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Zeit der Jagd

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Wolverine
06.01.2014
01.09.2014
45
70.214
3
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06.01.2014 1.593
 
Kapitel 11: Tide      Kein Alkohol mehr für unser Dynamisches Duo

Ich tanzte unbekümmert weiter, obwohl ich natürlich gerne gewusst hätte, was der Opa mit meiner Freundin vor hatte. Das Licht flackerte im Rhythmus des Liedes und überall drängten sich die Schüler auf der Tanzfläche. Kleider rieben an Hemden und irgendwo rieb noch viel mehr aneinander, aber das kümmerte mich in meinem benebelten Zustand überhaupt nicht. Allerdings machte das Tanzen alleine kaum noch Spaß.
Ich tanzte, die Arme unkontrolliert über meinem Kopf wie Tentakeln schlackernd, durch die Menge und sah mich an der Theke nach einem Opfer um, das mit mir tanzen sollte. Schon bald hatte ich den – mehr oder weniger – passenden Partner gefunden.
„Xavier!“, rief ich und landete fasst auf seinem Schoß, da er obligatorisch auf seinem Rollstuhl platz genommen hatte, um weiser auszusehen. Oder vielleicht war er auch einfach zu betrunken um zu stehen.
„Tide, du solltest wirklich -“
„Waaas?! Ich kann dich nicht hören. Die Musik ist zu laut. Tanzt du mit mir? Das ist aber nett. Komm steh auf und dann-“
„Tide, nicht.“, er schüttelte lachend meine Arme ab, mit denen ich versuchte ihn aus dem Stuhl zu ziehen.
„Bist du zu betrunken? Und ich dachte, ich wäre voll.“
„Such dir wen anders.“
„Neeeeeeee.“
Er angelte hinter sich und fasste schließlich jemanden am Hemd.
„Nimm den.“, und damit beförderte er Sam neben mich.
„Neeeeeee.“, ich sah meinem zukünftigen Vertretungslehrer ins Gesicht und kam wieder nicht darum herum zu bemerke, wie gut er aus... Ehm. Was hatte ich gerade gedacht? Heute war aber schönes Wetter. Waren das Wolken an der Decke? Oh nein, vielleicht doch rosa Elefanten...
„Meine Kehle ist so schön warm.“, ich lächelte doof und schlang die Arme um Sams Hüfte.
„Tide, willst du nicht lieber ins Bett?“, fragte er vorsichtig.
„Noin. Ich muss auf Pure warten... Die ist mit dem Opa gerade … raus.“ , ich fühlte mich wie ausgenüchtert, mit einem Schlag. Sie war mit dem Opa draußen. Mein Gott, was würde er ihr antun?! Er würde sie schänden!
„Sam!“, schrie ich erschrocken.
„Ja?“, er schien langsam an meiner Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln.
„Die ist gerade mit dem OPA draußen!“
„Meinst du Logan? Ich dachte, die beiden hassen sich.“
Meine Augen wurden groß. „Er will ihr bestimmt aus Rache etwas antun.“
„Komm wieder runter.“
„Nein!“, ich warf mich vor Xavier auf die Knie und rüttelte an seinen Beinen. „Du musste deinen Tleknd- Tela- nein, warte, Thelo... auch falsch.“ ich rieb mir die Stirn. Man, seit wann konnte ich das Wort denn nicht mehr aussprechen? „Wie auch immer! Du musst deinen Trick anwenden. Guck dem Opa in sein krankes Hirn und finde herraus, was er vor hat. Wir müssen Pure retten! Halte ihn auf. Sam und ich machen uns auf den Weg, um sie zu holen. Wir sind gleich wieder da.“ Ich versuchte aufzuspringen und zur Tür zu sprinten. Aber irgendwie gehorchten meine Beine nicht so richtig. Ich schlug der Länge nach hin und irgendwie hörte ich Gelächter über mir.
„Haltet bloß die Klappen!“, rief ich nach oben und reckte drohend die Faust.
Sam fasste mich unter den Armen und stellte mich wieder auf meine Beine. Xavier war mittlerweile kirschrot im Gesicht geworden und blinzelte ein paar mal.
„Was ist?“, fragte ich hysterisch. Ich malte mir das schlimmste aus. „Ist mein Kleid verrutscht?“
„Nein.“, Sam lachte noch lauter, während ich an mir herunter schaute. Hmm... hatte ich einen zu tiefen Ausschnitt? Ne... oder?
„Ohh mein Gott!“, ich fasste Sam am Arm und kämpfte mich mit ihm durch den Raum, um zur Tür zu kommen, durch die Pure verschwunden war.
„Tide! Pure, ist sicherlich nichts passiert.“, er packte mich plötzlich und drängte mich gegen die Wand. Einen Arm rechts, einen links von mir abgestützt.
„Hey.“, ich fuchtelte wild mit meinen Armen herum. „Was ist?“
Er lehnte sich vor, sodass unsere Schläfen fast aneinander stießen. „Was ist, wenn du die beiden bei etwas... nun, nennen wir es intimen, unterbrichst...“
Ich schnappte nach Luft und merkte wie mein eigenes Herz schneller schlug. Sams graue Augen bohrten sich in meine. Mit einem mal wurde ich mir der energiegeladenen Aura, die ihn umgab vollends bewusst. Die Luft um ihn herum, schien wie vor einem Gewitter aufgeladen. Der Schwere Geruch von Gefahr drang mir in die Nase und ließ mich nur noch tiefer einatmen.
Mein Gott, was tat ich hier? Meine Hände glitten über sein Hemd und hinterließen eine Spur aus winzigen Blitzen und Funken. Unter meinen Fingern spürte ich seinen Puls, wie sich seine Brust, vielleicht schneller als normal, hob und senkte, spürte die Muskeln unter seiner Haut arbeiten.
„Vielleicht sollten wir zurück...“, schlug er leise an meinem Ohr vor. Sein Atem kitzelte auf meiner Haut und ich wunderte mich, ob seine Haar auch Funken schlagen würden, wenn ich hindurch fahren würde. Seine Hände lagen auf meiner Hüfte und ich merkte wie wir immer näher an einander rückten. Vielleicht war er auch betrunken... Das erinnerte mich an etwas.
„Wir müssen Pure vor einer Dummheit bewahren.“, ich wollte mich gerade von ihm los machen, da ging die Tür neben uns auf und Pure kam herein getorkelt.
„Tide! Kaum bin ich fünf Minuten weg und schon gehst du fremd!“
„Pure!“, ich merkte, dass ich immer noch die Hände auf Sams Brust liegen hatte. Schnell ließ ich sie sinken und starrte ertappt zu ihr. „Wir haben uns Sorgen gemacht.“
„Sehe ich. Wirfst dich direkt irgendeinem Typen an den Hals... Zumindest sieht er gut aus.“
Ich tauchte unter Sams Arm hindurch und schlang die Arme um Pure. „Was hat der Opa dir angetan? Soll ich ihn schlagen gehen?“
„Ne, lass mal...“, dabei grinste sie, „Das hab ich schon selbst gemacht.“
„Gut... willst du noch Sekt?“
„Pro!“, wir liefen Hand in Hand zur Theke und schnorrten uns ein Glas. „Exen!“, Pure stieß mit mir an und kippte das Glas runter.
Huii, machte ich, oder ich dachte es. Ich war mir nicht mehr so sicher, als ich mich auf einen Stuhl setzte. Pure schien sich aber mit einem Stuhl nicht zufrieden geben zu wollen und warf sich Xavier auf den Schoß.
„Ich bin euer Direktor!“, protestierte er erschrocken.
„Nein, du bist mein Knuddelbär.“, widersprach Pure und schlang die Arme um seinen Hals. „In einem Raumschiff-Rollstuhl...“
„Alles klar.“, Xavier sah über sie hinweg zu mir. „Ist sie immer so, wenn sie betrunken ist?“
„Korrigiere: Sie kann nicht anders.“
Er wurde kurz stumm, dann murmelte er: „Memo an mich selbst: Kein Alkohol mehr auf Schulfeiern.“
Ich lachte laut: „Glaubst du, das hält uns auf?“
„Korrigiere: Kein Alkohol mehr für unser Dynamisches Duo.“
Ich kicherte noch mehr.

„Wer bist du und was machst du in meinem Bett?“ fragte ich den blonden Wuschelkopf neben mir.
„Halt's Maul!“, ich bekam ein Kissen ins Gesicht. „Ich bin deine beste Freundin und das ist mein Bett.“
„Wie komme ich hier her?“, ich merkte wie mein Kopf anfing zu dröhnen. Auf meiner Zunge lag ein fahler Geschmack, als hätte ich die ganze Nacht den Mund offen gehabt.
„Darius hat dich hier her getragen.“
„Wer ist Darius?“
„Hulk... der Typ, keine Ahnung... Ist mir egal...“, sie drückte das Gesicht in die Kissen.
'Guten Morgen, meine Lieben.'
Ich schrie erschrocken auf, als ich die Stimme in meinem Kopf hörte.
„Xavier, du Ratte!“, fauchte auch Pure. „Raus aus meinem Kopf!“
Ich überlegte ernsthaft, ob ich zu seinem Büro rüber laufen und ihm ordentlich die Leviten lesen sollte.
'Lass das lieber, Tide. Bedenke, was du trägst.'
Ich warf einen Blick unter die Bettdecke und hoffte, dass Xavier nicht so Notgeil sein würde, um jetzt durch unsere Augen zu spannen. Mein Gott, wie pervers. Charles hatte es echt gut. Wenn der mal auf ne Frau stand, musste er nur in ihren Erinnerungen forschen, dann konnte er sie nackt sehen...
'Tide!'
Upsi. Hatte vergessen, dass er alles hörte, was ich dachte. Allerdings viel auch weg, zu ihm zu laufen. Wirklich... Nicht in Unterwäsche...
'Kommt jetzt endlich ausm Bett, oder ich schick Logan zu euch.'
„Nein!“, heulte Pure. „Schnell, Tide, schnell, bevor der Perverse kommt.“
Wir versuchten irgendwie aus dem Bett aufzustehen, was gar nicht so einfach war, weil wir uns irgendwie in der Bettdecke verhädert hatten. Wir purzelten über einander und landeten auf dem harten Boden.
„Aua.“, maulte ich und rappelte mich auf. Immerhin war ich jetzt draußen.
„Hmm, der Boden ist soo bequem...“, Pure rollte sich zusammen.
„Nicht!“, ich pickste sie mit meiner dicken Zehe. „Sonst kommt der böse Besteckmann.“
„Grr., sie stand auf und schlich zu ihrem Kleiderschrank, während ich durch eine Verbindungstür in mein Zimmer schlüpfte.
'Zehn Minuten, dann gibt’s Frühstück.', klärte Xavier uns auf und verschwand dann endlich ganz aus unseren alkoholmalträtierten Hirnen.
Ich zog mir irgendeine Jeans und einen Pulli aus dem Kleiderschrank und schlich ins Bad. Duschte in fünf Minuten, putzte mir die Zähne, machte meine Haare und zog mich an in den anderen fünf Minuten, dann verfluchte ich Pure, dass sie bei der Shoppingtour nicht an Sonnenbrillen gedacht hätte. Man sollte doch meinen, dass sie die für ein unerlässliches modisches Accessoire hielt. Jetzt hätte ich alles für getönte Gläser gegeben.
Pure wartete bereits auf mich, die Haar teilweise noch nass, und ebenfalls in einem übergroßen Sweatshirt. Man, ich fragte mich, was wir gestern alles gemacht hatten.
„Die Party muss richtig schlimm gewesen sein.“ murmelte Pure.
„Warum?“
„Wenn wir so viel getrunken haben, dass wir uns nicht mehr an sie erinnern können... meine Herren.“
„Eine Minute.“, erwiderte ich völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
„Hä?“
„Dann gibt’s Frühstück.“
„Oh man, das sagst du mir erst jetzt?!“, und damit rannte sie los.
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