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Gruppe 04: Frank

von MDU-Story
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
11.01.2014
11.01.2014
10
6.092
 
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11.01.2014 828
 
Als Leiterin der Gruppe 04 des Meine, Deine, Unsere Story-Projekts, bin ich besonders glücklich, euch heute diese Geschichte präsentieren zu dürfen. Doch bevor ihr loslegen dürft, müssen noch ein paar Dinge geklärt werden: Zum einen, dass dieses Projekt von der unglaublich tollen LilliAngel ins Leben gerufen wurde und zum anderen muss ich hier noch einmal die komplette Liste aller Teilnehmer veröffentlichen. Ansonsten viel Spaß!

Liste Gruppe 18:
1. crazyLena
2. allosaurus
3. Seaside
4. inuzukagirl
5. Buchzauber
6. Nastjuschechka
7. DimitriBelikovsGirl
8. NamiraKayleighFaolan
9. FoolishWriter
10. Mohei


Kapitel 1 -   crazyLena (Benutzer existiert nicht mehr)


Hagelkörner prasselten auf das Dach des Käfers und versuchten Dellen hinein zu schlagen. In ihm saß Frank, der seinen Kopf auf das Lenkrad gelegt hatte.
Sie war tot.
Dieser kleine Gedanke wiederholte sich schon seit Stunden. Und ein weiterer war dabei. Und dieser machte Frank am meisten zu schaffen. Er konnte selbst nicht glaube, wozu er fähig gewesen war und diese Erkenntnis machte ihn nieder.
Er war schuld an ihrem Tod.
Nur er allein.
Er hätte das alles nie tun sollen. Er hätte das alles nie von sich geben sollen. Alles was er gesagt hatte beruhte noch immer auf einer Lüge und das hatte sie so fertig gemacht, dass sie diesen Schritt gegangen war. In der Nacht hatte sie irgendein Zeug geschluckt, dass sie umbrachte. Um was es sich dabei handelte konnte Frank selbst nicht sagen und womit war für ihn überhaupt nicht entscheidend. Das Entscheidene war, dass sie es getan hatte. Sie hatte sich selbst das Leben genommen.
Er schlug seinen Kopf gegen das Lenkrad und löste die Hupe aus. Normalerweise wäre er hochgeschreckt, aber diesmal war es anders. Nichts konnte ihn ablenken. Nicht von diesen Gedanken.
Es dämmerte. Viel zu früh. Der Morgen begann und er musste zur Schule. Er wollte aber nicht. Er stand bereits auf dem Schulparkplatz. Genau genommen hatte er sich gar nicht davon weg bewegt. Die ganze Nacht hatte er damit verbracht sich Vorwürfe zu machen. Sie selbst zu beschuldigen und im Nachhinein bemerkte er sogar, dass er eigentlich eine Sympathie zu ihr entwickelt hatte. Obwohl er Flora gemobbt hatte. Er war krank, irgendwas stimmte einfach nicht mit ihm. Es wäre wohl am besten, wenn er einen Therapeuten aufsuchen würde, doch er sträubte sich mehr als deutlich gegen diesen Gedanken. Wenn er zu einem Therapeuten gehen würde, dann wüssten auch seine Eltern, was er getan hatte. Und das würden sie alles andere als begrüßen. Sie würden Frank rausschmeißen, ihn verleugnen, weil er Probleme hatte. Er würde gehen, wenn er könnte. Nicht um von seinen Eltern weg zu kommen, sondern, um auf eigenen Füßen zu stehen. Das war ein Wunsch, den er schon seit einer halben Ewigkeit hegte. Frei sein.
Die Sonne war da. Die ersten Schüler erschienen auf dem Schulgelände und Frank mischte sich unter sie. Schule war schlimm. Lauter Menschen mit denen er klar kommen musste. Er musste sich zuammenreißen, dass er nicht jedem alles an den Kopf warf, was ihn an der jeweiligen Person störte. Er war zu gewöhnt daran, das alles an Flora auszulassen und wenn es etwas zu langweilig wurde, dann dachte er sich Geschichten über sie aus. Das war falsch. Aber er konnte einfach nicht anders.
Alle sahen ihn an. Doch keiner schien ihn als Schuldigen für Floras Selbstmord zu sehen. Doch er war schuldig. Selbst vor Gericht hätte er das zugegeben. Es tat ihm Leid. Es war zu spät, um sich bei Flora zu entschuldigen. Sie war weg.
Als der Unterricht begann, kam sein Lehrer mit einem unbekannten Mädchen in die Klasse. Sie hatte ein freundliches Lächeln auf dem Lippen und ihre goldenen Löckchen umrandeten ihr Gesicht. Sie sah aus wie ein Engel und doch war sie auf irgendeine Weise hässlich. „Bildhübsch“, hörte Frank eine seiner Mitschüler sprechen und er musste sich zusammenreißen, um ihm nicht zu widersprechen. Sie war nicht hübsch. Ihr Gesicht war hässlich, genau wie ihre Haare, ihre Beine, und ihre Figur war auch nicht die beste.
„... aus Berlin kurzfristig hergezogen.“ Er hatte nicht zugehört. Frank wollte gar nicht erst wissen, welchen schönen Namen das Mädchen missbrauchte. Sie schritt zu einem freiem Platz. Ihre Nase trug sie viel zu hoch für Franks Geschmack. Er wollte sie niederdrücken. Demütigen. Ihr zeigen, dass sie nicht der Boss im Haus war. Doch er sagte nichts. Er wollte nicht schon wieder für einen Selbstmord verantwortlich sein.
Als das Mädchen in den Pausen von Menschen umzingelt war, konnte Frank nicht anders, er musste etwas sagen. „Trag deine Nase nicht so hoch, Großstadt Prinzessin, ansonsten siehst du die Steine, die auf dem Boden liegen nicht“, spottete er und lachte höhnisch. Die Gespräche verstummten und das Prinzesschen lächelte Frank verunsichert an.
Frank sagte ihr seine Meinung mehr als ausführlich ins Gesicht und die anderen sahen nur dabei zu. Aber sie glaubten ihm. Wie das letzte Mal auch. Sie vertrauten auf seine Meinung, was ihr Lächeln verblassen ließ und er wusste, dass das falsch war, denn schon am nächsten Tag kam die entscheidene Nachricht.
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