♥Für die Ewigkeit♥

von Yui Yuuji
KurzgeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Lestat de Lioncourt Louis de Pointe du Lac
12.01.2014
12.01.2014
1
1.436
 
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
 
12.01.2014 1.436
 
Dunkelheit hatte sein Herz fest umschlossen. Überall war sie. In ihm und um ihn herum. Er konnte ihr nicht mehr entkommen, ganz gleich, wohin er auch flüchtete.
Und wem hatte er diese Qual zu verdanken?
Ihm.
Keinem anderen.
Ihm…
Lestat.
Er hatte ihn erschaffen. Und selbst heute noch ist es ihm ein Rätsel, wieso er es getan hatte. Doch das spielte keine Rolle mehr. Er hatte ihn verlassen.
Louis hatte ihn verlassen. Schon vor langer Zeit hatte er es getan. Und seitdem hatte er seinen Schöpfer niemals wieder gesehen. Gebettelt hatte der Blonde zuletzt, als der Jüngere bei ihm war. Ein alles beendender Besuch war es gewesen.
Zugegeben, es hatte Louis‘ Herz gebrochen. Tief in seinem Innern wollte er Lestat einfach nur in seine Arme ziehen und ihm sagen, dass alles wieder gut werden würde.

Aber das wäre eine Lüge gewesen.

So wie alles eine Lüge gewesen war.

Zumindest hatte Louis das Gefühl, als wäre es so. Aber war das wirklich die Wahrheit? War alles eine Lüge gewesen? Also auch die Liebe, die er jede Sekunde in den Augen des Blonden hatte lesen können?
Natürlich hatte er, in ihrer gemeinsamen Zeit, registriert, dass Lestat anscheinend echte Gefühle für ihn hatte. Und ihm dies hin und wieder auch zeigte.
Doch war es nicht nur vorgespielt gewesen? Oder war es vielleicht sogar eine Illusion gewesen?

„Nein.“

Erklang plötzlich eine leise, schwache Stimme.
Sofort erkannte Louis sie. So oft hatte er sie gehört. So oft hatte er die Person, der diese Stimme gehört, angeschrien und verflucht. Zum Teufel geschickt.

Der Braunhaarige hatte sofort innegehalten. Er war gerade eine verlassene Straße entlanggegangen, hatte versucht einen klaren Kopf zu bekommen. Wie schon so oft.
Nie hatte es geklappt.
Nie.
Und nun war er noch verwirrter.
Langsam drehte er sich in die Richtung, aus der das Flüstern ertönt war. Direkt hinter ihm.
Noch bevor Louis sich ganz umgedreht hatte, noch bevor er die Gestalt gesehen hatte, kam ihm ein Name über die Lippen. Seit mehr als zwei Jahren hatte er diesen nicht mehr ausgesprochen. Nicht einmal in seinen Gedanken hatte er sich das getraut.

„Lestat.“

In der Tat. Er war es.

Vollkommen erstarrt stand Louis vor seinem ‚Vater‘. Nichts konnte er sagen. Kein Ton kam mehr über seine Lippen.
„Es tut gut, dich endlich wieder zu sehen.“ Begann der Blonde. Man konnte hören, dass er leicht lächelte. Sehen konnte sein Gegenüber es nicht. Denn der andere Vampir stand im Schatten. Das Licht der Straßenlaterne erfasste ihn nicht. Genauso wenig, wie irgendein Licht das Herz von Louis erreichen konnte.
Doch stimmte das?

Auf den Satz, den Lestat gesprochen hatte, folge Schweigen. Bis wieder seine Stimme durch die Nacht schwebte. „Ich habe lange nach dir gesucht, Louis. Ich hatte Angst. Angst, dass du gar nicht mehr unter uns weilst.“
Sie zitterte. Die Stimme zitterte leicht. Ein Mensch hätte es wohl nicht wahrgenommen. Doch für die Ohren, des noch jungen Vampires, war es nur zu deutlich zu vernehmen.

Wieder erwiderte er nichts.

„So viel Zeit ist vergangen. Ich habe dich so sehr vermisst. Mein Louis. Mein wunderschöner, starker Louis. Wo warst du nur?“

„Weit weg von dir.“
Das war das einzige, was der Gefragte dazu zu sagen hatte. Nichts weiter. Nicht mehr und nicht weniger. Weg. Er wollte weg von Lestat. Er fühlte sich nicht wohl. Die Situation war zu unberechenbar. Zu ungewiss. Aber etwas in Louis sagte ihm, dass er bleiben sollte. Bleiben musste.

Erneutes Schweigen.
Und langsam, ganz langsam, trat der blonde Vampir in das Licht der Laterne. Und Louis konnte es kaum glauben.
Vor ihm stand das schönste Geschöpf, das er je gesehen hatte.
Lestat war noch schöner, als er es je gewesen war. Damals schon, war sein Glanz nicht zu überbieten gewesen. Seine Erhabenheit. Und Schönheit. Doch jetzt? Alles, was Louis damals gesehen hatte, wirkte wie ein Witz im Gegensatz zu dem Lestat, der nun vor ihm stand.
Er hatte sein altes Ich wieder zurückerlangt.
Nein.
Er hatte es sogar übertroffen.

„Dir scheint es die Sprache verschlagen zu haben, Louis.“
Eine trockene Feststellung. Aber sie traf ins Schwarze. Der ältere hatte nur ein Grinsen auf seinen Lippen. Seine Augen leuchteten. Voller Lebensfreude.
„Ja. Lestat hat zu seinem alten Glanz zurückgefunden.“ lächelte er nur weiter.

Und Louis konnte noch immer nichts erwidern. Das war einfach nur unglaublich.

„Es hat lange gedauert.“ gab der Blonde offen zu. „Doch ich hatte ein Ziel vor Augen. Aus diesem und wirklich nur aus diesem Grund, habe ich das geschafft.“
Nun wurde seine Stimme weicht. Etwas traurig und einfühlsam.

„Welches Ziel?“
Das war das einzige, was der Braunhaarige sagen, nein, hauchen konnte. Es war, als hätte man ihm die Fähigkeit genommen, sprechen zu können. Als würde er es erst wieder lernen müssen.
Es war so verrückt. So surreal.

Und sein Gegenüber war näher auf ihn zugekommen. Doch als Bedrohung sah Louis dies nicht an. Er empfand es sogar als recht angenehm. Seinen Schöpfer wieder so nah bei sich zu haben. Auch, wenn er ihn doch eigentlich so hasste. Aber jetzt, da er wieder vor ihm stand, da zog der Blonde ihn wieder in seinen Bann. Nur dieses Mal noch stärker, als das erste Mal.
Und all die Wut und der Hass… Wie vorgespült. Da war nichts mehr.

Nur Leere.
Nichts konnte Louis mehr denken.
Nichts.

Dann spürte er, wie Lestat vorsichtig seine Hand ergriff. Louis unternahm nichts dagegen.

„Dich endlich wieder zu sehen. Das war mein einziges Ziel. Ich wollte dir noch einmal gegenüberstehen. So wie ich es damals tat.“
Mit der anderen Hand strich er ihm sanft über die Wange. „Ich habe meine alte Schönheit wiedererlangt. Und du? Du hast deine nicht verloren. Es scheint, als wäre die Zeit stehen geblieben, nicht?“

„Für uns steht die Zeit auch still, Lestat. Das weißt du doch.“
War die nüchterne Antwort von Louis. Endlich hatte er seine Sprache wiedergefunden.

Lestat wusste, dass er recht hatte. „Ja, das stimmt.“ bestätigte er. „Ich habe mich so sehr nach dir gesehnt. Louis, ich muss dir etwas sagen. Etwas, das ich damals nicht in Worte fassen konnte, da ich nicht wusste, wie. All die Jahre, in denen ich nun schon auf dieser Welt wandelte, habe ich auf jemanden wie dich gewartet. Ich habe auf einen Seelenverwandten gewartet.“

Aber Louis schüttelte nur den Kopf. Entzog seine Hand der des Blonden und ging einen Schritt zurück.
Er konnte wieder denken.
Und er wandte sich ab.
„Ich möchte nichts davon hören. Wir sind fertig miteinander. Geh deinen eigenen Weg. Und trauere nicht den Schatten der Vergangenheit nach. Lebe dein Leben. So wie ich versuche, meines zu leben.“
Weise Worte. Doch so genau wusste der junge Vampir gar nicht, war er sagte.

„Schatten der Vergangenheit? Meinen eigenen Weg gehen? Und was ist mit dir, Louis? Wirst du deinen eigenen Weg gehen können? In der Dunkelheit? Du hast Angst davor. Lass mich dein Licht sein!“
Unüberlegt. Das war unüberlegt gewesen. Das wollte der Blonde nicht sagen. Das hatte er anders geplant. Er wollte keinen Gefühlsausbruch erleiden. Jedoch hatte ihn das Verhalten seines Gegenübers so sehr gereizt. Und Louis hatte ihn schon seit jeher aus der Fassung gebracht.
Aber genau das faszinierte ihn so sehr an ihm.

Konnte Lestat wirklich sein Licht sein?
Plötzlich fiel es dem Braunhaarigen wie Schuppen von den Augen.
Er war es.
Lestat war es.
Schon immer war dieser sein Licht gewesen. Ab dem Zeitpunkt, an dem er seinen Schöpfer verlassen hatte, war da nichts gewesen. Alle Lichter waren gelöscht worden.
Jetzt hatte jemand eine Kerze entzündet. Ein kleiner Funken war wieder zu sehen.

Der Jüngere drehte sich wieder um. Lestat sah nun zu Boden. Er wirkte schüchtern, unsicher. Das war ungewohnt.

„Dann sein mein Licht.“ flüsterte Louis nur. „Und ich werde deins sein.“

Rückartig erhob der Blonde den Kopf und somit seinen Blick. Er sah seinen Geliebten ungläubig an, doch gleichzeitig unendlich glücklich. „Du gibst dem allem noch eine Chance?“

Und Louis nickte nur.

Lestat ging auf ihm zu, sofort war er bei ihm angelangt.

Keine Sekunde später lagen seine weichen Lippen auf denen Louis‘.

Endlich.

Es hatte so lange gedauert, doch jetzt hatte er es geschafft. Er hielt seinen Louis in den Armen, strich ihm sanft durch die Haare währen sie mit diesem Kuss die Ewigkeit besiegelten.
Für immer würden sie auf dieser Welt existieren.
Doch das war nun nicht mehr schlimm.

Denn beide hatten ihr Licht in dieser ach so dunklen Welt gefunden.

Sie hatten ihr Glück gefunden. …



                        … Für die Ewigkeit.










Ich hoffe der Os gefällt dir :) Tut mir leid, wenn Rechtschreibfehler drin sinnen. Ich erreiche meine Beta-Leserin nicht xD Aber ich wollte dir endlich den Os geben xD
Review schreiben