In der Finsternis ein Stern erstrahlt

GeschichteMystery, Fantasy / P16
05.01.2014
09.06.2014
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Prolog



»Und so konnte Donnerblume den Dachs vertreiben und ihre Junge zurückgewinnen.« Die schwarze Kätzin, die gebannt gelauscht hatte, seufze zufrieden auf.
»Danke, Loderbrise, dass du mir diese Geschichte erzählt hast. Es ist schön zu hören, wie sehr die Kätzin für ihre Jungen gekämpft hat.« Plötzlich umschatten sich ihre Augen und große Sorge spiegelt sich in ihrem Gesicht. »Ich weiß nicht, ob ich das schaffe, ob ich meine eigenen Junge so beschützen kann, nicht wenn…«
»Shh, mach die keine Sorgen um ihn, Mondlicht, Habichtfeder ist ein herausragender Kämpfer, ihm wird nichts passieren«, versuchte die alte graue Kätzin ihre Tochter zu beruhigen. Sanft strich sie mit ihrem Schwanz über Mondlichts geschwollenen Bauch. »Du wirst eine großartige Mutter sein, du machst dich bloß verrückt und mich noch dazu.«
Mondlichts Augen blitzten spöttisch auf. »Na, das kann ich jetzt aber wirklich nicht zulassen, was würden wir nur ohne unsere Geschichtenerzählerin machen?«
»Mach dich nicht über mich lustig! Diese Krallen sind zwar alt, aber immer noch scharf genug um deiner frechen Nase einen Kratzer zu verpassen, also nimm dich in acht!«
Trotz ihrer Zurechtweisung war Loderbrise insgeheim froh zu sehen, dass Mondlicht ihren Humor wiedergefunden hatte. Die zwei Kätzinnen schwiegen eine zeitlang in einträchtigem Schweigen. Eine allumfassende Stille bedeckte den nächtlichen Wald und nur hier und da war das leise rascheln des Windes in den Baumwipfeln zu hören. Nicht einmal eine Maus huschte unter den dichten Büschen am Rand der Lichtung entlang. Mondlicht und Loderbrise lagen vor dem Ältestenbau, einer Höhle unter dem mächtigen Wurzelwerk einer urzeitlichen Eiche, die die gesamte Lichtung mit ihrem Astwerk beschirmte. Das Licht des Mondes fiel durch das dichte Blätterdach und malte ein Geflecht aus Licht und Schatten auf den Boden der Lichtung. Mitten auf dieser Lichtung erhob sich ein flacher Hügel und auf diesem Hügel thronte die Eiche wie ein uralter König. Mutter und Tochter lagen nun im weichen Gras und beobachteten den Lagereingang, der, von Brombeergestrüpp geschützt, den einzigen Ein- oder Ausgang aus dem Lager bildete. Loderbriese öffnete gerade den Mund, um Mondlicht etwas zu fragen, als ein Aufheulen aus der Richtung des Lagereingangs sie unterbrach. Schimmersee kam aus dem dichten Unterholz geprescht und kam schlitternd vor ihnen zum stehen.
»Wo ist Sonnenblume?«, keuchte sie und sah sich gehetzt um, ihre Pfoten kneteten hektisch den Boden.
»Sie ist im Jungenbau. Schimmersee, was ist passiert? Wo sind die anderen?«, fragte Mondlicht. Im Geiste flehte sie zu den Sternen, dass es Habichtfeder gut gehe.
Schimmersee richtete ihren Blick auf Mondlicht und sagte: »Flammenschweif ist verletzt. Ich glaube nicht, dass er überleben wird.«
Mondlicht hörte Loderbriese auf keuchen, doch sie konnte nur wie erstarrt weiter ihre Schwester anschauen. Loderbriese wisperte leise: »Ich gehe Sonnenblume holen. Oh, wie soll ich es ihr nur sagen?« Langsam und schwerfällig kletterte sie an der Eiche die kurze Strecke bis zu dem breitem Loch des Jungenbaus empor und verschwand in ihm. Bereits kurze Zeit später erklang ein schmerzerfülltes Heulen über der Lichtung des Lagers und Sonnenblume kam aus dem Bau gestürzt, ihre verwirrten Junge folgten ihr. Sonnenblume sprang von dem breiten Ast, der direkt vor der Höhle aus dem Baum ragte, und landete geübt vor Schimmersee.  
»Wo ist er, Schimmersee? Bitte, bring mich hin!« fragte sie mit verzweifelt.
Es brach Mondlicht das Herz, die sonst so starke Sonnenblume flehen zu hören. Ihre kleinen Jungen maunzten verstört und jammerten.
»Wo ist Papa, Mama? Warum ist er nicht hier?«, fragte Windjunges, und Lichtjunges ergänzte: »Genau! Er hat gesagt er würde nach dem Kampf mit diesen Streunern mit uns spielen!«
Doch Sonnenblume hörte das Gejammer ihrer Junge schon nicht mehr, denn sie war Schimmersee aus dem Lager gefolgt und hatte Mondlicht mit der Aufsicht über ihre Jungen betraut, die inzwischen ebenfalls den Abstieg geschafft hatten. Mondlicht beugte sich über die verwirrte Lichtjunges, um ihr tröstend übers Ohr zu lecken. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte, also presste sie die kleinen dicht an ihren leicht geschwollenen Bauch und wartete auf die Rückkehr ihrer Stammesgefährten. Loderbriese und Raufell leisteten ihr schweigend Gesellschaft.
»Das ist jetzt bereits die siebte Katze in zwei Monden, deren Geist die Stämme verlassen hat. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir wieder wie früher umherziehen, ohne festen Platz zum leben und jagen«, sagte Raufell schließlich mit schwerer Stimme.
Loderbriese zischte wütend. »Mäusehirn! Dies ist unser Land, unsers allein! Wenn diese Banditen es haben wollen, werden sie darum kämpfen müssen. Die Zeiten, in denen wir umherzogen, sind schon lange vorbei.«
»Loderbrise, vielleicht ist unsere Zeit hier einfach abgelaufen. So viele Tote in so kurzer Zeit… Hat es überhaupt noch Sinn, gegen sie zu kämpfen? Sie sind so viele, so stark… unbesiegbar... Ich habe es gesehen, Liebste,  Katzen mit riesigen Krallen und Zähnen und ihre Augen leuchteten Rot! Ihr Blick war auf uns gerichtet, ich habe es gesehen! Sie jagen keine Eichhörnchen oder Vögel wie wir, ihre Beute sind Katzen, wir sind ihre Beute! Wir sollten fliehen… fliehen…« Seine Stimme wurde immer leiser und schwächer, sein Blick verlor sich in der Ferne und sein Fell sträubte sich, als würde er etwas Grauenhaftes in den Hecken um der Lichtung sehen.
Raufell hatte Angst, das konnte Mondlicht in seinen Augen sehen. Er hatte die Hoffnung auf ein gutes Ende aufgegeben; Flammenschweifs tödliche Verwundung schien ihm den Rest gegeben zu haben.
Loderbrise sah ihren treuen Gefährten traurig an. »Gibt die Hoffnung noch nicht auf! Wir sind noch nicht geschlagen, und werden es auch niemals sein! Habichtfeder wird seinen Platz einnehmen und uns führen wie keiner zuvor. Wir sind nicht wie räudige Streuner die beim ersten Anzeichen von Gefahr den Schwanz einziehen und wegrennen, wir sind Krieger, wir kämpfen für unser Recht, hier zu leben!«
Mondlicht achtete nicht mehr auf Raufells Antwort. Sie blickte durch ein Loch im Blätterwerk zum Himmel auf und sah eine einzige Sternschnuppe, die ihr Herz mit Hoffnung erfüllte.  

     


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Das war der Prolog meiner ersten FF, ich hoffe, er hat euch gefallen?



Um die Umstände und die Geschichte zu verstehen, werden ein paar Informationen wichtig sein. Natürlich verrate ich nicht, was es mit diesen Streunern auf sich hat ;D wäre auch ziemlich dämlich von mir xD



Die Zeit:

Die Geschichte spielt lange, lange vor der Zeit von Feuerpfote, in der es die Clans noch nicht gab. Ich schreibe also die Gründungsgeschichte von den vier Clans und wie es dazu kam. Den Wolkenclan werde ich wahrscheinlich nicht weiter beachten, auch wenn es den in der Originalwelt natürlich gab.



Das Territorium:

Die Geschichte spielt im alten Territorium, im Wald. Sie sehen in etwa so aus wie zu der Zeit,  in der Feuerpfote zu den Clans stößt, aber es gibt auch große Unterschiede.
Da es weit in der Vergangenheit spielt, gibt es keinerlei Menschen in der Nähe. Keine Siedlung hinterm Donnerclan, keinen Hof beim Windclan, keinen Krähenort usw.
Die vier Eichen gab es schon, ebenso wie andere bekannte Merkmale (Lager, Sonnenfelsen etc.)
Auf diesem Territorium leben aufgeteilt die acht kleinen Stämme:

Falkenstamm – er lebt etwa dort, wo der Baumsägeort beim Donnerclan war, nur dass dort keine Nadelbäume wuchsen, sondern wie im Rest des Waldes hohe, relativ frei stehende Laubbäume mit dichtem Astwerk. Die Katzen haben ihr Lager in einer riesigen uralten Eiche.

Wolfsstamm – lebt im Donneclanterritorium, Es ist bewachsen mit dichtem Brombeergestrüpp und sonstigem Unterholz. Das Lager ist bereits das spätere Donnerclanlager.

Adlerstamm – er bewohnt das Moor beim späteren Windclan. Das Land ist karg und nur von einigen Heide- und Ginsterbüschen bewachsen und es weht fast immer ein kalter Wind. Die Katzen haben ihr Lager in einer windgeschützten Kuhle aufgeschlagen, die etwa da liegt, wo das spätere Windclanlager liegen wird.

Der Eulenstamm wohnt in einem kleinen Waldgebiet, dort, wo der Krähenort sein wird. Die Bäume sind ziemlich klein und stehen sehr dicht, so dass es da drinnen immer dunkel ist. Das Lager wird einfach unter dem dichtesten Busch aufgeschlagen.

Der Fuchsstamm – Lebt ebenfalls auf dem Moor und teilt sich das Gebiet mit dem Adlerstamm. Der Fuchsstamm bevorzugt alte, verlassene Bauten von Kaninchen, die sie vergrößern und ausbauen.

Der Otterstamm – ihm gehört der Fluss sowie der Unferbereich. Ihr Lager ist bei den Sonnenfelsen.

Der Natternstamm – dieser Stamm wohnt auf dem torfigen Boden des Schattenclans. Es wachsen dort nur vereinzelt einige Bäume, was jedoch immer mehr zunimmt, je tiefer man in das Gebiet kommt. In der Mitte wachsen ein paar hohe Tannen und Kiefer. Das Lager ist in einer Kuhle, die von Büschen und Felsen geschützt wird.

Der Rabenstamm – besitzt das Gebiet des späteren Flussclans. Es ist bedeckt von einem lichten Wald mit vielen Lichtungen. Das Lager ist auf einer kleinen Insel in einer Abzweigung des Hauptflusses. Durch einen umgestürzten Baum gelangt man hinüber.



Stämme & Gesetze



Der Sternenclan:

Es gibt keinen Sternenclan und auch sonst keinen Glauben an ein Leben nach dem Tod. Die Sterne sind einfach Sterne, und tot ist tot. Es gibt keine Prophezeiungen, keinen Willen des Sternenclans, nichts in der Art. Es gibt höchstens bei vereinzelten Katzen den Glauben – oder eher die Hoffnung – dass es irgendwo einen „Aufenthaltsraum“ für die Seelen der verstorbenen Katzen gibt.



Das Gesetzt der Krieger:

Gibt es ebenfalls nicht, da das erst von den Clans gegründet wird. Es gibt Regeln, aber die sind eher allgemein: Töte nicht, wenn es sich vermeiden lässt, spiel nicht mit Beute, hilf Katzen in Not…
So was halt. Es ist eher eine Frage der Moral als ein Gesetz.



Die Stämme:

Bei den Stämmen ist einiges anders als bei den Clans. Eine ähnliche Struktur ist vorhanden, die der der Clans ähnlich ist, aber nicht völlig übereinstimmt:

Der Anführer des Stammes – Er trifft die Entscheidungen für den ganzen Clan. Sein Urteil darf von seinen Berater (älteren Kriegern) angezweifelt werden, aber es ist der Anführer, der Entscheidet. Der engste Vertraute des Anführers wird selbst Anführer nach dessen Tod. Ist nicht eindeutig, wer diese Katze ist, wird entweder in einem Wettbewerb gekämpft, ohne dass einer stirbt, oder es stimmen alle Katzen ab sechs Monden ab. Ohne Sternenclan hat der Anführer natürlich auch keine neun Leben und sein Name endet nicht auf „Stern“, sondern bleibt einfach, wie er ist.

Zweiter Anführer – gibt es nicht, ist aber Rangfolgenmäßig der erfahrenste, kräftigste Krieger.

Heiler – gibt es nicht, alle Katzen wissen, wie man Wunden heilt. Die, mit dem meisten Talent, weiß natürlich mehr als die anderen und wird häufiger damit beauftragt, sich um kranke Katzen zu kümmern.

Krieger – Kater und Kätzinnen, deren Ausbildung beendet ist.

Königinnen – Sind einfach Kriegerinnen, die eine Pause bei ihren außerlagerlichen Pflichten einlegen. Sie kümmern sich um die Jungen, bis diese drei Monde alt sind, dann fangen die Kätzinnen langsam wieder mit kurzen Jagten an und lassen die Junge in Obhut einer anderen Katze zurück.

Schüler – Die Grundausbildung eines Schülers beginnt mit drei Monden, auch wenn sie die Endung –Junges behalten, bis sie sechs Monde als sind und ihre vollständige Ausbildung beginnen. Junge ab drei Monaten lernen die ersten Grundzüge des Jagens und Kämpfens von allen erwachsenen Kriegern, es gibt also keine eigenen Mentoren. Hauptsächlichen lernen sie in dieser Zeit die wichtigsten Heilkräuter und verrichten die normalen Schülerpflichten. Sie kämpfen nicht außerhalb des Lagers und gehen auch nicht auf die Jagd.
Schüler ab sechs Monden erhalten ihren Schülernamen und richten ihr Augenmerk dann voll aufs Kämpfen und Jagen lernen. Wenn sie soweit sind, erhalten sie nach einer Prüfung ihren Kriegernamen.

Älteste – Katzen, die zu alt sind, um länger zu kämpfen und zu jagen. Werden meist zu Geschichtenerzählern und passen auf die Junge auf, wenn die Mutter auf die Jagd geht.

Mentoren gibt es wie gesagt nicht, aber verschiedene Katzen des Stammes spezialisieren sich auf verschiedene Fertigkeiten. So unterrichtet der beste Jäger die Schüler in der Jagd, der beste Kämpfer das Kämpfen und der Heilkundigste das Heilen.


Namen der Katzen:
Ich bezeichne die Katzengruppen zwar als "Stämme", doch mit dem "Stamm des Eilenden Wassers" haben sie nicht viel gemeinsam. So auch nicht die Namen. Während es beim Stamm des Eilenden Wassers z.B. Regen der auf Blume fällt heißen würde, lautet der Name hier dann Regenblume.
Ich habe die Gruppen Stämme genannt, an Anlehnung an die Nomadenstämme, die ständig umherziehen und keinen festen Wohnsitz haben. Früher haben meine Stämme das selbe getan und sind dahin gegangen, wo es genügend Beute und einen guten Unterschlupf gab.
Die Namen sind daher nicht als Clannamen anzusehen, da es die Clans damals noch nicht gab, sondern als eine Tradition wandernder Stämme, die sich dann niedergelassen haben. Sie sind die Vorgänger der Clannamen, so wie die meine Stämme die Vorgänger der vier Clans sind.
Vielen Dank an Harzblatt, die mich auf diese Unklarheit hingewiesen hat!


Beziehung der Stämme untereinander:

Es herrscht eigentlich kein Kampf unter den acht Stämmen. Manche verstehen sich besser, manche nicht so gut, aber das war es auch schon. Grenzstreit gibt es fast nicht, da es keine festgesetzten Grenzen gibt. Alles gehört allen und theoretisch könnte man überall hingehen, wo man hinwill. Tatsächlich herrschen rege Verbindungen untereinander. Wenn ein Schüler seinen Kriegernamen erhält, kann er frei entscheiden, in welchem Stamm er von da an leben möchte. Meistens bleiben die Katzen in ihrem Geburtsstamm, aber wenn sie z.B. eine Katze aus einem anderen Stamm liebt, kann sie in diesen Stamm wechseln. Dieses freie Wählen ist nur zu diesem Zeitpunkt möglich, danach ist es verboten und wird als Verrat erachtet.

Während der Schülerzeit verbringen die Schüler je ein-zwei Wochen in den anderen Stämmen, um dessen Gewohnheiten kennenzulernen und auch um dort für kurze Zeit in den persönlichen Taktiken des Stammes unterwiesen zu werden.
Freunde in anderen Stämmen sind jederzeit erlaubt, ebenso wie Besuche eines Verwandten.



Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen. Solltet ihr Unklarheiten entdecken und/oder Fragen haben, beantworte ich diese gerne und ergänze die Liste gegebenenfalls.
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