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Shadows

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Caboose Dinah Greaseball OC (Own Character)
11.01.2014
04.09.2016
25
49.294
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11.01.2014 985
 
Die Nachricht hatte sich schnell verbreitet . Es dauerte nicht lange und jeder Bahnhof sprach davon : Die nächste Weltmeisterschaft . Stattfinden würde sie in Bochum am Bahnhof. Ich bekam die Nachricht eine Woche nachdem der Control sie bekannt gegeben hatte. Ein alter Frachtwaggon , der auf der Durchreise war , erzählte davon an meinem Bahnhof. Er war völlig begeistert. Da war er nicht allein. Ich konnte es nicht fassen. Eine neue Weltmeisterschaft ! Eine neue Chance !

Die Züge meines Bahnhofes interessierte das wenig. Die meisten waren alt und kaputt , nicht in der Lage ein Rennen zu fahren. Doch ich war noch jung , hatte keinen Schaden und war auch recht schnell. Für mich war diese Nachricht Musik in meinen Ohren. Und das nicht nur wegen der Meisterschaft...

Am Abend des Tages machte ich mich auf den Weg . Zwar war schon eine Woche vergangen und damit auch eine Woche , in der ich hätte trainieren können. Doch das war mir egal.
Da ich eh meist abends unterwegs war , fiel meine Abwesenheit nicht sofort auf. Ich wollte es keinem erzählen , sie würden mich doch nur dran hindern wollen. Für die anderen war meine Energie und meine Leidenschaft des Rennens immer fragwürdig gewesen. „Ein weiblicher Zug sollte sich nicht so benehmen.“, sagten die meisten. Sie fanden mich komisch und mieden meine Nähe- Doch das war mir egal.  Bei dem Gedanken daran verdrehte ich nur die Augen.  Wer bestimmte denn was richtig und was falsch war ? Das konnte nur ich für mich allein bestimmen.

Inzwischen war ich schon einige Stunden unterwegs. Meinen Bahnhof hatte ich weit hinter mir gelassen. Zum Glück.  Am Anfang hatte ich Gas gegeben um so schnell wie möglich an meinem Ziel zu sein. In der Nacht war das für mich kein Problem. Ich war voller Energie und hatte Spaß durch die sternenklare Nacht zu fahren. Doch langsam  taten mir meine Räder weh und so rollte ich gemütlich dem Sonnenlicht entgegen.Ich war nicht müde , aber eher ein wenig erschöpft. Am Tag ruhte ich mich eigentlich meistens aus. Doch nach Bochum war es sowieso nicht mehr weit.

In meiner Nähe befand sich kein anderer Zug. Dabei könnte man denken der Ansturm auf den Bochumer Bahnhof müsste riesig sein. Schließlich betraf die Weltmeisterschaft jeden einzelnen Zug der Welt. Selbst die Entfernung hätte den Zügen nichts anhaben können. Aber trotzdem traten sie nicht an. Der Rennsport war wohl doch nicht mehr so beliebt , wie er früher einmal war. Zumindest in der Ausübung. Außerdem war seit Jahren  der ungeschlagene Weltmeister Greaseball gewesen. Ein schneller Dieselzug mit durchtrainiertem Körper , immer gestylten Haaren und einer übergroßen Menge an Selbstbewusstsein. Nicht viele glaubten genug an sich um gegen ihn anzutreten. Doch er hatte neue Konkurrenz bekommen : Die E-Lok Electra und die Dampflok Rusty , der Greaseball auch schließlich den Titel wegschnappte. Und dieses Jahr würde ich seine neue Gegnerin werden.

Ein verschmitztes Lächeln bildete sich auf meinen Lippen ab. Ich würde dem alten Champion zeigen was ich so drauf hatte. Greaseball war mein Cousin.Deshalb freute ich mich auch gegen ihn anzutreten. Denn früher war er anders gewesen. Wir fuhren zusammen , redeten , wie normale Züge.Eigentlich waren wir sowas wie Freunde gewesen, Doch dann lernte er das Rennen kennen. Und als er merkte , dass er gut darin war , wurde er anders. Er wurde immer selbstsicherer und mit der Zeit arroganter. Meiner Meinung nach auch unausstehlicher . Er hatte keine Zeit mehr für irgendjemanden , sondern trainierte nur noch. Das brachte für ihn aber nicht nur Nachteile. Die weiblichen Waggons und Züge standen auf ihn , er bekam Geld und Ruhm . Und leider behandelte er auch seine Familie als wäre sie unter ihn gestellt. Nicht , das ich ihn hasste , nur wollte ich ihm beweisen , das er nicht  der Beste war .

Ich fuhr aus meinen Gedanken hoch und sah mich in meiner Umgebung um. Um mich herum wuchsen nur Pflanzen. Bäume , kleine Sträucher. Es war ganz friedlich , doch leider waren die Gleise leicht verrostet , was die Geschwindigkeit um einiges  verlangsamt , aber das war nicht schlimm. Ich kannte die Gleise und den Weg , wusste , das ich bald angekommen war. Im Hintergrund erkannte ich schon den großen Bahnhof. Ein Teil der sich abseits befindenden Depots waren zu erkennen. Wage erinnerte ich mich an den Bahnhof. Ich war schon Mal hier gewesen , bei Greaseball. Er hatte schon immer dort gelebt. Doch außer an verschwommene Erinnerungen konnte ich mich an nichts mehr erinnern. Schon wieder huschte mir ein Lächeln über das Gesicht. Aber dieses Mal , weil ich einfach froh war , hier fast angekommen zu sein. Ein Beginn eines neuen , vielleicht spannenden , Abenteuers.

Keine 15 Minuten später kam ich am Bochumer Bahnhof an. Es waren nicht viele hier. Ein paar einzelne Waggons , die ich als Frachtwaggons identifizierte , standen abseits und schienen mich nicht zu beachten , einige Loks rollten über die Gleise. Schon fast etwas unsicher fuhr ich noch weiter in den Bahnhof hinein. Es war ein recht moderner und großer Bahnhof. Die Gleise waren noch fast wie neu , man konnte gut auf ihnen fahren. Die Depots für die Züge und Waggons schienen in einem guten Zustand zu sein. Von hier aus konnte man auch die Renn- und Trainigsstrecken erkennen. Und dort befanden sich die meisten. Waggons und Züge drängelten sich um die Strecken , fuhren mit oder sahen einfach nur zu. Sie standen alle in Gruppen um die Strecke verteilt und verhinderten damit die genauere Sicht auf die Strecke.

Mit meinen Augen suchte ich in der Menge nach meinem Cousin. Ich war mir sicher , dass er ebenfalls trainieren würde. So eine Chance würde er sich garantiert nicht entgehen lassen. Doch ich erkannte ihn nicht. Verwirrt sah ich mich hier um. Und nun ? Ich kannte keinen , wusste nicht wohin. Die einzige Möglichkeit war , Greaseball zu suchen. Und ich wusste wo ich anfangen würde. Schon fast zielsicher bewegte ich mich langsam auf die Strecke zu , doch etwas hielt mich auf.
„Star ?!“ Erschrocken drehte ich mich um und sah meinen Cousin in das verwirrte Gesicht.
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