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Schokolade und Schnee [Die Schokohexe]

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
05.01.2014
07.04.2014
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05.01.2014 1.828
 
"Sirayuki!" Die etwas ältere Dame die Heute für die Betreuung der Waisenkinder zustandig war, riss die Tür zu Yuki's Zimmer auf. "Das hier ist ab heute deine neue Zimmerkameradin." Sie drehte sich zu dem Mädchen, dass sie soeben unsampft ins Zimmer geschubst hatte. "Vergiss bloß die Regeln nicht! Wenn ich auch nur einen Ton von dir höre, dann Knallts." Das rothaarige Mädchen blickte die Dame an. "Geht in Ordnung, olle Tante." Noch ehe sie zu Ende gesprochen hatte, hatte die Frau ausgeholt und ihr ins Gesicht geschlagen. "Halt dein freches Mundwerk!" Mit diesen Worten verließ sie den Raum und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen. Yuki ging vorsichtig auf das Mädchen zu. "H-Hallo, ich bin Yuki und du?" Das Mädchen drehte sich um und starrte Yuki an. Dann holte es tief Luft. "YUKI-ONNA!" Yuki zuckte zusammen. Dicke tränen kullerten ihr über die Wangen. Das Mädchen beugte sich vor. "Nicht weinen, Yuki-onna! Ich kann auch zaubern, genau wie du!" Yuki blickte auf. "Du bist genauso blöd wie die anderen! Ich bin keine Yuki-onna!" Das Mädchen machte einen Schmollmund. "Schade. Ich mag Yuki-onna." "Hast du denn schonmal eine gesehen?" Das Mädchen schüttelte den Kopf. "Nein. Aber wenn ich eine sehen würde, würde ich sie bestimmt mögen! Ich mag nämlich nur Leute die auch zaubern können!" Yuki war verwundert. "Wieso? Was ist mit den Menschen?" Das Mädchen schüttelte den Kopf. "Die mag ich nicht. Die mögen mich nämlich auch gar nicht." Yuki legte den Kopf schief. "Mich mögen die auch nicht." Das Mädchen sah Yuki an. "Wieso?" Yuki sah zu Boden. "Niemand mag eine Yuki-Onna." "Aber du bist doch keine." Yuki schniefte. "Aber das glaubt mir keiner." Das Mädchen grinste. "Ich glaub's dir." Schniefend sah Yuki sie an. "Ehrlich?" Das Mädchen grinste. "Versprochen!" Yuki lächelte. "Ach ja, ich bin übrigens Ansuriumu." "Das ist aber ein schwieriger Name." "Gar nicht wahr!" Erwiederte Ansuri. "Ich heiße wie die Blume!" Yuki stutze. "Wie die Blume?" Ansuri nickte. "Ja, wie die Blume!" Yuki staunte. "Stimmt, wie die Blume." Ansuri grinste. "Nenn mich einfach Ansuri." Yuki lachte. "Ansuri-chan!" Dann legte sie den Kopf zur Seite. "Und du kannst wirklich zauebern?" Ansuri plusterte sich auf. "Klaro! Ich kann dich ganz fröhlich und ganz traurig machen, wenn ich will!" "Kann das nicht jeder?" Ansuri überlegte. "Ja, aber das ist was anderes!" "Okay." Yuki lächelte. "Weißt du was Yuki?" Ansuri lachte. "Du bist voll in Ordnung!"

Nachdem Abendessen begaben sich die neuen besten Freundinnen auf den Hof um zu spielen. Als sie den Hof erreicht hatten, waren sie als einzigsten vor Ort. Die erste Zeit gelang es den Beiden gut sich zu unterhalten, doch schon bald wurde ihre Ruhe gestört. Die anderen Kinder des Waisenhauses ströhmten ebenfalls aus dem Gebäude heraus. Durch ihre feuerroten Haare stach Ansrui sehr aus der Menge hervor und sofort ins Auge.  "Haben wir eine neue?", "Wer ist das?", "Ob sie wohl nett ist?" Einzelne Wortfetzten gelangten an Ansuri's Gehör. Diese grinste. "Hallo! Ich bin Ansuriumu! Und wie heißt ihr?" Es wurde still auf dem Hof. Keiner wusste wie oder ob er reagieren sollte. "Seit ihr alle Freunde von Yuki?" Ansuri legte den Kopf schief. Ein Junge trat vor. "Wer ist Yuki?" Yuki, die sich hinter Ansuri versteckt hatte, trat hervor. "I-Ich." Der Junge blieb ganz ruhig. Anders als das kleine Mädchen neben ihm. "Die Hexe!" Schrie sie und deutete auf Yuki. Diese zuckte zusammen und duckte sich hinter Ansuri. Gerade noch rechzeitig um einem Stein zu entkommen, der geradewegs auf sie zugeflogen kam. Dieser traf stattdessen Ansuri am Arm. "Au, das hat weh getan!" Der Junge der den Stein geworfen hatte entschuldigte sich. "Sorry, ich wollte eigentlich die Hexe treffen." Ansuri stampfte auf. "Das ist keine Entschuldigung! Man wirft nicht mit Steinen!" Der Junge zuckte die Achseln. "Die Hexe hätte mich sonst sicher eingefroren." Yuki trat vor. "Aber ich habe doch gar nichts -" "Auf sie!" Er und ein paar andere Kinder rannten auf Yuki zu, der Rest der Anwesenden ignorierte die Szenerie oder flüchtete. Zwei Jungs packten Yuki an den Armen, ein Mädchen griff nach ihren Haaren und zog daran. Die Anderen sammelten Steine um sie nach ihr zu schmeißen. Yuki kreischte und fing an zu heulen. Ansuri zog die Jungs von ihr weg. "Hey! Lasst sie los, oder ich verhexe euch!" Sie sahen sie verwundert an. Dann fing einer der Beiden an zu lachen. "Spinnst du? Geh bloß weg von der Hexe, dann passiert dir nichts!" Ansuri wurde wütend. Sie trat nach dem Mädchen das Yuki an den Haaren zog. Dieses ließ los. Bedrohnlich baute sich Ansuri vor Yuki auf, die weinend auf dem Boden saß. Einer der Jungs kam auf sie zu. "Na warte du Biest, dann machen wir eben euch beide fertig." Doch noch kurz bevor er Yuki erreicht hatte, packte Ansuri ihn am Nacken und schob ihm etwas in den Mund. Überrascht schluckte der Junge. Eine Weile rührte sich nichts mehr. Dann plötzlich, fing er an, bittere Tränen der Verzweiflung zu weinen. Er schluchzte und krümmte sich und konnte gar nicht mehr damit aufhören Tränen zu vergießen. "Du Geisteskranke!" hechelte er. "Du Freak!" Die anderen bekamen es mit der Angst zu tun und rannten davon. Ansuri streckte ihnen die Zunge raus. "Ist alles okay mit dir, Yuki?" Yuki nickte. "D-Danke." "Kein Problem!" Ansuri kniete sich neben sie. "Was hast du da gerade gemacht?" Fragte Yuki. "Ich habe ihn traurig gezaubert!" Meinte Ansuri. "Mit dem Zaubern ist das so. Du nimmst ihm etwas, und gibst ihm etwas anderes. Ich habe ihm Trauer gegeben und Freude bekommen. Cool, oder?!" Sie grinste. Yuki staunte. Nickend pflichtete sie Ansuri bei. "Ja, Cool. Aber von wem hast du denn die Trauer bekommen?" Ansuri lächelte. "Von Mammi. Sie war jeden Tag ganz traurig, da hab ich sie immer fröhlich machen wollen. Aber es hat nur ein mal geklappt, weil ich von keinem freude bekommen hab." Yuki legte den Kopf schief. "Ach so." Sie wollte gerade noch etwas sagen, als die Betreuerin kam und ihnen Beiden eine Strafe für's Prügeln auferlegte...

~Zeitsprung~

„Wooow, du siehst wunderschön aus!“ Ein Mädchen mit braunen Haaren war auf Yuki zugelaufen. „Wie eine Schneefrau.“ Sie seufzte. „Ach, ich wünschte ich hätte auch so weiße Haut wie du.“ Yuki lächelte. „D-Danke.“ Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Keine Ursache. Mit deiner Schönheit kannst du sogar locker mit Zeniba mithalten.“ „Wer ist Zeniba?“ Ansuri war hinter Yuki aufgetaucht. „Und viel wichtiger, wie gefällt dir der zweite Schultag?“ Yuki lächelte. „Gut, Dankeschön. Und dir?“ Anuri zuckte mit den Schultern.“Geht.“ Das braunhaarige Mädchen wandte sich wieder zu Yuki. „Jedenfalls, wenn du möchtest kannst du heute nach der Schule noch mit uns in die Stadt kommen. Zeniba wird auch dabei sein.“ Yuki sah fragend zu Ansuri. Diese nickte. „Ja, sehr gerne, wir kommen dann nach der Schule.“ Yuki lächelte. „Oh, also eigentlich...“ Das Mädchen blickte verlegen zu Yuki. „Eigentlich meinte ich nur dich.“ Ansuri winkte ab. „Schon okay, ich hab' eh noch was zu tun.“ Damit verabschiedete sie sich von den beiden. Das Mädchen wandte sich erneut Yuki zu. „Also. Zeniba, sie ist sowas wie die Klassenqueen. Weil du neu bist kannst du es ja nicht wissen, aber wenn du mit ihr befreundet bist hast du so gut wie gewonnen.“ Kurz darauf befand sich Yuki zusammen mit drei anderen Mädchen und Zeniba vor dem Schultor. „Du siehst echt gut aus.“ Meinte diese. „Wenn du noch ein bisschen länger mit uns befreundet bist, wirst du sicher noch besser aussehen.“ Die anderen kicherten. Yuki lächelte. Der Tag in der Stadt verlief sehr schön für sie. Sie fand sich schließlich mit den anderen vor einem Eiscafé wieder. „Welche Sorte magst du?“ Yuki überlegte. „Ich mag eigentlich alle...“ Zeniba lachte. „Wie man es von einer Schneefrau erwarten würde.“ Die Mädchen kicherten. „Ist doch nur Spaß.“ Zeniba lächelte. „Du könntest ruhig ein bisschen weniger verkrampft sein.“ Yuki lächelte. „Ja, tut mir leid.“ Zeniba seufzte. „Aber sag mal, warum hängst du eigentlich die ganze Zeit mit diesem Punk rum?“ Yuki blickte auf. „Du meinst Ansuri?“ Zeniba lachte. „Ja, genau die. Ich sag's dir, die zieht dich voll runter. Ohne sie wärst du bestimmt gleich viel beliebter.“ Yuki begann ihr Eis zu essen. „Naja, sie ist meine beste Freundin.“ Zeniba lehnte sich zu ihr. „Du könntest viel bessere Freunde haben. Tatsache ist doch, keiner traut sich mit dir zu reden, weil sie alle abschreckt.“ Yuki überlegte. „Aber...“ „Kein Aber.“ Zeniba sah sie an. „Ich mache dir einen Vorschlag. Von jetzt an bin ich deine beste Freundin, okay?“ Yuki zögerte. „Du wirst sehen, es wird dir nicht schaden!“

Das Zimmer war leer als Yuki von der Schule kam. Sieben Monate waren vergangen seitdem sie sich mit Zeniba angefreundet hatte. Und drei seitdem sie sich mit Ansuri gestritten hatte. Ansuri hatte ihr an den Kopf geworfen, sie würde sich verändert haben. Nur noch mit Zeniba herumhängen und alles andere wäre ihr egal. „Mit jemand oberflächlichen wie dir möchte ich mich nicht abgeben, Shirayuki.“ Dabei hatte sie doch immer versucht etwas mit Ansuri zu unternehmen, es war bloß immer etwas dazwischen gekommen. Ansuri würde ihr nicht zuhören, hatte sie gesagt. Zeniba wäre eine bessere Freundin, sie würde sich wenigstens um sie sorgen. „Kein Wunder, dass du keine Freunde hast, Ansuriumu!“ Und jetzt war sie alleine im Zimmer. Die Betreuer hatten schon nach Ansuri gesucht, aber diese war wahrscheinlich schon über alle Berge. In all den Jahren hatte nie jemand Anstalten gemacht sie zu adoptieren. Da hatte sie wohl einfach keine Lust mehr zu warten. Dabei wollte sich Yuki doch gerade bei ihr Entschuldigen. Noch vor wenigen Minuten hatte sie sich mit Zeniba gestritten. Darüber, dass sie aufhören solle Ansuri zu ärgern. Yuki war durchaus bewusst, dass sie dadurch Zeniba's neues Opfer werden würde, aber das war ihr egal. Sie wollte sich mit Ansuri versöhnen, und nun war diese weg.

Zwei Monate darauf wurde Yuki von einem wohlhabenden Arzt adoptiert. Dieser verstarb drei Wochen vor Beginn der Geschichte und hinterließ ihr sein Vermögen. Seit dem Streit mit Zeniba setzte sie sich jeden Tag nach der Schule in den Park und spielte mit einem kleinen schwarzen Kater namens Kakao.
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