Zeit der Jagd

GeschichteHumor, Romanze / P16
Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Wolverine
06.01.2014
01.09.2014
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Das neue Jahr beginnt man ja meist mit einem Haufen Vorsätze, die man sich eigentlich schon im letzten Jahr vorgenommen hat, aber sie einzuhalten einfach zu faul war. Damit uns das fürs erste nicht passiert, wollten wir zumindest einen Vorsatz schon einhalten: Hier also eine neue Geschichte.
In letzter Zeit, so müssen wir doch zu geben, waren wir etwas (viel) inaktiv. Das sollte sich fürs erste mit dieser Geschichte beheben lassen. Wir wünschen also viel Spaß mit unserem ersten Upload in diesem Jahr und unseren neuen Protagonisten Pure (Lolli) und Tide (Smartie).

Frohes neues Jahr!



Kapitel I: Tide          Ein Mutant zu sein ist scheiße

Ein Mutant zu sein ist scheiße. Wenn man nicht aufpasste, landete man schneller in einem Versuchslabor als man Arschloch sagen konnte. Nicht dass ich Arschloch wirklich oft sagte. Dazu fehlte mir oft die Zeit – aber ich dachte es. Ich dachte es in letzter Zeit wirklich oft. Zum Beispiel wenn ich, wie jetzt, von Passanten angestarrt wurde, wie ein Monster. Dabei hatte ich gar nichts gemacht! Wirklich. Gut, ich hatte, Schande über mich, einen Mann davor bewahrt von einem Auto überfahren zu werden, in dem ich ihn, mit Hilfe meiner Mutation, von der Straße gezerrt hatte, bevor ihn der Halodrie in seinem silbernen Mercedes überfahren konnte. Ich war vielleicht zwei Sekunden zu schnell gewesen, zu schnell für ein menschliches Auge um mir zu folgen, sodass sie meine wahre Existenz schnell begriffen hatte.
Anstatt, dass man mir dankte, wie es meiner filmheldenreifen Leistung gebührt hätte, starrten sie mich weiter an. Und auch der Mann, von dem ich mir jetzt wünschte, ihn nicht gerettet zu haben, brachte lediglich ein Schnalzen über die Lippen und taxierte mich aus schmalen dunklen Augen. Dann wanderte sein Blick zu Pure und ich sah ihr an, dass auch ihr unwohl wurde.
„Gehen wir weiter.“, zischte sie mir zu. Als wir an dem Mann vorbei gingen, stieg mir sein merkwürdiger Geruch in die Nase. Metallisch und beißend lag er wie eine Aura um ihn herum. Er roch nach Blut.
„Einfach ignorieren.“, flüsterte ich leise mein Mantra. Gott, wünschte ich mir manchmal normal zu sein. Was immer normal auch sein sollte. Okay, ich wusste natürlich, was normal war. Ein normaler Mensch hatte ein gemütliches Bett, ging zur Schule oder zur Arbeit, und machte sich lediglich darüber Sorgen, dass man am nächsten Tag nicht in Hundescheiße trat. Ich gebe zu, darüber machte ich mir auch manchmal Sorgen. Allerdings wurde so etwas nebensächlich, wenn die Hauptsorge war, dass man den nächsten Tag überhaupt überlebte.
Das war auch der Grund, aus dem mir, sobald Pure mir einen Knuff in die Seite gegeben hatte, die Tränen über die Wangen liefen und ich dem Wachmann fast in die Arme fiel.
„Meine Eltern sind weg...aber … ich weiß ja gar nicht, und … warum … meine Eltern und dann …“ zwischendurch rotzte ich in das Taschentuch, dass der Mann mir gegeben hatte. Ab und zu blieben ein paar Leute stehen, während ich meine 'Leidensgeschichte' erzählte. Dass ich meine Eltern nicht mehr wieder finden könnte, und dass ich mich hier ja gar nicht auskannte und wir morgen ja nach Hause fahren wollten, weil wir hier ja nur im Urlaub waren. Zum Glück kaufte man mir gerne solche Geschichten ab, denn, obwohl ich jetzt nicht jünger als siebzehn aussah, war ich doch für mein Alter ein wenig klein geraten. Pure betonte, dass das Beschützerinstinkte bei Menschen auslösen würde. Und sie musste es wissen. Bis jetzt hatte sie jeden mit ihren großen braunen Kulleraugen zum schmelzen gebracht.
„Wie heißen denn deine Eltern?“, wollte der Polizist wissen. „Vielleicht suchen sie ja auch schon nach dir.“
„Neein!“, heulte ich, „Sie hassen mich. Ich wusste schon immer, dass sie mich aussetzen wollten. Und jetzt (schluchz) hatten sie ja die passende Gelegenheit.“
Peinlich berührt blickte der Mann sich um und kratzte sich verlegen am Kinn. Doch bevor er in Richtung Kleidergeschäft blicken konnte, schmiss ich mich auf in und jaulte irgendwas von wegen ich wäre so einsam und hätte niemanden auf der Welt.
Doch zu spät. Ich spürte merklich wie sich seine Muskeln unter der Uniform spannten und seine Sehnen hervortraten. Resigniert folgte ich seinem Blick und sah Pure. Beziehungsweise, ich sah sie nicht. Ich sah sie um genauer zu sein Flackern. Und der Polizist auch.
Bevor dieser allerdings nur einen Mucks von sich geben konnte – zum Beispiel laut Mutant schreien – rammte ich ihm meinen Ellbogen in die Seite und meine Faust ins Gesicht. Bäms! Das hatte gesessen.
„Sie Perversling!“ kreischte ich dabei. „Nehmen Sie ihre Griffel weg, pädophiles Schwein!“
Und dann rannte ich weg.
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