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Zeit der Jagd

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Wolverine
06.01.2014
01.09.2014
45
70.214
3
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06.01.2014 1.003
 
Epilog: Tide

Ich ging durch die Gänge und wunderte mich wie vertraut mir die Flure erschienen. Eigentlich war ich ja nie hier gewesen. Und alles was in den letzten Monaten passiert war, war nicht mehr als ein grausamer Alptraum.
Es war seltsam still. Es sollte mich nicht wundern, immerhin waren noch Ferien und nur vereinzelte Schüler liefen über die Gänge. Tief in meinem Innern hatte ich gehofft Sandra zu sehen. Doch von ihr fehlte jede Spur. Vermutlich würde sie erst mit den restlichen Schülern eintreffen. Und wer weiß, vielleicht traf Pure sie wieder verwirrt in einem der umliegenden Gänge und alles konnte wieder so werden wie vorher...
Ich konnte nicht verhindern, dass ich mich wegen dem Gedanken schüttelte. Nein, ich wollte nicht, dass wieder alles so wurde wie vorher. Ich wollte, dass diesmal alles ganz anders lief.
So in Gedanken verließ ich das Gebäude und lief über das Gelände, beobachtete ein paar Schüler dabei, wie sie Frisbee spielten und seufzte leise in mich hinein. Das alles versetzte mir einen seltsamen Stich. Ich fühlte mich noch fremder als an dem Tag, als ich das erste mal hier gewesen bin. Ich fühlte mich wie das Relikt aus einer anderen Zeit.
Ich lachte, als ich begriff, dass ich das ja auch war. Ich fragte mich, ob Pure genau so fühlte.
Mich langsam beruhigend ging ich über die Weg weiter und erinnerte mich an den Tag, an dem Pure Charleen hier gefunden hatte. Die würden wir vermutlich nicht wieder treffen, bemerkte ich und hing eine Weile meinen Erinnerungen an die Wolfsfrau nach.
„Vorsicht.“, jemand drängelte sich an mir vorbei. Eine durchtrainierte Gestalt, die ich auf anhieb wieder erkannt hätte.
„Logan?“, fragte ich. Xavier hatte ja gesagt, dass er hier war. Anscheinend hatte Xavier reges Interesse an dem Besteckmann.
Dieser drehte sich fragend zu mir um: „Wir kennen uns?“
„Eigentlich nicht.“, ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als mein Gegenüber eine Grimasse zog.
„Noch mehr von diesen Telepathen...“, er musterte mich von Kopf bis Fuß, „was willst du von mir?“
Ich zuckte mit den Schultern. „Bist du Lehrer? Hast du wied-... vor kleine Kinder zu quälen.“
„Ich quäle keine kleinen Kinder... nur vorlaute Gören und jetzt mach, dass du verschwindest.“
Mehr als einmal ließ ich mir das nicht sagen, sondern lief an ihm vorbei, nicht ohne noch einmal auszuteilen: „Alles klar, Opa!“
„Wie hast du mich genannt?!“, knurrte er, aber da war ich schon vom Weg runter und spazierte über die Wiesen. Irgendwie war es gut, dass zumindest Logan sich nicht verändert hatte. Immer noch mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, ging ich weiter. Bis plötzlich Sam vor mir auftauchte.
Wie versteinert blieb ich stehen und starrte ihn an.
Er sah genau so aus wie früher. Hochgewachsen, athletisch, die schwarzen Haare schimmernd wie Rabengefieder und die Augen so grau wie ein Sturm.
Aber er schien keine Notiz von mir zu nehmen. Leise pfeifend steuerte er auf die Frisbee-spielenden Schüler zu, streifte mich kurz mit seinem Blick und ging an mir vorbei.
Ich keuchte auf und schloss für einen Moment die Augen. Nein, ich konnte mir nicht vormachen, dass ich nicht nach ihm gesucht hatte. Und ich konnte auch nicht verleugnen, dass ich tausendmal die Szene unserer „ersten“ Begegnung durchgespielt hatte, in hundert Variationen. Aber seine Nichtachtung verletzte mich genau so, wie sie es in den Tagen meiner Gefangenschaft getan hatten.
„Tut mir Leid.“
Ich fuhr herum.
„Entweder habe ich gerade ein Déjà-vu oder wir kennen uns irgendwo her...“, Sam musterte mich fragend. Seine Augen waren dunkel wie ein Gewitterhimmel und sprachen von dem verzweifelten Versuch sich an etwas zu Erinnern, was nie statt gefunden hatte. Ich hätte am liebsten geweint, ihn geschüttelt und geschrien: Erinner dich doch! Aber an was sollte er sich schon erinnern? Und vielleicht war es sogar besser, dass diese Zeit in Pures und meinem Schädel verschlossen war und blieb.
„Déjà-vus sind Fehler in der Matrix.“, erwiderte ich und biss mir auf die Lippe.
In seinen Augen flackerte etwas auf und erlosch dann gleich wieder. Er schien über irgendwas nachzudenken, bis er schließlich sagte: „Und lass mich raten, du kommst aus einer weit, weit entfernten Galaxie...?“
Mir blieb der Atem weg. Erinnerte er sich? Oder hatte er das einfach nur so gesagt, und erinnerte sich gar nicht an unser Gespräch in seinem Flugzeug.
„Irgendetwas sagt mir, dass wir uns schon einmal begegnet sind. Würdest du mit mir in unserer vorzüglichen Cafeteria essen gehen?“
Mein Herz raste: „Ja, klar.“
„Dann, darf ich bitten?“, mit einem charmanten Lächeln reichte er mir seinen Arm. Zaghaft hakte ich mich bei ihm ein. Für einen Moment warteten wir beide darauf, dass ich zusammen zuckte, während sich seine Energie in mich entlud. Aber ich spürte nichts.
Ich konnte ihm ansehen, dass er genau so verwirrt war wie ich. Seine Augenbrauen wanderten in die Höhe. Sein Blick durchbohrte mich förmlich. Wir waren uns so nah, dass mein Herz aus seinem Takt geriet.
„Nun...“, Sam strich sich in einer seltsam verlegenen Art durchs Haar, „ohne jetzt kitschig wirken zu wollen, aber ich habe das Gefühl, dass uns irgendetwas verbindet...“
Verlegen wandte ich den Blick von ihm an und legte mir verstohlen die Hand aufs Herz. Irgendetwas? Während des Versuches mich zu töten, hatte er mir, gewollt oder nicht, seine Energie durch die Ader gejagt. Und mit seinem Tod, war meine Fähigkeit zurück gekehrt. Jetzt loderte die gleich Kraft, die mir früher in Sams Gegenwart eine Gänsehaut über die Arme gejagt hatte, in meinem Herzen. Ein Stück von Sam würde ich nun immer mit mir tragen. Und ein Stück Vergangenheit.
„Ja, das habe ich auch.“


_________________________________________________________

Das war dann wohl das Ende. In der neuen Realität scheint mittlerweile alles in Ordnung zu sein. Nur leider hat das auch dafür gesorgt, dass alle Momente, die unsere beiden Protagonisten mit ihren Freunden erlebt haben, nun nie passiert sind. Aber zumindest ein bisschen Hoffnung gibt es für sie.
Wie findet ihr den Abschluss? In Ordnung, kitischig, oder vlt. nicht kitschig genug? Lasst doch ein kleines Kommentar da.

lg,
Pure und Smartie =)
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