Woodys Geheimnisse

GeschichteMystery, Fantasy / P12 Slash
07.01.2014
28.04.2014
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„Mama, erzähle mir doch bitte etwas von Vater“, bat Andy als seine Mutter ihn ins Bett brachte.
„Wenn du älter bist, mein kleiner Schatz.“
Sie deckte ihren Sohn zu und küsste ihn auf die Stirn.
„Aber Mama …“, versuchte Andy noch einmal.
Seine Mutter unterbrach ihn sanft.
„Schlaf jetzt, mein Kleiner“, sagte sie, machte das Licht aus und verliess den Raum.
Andy nahm Woody in den einen Arm und Buzz in den andern.
„Woody, ich wünschte du könntest mir von meinem Vater erzählen.“
In nächsten Augenblick war Andy schon eingeschlafen.  Buzz warf seinem Freund einen Blick zu. Woody schüttelte nur den Kopf, wandte sich ab und schlief an Andys Brust gekuschelt ein. Buzz zuckte die Schultern und tat es seinem Freund gleich.
Mitten in der Nacht erwachte Woody von einem Wimmern, wie wenn jemand schlecht träumt. Mühelos befreite sich Woody aus Andys Arm und kletterte über ihn zum Bettrand. Buzz wurde ebenfalls wach, als sein Freund aus Andys Bett sprang. Noch bevor er etwas sagen konnte, war der Cowboy schon aus dem Zimmer verschwunden.
„Woody, wo bist du?“ rief Buzz leise und liess den Blick suchend durch Andys Zimmer wandern.
Als er keine Antwort bekam, kletterte er aus dem Bett und sah sich suchend um.
„Woody?“
„Ssssssss! Buzz ich bin hier“, zischte der Cowboy aus dem Flur.
„Was machst du da, Partner?“ fragte Buzz, als er den Cowboy mit Buster sah.
„Ich möchte …“ er wurde unterbrochen, als Buster ihn ableckte.
„Geh runter von Buster“, zischte Woody leise.
Buster stellte den  Cowboy wieder auf die Füße, Woody kraulte ihn kurz hinter den Ohren.
„Buster schnappe dir die Schnur“, sagte der Cowboy und zeigte auf die Tür zum Dachboden.
Der Hund schnappte sich die  Schnur aus der Luft und zog sie mit seinem Gewicht nach unten.
„Was machst du hier?“ zischte Buzz in Woodys Ohr.
Sein Freund beachtete ihn nicht sondern streichelte Buster: „Guter Junge.“
„Komm Buzz, ich will dir etwas zeigen.“
Woody kletterte die Treppe hoch, Buzz folgte ihm auf der Stelle.  
„Was machen wir denn da oben, Woody?“ fragte Buzz und folgte seinem Freund durch den Dachboden.
Woody zog mit großer Mühe ein altes Fotoalbum aus einer Kiste.
„Woody, was ist das?“ fragte Buzz verwirrt.
Woody schlug das Fotoalbum auf.
„Ein Fotoalbum von Andys Vater“, sagte Woody und blätterte die erste Seite auf.
Woody strich wehmütig über das Foto seines alten Besitzers.
„Was willst du jetzt damit?“ fragte Buzz und zog die Augenbraue hoch.
„Du hast ja gehört, dass  Andy seine Mutter nach seinem Vater gefragt hat. Aber sie hat Andy nichts über seinen Vater erzählt, weil er noch zu jung sei. Da stimme ich ihr zu. Er ist noch zu jung.“
Buzz sah einen siebenjährigen Jungen mit braunen Augen und braunem Haar. Er saß mit Woody auf dem Bett und schaute Fernsehen.  
„Das ist mein alter Besitzer Woodrow Stolz. Andys Vater“, Woody strich mit dem Zeigefinger über das Bild.
„Woodrow?“ fragte Buzz und kratzte sich am Hinterkopf.
„Ja ich weiss, es war wohl kein Zufall, dass ich sein Liebling war“, sagte Woody verlegen.
„Du wirst ja rot“, lachte Buzz und kniff ihn spielerisch in die Seite.
„Lass das, Lightyear!“ beschwerte sich der Cowboy und schlug seinen Freund leicht gegen die Brust.
„Sorry Cowboy! Was seht ihr euch da an?“ fragte Buzz und setzte sich neben seinen Freund.
„Die Woody Round war seine Lieblings-TV- Show. Er fand immer cool, dass wir den gleichen Namen hatten“, sagte Woody und blätterte auf die nächste Seite.
Auf dieser Seit war nur ein Foto von Slinky, Bo Peep und Woody.
„Er hat uns immer so behandelt, als würden wir leben“, seufzte Woody und schlug die Seite um.
„Slinky, Bo Peep und du, ihr habt schon Andys Vater gehört?“ fragt Buzz überrascht.
„Ja. Woodrow bekam uns alle drei zu seinem fünften Weihnachten.“
Woodys Stimme klang traurig.
„Dein wievielter Besitzer war Andys Vater?“ fragte Buzz sanft und legte einen Arm um Woodys Schultern.
„Mein dritter Besitzer. Zuerst habe ich Woodrows großen Zwillingsschwestern gehört, Mary und Penny. Aber sie haben nicht viel mit mir gespielt“, lachte Woody bitter auf.
„Was heißt nicht viel?“ fragte Buzz und zog den Freund enger an sich.
„Nur ein oder zwei Mal, nicht mehr. Die meiste Zeit lag ich nur in einem Bücherregal und verstaubte, Buzz“, sagte er tonlos und schlug eine weitere Seite auf.
Buzz sah verschiedene Bilder von Spielzeug, das er nicht kannte.
„Wer sind diese Spielzeuge?“ fragt Buzz und zeigte auf ein Bild mit Woodrow und einer Gruppe Spielzeug.
„Nun ja, Slinky, Bo Peep und mich kennst du ja schon. Das sind Bruce, Kirk, Anne, Leo und Susen.“
Er zeigte auf einen blauen Hasen, einen rosa Elefanten, einen großen weißen Vogel, einen kleinen grünen Löwen und ein schwarzes Pferd.
„Bruce hat mir alles beigebracht, was man als Anführer wissen muss.“, sagte er mit liebevollem Ton in der Stimme.
„Wurden sie verkauft?“ fragte Buzz und drückte sanft die Schulter seines Freundes.
„Sie sind tot. Unser Haus ist ausgebrannt. Woodrow und seine Familie waren im Urlaub er hatte uns mitgenommen“, seufzte Woody und wischte sich die feuchten Augen.
„Woody, das tut mir so leid.“
Buzz streichelte ihm über den Rücken.
„Das ist auch der Grund, weshalb ich immer alle beschützen will. Ich will nicht noch einmal meine Familie verlieren. Das würde ich nicht noch einmal aushalten.“
Woody vergrub sein Gesicht in den Händen. Buzz zog die Hände von Woodys Gesicht, strich die Tränen weg.
„Du wirst uns nicht verlieren. Versprochen, Woody. Ich werde dir helfen die anderen zu beschützen.“
Woody drückte sich fester an seinen Freund und nickte stumm.