Die wirklich verlorene Zukunft

GeschichteAbenteuer, Drama / P12 Slash
Emmy Altava Hershel Layton Jean Descole Luke Triton
12.01.2014
22.05.2014
18
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Kapitel 1:  Prolog

"Ich dachte zuerst es wäre nur ein Scherz von dir Luke."

Der kleine Lehrling zog augenblicklich einen Schmollmund und schaute seinen Mentor bitter entgegen. "Professor! Wie können sie von mir nur so etwas denken? Ein Gentleman scherzt nicht über solche Dinge." Ein leises, englisches Lachen entglitt der Kehle des Professors. Es war einfach Luke aus der Fassung zu bringen. Wenn er ein Gentleman werden wollte, hatte er noch einen langen Weg vor sich. Doch diese Tatsache war im Augenblick nebensächlich, denn viel interessanter war der Brief den er momentan in den Händen hielt. Der Absender war ganz offensichtlich Luke Triton und auch die Unterschrift schien nicht gefälscht gewesen zu sein. Trotzdem war die gesamte Sache mehr als brisant. Das Papier auf dem der Brief geschrieben war machte ihm mehr Gedanken.
Als Archäologe kannte er sich mit zeitlichen Bestimmungen von Gegenständen aus, doch die Analyse dieses Briefes fiel gänzlich negativ aus; als würde es die Entstehungszeit dieses Dokumentes gar nicht geben. "Hmmm...."

Ein kurzes Holpern riss den jungen Professor aus seinen Gedanken. "Professor. Ich glaube hier müssen wir aussteigen." Der rote Doppeldeckerbus öffnete mit einem leisen Klacken seine Türen und das ungleiche Duo stieg aus. Etwas ortsunsicher schaute sich der Akademiker um. Er kannte sein geliebtes London sehr gut, aber selbst für ihn war dieser abgelegene Ort am Rande seiner Heimatstadt unbekannt. Luke für seinen Teil stellte sich auf seine Zehenspitzen, vermutlich um einen besseren Überblick zu haben und blickte wild um sich. "Ich sehe gar keinen Uhrenladen..." Layton schmunzelte über den Anblick "Keine Sorge Luke. Dann fragen wir einfach nach. Die Menschen werden sicher so nett sein, uns Auskunft zu geben." Es dauerte nicht lange und sie hatten es geschafft sich nahezu problemlos (von den einzelnen Rätseln abgesehen, die zwar für Luke teilweise eine Qual waren, dem Professor jedoch sichtlich Vergnügen bereitet hatten) bis zu einem kleinen ärmlich ausgestatteten Häuschen durchzuraten, welches ganz offensichtlich der gesuchte Uhrenladen war. Bereits von Aussen konnte man das laute Klicken und Rattern von Uhrwerken hören, welches in Luke einen kleinen Druck auslöste, der ihn augenblicklich bereuen liess, dass er zuhause nicht doch noch auf Toilette gegangen war. Währenddessen klopfte der junge Archäologe vorsichtig an die morsche Holztür, um sich Einlass zu verschaffen, doch zu seinem Erstaunen befand sich zum einem kein Rätsel daran (was üblicherweise bei Türen immer der Fall war) und zum anderen war sie gar nicht abgeschlossen. Vorsichtig schob der zylinderliebende Mann die Tür auf und betrat den Laden "Guten Tag? Mein Name ist Hershel Layton, Professor der Archäologie an der Gressenheller Universität...Wir wurden benachrichtigt, dass wir hierher kommen sollen."
Keine Antwort, nur das Klappern der endlosen Zahnräder kam ihm entgegen. Luke schluckte schwer. Er kam sich vor wie in einem Gruselfilm. Doch wie üblich zeigte der Professor keinen Hauch von Furcht und wenn der Professor keine Angst hatte, so konnte sein Lehrling natürlich auch keine haben. Trotzdem blieb er lieber einen Schritt hinter dem Zylinderträger. Jemand musste schließlich Rückendeckung geben, nicht wahr? Der schlanke Mann hingegen bahnte sich seinen Weg durch die mit Holz getäfelten Räumlichkeiten bis seine Schritte vor einer riesigen Apparatur stehenblieben. Die massive Maschine wirkte auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Uhr, doch beim genaueren Hinsehen konnte man erkennen, dass sich wohl mehr dahinter verbarg. Tausende Kabel und Rohre umschlangen das Metallmonstrum und der Geruch von Messing lag in der Luft. Und noch etwas war ungewöhnlich. Obwohl alles um sie herum Tickte und Klapperte, gab die grosse Uhr vor ihnen keinen Klang von sich. Als wäre sie stehengeblieben. Von Neugier gepackt umkreiste der Archäologe das Gebilde, seinen kritischen Blick darüber schweifend. Luke bewegte sich fast taktgleich zu jeder seiner Bewegungen, als würde ihn das Ticken der Uhren dazu verleiten "Professor...Glauben sie, dass jemand uns einen Streich spielen wollte?" Das Gesicht des Professors war ernst, doch trotzdem schenkte er dem Jungen ein Lächeln. "Das glaube ich nicht Luke...sieh mal" Luke folgte mit seinem Blick der Hand des Professors welche auf eine bizarre Vorrichtung am hinteren Teil der Maschinerie befestigt war. Doch egal wie lange er darauf starrte, wollte es dem jungen Lehrling nicht einfallen um was es sich hier handelte. "Was ist das Professor?" erneut lachte der junge Mann auf "Etwas was ich magisch anziehe...offensichtlich handelt es sich hierbei um ein Rätsel." Luke verkniff sich das Kommentar,dass nach dem Professor ALLES ein Rätsel war, doch da er selbst keine bessere Antwort wusste, nickte er nur stumm. "Glauben sie der Luke aus dem Brief hat ihnen dieses Rätsel hinterlassen?" "Gut möglich...ich denke das müssen wir selbstständig herausbekommen." Der Gentleman kannte sich mit Rätseln noch besser aus als mit der Archäologie und somit war es für ihn nicht weiter schwierig, das Geheimnis hinter dem Mechanismus zu erkennen und mit ein paar geschickten Handgriffen begann das riesige Uhrwerk sich zu bewegen. Erst langsam dann immer schneller ratterten die Zahnräder aneinander und brachten den Boden unter ihnen zum Beben. Das Ticken der riesigen Uhr wurde lauter und lauter, bis es nahezu ohrenbetäubend die Luft erfüllte. Hilfesuchend klammerte sich der kleine Braunschopf an die Hand seines Mentors in stiller Angst, dass jener gleich im Erdboden versinken würde. Er kniff seine Augen zu, während der Raum um ihn herum nur noch vom Lärm verschlungen wurde. Es sollte aufhören. Er konnte es nicht länger aushalten. Etwas lief hier schief, das wusste er, das spürte er durch seine fast schon tierischen Sinne umso mehr. Ein leiser Schrei entglitt seiner Kehle als ein lauter Knall durch sein Trommelfell jagten und nur einen Bruchteil später vollkommene Stille um ihn herum herrschte.

"Luke...mein Junge...Luke." Er spürte ein Rütteln an seinen Schultern, doch der Schrecken sass noch zu tief. "Luke..." Langsam, sehr langsam öffnete der Lehrling ein Auge, dann das zweite. Vor ihm erkannte er die Umrisse eines Gesichtes und erkannte, dass es das des Professors war, der besorgt auf ihn herabschaute. Schlagartig stieg ihm die Schamesröte ins Gesicht. Wie peinlich. Und das auch noch vor dem Professor. Schnell ließ der Junge den Arm des älteren Mannes los und stellte sich kerzengerade, als wäre nichts geschehen. "A...alles in Ordnung, Professor. Ich werde doch keine Angst haben, nur weil es ein bisschen gewackelt hat!" Der Gentleman schenkte ihm ein kurzes Lächeln ehe sich sein Blick verfinsterte und scheinbar in die Leere blickte. Luke schaute sich nun selbst vorsichtig um und stutzte im selben Moment. "Professor...das ist..." Gerade eben standen sie noch in dem Uhrenladen, geschützt von vier Wänden, doch nun standen sie im freien und von der riesigen Uhr, welche noch gerade vor ihnen gestanden hatte ragten lediglich einige rostige Rohre aus der Erde, umringt von unzähligen Schrottteilen. Eines stand fest; irgendetwas war an diesem Fall faul und sie wurden sich noch wundern, wie sehr sich Lukes Vermutung diesbezüglich bewahrheiten wurde.
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