Winterzauberwald

von TSihek
GeschichteRomanze / P18 Slash
07.01.2014
07.01.2014
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Dieses Kapitel
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Serie: TOS
Paarung: K/S
Rating: P18, slash, First Time
Zusammenfassung: Spock und Kirk verbringen einen gemeinsamen Weihnachtsurlaub in den verschneiten Wäldern der Rocky Mountains.
Archiv: Für private Zwecke jederzeit und im German K/S Archiv
Disclaimer: Spock und Kirk gehören Paramount/Viacom. Der Rest gehört mir und ich beabsichtige nicht, einen Gewinn daraus zu erzielen – außer Spaß zu haben.
Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen.

          

   Winterzauberwald      

                                        
                                                                                 
Spock steuerte den Bodenwagen mit ruhiger Konzentration durch die verschneite Landschaft. Er hatte noch nicht oft in seinem Leben so viel Schnee gesehen und die weiße, wie verzaubert wirkende Umgebung faszinierte ihn. Er fuhr relativ langsam, so dass er den Anblick der mit dicken Schneepolstern bedeckten Tannen bewundern konnte. Und einmal mehr fragte er sich, was ihn dazu hatte bringen können, diese Fahrt zu unternehmen.
Seine Gedanken wanderten zurück...

Es war noch nicht lange her, seit Captain Kirk das Kommando über die Enterprise erhalten hatte, acht Komma zwei Monate um genau zu sein. Und er hatte nicht nur das Kommando übernommen, sondern war auch wie ein Wirbelwind in Spocks, bis dahin geordnetes, ruhiges aber auch einsames, Leben eingebrochen.

Spock war der einzige Vulkanier im Dienst der Flotte und Vorurteile und Missverständnisse machten es ihm schwer, seinen Platz in der Crew zu finden. Zudem hatte Pike nur sehr wenig dafür getan, ihn besser zu integrieren. Als Folge davon hatte er sich zurückgezogen, den größten Teil seiner Freizeit eher unfreiwillig in seiner Kabine verbracht. Denn gleichgültig, was er auch versuchte, er schaffte es nicht, Freunde zu finden.

Kirk änderte das schnell, indem er ihn Stück für Stück aus seiner selbstgeschaffenen Isolation holte. Zunächst war Spock ihm aus dem Weg gegangen. Kirk verwirrte und faszinierte ihn gleichzeitig – ein Zustand, der für den beherrschten Vulkanier äußerst unangenehm war.
Doch der menschliche Captain gab nicht auf. Spocks fast arrogant erscheinende Zurückhaltung und Beherrschung konnten ihn nicht abweisen, wie dieser erwartet hatte, und wie er es bisher von seinen Kollegen kennen gelernt hatte. Im Gegenteil.

Um so größer war deshalb Spocks Verblüffung, als Kirk ihn bereits am dritten Abend seines Kommandos eines Besseren belehrte.

Spock hatte allein – wie immer – an einem der kleineren Tische in einer Nische der Messe gesessen und ein schnelles Abendessen aus Salat, Früchten und Brot eingenommen.
Er sah nicht auf, als ein Schatten auf die Tischplatte fiel. Erst als Kirk ihn ansprach, hob er den Kopf. Noch immer sah er Kirks freundlich-milden Gesichtsausdruck, als er sich ihm gegenübersetzte.
Spock wusste seltsamerweise nicht mehr genau, worüber sie gesprochen hatten – es war nichts wirklich Wichtiges gewesen. Aber die Tatsache, dass sich der neue Captain ausgerechnet ihn als Tischnachbarn ausgesucht hatte, ließ eine zaghafte Hoffnung in Spock entstehen.

Nur wenige Minuten später gesellte sich auch der neue Bordarzt – McCoy – hinzu. Der Tisch erwies sich nun als etwas klein und Kirk entschied resolut, dass sie den Platz wechseln sollten. Er ließ Spock gar keine Wahl, als ihm zu folgen. Kirk entschied sich für einen Platz im Zentrum der Messe, von wo aus er alles im Blick hatte, schnell das Interkom erreichen konnte und – wie Spock erstaunt feststellte – durch einen der Sichtbildschirme das All beobachten konnte.

Nach dem Essen war Kirk sitzen geblieben und hatte Spock mit einem für ihn damals noch undeutbaren Grinsen fixiert. McCoy entschuldigte sich und war gegangen, so dass Spock mit diesem faszinierenden und verwirrenden Menschen allein blieb. Die anderen Mitglieder der Crew, die sich um sie herum unterhielten, nahm er kaum mehr wahr, so sehr fesselte ihn der Blick der warmen haselnussbraunen Augen.

„Spielen Sie Schach?“

Kirks Frage hatte ihn so unvorbereitet erwischt – so harmlos sie auch war – dass er nur stumm nicken konnte. Ehe er reagieren konnte, war Kirk aufgestanden und hatte von einem der anderen Tische ein dreidimensionales Schachspiel geholt.

An jenem Abend spielten sie stundenlang und Spock wurde sich immer mehr des Zaubers bewusst, den Kirk auf ihn ausübte.
Als Folge davon zog er sich in den kommenden Wochen ganz bewusst noch mehr in sein vulkanisches Schneckenhaus zurück. Doch Kirk riss ihn immer wieder heraus, zwang ihn mit unermüdlicher Hartnäckigkeit, sich nicht länger in seiner Kabine zu verstecken.

Sie spielten beinahe jeden Abend und es wurde zu einem gewohnten Anblick für die Crew. Nach der ersten Aufregung und Getuschel wurde es zu etwas Normalem, den Captain und den vulkanischen Ersten Offizier zusammen beim Schach zu sehen.
Die Aufträge kamen und gingen, sie erlebten gefährliche und weniger gefährliche Situationen zusammen und Kirk gewann mit jedem Tag mehr das Vertrauen der Crew – und Spocks.



Dann wurde das Schiff bei einem Kampf mit Klingonen so schwer beschädigt, dass sie die Anweisung erhielten die Erde anzufliegen. Die Enterprise sollte im dortigen Raumdock wieder repariert werden und die Crew erhielt den ersten längeren Heimaturlaub seit Monaten. Auf der Erde war es Mitte Dezember und viele Crewmitglieder freuten sich besonders, die kommenden Weihnachtstage mit ihren Familien verbringen zu können.

Spock entschied sich in San Francisco zu bleiben – was hätte er auch auf Vulkan tun sollen? Sarek sprach noch immer nicht mit ihm. Und Amanda würde zu sehr unter den Spannungen leiden, wenn er nach Hause zurückkehren würde.

Nach einigen Tagen hatte er eine Nachricht seines Captains erhalten, in der er ihn zu sich einlud. Kirk verbrachte den Landurlaub – wie Spock natürlich wusste – in einer Blockhütte in den Rocky Mountains. Kirk hatte ihn bereits an Bord dorthin eingeladen, doch Spock hatte abgelehnt.

Jetzt jedoch, allein in dem kleinen unpersönlichen Quartier nahe des Hauptquartiers traf Spock eine spontane Entscheidung. Er druckte sich den Anfahrtsplan aus, den Kirk seiner zweiten Einladung beigefügt hatte und machte sich auf den Weg. Natürlich hätte er sich auch direkt in den kleinen Ort beamen lassen können, der eine knappe Meile von der Blockhütte entfernt lag, doch er folgte Kirks Anweisungen und beamte nur bis zur nächsten größeren Stadt. Dort nahm er den Mietwagen, den Kirk hatte bereitstellen lassen und fuhr den Rest des Weges.

Allein auf den verschneiten Straßen, kam er langsam zur Ruhe. Die tiefe Stille und Würde, die der Wald ausstrahlte, verfehlten ihre Wirkung selbst auf den Vulkanier nicht. Die letzte Wochen waren auch für ihn anstrengend gewesen. Er hatte es nicht gezeigt, aber es war ihm immer schwerer gefallen, seine vulkanische Selbstbeherrschung aufrecht zu erhalten.
Hier jedoch gab es keinen Grund dazu, sich nicht zu entspannen. Und er gestand sich ein, dass er sich darauf freute, die nächsten Wochen mit Kirk zu verbringen.

Sicher, es war unlogisch und un-vulkanisch aber es war nun einmal so. Spock war längst über den Punkt hinaus, an dem er sich über seine Empfindungen bezüglich des menschlichen Captains selbst belog. Kirk zog ihn an wie ein Licht das Insekt.

Er wagte nicht, darüber nachzudenken, was in den kommenden Wochen geschehen würde. Er hoffte nur, dass sich die beginnende Freundschaft mit dem Menschen stabilisierte.

Kirk bot ihm etwas, dem Spock nicht widerstehen konnte. Er leugnete es zwar nach außen hin, doch er kannte Emotionen. Und Einsamkeit.
Er wusste, was es hieß, nachts allein in der Kabine zu liegen. Er wusste, was es hieß niemanden zu haben, mit dem man reden oder schweigen konnte.

Kirk hatte seine Mauer aus Stolz und Zurückhaltung durchbrochen. Er hatte sich in sein Leben gedrängt, gelächelt, mit seinem Mut und seiner völligen Ignoranz der gegebenen Zustände Wände eingerissen, die Spock seit seiner Kindheit um sich herum aufgebaut hatte... und Spock hatte ihm sein Leben und seine Seele anvertraut.



Der Weg zog sich scheinbar endlos immer höher in die verschneite Landschaft hinein. Spock wusste, dass der kleine Ort am Fuß der Rocky Mountains lag, umgeben von dichten Wäldern und praktisch unberührter Natur. Er war nie hier gewesen, schon gar nicht im Winter und er fragte sich, wie er zurechtkommen würde. Als Vulkanier war er weitaus höhere Temperaturen gewöhnt.

Plötzlich tauchte hinter einer Wegbiegung der Ort auf. Er bestand aus einigen hundert kleinen, wie an den Wald geschmiegten Häusern. Sie wirkten, als stammten sie aus einem anderen Jahrhundert. Die moderne Technik und das moderne Aussehen der Städte waren hier scheinbar vorbeigegangen.

Als er hindurch fuhr entdeckte er durchaus die Anzeichen des modernen Lebens, doch sie waren gut verborgen. Es waren nur wenige Passanten auf der Straße und kaum einer warf einen zweiten Blick auf das Allradfahrzeug Spocks. Sie sahen und registrierten ihn, aber das war auch schon alles.

Spock warf einen Blick auf die Lageskizze, die auf dem Beifahrersitz lag und verließ den Ort auf einem schmalen Waldweg. Er war nicht geräumt und nur einige Reifenspuren sagten ihm, dass der Weg zu einem Ziel führte.

Wenige Minuten später hielt er vor der recht großen Blockhütte. Rauch stieg aus dem Kamin, aber die Fenster waren dunkel und er erhielt keine Antwort, als er an die Tür klopfte. Als er zögernd die Klinke herunterdrückte, merkte er, dass sie verschlossen war.

Er verharrte und lauschte in den stillen Wald, sah sich auf der tief verschneiten Lichtung um. Direkt neben der Blockhütte bemerkte er einen überdachten Schuppen, in dem offenbar Brennholz gelagert wurde. Ein Spaltblock stand davor. Er bemerkte viele Fußspuren, die auf die Anwesenheit eines Bewohners hindeuteten, aber keine Spur von diesem selbst.

Plötzlich unsicher, ob er auch wirklich willkommen war, wandte sich Spock wieder dem Wagen zu und wollte eben wieder einsteigen, als er ein zischendes Geräusch hörte. Als er sich umdrehte, sah er Kirk, der dick in warme Thermokleidung eingepackt und mit einem großen Rucksack auf dem Rücken, auf Langlaufskiern aus dem Wald kam.

Er hielt mit einem eleganten Schwung direkt neben Spock an. Sein Gesicht war von der winterlichen Kälte gerötet und seine Augen strahlen ihn mit der gewohnten Wärme und Herzlichkeit an.
Spock entspannte sich merklich, als er es sah.

„Spock! Also haben Sie meine Nachricht erhalten. Ich freue mich, dass Sie doch noch hergekommen sind.“

„Captain“, begrüßte ihn Spock.

„Nennen Sie mich bitte Jim. Wir sind nicht unter Kommandostatus hier draußen, schon vergessen?“
Er lächelte, als Spock nickte, glitt dann auf den Skiern zum Haus und schnallte sie dort ab.

Spock folgte ihm, seine Reisetasche in der Hand. Die Kälte prickelte auf seiner Haut und er hustete kurz, als die ungewohnt kalte Luft seine Lungen kühlte.

Erschrocken drehte sich Kirk zu ihm um. „Alles in Ordnung?“

„Ja. Ich muss mich erst noch an die kalte Luft gewöhnen.“

„Kommen Sie erst mal rein. Sie sind sicher erschöpft von der Fahrt. Es wäre zwar bequemer gewesen herzubeamen, aber ich wollte, dass Sie durch den Wald fahren. Der Anblick der verschneiten Tannen hat eine besondere Wirkung, wie ich finde. Sam und ich nannten es immer Winterzauberwald, vor allem jetzt, zur Weihnachtszeit.“

Spock nickte lediglich und folgte ihm. Kirk wirkte deutlich erholter und gelöster, als noch vor einigen Tagen auf dem Schiff. Die Wirkung dieses ‚Winterzauberwaldes‘, wie Jim es nannte?
Spock konnte es nicht sagen. Zudem bestand keine Logik darin, einigen mit Schneekristallen bedeckten Nadelbäumen eine magische Wirkung zuzuschreiben.

In der Tür blieb er stehen und warf noch einmal einen Blick über die Lichtung und den Waldrand. Es lag eine seltsame, verträumte Stimmung über allem, als hielte die Natur voller Vorfreude den Atem an. Also doch ein ‚Winterzauberwald‘.... ?
Spock straffte die Schultern und wandte sich mit einem unwilligen Kopfschütteln ab.
Es wurde eindeutig Zeit für eine Meditation.

Er folgte Kirk ins Innere der Blockhütte und sofort umhüllte ihn behagliche Wärme.
In dem kleinen Windfang streiften sie die warmen Thermojacken ab und traten dann ein.
Spock sah sich in dem großen Hauptraum um.

Er war schlicht, aber einladend eingerichtet: Einige Schränke, Regale voller Bücher ein großer hölzerner Esstisch mit stabilen, bequem aussehenden Holzstühlen und einem großen offenen Kamin, in dem ein hell loderndes Feuer brannte.

Ein bereits festlich mit bunten Glaskugeln und echten Kerzen geschmückter Tannenbaum neben dem Tisch fesselte Spocks Blick, und er betrachtete fasziniert die funkelnden Reflexe, die das Kaminfeuer auf den Glaskugeln hervorrief. Würzig-herber Tannenduft zog durch den Raum.

Vor dem Kamin stand eine einladende Sitzgruppe aus mehrere Polstermöbeln und einem weiteren kleinen Tisch auf dem bereits ein spielbereites dreidimensionales Schachbrett wartete.

Mehrere offene Türen gaben den Blick auf die dahinterliegenden Räume frei: eine offenbar mit allem Wichtigen eingerichtete Küche, zwei Schlafzimmer und ein kleines Badezimmer.

Kirk war mit seinem Rucksack in die Küche gegangen und machte sich dort zu schaffen. Schon bald zog der Duft von Kräutertee und frischem Kaffee durch den Raum, mischte sich mit dem herben Aroma der Tannennadeln.
Spock brachte seine Sachen in das bisher noch  unbenutzte Schlafzimmer und gesellte sich dann zu ihm.

Kirk drückte ihm eine Tasse mit heißem Tee in die Hand und nahm sich selbst einen Becher Kaffee, dann ließen sie sich vor dem Kamin nieder.

„Ich war eben im Ort und habe einige Vorräte eingekauft, als ich den Wagen sah. Sie fuhren, als würden Sie sich auskennen.“

„Die Wegbeschreibung war sehr genau und detailliert.“

Kirk warf ihm einen lächelnden Blick zu und trank dann von seinem Kaffee. „Ich freue mich, dass Sie gekommen sind, Spock.“

Spock nickte nur und nippte an dem aromatischen Tee. „Gehört das Blockhaus Ihnen?“

„Nein. Ich habe es von einem Freund gemietet. Er hat es mir schon oft überlassen und ich komme immer wieder gerne hier her. Die Leute im Ort kennen mich einfach als Jim Kirk und kaum einer interessiert sich wirklich dafür, wer ich bin. Es tut gut, dem Trubel in San Francisco manchmal zu entkommen.“

Spock nickte verstehend und starrte schweigend und entspannt in die flackernden Flammen.

Kirk betrachtete ihn still, während er seinen Kaffee trank. Er mochte den gutaussehenden, würdevollen und stolzen Vulkanier. Vom ersten Moment an, war da etwas gewesen, was ihn zu diesem Mann hingezogen hatte. Es war nicht leicht gewesen, sein Vertrauen zu gewinnen und noch immer gab es vieles, was ihm an Spocks Verhalten rätselhaft erschien. Nun... vielleicht hatte er in den kommenden Wochen Gelegenheit, auch einmal hinter die Maske aus vulkanischer Disziplin zu sehen.

Kirk lächelte, als Spock die inzwischen geleerte Tasse in den Schoß sinken ließ und mit halb geschlossenen Lidern in die Flammen sah. Er wirkte wie eine entspannte Katze an einem kalten Winterabend vor dem Kamin.
Spock war zwar keine Katze, doch erinnerte er ihn mit seiner natürlichen Eleganz immer wieder an ein Raubtier. Wozu allerdings auch die ästhetisch geschwungenen  spitzen Ohren beitrugen. Und was den Rest anging... es war Winter, es war kalt und sie saßen in der Tat vor einem Kamin.

Die Wärme und das Prasseln des Feuers ließen Spock in eine leichte Trance gleiten. Seltsam... nie zuvor hatte er sich so etwas in der Gegenwart einer anderen Person erlaubt. Etwas war an Kirk, dass ihm ein Gefühl der Sicherheit vermittelte. Und mehr.
Er merkte kaum, dass Kirk ihm die Tasse aus der Hand nahm, seine Stiefel auszog und die Beine auf das Sofa legte. Und als er in eine warme, kuschelig weiche Decke gehüllt worden war,  war er auch schon eingeschlafen.

Kirk sah lächelnd auf den schlafenden Vulkanier herab. Die Anreise und die Kälte erschöpften ihn offenbar mehr, als er zugab. Und der Stress der letzten Wochen war auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen.
Nun, hier würde er Zeit genug haben, sich zu erholen.



Es war bereits dunkel, als Spock wieder erwachte. Kirk machte sich in der Küche zu schaffen und die leisen Geräusche hatten ihn geweckt. Er streckte sich behutsam und strich dann die Decke zur Seite. Das Feuer brannte nach wie vor im Kamin und er genoss einen Moment lang die angenehme Wärme. Dann stand er auf und gesellte sich zu Kirk.

„Ausgeschlafen?“ Kirk grinste ihn jungenhaft an und widmete sich dann wieder dem Abendessen. Offenbar bereitete er ein vegetarisches Nudelgericht zu und Spock sah ihm interessiert zu.

„Kann ich Ihnen zur Hand gehen?“

„Wie wär‘s mit ‚Tisch decken’?“

Als Spock nickte, deutete er auf einen Vitrinenschrank neben dem Esstisch. „Im Schrank dort drüben finden Sie alles. Den Saft können Sie gleich mitnehmen.“

Er reichte ihm einen Krug mit frischem Fruchtsaft. Als Spock danach griff, berührten sich ihre Fingerkuppen und fast hätte er den Krug fallen lassen, als ein jähes Kribbeln ihn zusammenzucken ließ. Kirk schien nichts bemerkt zu haben und widmete sich wieder dem Abendessen.

Spock machte sich schweigend daran, den Tisch zu decken. Er war damit vertraut, da dies eine der Aufgaben war, die er in seiner Kindheit hatte erledigen müssen. So hatte er Muße über die Empfindungen nachzudenken, die die kurze Berührung in ihm ausgelöst hatten. Sicher, er war ein Berührungstelepath, wie alle Vulkanier. Aber das erklärte nicht das warme, prickelnde Gefühl und den Schauer, der durch seinen Körper gelaufen war.
Immer wieder sah er zu Kirk hinüber.

Dieser war schneller fertig, als Spock erwartet hatte und brachte das Abendessen zum Tisch. Sie aßen schweigend und Spock stellte überrascht fest, dass es ihm sehr gut schmeckte. Besser, als das replizierte Essen an Bord des Schiffes.

„Wo haben Sie gelernt so gut zu kochen?“
Kirk grinste ihn an. „Meine Mutter hat mir einige Tricks verraten und es kann sehr nützlich sein, wie ich festgestellt habe. Schmeckt es Ihnen?“

„Ja.“

Kirk zögerte einen Moment, entschied sich dann aber seiner Neugierde zu folgen. “Dies ist die erste Einladung zu einem gemeinsamen Landurlaub, die Sie angenommen haben, seit ich das Kommando übernommen habe. Ihr erster Landurlaub überhaupt, denn Sie seit dem angetreten haben. Darf ich nach dem Grund dafür fragen?”

„Sir?“ Spock sah überrascht auf. Eine Braue hob sich wie ein lebendes Fragezeichen.

Kirk seufzte und legte seine Gabel zur Seite. „Ich meine, ich habe Sie schon früher dazu eingeladen mich zu begleiten, aber Sie haben immer abgelehnt. Bitte verstehen Sie mich jetzt nicht falsch. Ich freue mich, dass Sie hier sind. Ich bin nur neugierig, was Sie dazu bewogen hat tatsächlich herzukommen.“

Spock wich seinem Blick aus und es dauerte einen Moment bevor er eine Antwort fand. Warum war er hergekommen? Er hatte nicht über den Grund dafür nachgedacht, hatte schlicht entschieden der Einladung zu folgen, als er dort allein in jenem Raum gewesen war... an Weihnachten.
„Es gibt keinen speziellen Grund. Vulkaniern erscheint es unlogisch freie Zeit während eines Landurlaubs zu vergeuden, besonders wenn es dabei um so anstrengende Tätigkeiten wie „Barbesuche“ geht. Vulkanier begehen auch keine „Feiertage“ im eigentlichen Sinne. Tägliche Meditation ist eine weitaus effizientere Möglichkeit sich zu erholen. Ich bin an diese Art der „Freizeitgestaltung“ gewöhnt und ziehe sie anderen Möglichkeiten vor.“

„Ich verstehe.“ Kirk gelang es kaum seine Enttäuschung zu verbergen. Spocks Antwort klang, als würde er bald wieder gehen wollen.

Spock, der den Menschen nun genau beobachtete, entging das Minenspiel nicht. Er fuhr fort, sprach dabei aus was ihm gerade in den Sinn kam ohne vorher darüber nachgedacht zu haben. „Aber ich muss zugeben, dass Sie mich mit Ihren Erzählungen über ‚Weihnachten‘ neugierig gemacht. Ich habe deshalb beschlossen einem Rat meiner Mutter zu folgen, den sie mir vor langer Zeit gegeben hatte.“

„Ihre Mutter? Was war das für ein Rat?“

„Sie meinte, ich solle an den Bräuche der Personen in meiner Umgebung teilnehmen und sie kennen lernen, wann immer mir das möglich ist. Besonders bei so emotionalen Feiertagen wie ‚Weihnachten‘.“

„Interessanter Rat - aber er klingt, als ob Ihre Mutter und Sie etwas besonders unter den Vulkaniern wären.“ Völlig verblüfft starrte Kirk Spock an, seine Gedanken rasten. Er konnte sich vage an einen gewissen Fakt erinnern, den er in den Personalakten des Vulkaniers gelesen hatte. Doch zu jenem Zeitpunkt hatte er ihm nicht sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Vielleicht hätte er es tun sollen.

Spock zögerte einen Moment und suchte nach einem Hinweis in der offenen Mimik des Menschen. Meinte er es ernst oder nicht? Kirk wusste mit Sicherheit wer er war. diese Daten standen in seiner Personalakte. „Ich bin in der Tat eine Ausnahme meines Volkes, da ich kein reinblütiger Vulkanier bin. Meine Mutter stammt von der Erde.“

Kirk musterte ihn, deutlich verwirrt. Er hatte den entsprechenden Angaben wirklich so gut wie keine Aufmerksamkeit geschenkt.
Also war Spock zur Hälfte ein Mensch, war aber als Vulkanier erzogen worden wie es schien. „Ich bitte Sie um Verzeihung, Spock. Ich habe Ihre Personalakte gelesen, vermute aber, dass ich diese Daten schlicht ignoriert habe auf Grund Ihres vulkanischen Erscheinungsbildes.  Dinge wie Herkunft oder Eltern sind für mich zweitrangig, Charakter und Fähigkeiten erscheinen mir wichtiger. Ich werde in Zukunft diesen Dingen mehr Beachtung schenken.“

Spock nickte nur und widmete sich wieder seinem Essen. Ein Kloß bildete sich in ihm und einmal mehr fühlte er die Distanz, die ihn von den Menschen trennte. Und speziell von diesem Menschen. Kirks Reaktion schien ihn einmal mehr zurück zu weisen und Enttäuschung lähmte ihn.

Kirk beobachtete ihn genauer, als es Spock bewusst war und er hatte den Vulkanier in den letzten Monaten sehr oft beobachtet.
Er konnte genau den Schatten der Selbstbeherrschung in den eleganten Zügen sehen, als sich Spock wieder in sein Schneckenhaus zurückzog. Himmel, was hatte dieser Mann erlebt, erleben müssen, um so unsicher und so schreiend einsam zu sein? Eine winzige Unachtsamkeit, eine unbedachte Äußerung und er wich sofort zurück, als hätte er sich verbrannt.

Kirk seufzte leise und aß schweigend weiter. Es war doch nur ein harmloses Gespräch gewesen, ein an sich unverfängliches Thema... Was hatte er Falsches gesagt?
Kirk biss sich ärgerlich auf die Lippen. Er wusste, dass Spock in der Crew nicht sonderlich gut integriert war. Pike selbst hatte ihn darauf hingewiesen, dass Spock es in seiner Freizeit stets vorzog, allein zu sein.
Zwar begegneten ihm seine neuen Offizierskollegen mit deutlich mehr Offenheit als Pikes Team es getan hatte, doch die meiste Zeit war er noch immer allein.

Aber war er allein, weil er es wollte, oder weil ihm keine andere Wahl blieb?
Kirk hob den Kopf und musterte den schweigenden, mit seinem Essen beschäftigten Vulkanier. Selbst hier waren alle Bewegungen elegant und er aß mit penibler Präzision – ein anderer Begriff fiel Kirk einfach nicht dafür ein.

Sicher, Spock spielte oft mit ihm Schach. Meist in der Mannschaftsmesse oder in seinem Quartier. Aber das war auch schon alles.
Einige Szenen zogen unaufgefordert an Kirks innerem Auge vorbei: Spock, der mit stoischem Gesichtsausdruck ganz offensichtlich das Getuschel einiger Mannschaftsmitglieder ignorierte. Hatte es ihm gegolten?
Spocks steife Körperhaltung wann immer seine Andersartigkeit erwähnt wurde – sei es positiv oder negativ gemeint gewesen.
Die undeutbaren Blicke des Vulkaniers, wenn er allein nach seinen Offizierskollegen einen Raum verließ.

Kirk  ahnte, dass Spock unbeschreiblich einsam war und mehr darunter litt, als er zugab.

Er wusste sehr genau, dass Vulkanier körperlichen Berührungen auswichen. Doch diesmal erschien es ihm genau das Mittel der Wahl zu sein, um Spock aus seinem Schneckenhaus zu holen.
Entschlossen griff er nach der warmen  Hand des Vulkaniers und hielt sie sanft fest, als Spock instinktiv zurückzuckte.

Ein erschrockener Blick aus dunklen Augen traf ihn und für einen Moment versank er darin. Spock konnte so viel mit seinen Augen ausdrücken, mehr als mancher Mensch.

„Spock, bitte nehmen Sie meine Entschuldigung an. Ich wusste wirklich nichts davon und es spielt für mich auch keine Rolle. Es ist für mich nicht wichtig, zu welchem Volk oder welcher Rasse Sie gehören. Sie selbst sind mir wichtig und ich würde gern Ihr Vertrauen gewinnen. Bitte geben Sie mir eine Chance, ´Sie´ besser kennen zu lernen.“

Spock verlor sich in den haselnussbraunen Augen und dem Empfinden der kühlen Hand, die seine überraschend energisch festhielt. Kirks Worte drangen nur langsam in sein Bewusstsein vor. Er blinzelte und senkte den Blick.
Kirk bot ihm mehr, als er sich je erhofft hatte. Von Kindheit an, war er wegen seiner Geburt beurteilt worden. Kaum jemand hatte sich dafür interessiert, was er dachte oder wer er war.

Spock hatte es akzeptierte und verbannte seinen Kummer tief in seinem Innersten. Er zeigte den anderen die stoische Selbstbeherrschung, die sie zu sehen erwarteten, doch er selbst zerbrach Stück für Stück.

Und nun, nach so vielen Jahren allein war da dieser Mensch, dem all dies egal war. Spock spürte, dass sich Kirk wirklich für ihn interessierte, dass er ihm etwas bot, von dem Spock nie auch nur zu träumen gewagt hatte.

Langsam nickte er. „Sie haben mein Vertrauen bereits, Captain.“

Kirk lachte, kurz und bitter. „Ja, als Offizier. Sie vertrauen meinen Entscheidungen als Captain, als Vorgesetzter. Doch ich will mehr, Spock. Ich weiß dass Sie allein sind. Und dass will ich ändern, weil Sie mich faszinieren. Ich bin nie zuvor jemandem begegnet, der mir so wichtig war wie Sie, verstehen Sie das endlich?!“

Spock sah ihn nur an und er spürte, dass sich in diesem Augenblick aus Feuer und Eis etwas änderte.

„Ja, Jim.“

Kirk nickte und drückte kurz seine Hand, dann ließ er ihn los. „Lassen Sie Ihr Essen nicht kalt werden, Spock.“

Er verwendete wieder seinen üblichen Tonfall und gab so dem Vulkanier Gelegenheit, zur ‚Routine’ zurückzukehren.



Später lag Spock noch lange wach in seinem Bett und starrte an die Decke. Er konnte noch immer den Nachhall von Kirks sanfter Berührung fühlen. Sehnsucht zitterte in ihm und er sehnte sich immer mehr danach, jenen Instinkten nachzugeben.

Auf Vulkan wäre es einfacher gewesen, aber kaum einer der Menschen ahnte etwas von der sorgsam verborgenen Sexualität der Vulkanier. Vermutlich würde es auch niemand glauben. Spock unterdrückte ein bitteres Lachen, als er an die ausgeprägte Bisexualität seines Volkes dachte. Allein die strikte Diskretion verbarg jenes für Vulkanier so offensichtliche Verhalten vor Außenweltlern. Es würde schon genügen, nur mal genauer hinzusehen, und es wäre vorbei mit der Aura der Unberührbarkeit.

Spock fühlte, wie jeder andere Vulkanier auch, jene Instinkte in sich. Er wünschte sich einen Gefährten, einen T’hyla. War Kirk vielleicht jener Mann, der seine Leidenschaft stillen konnte? Er wusste natürlich von den zahlreichen Liebschaften des Captains und oft genug hatte er – aufgrund seines feinen Gehörs – die nächtlichen Aktivitäten Kirks gehört. Aber es gab keinerlei Hinweise, dass Kirk sich zu Männern hingezogen fühlte. Obwohl Spock in Hinblick auf Gary Mitchel einige Vermutungen hegte.

Trotz allem wagte er es nicht, Kirk gegenüber zu offen zu sein. Dieser Mann war die erste Person in seinem Leben überhaupt, abgesehen von der Mutter, die ihn so akzeptierte wie er war. Die Nähe und das Vertrauen das er ihm entgegenbrachte war für Spock zu wertvoll, als dass er es gewagt hätte, das alles aufs Spiel  zu setzen. Und einmal mehr entschied er sich dafür, mit dem zufrieden zu sein, was Kirk ihm bot: ein Blick, ein aufmunterndes Grinsen, eine unbeabsichtigte Berührung am Arm oder am Rücken.
Es war wenig genug, verglichen mit seiner brennenden Sehnsucht nach mehr, aber es würde genügen müssen.

Und mit diesem Gedanken schlief er schließlich ein.



Am nächsten Morgen war es Kirk, der von den Geräuschen aus der Küche geweckt wurde. Er stand schnell auf, duschte und zog sich an.
Spock, der wusste wie gerne Kirk Kaffee mochte, hatte bereits alles fertig, als dieser das Bad verließ.

„Guten Morgen, Jim.“

„Guten Morgen. Hmm. Das riecht wundervoll.“ Er goss sich eine Tasse des heißen Kaffees ein und trank genüsslich.

„Woher stammt eigentlich das Wasser? Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, hier mit fließendem Wasser versorgt zu sein“, fragte Spock interessiert, während sie am Tisch Platz nahmen.

Kirk grinste ihn an, während Spock sich Tee eingoss.
„Jason, mein Freund, dem das Haus gehört, hat während des Baus weiter oben am Hang eine Quelle gefasst. Das Wasser wird mittels Pumpen und unterirdischen Rohrleitungen ins Haus transportiert und durch Solarenergie erwärmt. Ein überraschender Luxus, nicht wahr?“

Kirk genoss es, mit Spock über alles mögliche reden zu können, ohne dass eine peinliche Stille eintrat. Und dabei war es gleichgültig, ob es sich um Wichtiges oder Unwichtiges handelte.
Er nutzte die Gelegenheit den Vulkanier ausgiebig betrachten zu können, während sie sich unterhielten. Fasziniert beobachtete er das Spiel des Lichtes auf dem seidig glänzenden blauschwarzen Haar und er ertappte sich dabei sich vorzustellen, wie es sich anfühlen würde.
Spock musste seine Frage wiederholen, bis er reagierte.

Spock waren die intensiven Blicke Kirks nicht entgangen und sie weckten prickelnde Sehnsucht in ihm. So schnell er konnte, beendete er seine Mahlzeit und Kirk tat es ihm nach. Zwischen ihnen war eine Spannung entstanden, die beide fühlen konnten. Dennoch wagte es keiner auf den anderen zuzugehen. Zu groß waren die Hemmungen, das bisher erreichte zu zerstören.

Sie kümmerten sich wieder gemeinsam um das Geschirr. Kirk reichte Spock einen nassen Teller zum Abtrocknen und dieser nahm ihn, ohne genauer hinzusehen. Ihre Hände berührten sich und beide zuckten fast erschrocken zurück, als sie so etwas wie einen elektrischen Schlag spürten.

Kirk hob den Kopf und suchte den Blick des Vulkaniers, doch Spock wich ihm nach einem kurzen Moment aus. Noch immer war seine Furcht davor alles wieder zu verlieren zu groß.

Kirk zögerte zunächst. Dann aber warf er alle Bedenken über Bord. Für den Bruchteil einer Sekunde war da etwas in Spocks Augen gewesen.
Spürte er die gleiche Sehnsucht, die ihn nachts so oft nicht schlafen ließ? Kirk wusste schon lange, dass Spock mehr für ihn war als ´nur´ ein Freund. Nun, er würde es herausfinden. Jetzt, bevor die vulkanische Selbstkontrolle wieder einrastete... Jetzt oder nie.

„Spock?“
Langsam trat er dicht an den reglosen Vulkanier heran. Atmete er überhaupt?
Erst als er ihm das Geschirrtuch aus der Hand nahm, sah Spock auf.

Spock verlor sich in dem Anblick der haselnussbraunen Augen, fühlte, wie seine Sehnsucht ihn zu verzehren begann.
Alles in ihm drängte danach zu fliehen, der fast unerträglich erotischen Nähe zu entgehen. Aber Kirks Blick fesselte ihn, lähmte ihn.

Atemlos sah er, wie Kirk die Hand hob und sanft mit den Fingerkuppen seine Lippen berührte. Ohne bewusstes Wollen tat er es ihm nach, erkundete sanft die weichen, vollen Lippen des Menschen.

Auch Kirk hielt den Atem an, versank in den dunklen Augen. Spock strahlte plötzlich eine Sinnlichkeit aus, die ihn schwindlig machte. Und er wusste einfach, dass sie beide das gleiche wollten.

Spock hob die Hand und streckte Zeige- und Mittelfinger aus. Die anderen Finger waren zu einer lockeren Faust geballt. Ohne um Erlaubnis zu bitten, strich er sanft über Finger und Handrücken Kirks. Er keuchte leise und genoss die Empfindungen, die diese Berührung in ihm aufpeitschte.
Er war Berührungstelepath. Eine Berührung der Hände war für ihn weitaus intimer und erregender als ein Kuss.

Und Kirk schien genau dies in diesem Moment zu begreifen.
Spock fühlte den festen Druck von Kirks Händen, als dieser seine Hände festhielt. Ohne den intensiven Blickkontakt zu unterbrechen, begann er damit, die schlanken kräftigen Hände zu streicheln, die Textur der Haut zu erkunden. Er spielte mit den Fingern, strich über Handfläche und Handrücken.
Und während all der Zeit ließ er Spock nicht aus den Augen. In Spocks jetzt völlig unkontrollierter Mimik konnte er sehen, ´wie sehr´ dieser durch die Berührung erregt wurde.
Spock bebte. Sein Körper brannte vor Verlangen und er sehnte sich danach, Kirks Haut zu fühlen, berühren und berührt zu werden. Er konnte kaum mehr denken, so sehr reizten und verwirrten ihn die Liebkosungen.

Fast willenlos folgte er Kirk, als dieser ihn zu seinem Schlafzimmer zog. Im Raum war es warm und Spock registrierte nur halb bewusst das in dem kleinen Kamin prasselnde Feuer. Er fühlte Kirks kühle Hände, als er über seinen Oberkörper strich, sanft die harten Brustwarzen unter dem Stoff rieb.

Spock ertrug es nicht länger nur berührt zu werden. Seine Hände fuhren über den noch unvertrauten Körper, erkundeten die festen Muskeln unter der Kleidung.

„Ich will dich spüren.“
Spock konnte nur nicken, als er Kirks raues Flüstern hörte. Im nächsten Moment wurde sein Thermopullover hochgeschoben und er stöhnte unterdrückt, als kühle Hände seinen Oberkörper erforschten. Mit zitternden Händen zog Spock den Pullover aus, befreite dann auch Kirk von dessen Flanellhemd. Er schloss die Augen, als Kirk die Gelegenheit nutzte und zart über eine Brustwarze blies.

Als er die Augen wieder öffnete, sah er direkt in Kirks sanftes Gesicht. Staunend tastete er mit den Fingerkuppen über die vertrauten Züge, fühlte deutlich die tiefe Freundschaft und die Liebe, die dieser Mensch für ihn empfand. Und er spürte in seinem Inneren die gleichen tiefen Gefühle.

„T’hyla.“

„Ich liebe dich, Spock.“ Kirk klang atemlos und erstaunt, war überwältigt von der Tiefe und Kraft der Emotionen, die er von Spock wahrnahm.
Langsam beugte er sich vor und berührte die bebenden Lippen des Vulkaniers mit den seinen. Es war der erste Kuss, den sie tauschten, das erste Mal, dass er sich diesen lang gehegten Wunsch erfüllte.

Er schmeckte das warme, leicht süße, kupfrige Aroma Spocks, teilte den heißen, sanften Atem. Er erkundete Spocks Zunge: schmäler, etwas länger als die eines Menschen, aber von samtweicher Glätte und stählerner Festigkeit. Tastete über die glatten ebenmäßigen Zähne.

Spock ließ ihn gewähren, erkundete dann ebenso sanft den Mund des Menschen.
Als sie sich nach einer halben Ewigkeit wieder voneinander lösten, waren sie beide leicht außer Atem. Spock wollte Kirk wieder an sich ziehen. Aber dieser schüttelte sanft den Kopf, stemmte sich hoch und streifte sich in fliegender Hast Hose und Schuhe vom Körper. Bevor Spock reagieren konnte, war auch er nackt, ausgezogen von kühlen, energischen Händen.

Kirk sah an Spock hinab, genoss den Anblick des schlanken sehnigen Körpers, bewunderte die katzenhafte Anmut, mit der sich Spock bewegte.

Aber dann fesselte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. Er hob den Blick und begegnete Spocks vor Verlangen und Erregung noch dunkleren Augen.
„Du bist unersättlich, wie mir scheint.“

„Erstaunt dich das, bei der Art, wie du mich ansiehst?“

Kirk lachte leise und beugte sich vor. Er knabberte sanft an der Unterlippe Spocks. Ließ dann seine Zunge über die samtweiche Haut gleiten, bis er die harten Brustwarzen erreichte. Spock stöhnte unterdrückt und bog den Rücken durch, als Kirk erneut ein erregendes Spiel mit Lippen und Zunge begann.

Es erregte Kirk gleichermaßen, eine solche erotische Macht über den sonst so beherrschten Vulkanier zu haben. Und er genoss das leicht salzig-metallische Aroma von Spocks Schweiß, der die Haut mit einem kaum wahrnehmbaren Film überzog.

Seine Lippen wanderten tiefer, liebkosten die harten, vor Anspannung zitternden Bauchmuskeln. Er verharrte kurz am Bauchnabel, erforschte die sanfte Kuhle mit der Zungenspitze.

Spock verlor immer mehr die Kontrolle, als er sich den Liebkosungen hingab. Er wusste, er war Kirk körperlich weit überlegen. Um so erregender war es nun, sich ihm hinzugeben... Im Augenblick bezweifelte Spock allerdings, ob er überhaupt fähig war zu stehen – Körperkraft hin oder her.

Kirks Liebkosungen schickten Schauer aus glühender Lava durch seinen Körper. Seine Haut war so sensibilisiert, dass er kaum sagen konnte, wo genau Kirk ihn gerade berührte.
Dann schrie er plötzlich auf, als er die kühlen Lippen auf seinem Glied spürte. Kirk verharrte kurz, genoss offenbar das Aroma des fremdartigen Spermas.

Kirk hob den Kopf, sah zu dem völlig in der Ekstase gefangenen Vulkanier hinauf.
Spock hatte die Augen geschlossen. Sein ganzer Körper war angespannt und er hatte die Hände in das Laken gekrallt. Ein leichter Schweißfilm überzog seinen Körper, umhüllte sie beide mit einem kaum wahrnehmbaren, aber um so berauschenderen Moschusduft.

Dann wandte er sich wieder dem vor Erregung pulsierenden Glied zu. Es war deutlich grün und die Adern traten smaragdgrün hervor. Kirk konnte keine Vorhaut erkennen, als er behutsam mit den Fingerkuppen über die seidigweiche Haut glitt. So zart wie die Blütenblätter einer Rose.

Sanft begann er die zarte Haut mit Lippen, Zunge und Zähnen zu liebkosen, während er sich selbst in einem schnellen und harten Rhythmus rieb. Er saugte an der pulsierenden heißen Spitze und das süß-herbe Aroma von Spocks Sperma erfüllte seinen Mund, als er die ersten Tropfen schmeckte.

Mit seiner freien Hand umfasste er den Schaft und fuhr mit schnellen, festen Strichen daran auf und ab, während seine Lippen und die Zunge unablässig mit der Eichel spielten.

Spocks Kopf pendelte kraftlos von Seite zu Seite und er wimmerte und stöhnte völlig unkontrolliert, als immer neue Wellen der Ekstase durch seinen Körper jagten und er schließlich gemeinsam mit Kirk über die Klippe taumelte.



Als Spock wieder einigermaßen denken konnte, hielt er Kirk noch immer eng an sich gepresst. Ihrer beider Sperma bildete eine warme, klebrige Verbindung zwischen ihnen.

Kirk löste sich behutsam aus dem festen Griff und streckte sich dicht neben Spock aus. Lächelnd betrachtete er den gleichermaßen erschöpften wie sinnlichen Gesichtsausdruck des Vulkaniers.
„Das war das schönste Weihnachtsgeschenk, dass ich jemals erhalten habe, Spock. Frohe Weihnachten...“

Spock schloss langsam die Augen, als Kirk die Hand hob und sanft eine der zerzausten Haarsträhnen glatt strich. Er hätte nie geglaubt, dass dieser Traum jemals wahr werden würde. Noch immer konnte er Kirks Berührungen fühlen, spürte den Nachhall der berauschenden Ekstase, die sie geteilt hatten.

Und er spürte Kirks Liebe für ihn. Er brauchte ihn nicht zu berühren, um sie wahrzunehmen. Denn so wie sich ihre Körper gefunden hatten, hatten sich auch ihre Seelen vereinigt: Zwischen ihnen war ein zwar noch feines, aber dennoch starkes Band entstanden.

Staunend drehte er den Kopf und traf auf die goldbraunen Augen Jims, die ihn zärtlich ansahen. Es würde keine Fragen mehr zwischen ihnen geben, keine Distanz und keine Einsamkeit mehr.

„Frohe Weihnachten, Jim. Mein T’hyla.“