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Gruppe 04: Frank

von MDU-Story
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
11.01.2014
11.01.2014
10
6.092
 
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11.01.2014 754
 
Kapitel 9 - FoolishWriter


Eine grausig kalte Gewissheit ergriff Besitz von Frank und engte ihm die Brust ein.
Er konnte nicht mehr atmen und schloss die Augen, aus deren Winkel still und leise zwei Tränen rollten. Daniel würde sein Leben beenden, so viel stand fest. Aber immerhin hatte er durch den Verkauf der Drogen an die jungen Reichen das Geld für Tiaras Behandlung noch verdienen können. Das war das einzige, was ihn in diesem Moment aufrecht hielt. Seine Frau gerettet zu haben, das allein zählte für ihn.
Zittrig atmend öffnete er die Augen, sein Blick glitt zu dem Krankenhausbett, indem Tiara lag und von alledem, was um sie herum geschah, noch nichts mitbekam.
„Bitte“, flüsterte er erneut leise und war nicht in der Lage, den wehleidigen Ton aus seiner Stimme zu verbannen. „Du musst das doch verstehen.“ Doch seine Worte blieben folgenlos, prallten an der starren Mauer Daniel Winters ab. Dieser starrte ihn vernichtend an, ehe er leise lachte und einen großen Schritt zurücktrat. Frank mochte dennoch nicht von der Wand weggehen, er traute sich in diesem Augenblick das Stehen nicht mehr zu. Erneut glitt sein Blick zu dem Bett.
Eine Bewegung ließ ihn seine Aufmerksamkeit ein letztes Mal auf den Mafioso richten. „Du hättest eben besser mit unserem Vertrauen umgehen sollen.“, erklärte Daniel kalt. Er hatte eine lange Pistole gezogen, am Ende ihres Waffenlaus befand sich ein Schalldämpfer. Frank versuchte nicht daran zu denken, was Tiara ohne ihn tun würde, aber er konnte nicht anders. Er sah sie einsam in ihrem Garten sitzen, verlassen und schwach. „Bitte.“ Wieso flehte er denn noch? Es war so aussichtslos! Und dieser Penner vor ihm, den schien das auch noch zu amüsieren!
„Sag auf Wiedersehen, Frank.“, murmelte er. Er wollte ihn schlagen, ihm das breite Grinsen aus dem Gesicht hämmern, aber er war zu keiner Bewegung mehr fähig, erstarrt vor Wut und Verzweiflung. Es hatte keinen anderen Weg für ihn gegeben, keine legale Methode das Geld für die Operation aufzutreiben. Dies war die Konsequenz. Er unterdrückte den Drang, die Augen vor all dem zu verschließen, starrte Daniel nur fest in die Augen.
Immerhin würden die anderen ihn so nicht mehr in die Finger bekommen um ihn zu quälen oder schlimmeres zu tun. Wie das Ende werden würde? Schmerzlos und kurz? Kam etwas danach? Würde er seine Frau wiedersehen?
Es klickte leise, als der Jüngere die Waffe entsicherte, immer noch zielsicher auf Franks Brust gerichtet. „Keine letzten Worte?“, hakte er unehrlich bedauernd nach. „Schade, ich denke, ein Lebewohl wäre durchaus angebracht gewesen!“
Mit diesen Worten, schwang er den Arm herum, machte einen letzten Schritt in Tiaras Richtung und drückte ab.

Die Zeit schien nur sehr langsam zu vergehen, er hörte das Geräusch, er sah das Blut spritzen. Das grelle, monotone Piepen der Armaturen dröhnte in seinem Kopf. Tiara regte sich nicht, nichts veränderte sich, bis auf die rote Farbe, die langsam begann alles zu überziehen und vom Bett auf den kalten Boden zu tropfen. Gerade so, wie alle Farbe aus seinem Gesicht gewichen war. Aber...
Der Mörder grinste, nickte ihm zu als wäre nie etwas geschehen und zertrümmerte dann das Fenster, aus dem er anschließend floh. Frank hörte die Scherben klirren, doch immer noch war er wie gelähmt. Er fühlte sich betäubt und von der realen Welt abgeschnitten, sackte zitternd in die Knie. Hilflos starrte er auf die rote Pfütze, welche größer wurde und sich ausbreitete, Fliesen und Scherben gleichermaßen überzog. Die Tür des Zimmers wurde aufgerissen, ein Pfleger sprintete herein, starrte entsetzt auf die Szene und schlug auf einen Alarmknopf, ehe er sich über das Bett beugte und irgendwelche Maßnahmen ergriff. Frank riss sich die Knie an den scharfen Kanten auf, doch er hatte keine Kraft, um sich zu erheben. Seine Schultern bebten, während ihm sein Haar in die Augen hing und seinen getrübten Blick vor der Welt verbarg.
In seinen Ohren rauschte es, jemand sprach ihn an, doch er konnte die Frau nicht verstehen. Wieso sah sie so mitfühlend aus?
Er schrie, schubste sie von sich und sprang auf. „Daniel!“, rief er, drehte sich blind um sich selbst. „Daniel!“ Er stand am Fenster, weit hinten sah er den Mantel des Killers um eine Gebäudeecke wehen. Er schob ein Bein aus dem Fenster, doch jemand hatte ihn am Arm gepackt. „Lassen Sie mich! Ich muss Daniel...-“, weiter kam er nicht, ehe er grob zurückgerissen wurde und ihm jemand eine große Nadel in den Arm und drückte, ihm eine volle Ladung Betäubungsmittel injizierte.
Die Welt zerfaserte und driftete auseinander. Das hätte sein Ende sein sollen, nicht ihres...
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