So einfach

von ACZHS
KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
Drake Parker Josh Nichols
08.01.2014
08.01.2014
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Hallo. :)
Da will man eigentlich lernen, guckt nebenbei aber, weil man einen Ohrwurm vom Titellied hat, Drake&Josh und... ja... Ich habe das vor sechs Jahren geguckt und nie... Ich meine... Ich weiß nicht, warum das hier passiert ist. Ich gebe den Fandoms, in denen ich sonst so bin, die Schuld. (?) >.<
Das Lied am Ende ist natürlich I Found A Way von Drake Bell, was überraschend gut zu dem Ship passt. >.<
Ansonsten spielt dieser Oneshot größtenteils zur Episode 4x11, die auf englisch Josh Is Done heißt. Ich habe Drakes Entschuldigung von der Folge teilweise reingebracht, allerdings selbst übersetzt. Hier könnt ihr das (in eher schlechter Qualität) sehen: http://www.youtube.com/watch?v=BZR6-XumOvs, falls ihr Gedächtnisstütze braucht, was in der Episode war. ;) In der nächsten Szene kommt Josh dann und unterbricht Drake, bevor er wieder etwas dazu sagen kann und sie spielen Ping-Pong.
Gut. Ähm... *räusper*
Viel Spaß beim Lesen. >.<
P.s. Oh, und frohes neues Jahr noch, falls das echt einer liest, kurz nachdem ich es hochlade. :)

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Josh hatte ihm nicht nachgehen können. Vielleicht hätte er es sollen, aber er hatte es einfach nicht gekonnt.
Es war dieser Blick von Drake gewesen. Dieser Blick, der so viel ausgesagt hatte...
Natürlich würde er ihm verzeihen. Josh hatte es vermutlich schon in dem Moment gewusst, wo er entschieden hatte, nichts mehr mit Drake zu tun haben zu wollen.
Und natürlich war sein Leben seitdem scheinbar so viel besser gelaufen als mit Drake, aber... Er hatte gespürt, dass etwas fehlte. Das wichtigste.
Nach den Jahren miteinander schien er Drake wirklich zu brauchen.
Das hatte er irgendwie wohl auch schon länger gewusst, aber in dem Moment war es ihm erst richtig klar geworden. In dem Moment, in dem er beschlossen hatte, es mit Drake zu kappen.
So hatte er es wohl auch dann schon gewusst, dass er es ihm doch wieder verzeihen würde, so wie er Drake alles verzieh.
Doch dieses Mal wollte er es nicht, wollte dem standhalten, weil irgendwann nun einmal genug war. Und warum verzieh er Drake denn auch immer wieder?
Nach dieser Entschuldigung wusste er es.
Schon nach den ersten Worten der Entschuldigung, die so offensichtlich wahrhaftig tief aus Drake gekommen war, war er wieder bereit gewesen, ihm zu wieder verzeihen, hatte verstanden, dass es deswegen war, dass er Drake immer wieder verzieh. Weil Drake ihm am Ende wirklich mochte und ihn nie verletzen wollte.
Und die Worte hatten Josh fast das Herz zerrissen: „Ich hatte Unrecht. Ich brauche dich mehr, als du mich brauchst. Ich brauche dich viel mehr als du mich.“
Denn das war auch einfach nicht wahr. Das war sicherlich nicht wahr. Josh brauchte ihn doch genauso sehr.
Drake strapazierte nur viel öfter seine Grenzen und manchmal konnte er einfach nicht mehr. So wie Drake zu Anfang ihrer Zeit als Brüder seine „Drake-Zeit“ gebraucht hatte, so brauchte auch Josh manchmal einfach Abstand. Manchmal. Selten. Wenn Drake doch mal wieder überhaupt keine Rücksicht nahm. Wenn er wegen irgendeinem Mädchen überhaupt keine Rücksicht mehr auf ihn, Josh, nahm.
Und nach diesen Sätzen war er bereit, es doch wieder zu schlucken. Wäre Drake dann gegangen, wäre er auf die Erlaubnis des Lehrers vermutlich gefolgt und hätte wieder alles in Ordnung zwischen ihnen gebracht.
Es war aber, was Drake hatte folgen lassen. Und was er nicht hatte folgen lassen...
„Es tut mir Leid, dass ich vermutlich der schlechteste Bruder der Welt bin. Und du bist viel besser dran ohne mich. Du musst einfach verstehen, dass ich... ich...“
Es waren die Worte, die in der kurzen Sprechpause plötzlich still zwischen ihnen in der Luft gelegen hatten. Die sie sich schon häufig gesagt hatten, die aber nie diese Bedeutung gehabt hatten.
Es war der Blick gewesen, der verlorene Blick Drakes, weil er plötzlich selbst verstanden hatte. Weil es etwas war, was verrückt war und nicht ging.
Josh schluckte schwer.
Er hatte seinen kompletten Unterricht ausgesessen, stets in Gedanken woanders, bei Drake, saß nun in einem verlassenen Klassenzimmer.
Er konnte noch nicht nach Hause gehen und dort womöglich auf Drake treffen. Er musste nachdenken.
Doch er fühlte die bedrängende Wahrheit, die plötzlich so stumm zwischen ihnen gelegen hatte, und eigentlich war sie doch auch so einfach, so klar, so natürlich.
Doch wie konnte sie es sein? Nachdem er sich solange gesagt hatte, dass es rein brüderlich sei, jedes Wort und jede Berührung.
Wie konnte es auch anders sein, wenn er Audrey doch mittlerweile wirklich irgendwie als Mutter empfand, Megan zweifelsohne als kleine Schwester? Wie konnte Drake dann etwas anderes als sein Bruder sein?
Doch mit Drake war es schon immer anders gewesen. Während sie sich langsam kennengelernt hatten, Tag um Tag mehr... Es hatte sich schon immer besonders angefühlt.
Josh hatte zunächst gedacht, es würde einfach daran liegen, dass er nun einmal sein Bruder werden sollte, dass sie sogar in einem Zimmer schliefen, im gleichen Alter waren... Potenziell alles miteinander teilen könnten.
Und sie hatten ja auch gelernt, tatsächlich alles miteinander zu teilen. Wie Brüder es taten. Oder?
Nein, es war irgendwo wohl schon immer anders gewesen. Ihre tiefe Freundschaft war nicht brüderlich...
Doch sie würden nicht darüber sprechen. Wie könnten sie? Was sollten sie sagen?
So ließ Josh nicht einmal eine weitere Entschuldigung zu, als er endlich nach Hause ging. Drake hätte keine Worte hierfür, ebenso wenig wie Josh. Es war okay. Es war gut.
Und dann war da natürlich Mindy, die wieder in Joshs Leben trat. Und Josh erinnerte sich, wie sie ihm ihre Liebe gestanden hatte und er ihr nach langen Überlegungen erklärt hatte, dass er die Worte nicht erwidern konnte, weil er nicht wusste, wie Liebe sich anfühlte.
Er hatte es gewusst. Er erinnerte sich selbst an den kurzen Gedanken an Drake, der so beiläufig gewesen war, wie Drake immer irgendwie in seine Gedanken gekommen war und kam, und er hatte es abgetan.
Aber natürlich hatte er gewusst, wie solche Liebe sich anfühlte. Natürlich wusste er es.
Es war aber einfacher, wieder mit Mindy zusammen zu kommen, anstatt weiter daran zu überlegen, was es genau zwischen ihm und Drake war.
Er mochte Mindy ja auch. Er bewunderte sie. Vielleicht war er sogar ein wenig verliebt in sie. Aber es war anders als mit Drake.
Es war aber einfach, wieder in das alte Leben zurückzukehren, in die alte Beziehung. Es war einfach, wenn Drake weiterhin da war, in seinem Leben, an seiner Seite.
Es war einfach, sich weiterhin mit ihm zu streiten, sich wieder zu vertragen, sich gegenseitig zu umarmen. In der Nacht zum Bett des anderen zu wechseln mit dem Deckmantel der brüderlichen Liebe wegen einem von Megans Streichen, einem gruseligen Film oder einem zu starken Gewitter. Zusammen zu Konzerten zu gehen, die Samstage gemeinsam zu verbringen, sich gegenseitig zu überraschen. Aus Dankbarkeit den anderen zu küssen. Auf die Wange, aber bei den größeren Überraschungen auch auf die Lippen.
Es war so einfach, das zu tun, was sie seit Jahren taten.
Doch es kam der Tag, an dem Drake den Kuss der Dankbarkeit auf die Lippen plötzlich erwiderte, Josh energisch zu sich zog, statt die Arme nur scheinbar hilflos zu heben. Es folgten lächelnde Blicke und noch viel vertrautere Berührungen als je zuvor.
Und Josh hatte es sich schwierig vorgestellt, aber... es war es nicht. Es war so natürlich, wie alles an ihrer Beziehung von der ersten Sekunde an gewesen war.
Oder wie Drake es ausdrückte, als er am nächsten Abend auf seinem Bett saß und gedankenverloren auf seiner Gitarre spielte und sang:

I never thought that it'd be so simple but
I found a way, I found a way.
I always thought that it'd be too crazy but
I found a way, I found a way.
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