, daß sich die aufgeschreckte Geisterschar genau auf die Seite bewegte, wo auch der Hamster war.
      Eddy sah Tracy frustriert an.
      „Tut mir leid…“ meinte der Gorilla mit einer hilflosen Geste.
      „Jetzt!“ rief Jake indes.
      Tatsächlich hatte sich gerade die ganze Konzentration der Gesellschaft auf die Seite gerichtet, wo der Knallfrosch hochgegangen war, so daß sie es wagen konnten, durch die Halle zurück auf die andere Seite zu gelangen.
      „Schnell, macht schon!“ Jake trieb die anderen zur Eile an, und so rannte die Gruppe los in der Hoffnung, der Tumult würde die Geister noch ein kleines bißchen beschäftigen.
      Tracys Wahl war allerdings wirklich nicht sehr geschickt gewesen, denn sie hatten nur wenig Deckung auf dem Rückweg und mußten hier alles auf Geschwindigkeit setzen. Doch das Glück schien ihnen weiter hold zu sein, denn der ersehnte Schutz auf der anderen Seite der Halle rückte immer näher. Während die verwirrten Geister versuchten zu ermitteln, was gerade passiert war, dirigierte Jake die Freunde zurück in den Korridor, der sie wieder nach draußen zum Ghostbuggy führen würde.
      Vorher aber machte Eddy zu Jakes Entsetzen noch einen Abstecher und rannte in die Menge der geisterhaften Zusammenkunft.
      Jake biß die Zähne zusammen, dann hielt er es nicht mehr aus. „Eddy, was machst du da, verdammt noch mal? Bist du verrückt geworden?“
      Eddy reagierte gar nicht auf ihn, sah sich schnell verzweifelt um, bis er das gesuchte fand, schnappte sich den Hamster und rannte mit der gesamten Aufmerksamkeit der Geister auf sich zurück zu den anderen.
      Jetzt kam erst recht Aufruhr in die Geistergesellschaft. Alle Gäste riefen durcheinander, ein Teil folgte den Eindringlingen, während ein anderer nach dem Hausherren suchte, und so dauerte es nicht lange, bis auch Prime Evil selbst ihnen auf den Fersen war.
      „Herzlichen Glückwunsch, Eddy!“ schnaubte Jake. „Wir hätten es geschafft! Wenn du nicht irgendwelche wilden Kapriolen geschlagen hättest!“
      Eddy beschloß sich eine Antwort darauf zu sparen und rannte verbissen den Gang entlang.
      Tracy, Jessica und Andrew waren schon ein Stück voraus und drehten sich jetzt alarmiert zu den zwei Nachzüglern um, da bedeutete Jake ihnen schon vehement, weiterzulaufen.
      Jake drehte sich im Laufen gehetzt um. Offenbar hatten sie sich einen Vorsprung erarbeiten können, doch vom Ende des Ganges her konnten sie bereits ein bedrohliches Rumoren hören, das auf eine wild entschlossene Geisterschar schließen ließ, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die Gruppe gefangen zu nehmen.
      Tracy hielt die Seitentür, durch die sie auch in den Palast gekommen waren offen, und die beiden Ghostbuster rannten hindurch und auf den Platz, wo GB bereits wartete um durchzustarten. Sie hatten kaum die Tür passiert, als Tracy sie in’s Schloß fallen ließ und an ihnen vorbei hetzte, um sich hinter das Steuer zu schwingen und schon mal den Motor anzulassen – dieses Mal mußte GB als Fluchtfahrzeug herhalten.
      Gerade als sich die Geister das Portal öffneten und nach draußen strömten, kam Eddy als letzter schlitternd beim Ghostbuggy zum stehen und sprang mit dem Hamster hinein, als GB auch schon durchstartete. Die Geister waren ihnen bereits auf den Fersen, so daß Tracy mit zusammengebissenen Zähnen den Raketenantrieb dazuschaltete. Gleich drauf aktivierte er den Dimensionssprung, was GB ausnahmsweise mit deutlicher Freude zur Kenntnis nahm und erleichtert den Heimweg antrat.
      Die Geister hatten trotz allem noch weiter zu ihnen aufgeschlossen, doch als die Eindringlinge durch das Dimensionstor verschwanden, ließen sie es dabei bewenden.
      Erst, als sich das Dimensionstor auf der anderen Seite schloß, atmete die Gruppe beruhigt durch.
      „Meine Güte, Eddy. Wegen dir kriege ich noch mal einen Herzinfarkt.“ zischte Jake. „Was hast du dir nur dabei gedacht?“
      „Ich konnte ihn doch nicht dalassen!“ erklärte Eddy energisch mit einem liebevollen Blick auf den Hamster, der sich völlig erschöpft in seinen Händen eingekuschelt hatte.
      „Na gut, das stimmt wohl! Immerhin hat er uns auch geholfen.“ sah Jake ein.
      „Sehr noble Einstellung!“ kommentierte Eddy sarkastisch, während er den Hamster in seinen Armen streichelte. „Ich werde mich daran erinnern, wenn du mal völlig hilflos im Schlamassel steckst!“
      Jessica lachte. „Eddy ist einfach selbstlos und herzensgut. Und das ist auch gut so!“ Sie betrachtete das kleine Tier, das sich wohlig bei Eddy eingerollt hatte. „Er scheint sich bei dir richtig wohlzufühlen!“
      „Kein Wunder!“ lachte Andrew. „Nach den Erfahrungen, die er eben machen mußte! – Wie mag er da nur hingekommen sein?“
      Bevor Tracy etwas sagen konnte, legten sich mehrere Blicke auf ihn, so daß Tracy sich seinen Kommentar verkniff und nur verlegen grinste.
      „Kein Wort, Tracy!“ hielt Eddy sofort mit einer leichten Warnung in der Stimme ein. „Jetzt ist es meiner!“
      „Ohne jeden Zweifel!“ grinste Andrew.
      „Ich hoffe, es gefällt ihm auch bei uns im Ghostkommando!“ meinte Eddy.
      „Ach, ganz bestimmt!“ war Jessica sich sicher. „Hm, aus der Hamsterstory könnte ich auch eine wundervolle Reportage machen!“
      Jake stöhnte auf. Manche Dinge würden sich nie ändern… „Dann wird dein Hamster noch ein Star!“ frotzelte er mit Blick zu Eddy.
      „Hauptsache, es geht ihm gut!“ kommentierte Eddy. „Der Arme muß ja völlig verstört sein nach dem, was er durchmachen mußte.“
      „Mmhm, ungefähr so verstört wie ich!“ bemerkte Jake.
      „Ja, nur daß du dich selbst retten kannst!“ meinte Jessica, die mittlerweile auch den Hamster streichelte. „Auf jeden Fall habt ihr jetzt einen Mitbewohner mehr!“
      Jake merkte, daß der Hamster im Augenblick mehr Aufmerksamkeit bekam als er, und so ließ er es mit einem Seufzen dabei bewenden, konnte aber zumindest ein kleines Schmunzeln nicht mehr unterdrücken.
      „Ich glaube, ich nenne ihn Boris!“ überlegte Eddy.
      „Das ist eine schöne Idee!“ bekannte Jessica.
      Und so flog GB mit dem Ghostbuster-Team und einer geretteten Person mehr als zuerst beabsichtigt zurück zum Ghostkommando.

Nach der Feier, als in der Halle von Hauntquarters nur noch die Aufräumarbeiten im Gange waren, schlich eine nervöse Gestalt durch den Raum und suchte etwas. Intensiv suchte der Geist den Boden ab und schaute in jeden Winkel, jede Punschschale, die noch auf dem langen Banketttisch stand und jede auf dem Boden verbliebene Pappschachtel, in der mal der gute Wein gelagert hatte. „Um Himmels Willen, ich muß ihn unbedingt finden!“ murmelte Haunter. „Lucy bringt mich um…!“
      Hinter ihm drehte sich eine Geisterputzfrau um. „Finden? Wen?“ sprach sie den Geist in der Jägerkluft unvermittelt an, so daß er zusammenzuckte.
      „Peter!“ erklärte Haunter. „Meine Nichte Lucy hat ihn mir in Pflege gegeben! Vorhin war er noch da.“
      Die Geisterfrau stemmte sich auf den schemenhaften Besen. „Wer ist »Peter«?“
      „Na, der Hamster von meiner Nichte!“ erklärte Haunter ausführlicher. „Sie hat Gefallen an diesem kleinen Pelztierchen gefunden, und ich weiß jetzt schon, daß sie unausstehlich wird und mir das Leben zur Hölle machen wird, wenn ich ihr den kleinen Knaben nicht unversehrt wiederbringe!“ Der Geist begann schon deutlich metaphorisch zu schwitzen. „Sie waren nicht zufällig beim Bankett anwesend und haben etwas beobachtet? Ich weiß nicht, wo ich noch suchen soll…“
      Die Putzfrau lachte. „Ich war genauso wenig geladen wie die niederen Geister in diesem Palast. Ich darf nur hinterher den Müll aufräumen!“
      Haunter zog bei der Bemerkung ein Schmollen. Er sah sich nicht als »niederer Geist«, auch wenn er ganz froh war, nicht bei der gehobenen Gesellschaft hatte anwesend sein müssen.
      „Tja, wenn sie ihn nicht zufällig noch in einer Mülltüte finden, haben Sie wohl ein Problem.“ sagte die Frau und setzte ihre Arbeit fort.
      Diese Bemerkung elektrisierte den Geist noch mehr als die vorherige, und er versuchte, das Bild, das sie in seinen Kopf projiziert hatte aus selbigem zu verbannen. Er spürte, wie ihm der Mut sank. Wie gut mochten die Chancen stehen, daß tatsächlich so etwas passiert war…? Doch Haunter gab noch nicht auf. Dies war der letzte einigermaßen mögliche Platz, an dem er noch nicht gesucht hatte, und so ein Hamster konnte sich ja schließlich nicht in Luft auflösen…
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