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Over the rooftops of the world.

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charlie Dalton Gerard Pitts Steven Meeks Todd Anderson
13.01.2014
08.04.2014
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Die Party war in vollem Gange. Und Hannah hatte Mark glücklicherweise an irgendeinem Punkt im Raum-Zeit-Kontinuum verloren. Was gut war, denn jetzt konnte sie ungestört mit einem Whiskey-Glas in der einen und einer Zigarette in der anderen Hand ihre Zeit mit den Jungs verbringen.
„Nach was schaust du denn die ganze Zeit, Spaz?“, fragte Charlie an einem Punkt der Konversation. Pitts war irgendwo verschwunden, er war wohl genauso verloren gegangen, wie Mark. Charlie hatte Ginny die ganze Zeit über eifersüchtig beobachtet und Meeks, Spaz und Todd waren ihm einfach gefolgt.
„Nichts.“, sagte Spaz und wurde rot. Hannah zog eine Augenbraue hoch.
„Nichts?“, hakte sie ungläubig nach. Sie schaute selbst nach, wer da war. Allerdings sah sie niemanden, den Spaz kennen könnte. Sie sah Jenna Hanson, ein hübsches blondes Mädchen aus dem Wirtschaftskurs, aber…
„Moment. Du hast doch nicht etwa ein Auge auf Jenna Hanson geworfen, oder? Die Blonde?“, wollte Hannah wissen. Spaz schüttelte den Kopf, zögerte aber zu lange, sodass jeder wusste, dass er log. Er hatte ein Auge auf Jenna geworfen.
„Na, du willst aber hoch hinaus.“, meinte Charlie nur. Meeks grinste schief. Spaz seufzte und ließ die Schultern und den Kopf hängen.
„Jetzt sei nicht so gemein zu Spaz. Er ist total lieb, warum sollte er Jenna nicht kriegen können?“, erwiderte Hannah.
„Weil sie erstens Jenna Hanson ist, absolut hübsch, beliebt und steinreich und weil sie zweitens schon vergeben ist. Der Typ, der seinen Arm um sie legt ist ihr Freund.“, antwortete Charlie. Alle schauten neugierig zu Jenna herüber.
„Oh Mann. Mit dem würde ich mich nicht anlegen wollen. Naja, du überlebst das schon, Spaz. Vielleicht kriegst du sie ja trotzdem. Ich meine… Knox hat Chris damals auch bekommen, wisst ihr noch?“, meinte Charlie. Hannah war inzwischen in Gedanken schon woanders. Sie wippte hin und her und murmelte: „Yep Roc… Heresay…“
„Slim…“, sagte Spaz ein wenig abwesend und ungläubig. Hannah öffnete schlagartig die Augen und nickte. Dann drückte sie Spaz ihren Whiskey in die Hand.
„Runter damit, mein Junge, dann fragst du Jenna, ob sie mit dir tanzen will.“, entgegnete Hannah mit einem Lächeln.
„Warum tanzt du nicht mit ihm, Foster?“, fragte Meeks grinsend.
„Weil du mein Opfer bist, Meeksie.“, antwortete Hannah, schnappte sich Meeks und zog ihn in die Mitte des Raums, bevor er protestieren konnte.
„Du bist verrückt!“, rief Meeks, als er sich unter Hannahs Arm drehte.
„Ich weiß!“, erwiderte Hannah, lachte und nahm noch einen Zug von ihrer Zigarette. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Spaz den Whiskey herunterkippte und gleich darauf niesen musste. Vielleicht hätte sie ihm nicht raten sollen, das Zeug zu trinken, er sah aus, als ob es ihm nicht besonders gut ging.
Dadurch, dass Hannah einen kurzen Moment abgelenkt war, übernahm Meeks die Führung (so wie es eigentlich sein sollte) und Hannah lachte.
„Touché.“, sagte sie nur und ließ sich die letzten Takte der Musik führen. Meeks grinste schief. Irgendjemand hatte ein schnelles Rock’n’Roll-Stück aufgelegt. Hannah wollte schon zurück zu den anderen gehen, aber Meeks hielt sie am Arm fest.
„Hier geblieben! Ich will eine Revanche.“, meinte er nur. Hannah lachte und meinte nur: „Wenn das so ist, dann habe ich wohl keine Wahl.“
Währenddessen war bei den anderen Pitts wieder aufgetaucht, zusammen mit Mark Ethans. Beide schienen bereits ziemlich hinüber zu sein und plapperten irgendwelchen Unsinn vor sich hin. Todd sah nervös zu Meeks und Hannah, die offensichtlich eine Menge Spaß zu haben schienen. Es wusste ja niemand, wie Mark darauf reagieren würde.
„Sie hat gesagt, sie studiert Physik. Studiert sie wirklich Physik oder war das nur ein Scherz?“, fragte Mark in die Runde. Die Jungs sahen sich untereinander an und schmunzelten. Wahrscheinlich konnten sie alles sagen, am nächsten Morgen würde er sich sowieso nicht mehr daran erinnern.
„Weiß nicht, wovon du redest, Kumpel.“, meinte Charlie.
„Dachte ich mir. Physik ist doch nichts für Mädchen.“, murmelte Mark undeutlich.
„Außer für Pittsie. Stimmt’s, Pittsie?“, erwiderte Charlie mit einem teuflischen Grinsen.
„Was?“
„Sag einfach ja.“
„Ja.“
Alle außer Pitts brachen in schallendes Gelächter aus. Charlie musste sich die Tränen aus den Augen wischen.
„Das ist klasse. Das ist absolut klasse.“, rief er mit überdrehter Stimme.
„Hey, wo ist sie eigentlich hin?“, wollte Mark auf einmal wissen und deutete auf die Tanzfläche, auf der weder Meeks noch Hannah zu sehen waren.
„Gute Frage.“, meinte Charlie grinsend, „Meeksie wird doch nicht…“
*
„Im Ernst? Ich meine, ich glaube, mich an die Zeile zu erinnern, aber…“, sagte Hannah skeptisch. Sie und Meeks standen auf dem Dach des Hauses. Draußen war es inzwischen ziemlich kühl geworden und es war windig.
„Ja. Mach es einfach, es macht Spaß.“, meinte Meeks. Hannah seufzte, dann holte sie tief Luft.
„YAWP!!!“, schrie sie mit aller Kraft und hörte, wie das Echo langsam verhallte. Sie musste lachen. Es fühlte sich wirklich befreiend an, einfach grundlos irgendwo zu stehen und zu schreien. Meeks sah sie beeindruckt an.
„Das war laut.“, sagte er.
„Das sollte es doch sein, oder?“
„Ja, aber… ich hätte nicht damit gerechnet, dass es SO laut ist.“
„Du bist dran.“, meinte Hannah nur und zuckte mit den Schultern. Meeks holte tief Luft und schrie sein YAWP über die Dächer von New Haven. Er und Hannah lachten schallend.
„So. Jetzt müssen wir uns irgendwo verstecken. Nicht, dass Mark mich noch findet.“, sagte Hannah. Sie und Meeks lachten wieder. Die Situation war einfach echt komisch. Sie waren betrunken und standen auf dem Dach eines fremden Hauses und schrien.
„Und wo willst du hin?“, wollte Meeks wissen. Hannah zuckte mit den Schultern, als sie plötzlich eine Idee hatte.
„Ich hab dir doch von dem Pool erzählt, oder?“
„Du willst doch jetzt nicht etwa schwimmen gehen?“, erwiderte Meeks ungläubig, aber Hannah grinste nur und zog ihn an der Hand zurück ins Treppenhaus. Von dort gingen sie die Treppen bis in den Keller herunter und mussten an mehreren knutschenden Paaren vorbei, die sich wohl gedacht hatten, dass das dunkle Treppenhaus privat genug war.
„Das ist nicht dein Ernst, oder?“, fragte Meeks.
„Das ist mein voller Ernst.“, antwortete Hannah und lachte. Sie rannte die Treppen regelrecht herunter, bis in den offenstehenden Kellerraum, in dem sich eine Art kleines marmoriertes Schwimmbad befand.
„Schau dir das an. Für den Scheiß geben die Leute ihr Geld aus. Weil sie zu viel davon haben.“, sagte sie kopfschüttelnd. Dann schaute sie zu Meeks und grinste.
„Oh nein! Nein, nein, nein!“, protestierte er, aber Hannah warf ihm nur einen mitleidigen Blick zu, bevor sie ihn ins Wasser schubste. Meeks tauchte blinzelnd und prustend wieder auf. Durch seine Brille konnte er jetzt sowieso nichts mehr sehen, also schwamm er zum Beckenrand, um sie dort hinzulegen, bevor sie noch kaputtging.
„Was haben sie in die Zigaretten reingetan?“, murmelte er währenddessen, als es auch schon wieder laut platschte.
Mit einem Lachen tauchte Hannah wieder auf und schwamm zum anderen Ende des Beckens. Von dort stieß sie sich ab und rauschte auf dem Rücken bis zur Mitte des Beckens.
„Himmel, hab ich das vermisst. Ich liebe Wasser!“, rief sie aus.
„Ich hab auch kein Problem mit Wasser, aber ich ziehe es trotzdem vor, dann durchnässt nach Hause zu gehen. Vor allem, wenn es so kühl ist.“, meinte Meeks und schwamm ein paar Züge. Hannah grinste und tauchte unter Wasser. Wenn er es sich richtig überlegte, dann war es ihm nicht ganz geheuer, dass er das Mädchen nicht sehen konnte.
Seine Vorahnung wurde bestätigt, als etwas an seinem Bein zog. Meeks war trotz allem zu überrascht, um angemessen zu reagieren, also tat er das Unlogischste von allem: Er warf die Arme in die Luft und öffnete überrascht den Mund, nur um dann unter Wasser getaucht zu werden. Hannah schien unter Wasser zu lachen und tauchte dann wieder auf. Als Meeks wieder an die Oberfläche kam, musste er husten. Hätte er doch lieber tief Luft geholt und sich die Nase zugehalten. Er hätte sich selbst ohrfeigen können.
„Meine Güte, geht’s dir gut, Meeksie? Du hörst dich fast so an wie Spaz.“, sagte Hannah, die am Beckenrand saß, in triefend nassen Klamotten. Meeks schwamm zum Rand und hustete weiter – nur zur Tarnung natürlich.
Hannah beugte sich ein wenig zu ihm herunter. Sie schien sich wirklich ein wenig Sorgen zu machen. Umso besser. Meeks packte die Gelegenheit beim Schopfe, griff nach ihren Armen und zog sie ins Wasser. Hannah schrie kurz erschrocken auf, aber lachte dann.
„Dir geht es viel zu gut!“, rief sie, als sie wieder auftauchte und verfolgte Meeks schwimmend durch das ganze Becken. Sie war schnell und hätte eine wirkliche Chance gehabt, Meeks einzuholen, wenn sie nicht den Rock angehabt hätte. Trotzdem machte Meeks einen entscheidenden Fehler. Er schwamm genau auf eine Ecke zu, sodass Hannah ihm jeden Fluchtweg versperren konnte. Dummer Fehler.
Hannah sah ihn eine Weile einfach nur schweigend an, als wäre sie unsicher, was sie als nächstes machen wollte. Und irgendwie wurde Meeks klar, dass Pitts die ganze Zeit über recht gehabt hatte. Er mochte Hannah wirklich und das vielleicht mehr, als er sich selbst eingestehen wollte. Außerdem war er ein ganzes Stück angetrunken. Carpe Diem.
Meeks zog Hannah näher zu sich heran und legte seine Lippen auf ihre. Für einen kurzen Moment schien Hannah überrascht zu sein, dann legte sie ihre Arme um Meeks‘ Hals und erwiderte den Kuss. Keiner der beiden wusste, wie lange sie dort unten gewesen waren, aber es schien viel zu wenig Zeit gewesen zu sein, als jemand nach ihnen rief.
„Meeks? Foster? Seid ihr hier un… oh.“
Die beiden trennten sich voneinander und schauten zu Charlie, der im Eingang stand. Sein Gesicht sah ernsthaft geschockt aus.
„Ihr… ich… also… es tut mir Leid… was…“, stammelte er, dann leuchteten seine Augen plötzlich auf.
„Oh! Ich weiß es! Ihr seid betrunken, richtig? Na los, schnell, bevor Mark was davon mitbekommt.“, sagte er und lehnte sich an den Türrahmen. Hannah und Meeks lachten nur und kletterten aus dem Pool. Charlie schien einigermaßen zufrieden zu sein. Vielleicht funktionierte es wirklich, dass er sich einredete, die beiden wären nur betrunken gewesen.
„Hörst du, Meeks? Wir sind betrunken.“, flüsterte Hannah ihm leise zu, als Charlie ihnen voraus ging und sie nicht hören konnte.
„Wir sollten uns öfter betrinken.“, erwiderte Meeks und lächelte.
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