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Zeit der Jagd

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Wolverine
06.01.2014
01.09.2014
45
70.214
3
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26 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.01.2014 981
 
Frohe Ostern - nachträglich.
Wir hoffen, ihr hattet schöne Feiertage.
lg, Smartie

Kapitel 27: Tide     Vor uns muss dir nichts peinlich sein.

Das Taxi hielt genau vor dem schmiedeeisernen Tor der Schule. Es war Qietscheenten-gelb und passte damit perfekt zu Sandras Rock. Wenigstens etwas, das passte. Auch wenn ich selber kein Mode-Fanatiker wie meine beste Freundin war, war ich mir dennoch der Grundsätze der Farbenlehre bewusst, oder wählte zumindest dann ein anderes Oberteil, wenn mir die Kombination in den Augen weh tat.
Der Taxifahrer musterte uns skeptisch, als wir einstiegen. Sandra nahmen wir in die Mitte, damit sie nicht auf die Idee kam aus dem fahrenden Auto zu springen, oder sonst irgendeine Dummheit zu begehen.
„Wohin soll es denn gehen?“, erkundigte sich der Fahrer und starrte uns immer noch aus erschreckend hellen Augen an.
„In die Stadt. Dahin wo man am besten Einkaufen kann.“
„Habt ihr denn auch genügend Geld dafür?“, wollte der Mann immer noch skpetisch wissen.
„Nehmen Sie Karte?“
„Nur Bares.“
Pure und ich wechselten einen Blick.
„Dann wird Charles F. Xavier die Rechnung übernehmen.“
„Und woher will ich das wissen.“
„Wir haben seine Karte?“
„Ich werde das jetzt nicht weiter hinterfragen.“, ohne noch einmal einen Blick an uns zu verschwenden, drückte er auf das Gaspedal und binnen weniger Minuten waren wir auch schon in der Einkaufmeile angekommen. Ich konnte Pure förmlich ansehen, wie ihr das Herz aufging. Wir sprangen aus dem Taxi, nickten betont lässig dem Fahrer noch einmal zu – Sandra, versuchte ihm das Kleingeld aus ihrer Tasche als Trinkgeld anzudrehen – und gingen dann los.
„Was denkt ihr?“, fragte Pure, „Was braucht Sandra alles?“
Ich sah sie kritisch an: „Die Frage wäre wohl eher, was braucht sie nicht.“
Sandra warf mir einen etwas beleidigten Blick zu, den Pure und ich einfach übergingen. Manche Leute musst man halt zu ihrem Glück zwingen.
„Wir fangen einfach unten an, und arbeiten uns nach oben hoch.“, schlug Pure schließlich vor.
„Du meinst mit Schuhen? Das ist unlogisch.“, warf ich ein.
„Ich mein mit Unterwäsche.“

„Nimm mal den hier.“ Pure reichte einen tief roten BH hinter den Vorhang und schwenkte mit den anderen zehn durch die Luft. Die verschiedenfarbigen Unterwäsche-Stücke hatten die selbe Wirkung, wie eine Flagge. Ein dutzend Kopfe, zum Großteil als männlich zu identifizieren, drehten sich zu uns um. Am liebsten wäre ich selbst in eine der Kabinen geflohen, aber dann hätte ich mich vermutlich in noch größere Gefahr begeben. Immerhin hätte Pure dann die Gelegenheit beim Schopf gepackt und mir auch gleich welche besorgt.
„Den hier finde ich ziemlich süß.“, meine beste Freundin hielt mir einen taubenblauen Büstenhalter vor die Nase und deutete auf die mit Spitze besetzten Ränder. „Ziemlich schön, oder?“
Ich zuckte mit den Achseln: „Ja, vielleicht.“
„Dir ist es einfach nur peinlich hier zu sein.“
„Ach quatsch.“, ich versuchte betont lässig abzuwinken, riss dabei aber ein Stapel Höschen von einem nahegelegenen Tisch. „Ups.“
Pure grinste, während ich die Sachen schnell wieder auf einen Haufen warf und so tat, als hätte ich nichts damit zu tun.
„Sandra, wie siehts aus?“, rief Pure schließlich in die Kabine und riss ohne eine Antwort abzuwarten den Vorhang auf. „Ach du...“
„...heiliges Kanonenrohr.“, vollendete ich ihren Satz.
„Der steht dir so gut.“
„Und passt vor allem zu deiner Gesichtsfarbe.“, hängte ich hinten dran. Sandras Kopf hatte die Farbe einer reifen Tomate angenommen und harmonierte perfekt mit dem Rot des BHs.
„Den nehmen wir.“, entschied Pure.
„Ich weiß nicht-“
„Aber ich weiß.“, unterbrach sie  Sandra und zwinkerte ihr zu. „Und immerhin ist es nicht dein Geld, das du ausgeben musst.“
Seufzend gab sie nach, und wenige Zeit später stand sie, immer noch erschreckend rot im Gesicht, neben uns an der Kasse und wartete darauf, dass der Verkäufer uns eine Tüte gab. Pure hatte sich auch gleich neu eingekleidet und ich hatte dann schließlich auch dran glauben müssen. Ich war mir sicher, dass mir die Situation genau so peinlich war wie Sandra, aber ich gab mir alle Mühe gelassen uns souverän zu wirken.
„Jetzt Hosen, und Kleider und anschließend noch Schuhe, falls wir sie noch tragen können – ich freu mich so!“, Pure streckte die Arme in die Luft und grinste den Himmel an. Und das tat sie auch noch, als wir um halb sieben aus dem letzten Geschäft traten. Meine Füße taten weh, Sandra war bereits zu erschöpft um jedes mal aufs neue zu erröten, nur Pure schien immer noch genau so motiviert wie zu Beginn unserer Einkaufsaktion.
„Wir gehen noch was zu Essen und zu Trinken kaufen, und dann fahren wir zurück.“, schlug Pure vor. Allerdings verstand sie unter Essen Chips und Fastfood und unter Trinken Cola und Wodka.
Sandra setzte immer wieder nervös an, dass das sicherlich verboten sei und hielt sich damit dran, bis wir uns zurück ins Schulgebäude geschlichen hatten. Durch den Schülertrakt und auch vorbei am Lehrertrakt und damit an unseren Zimmern, huschten wir, schwer beladen mit unseren vielen Taschen, schließlich in die Bibliothek.
„Warum hier hin?“, wollte Sandra wissen und schloss leise die schwere Tür hinter uns.
„Damit wir keinen stören. Außerdem ist hier viel mehr Platz und es ist definitiv bequemer.“, Pure ließ ihre Sachen in eine der hinteren Ecken fallen und zog sich einen der Sessel heran. Nach anfänglichem Zögern tat es ihr Sandra gleich und schließlich lümmelten wir uns auf den schweren mit Leder gepolsterten Sesseln, ließen die Chips-Tüten und Getränke wandern und kicherten leise, als würden wir einen Pakt schließen.
„Ich bin für eine Modenshow.“, Pure warf sich zurück und warf die Beine über eine Armlehne. „Wir haben so viel gekauft, ich kann mich an die Hälfte schon gar nicht mehr erinnern.“
„Aber wo sollen wir uns denn Umziehen?“, fragte Sandra mit roten Wangen. Der Alkohol hatte sie seltsam gelöst.
„Na hier.“ Pure zuckte mit den Schultern, „Hier kommt sicher keiner hin. Und wir sind ja Mädchen. Vor uns muss dir nichts peinlich sein.“
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