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Unter Russlands Gnade

von Izu-chan
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Amerika Deutschland England Preussen Russland
14.01.2014
05.07.2020
27
58.431
18
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51 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
14.01.2014 422
 
Hey ^^

In meiner neuen FF "Unter Russlands Gnade" dreht sich alles um Preußens Verbleib während der Nachkriegszeit. Auch Deutschlands Situation findet sich hier wieder, ist aber eher ein Nebenschauplatz~

Hauptpairing: Russland x Preußen

Die Charaktere gehören mir nicht, bloß meine Interpretation von ihnen, und ich halte mich zugunsten der Story zwar im Groben, aber nicht in allen Einzelheiten an die geschichtlichen Vorgaben.


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Gnade des Vergessens



Dunkelheit.
Kälte.
Schmerz.
Wahrnehmungen und Empfindungen waren verschwommen.
Ein gleichmäßiges, schleifendes Geräusch trat deutlich in den Vordergrund seiner Wahrnehmung.
Benommen öffneten sich die rötlichen Augen, kämpften gegen die Schwere ihrer Lider an, gewannen für wenige Sekunden und verloren schließlich doch…
Waren Minuten vergangen, Tage oder Wochen? War nicht Sommer? Warum war es dann so kalt?
Weder spürte er seinen Körper, noch konnte er einen klaren Gedanken fassen.
Erneut gaben die Lider seine Augen mühsam der eisigen Kälte preis.
Eine verschwommene weiße Masse formte sich zu konturenlosen Umrissen. Zwei schwarze Stiefelabsätze hinterließen tiefe Furchen im Schnee. Es waren die seiner eigenen Stiefel. Sie verursachten das schleifende Geräusch, das ihn aus der Bewusstlosigkeit gerissen hatte. Braune Farbkleckse wurden zu Baumstämmen, grünweiße zu schneebedeckten Büschen. Die Bewegungen waren gleichmäßig, die Kälte unerbittlich, die Blicke der aus den Büschen hervor schleichenden Wölfe hungrig.
Seine Lider sanken herab – langsam, sodass er noch wenige Dinge mitbekam.
Eines der graubraunen Tiere schnappte nach seinem Stiefel, doch er war nicht in der Lage, einen Muskel zu regen.
Die Bewegungen endeten, die knirschenden Schritte im Schnee hielten inne, und mit ihnen bewegte auch er sich nicht mehr voran. Der Wolf legte seine Ohren an und schlich rückwarts auf Abstand, als flöße ihm etwas unheimliche Angst ein.
Die rötlichen Augen schlossen sich und Dunkelheit senkte sich erneut über ihn, nicht jedoch über sein Bewusstsein. Noch nicht.
Die Schritte setzten wieder ein, er wurde weiter durch die schneidende Kälte mitgezogen.
Erinnerungen… gab es keine.
Wer war er?
Wo kam er her?
Wo ging er hin?
Lebte er, oder war er dabei, zu sterben?
Weit entfernt schien etwas in der Dunkelheit verborgen zu liegen, unter Tonnen von Finsternis begraben und vor seinem Zugriff geschützt. Seine Erinnerung…?
Woraus bestand sie? Wer war er?
Etwas Schreckliches war passiert…
Die Hand in seinem Nacken behielt den Stoff seiner Uniform fest im Griff.
Wer war es? Was war passiert? Wer war er?
Frostiger Wind ließ sein auf Selbstschutz bedachtes Bewusstsein wieder in tiefer Müdigkeit versinken.
Gilbert wusste es nicht.
Er wusste nichts.
Er hatte den Krieg vergessen.
Und er hatte sein Opfer vergessen.
Er hatte sich selbst vergessen.
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